Infektionen in Großbritannien Bis zu hundert Kinder müssen pro Woche wegen Corona-Komplikation ins Krankenhaus

In Großbritannien steigt die Zahl der Kinder, die wegen einer Corona-Komplikation behandelt werden. Wöchentlich gibt es neue Fälle mit dem Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystem-Syndrom.
Krankenwagen vor einer Klinik in London (Aufnahme von 28. Januar)

Krankenwagen vor einer Klinik in London (Aufnahme von 28. Januar)

Foto: Justin Tallis / AFP

In den allermeisten Fällen bereitet eine Coronavirus-Infektion Kindern kaum Probleme. Doch mit steigenden Corona-Fallzahlen nehmen auch seltene Beschwerden zu. Wie der »Guardian« berichtet , kommen zurzeit in Großbritannien wöchentlich bis zu hundert Kinder ins Krankenhaus, die am Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystem-Syndrom, kurz PIMS, erkrankt sind. Im Schnitt seien die Kinder elf Jahre alt, zwei Drittel der Fälle betrafen Jungen. Die meisten Kinder seien zuvor gesund gewesen, hätten also keine Vorerkrankungen gehabt.

PIMS ist mit hohem Fieber verbunden, außerdem liegen klare Anzeichen für Entzündungsreaktionen im Körper vor. Betroffene Kinder können akute Magen-Darm-Probleme und Hautausschlag haben. Das Herz kann angegriffen werden, die Blutgerinnung gestört sein. Die Beschwerden treten typischerweise zwei bis vier Wochen nach einer Sars-CoV-2-Infektion auf, schreibt  die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. Kinder, die PIMS entwickeln, müssen oft intensivmedizinisch behandelt werden.

(Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 17 Uhr beantworten SPIEGEL-Autoren die wichtigsten Fragen des Tages. »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.)

Der »Guardian« berichtet, dass Spezialisten nicht davon ausgehen, dass Coronavirus-Infektionen jetzt häufiger als in der ersten Welle die Krankheit nach sich ziehen. Stattdessen erklärten schlicht die höheren Fallzahlen in Großbritannien in diesem Winter im Vergleich zur ersten Corona-Welle, dass auch mehr Kinder an PIMS erkrankten.

Laut dem Bericht sind in Großbritannien Kinder überproportional oft von PIMS betroffen, die afrikanischer, karibischer oder asiatischer Herkunft sind. Sie wolle verstehen, woran das liege, sagte die Kinderärztin Liz Whittaker dem »Guardian«. Sie habe Sorge, dass es eine weitere Bestätigung für eine Korrelation zwischen Virus und sozialem Status sei. Demnach erkranken vor allem Menschen, die wenig Geld haben und wegen ihres Jobs oder beengter Wohnverhältnisse dem Erreger eher ausgesetzt sind.

Aber obwohl PIMS eine schwere Erkrankung ist, die von Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen behandelt werden muss, genesen die allermeisten Kinder.

wbr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.