Virologe Drosten über neue Variante »Was richtig schützt gegen Omikron, ist die Dreifachimpfung«

Omikron führt zwar offenbar zu milderen Verläufen, eine Entwarnung sei das laut Christian Drosten aber nicht – vor allem nicht für Ungeimpfte. Besonders effektiv im Kampf gegen die Mutante sei der Booster.
Impfung mit Moderna-Dosis in Berlin: Die Konzentration auf Boosterimpfungen in Deutschland sei richtig und wichtig, so Drosten

Impfung mit Moderna-Dosis in Berlin: Die Konzentration auf Boosterimpfungen in Deutschland sei richtig und wichtig, so Drosten

Foto:

MICHELE TANTUSSI / REUTERS

Der Virologe Christian Drosten sieht die Boosterimpfung als effektivste Waffe im Kampf gegen die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus. »Was richtig schützt gegen Omikron, ist die Dreifachimpfung«, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité im Podcast »Coronavirus-Update«  bei NDR-Info. Folglich sei die starke Konzentration auf die Boosterimpfungen in Deutschland richtig und wichtig.

Mit Blick auf bisherige Beobachtungen, nach denen Omikron mutmaßlich mildere Krankheitsverläufe verursache, sagte Drosten: »Ich denke, man kann das inzwischen sagen, dass das so ist.« Erhobene Daten wiesen darauf hin, dass bei Omikron-Infektionen ein kleinerer Anteil der Infizierten ins Krankenhaus müsse.

Drosten verwies auf eine Studie des Imperial College London mit Stand kurz vor Weihnachten, nach der bei einer Omikron-Infektion das Hospitalisierungsrisiko insgesamt um bis zu 30 Prozent geringer sei als bei der Delta-Variante. Bei doppelt Geimpften sinke das Risiko um 34 Prozent, bei Menschen mit Boosterimpfung sogar um 63 Prozent. Bei den Ungeimpften, die sich mit der Omikron-Variante infizieren, sinkt demnach dieses Risiko immerhin um 24 Prozent.

Omikron werde »zügig das Geschäft übernehmen«

Das sei angesichts der »vielen Ungeimpften, die wir leider in Deutschland haben«, zwar eine gute Neuigkeit, sagte Drosten. Jedoch sei zwangsläufig mit ganz unterschiedlich schweren Verläufen zu rechnen und keine Entwarnung angebracht.

Zudem zeige sich hier ganz deutlich der positive Effekt der Boosterimpfung: »Der Gewinn von nicht geimpft zu zweifach geimpft ist nur zehn Prozent mehr, aber der Gewinn von zweifach geimpft zu dreifach geimpft, ist dann fast eine Verdopplung.«

Angesichts der raschen Ausbreitung von Omikron prognostizierte der Virologe, die Variante werde nun zügig »das Geschäft übernehmen« und Ende Januar auch in Deutschland dominieren. Man gehe hierzulande derzeit von einer Verdopplungszeit der Omikron-Infektionszahlen von etwa vier Tagen aus.

ngo/dpa