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Angepasster Coronaimpfstoff Apotheker erwarten intensive Impfkampagne im Herbst

Ab dem 18. September soll der auf die Omikron-Subvariante XBB.1.5 angepasste Coronaimpfstoff von Biontech verfügbar sein. Gerade rechtzeitig, denn es deutet sich eine frühe Herbstwelle an. Werden auch wieder Masken nötig?
Coronaimpfstoff: Bereit für den Herbst

Coronaimpfstoff: Bereit für den Herbst

Foto: Jens Kalaene / dpa

Nach Angaben des Apothekerverbandes Nordrhein wird der neue, an die Subvariante Omikron XBB.1.5 angepasste Coronaimpfstoff ab dem 18. September in den Praxen erhältlich sein. Für den neuen Impfstoff des Herstellers Biontech hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA am Mittwoch grünes Licht gegeben. »Arztpraxen und Apotheken bereiten sich auf eine intensive Impfkampagne im Herbst vor«, sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbandes Nordrhein, der Düsseldorfer »Rheinischen Post« (Freitagausgabe).

Digitale Impfzertifikate können Preis zufolge weiterhin in Apotheken ausgestellt werden, das System wurde nicht abgeschaltet. »Allerdings ist die Ausstellung nur noch auf Selbstzahlerbasis möglich«, sagte Preis. »Die Vergütung für Impfzertifikate betrug zuletzt sechs Euro.«

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert derzeit einen Anstieg der gemeldeten Infektionsfälle – wenn auch auf niedrigem Niveau. Dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) zufolge liegt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen aktuell noch »auf einem niedrigen Sommerniveau«, sie steige aber etwas früher an als in den Vorjahren.

Seit etwa sieben Wochen werden steigende Fallzahlen von Covid-19 gemeldet, insgesamt sind die Inzidenzwerte aber weiterhin sehr niedrig. In der Woche vom 21. bis 27. August wurden bislang 4760 Covid-19-Fälle im Labor bestätigt. Das sind mehr als doppelt so viele wie Anfang August. Die Experten gehen aber von einer erheblichen Dunkelziffer aus, weil sich viele Menschen nicht mehr testen.

Grünenpolitiker rät in sensiblen Bereichen zur Maske

Angesichts der bevorstehenden Infektionswelle hat der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Janosch Dahmen, in sensiblen Bereichen wieder das Maskentragen empfohlen. »Um sich vor akuten Atemwegserkrankungen zu schützen, kann es auch in diesem Herbst sinnvoll sein, in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und anderen Teilen des Gesundheitswesens eine Schutzmaske zu tragen«, sagte Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). Die Zahl der Atemwegserkrankungen und laborbestätigten Coronafälle steigt in Deutschland an.

»Es mehren sich Hinweise, dass in der kommenden Herbst-Winter-Saison die Belastung im Gesundheitswesen aufgrund von akuten respiratorischen Infektionen wieder deutlich zunehmen könnte«, sagte Dahmen. Der Gesundheitsexperte verwies dazu auch auf die aktuelle Entwicklung auf der Südhalbkugel, wo die Infektionszahlen bei Grippe und Corona deutlich angestiegen seien.

In Vorbereitung auf den Herbst müssten die Coronafallzahlen wieder deutlicher in den Blick genommen werden, sagte der Grünenpolitiker. »Es ist wichtig, die hiesigen Frühwarnsysteme – wie etwa die Auswertung von Abwasserdaten und Referenzpraxen – eng im Auge zu behalten, um einen kritischen Anstieg frühzeitig zu erkennen.«

Weiterhin sollten ältere Menschen und Risikopatienten nach Rücksprache mit ihren Ärzten ihren Impfschutz auffrischen. Das betreffe insbesondere auch die Grippeschutzimpfung.

ahh/AFP
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