Neuartiges Coronavirus in China Zweiter Patient stirbt an Lungenkrankheit

Mehr als 40 Menschen leiden in China an einer neuartigen Lungenkrankheit. Nun haben die Behörden einen zweiten Todesfall bestätigt. Das Coronavirus hat sich inzwischen auch ins asiatische Ausland ausgebreitet.
Ein Mann trägt in Peking eine Atemschutzmaske, um sich vor dem Coronavirus zu schützen

Ein Mann trägt in Peking eine Atemschutzmaske, um sich vor dem Coronavirus zu schützen

Foto: Mark Schiefelbein/ AP

In China gibt es den zweiten Toten durch eine Lungenkrankheit, deren Ursprung noch nicht abschließend geklärt ist. Der 69-jährige Mann sei bereits am Mittwochmorgen in einem Krankenhaus gestorben, teilte die Gesundheitskommission der zentralchinesischen Metropole Wuhan mit. Fünf der 41 Patienten, bei denen das neuartige Coronavirus seit Ende Dezember festgestellt worden war, blieben demnach weiterhin in einem kritischen Zustand. Jedoch seien keine neuen Infektionen festgestellt worden.

Chinesische Experten haben als Erreger einen neuen Typ aus der Gruppe der Coronaviren ausgemacht, wie die Weltgesundheitsorganisation am Donnerstag mitgeteilt hatte. Solche Viren verursachen oft harmlose Erkältungen, allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Verschiedene Erreger kommen bei Menschen und in der Tierwelt vor.

Bislang gibt es laut Weltgesundheitsbehörde (WHO) "keine klaren Beweise" für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. Allerdings wird die Möglichkeit auch nicht ausgeschlossen.

Fälle in Japan und Thailand

644 von 763 Menschen, die nach dem Ausbruch unter medizinische Beobachtung gestellt wurden, konnten inzwischen entlassen werden. Es wird vermutet, dass das Virus von einem Tiermarkt in Wuhan stammt. Der erste Todesfall war am vergangenen Samstag bekannt geworden: Ein Mann, der auch an Krebs und einer chronischen Lebererkrankung litt, war an den Komplikationen im Zusammenhang mit der neuen Lungenkrankheit gestorben. Der Mann hatte den Angaben zufolge wie die meisten anderen Patienten den Huanan-Markt besucht, der als Ursprungsort der Krankheit gilt und seit 1. Januar geschlossen ist.

Nach den Erkrankungen in Wuhan war das Virus diese Woche erstmals im Ausland bestätigt worden. Der Erreger wurde bei einer Chinesin in Thailand und einem Chinesen in Japan nachgewiesen, die sich zuvor beide in Wuhan aufgehalten hatten. Am Freitag bestätigten die Behörden in Thailand einen weiteren Fall. Demnach wurde das Virus auch bei einer 74-jährigen Frau aus China nachgewiesen. In Hongkong, Singapur und Südkorea gibt es ebenfalls Verdachtsfälle, die aber nicht bestätigt sind.

Zu Beginn der großen Reisewelle vor dem chinesischen Neujahrsfest am 25. Januar verwies die Gesundheitskommission darauf, dass sich in dieser Zeit infektiöse Krankheiten leichter verbreiten. Die Menschen sollten immer gut lüften, überfüllte Orte vermeiden und wenn nötig Mundschutz tragen. 

Andere asiatische Staaten haben Vorsichtsmaßnahmen bei der Einreise besonders von Reisenden aus Wuhan verstärkt und Fieberkontrollen eingeführt, um eine befürchtete Ausbreitung zu verhindern. Die US-Botschaft in Peking gab eine Warnung für Reisende nach Wuhan aus.

Das Robert Koch-Institut schätzt das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland zurzeit als sehr gering ein.

kry/dpa
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