China Erster Todesfall durch neues Vogelgrippevirus H10N8

Bisher hat der Erreger H10N8 nur Geflügel befallen. Doch nun gibt es in der ostchinesischen Provinz Jiangxi einen ersten Fall, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen ist. Die Behörden wollen die Angelegenheit "vorerst als isolierten Fall betrachten".

Geflügelzucht in China (in der Provinz Zhejiang, April 2013): Gefahr der Virenübertragung
REUTERS

Geflügelzucht in China (in der Provinz Zhejiang, April 2013): Gefahr der Virenübertragung


Peking - Erstmals hat China einen Todesfall gemeldet, der auf das bislang nur von Vögeln bekannte Grippevirus H10N8 zurückgeführt wird. Eine 73-jährige Frau starb schon am 6. Dezember in einem Hospital in Nanchang, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangxi, wie die Gesundheitsbehörden erst am Mittwoch mitteilten. Die Frau sei sechs Tage vorher mit einer schweren Lungenentzündung eingeliefert worden, habe auch einen Herzinfarkt erlitten und sei schließlich an Atemwegsversagen gestorben.

Die Frau hatte nach diesen Angaben einen Markt mit lebendem Geflügel besucht. Unter Verwandten, die Kontakt zu ihr gehabt hätten, gebe es aber keine ähnlichen Symptome. "Wir sollten es vorerst als isolierten Fall betrachten", teilte das Gesundheitsamt der Provinz mit. "Es gibt ein geringes Risiko, dass das Virus Menschen infizieren und übertragen werden kann."

Timothy O'Leary, der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Malina erklärte, man arbeite mit den chinesischen Behörden zusammen, um den neuen Virentyp besser zu verstehen. Es sei stets besorgniserregend, wenn einem Erreger der Sprung zwischen einer Tierart und dem Menschen gelinge. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Diskussion um Gefährlichkeit von H7N9

Seit der ersten Entdeckung des letzten neuen Vogelgrippevirus H7N9 bei Menschen im März sind 142 Infektionen in China berichtet worden. 45 Fälle verliefen tödlich. Es gelang den chinesischen Behörden, den Ausbruch unter anderem dadurch unter Kontrolle zu bringen, dass Geflügelmärkte geschlossen wurden. So wurde ein enger Kontakt zwischen Menschen und Geflügel unterbunden.

Im Oktober berichtete die Weltgesundheitsorganisation, dass "keine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch" durch das H7N9-Virus festgestellt worden sei. Zuletzt hatten Forscher im Fachmagazin "Science" erklärt, die derzeitige Gefahr durch das Vogelgrippe-Virus H7N9 sei offenbar stark überschätzt. In schlechter Erinnerung ist dagegen der Virentyp H5N1. Durch diesen Erreger sind seit 2003 mindestens 384 Menschen gestorben.

chs/dpa/Reuters



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analyse 18.12.2013
1. Die generelle Gefahr durch ein neues Virus bleibt ! Nur
Zeitpunkt und Mortalitätsrate sind unbekannt ! Die zuständigen Behörden tun gut daran sich sorgfältig auf den schlimmsten Fall vorzubereiten !
joachim_m. 18.12.2013
2. Wann wird endlich wirklich was getan statt auf Bilanzen zu schauen?=
Jeder, der sich mit Evolution und der Geschichte von Seuchen auskennt, weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Erreger den Artensprung schafft; es gibt nur Möglichkeit, dies zu verhindern, nämlich wenn man es schafft, den Erreger vor dem Artensprung auf den Menschen (=Säugetiere) auszurotten, aber das ist bloße Theorie, denn er infiziert eine erhebliche Anzahl von Vogelspezies, hat also selbst dann, wenn er bei Haustieren ausgerottet würde, ein Reservoir, von dem aus er sich wieder bei Haustieren (Vögeln) verbreiten kann, denn man kann ihn in Wildvogelpopulationen nicht ausrotten. Irgendwann wird er auf den Menschen überspringen, so, wie schon viele anderen Erreger vor ihm. Man sollte also, solange noch Zeit ist, alles tun, um für den Tag X gewappnet zu sein, denn häufig sind gerade frisch übergesprungene Erreger zunächst sehr tödlich, in der Vergangenheit haben sie unter den Menschen aber nur überlebt, wenn sich die Stämme so gewandelt haben, dass sie nicht praktisch alle Infizierten umbringen, weil sie mit der Ausrottung des Wirtes im Verbreitungsgebiet sich selbst ausgerotten. Aber im Gegensatz zur Vergangenheit ist in einer globalisierten Welt so gut wie die ganze Erde das Verbreitungsgebiet; eine Epidemie kann schlimmstenfalls so gut wie die ganze Menschheit ausrotten. Dass ist zwar unwahrscheinlich, in der Regel überlebt ein Teil der Population, aber 1/3 der Menschheit ist durchaus im Bereich dessen, mit dem wir rechnen müssen. Warum ich dies schreibe: Zum einen ist es dringend notwendig, dass erhebliche Gelder, was derzeit überhaupt nicht geschieht, in die Forschung investiert wird, damit wir am Tage X vorbereitet sind, und es gilt auch, international zusammen zu arbeiten, im globalen Dorf sind wir alle Dorfbewohner, wenn der Erreger bspw. in der hintersten Ecke von Afrika, von China oder sonst wo auf Menschen überspringt, dann hilft es uns nichts, gute Krankenhäuser in Europa und anderswo zu haben, denn er wird sich dort verbreiten und dann nach Europa reisen; und wenn 1/3 der Bevölkerung innerhalb kurzer Zeit hingerafft wird, dann bricht unser Gesundheitssystem einfach zusammen, schließlich sind dann auch 1/3 des medizinischen Personals tot. Erreger hat es noch nie interessiert, ob ihr Opfer arm oder reich, Kaiser oder Sklave ist, die halten sich im Gegensatz zu manchen Politikern an den Satz: Alle Menschen sind gleich! Und deshalb gilt schon aus ureigenstem Interesse, endlich dafür zu sorgen, dass überall auf der Welt ein funktionierendes Gesundheitssystem existiert! - und nicht auf dem Altar neoliberalen Profitinteressen arme Menschen zu opfern: In den USA verweigern die Republikaner sogar armen US-Bürgern durch die Weigerung, eine Krankenkasse für Arme einzuführen, US-Bürgern eine Krankenbehandlung. Mögen die Neoliberalen als erstes sterben, wenn eine neue Seuche die Menschheit bedroht, ich weiß, ein frommer Wunsch, außerdem halte ich nichts davon, anderen den Tod an den Hals zu wünschen, aber hier mache ich einmal eine Ausnahme: Leute, die anderen Krankheitsbehandlungen aus Profitgier verweigern sind in meinen Augen kein Stück besser als SS-Schergen, die haben harte Strafen verdient!
Ricci 25.12.2013
3. Grippevirus H10N8
Die Wirtschaft schafft nicht nur unter den Menschen Elend. Se ist der Hauptschuldige für das ganze Tierleiden in den Masttieranlagen und den Lagern. Der Mensch behandelt Tiere als Objekte der Gier und des Profits. Täter und Mittäter sind eindeutig identifiziert doch gibt es dafür keine Strafen, warum wohl?
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