Post-Covid-Syndrom Studie zeigt Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen

Bisher war unklar, ob, und wenn ja, wie stark Kinder von Post Covid betroffen sind. Eine groß angelegte Studie zeigt: Auch sie können nach einer Infektion unter Langzeitfolgen leiden – wenn auch weniger häufig als Erwachsene.
Auch Kinder sind von Langzeitsymptomen nach einer Coronainfektion betroffen

Auch Kinder sind von Langzeitsymptomen nach einer Coronainfektion betroffen

Foto: Carol Yepes / Getty Images

Kinder unter zwölf Jahren können sich in Deutschland bislang nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Umso größer ist die Sorge der Eltern, sie könnten sich mit dem Coronavirus infizieren und möglicherweise unter Langzeitfolgen der Erkrankung leiden. Eine neue Studie zeigt nun, dass auch Kinder und Jugendliche nach einer Coronainfektion noch drei Monate lang mit Beschwerden zu kämpfen haben können. Doch das sogenannte Post-Covid-Syndrom kommt bei ihnen deutlich seltener vor als bei Erwachsenen.

Unter Post Covid versteht die Medizin Krankheitssymptome und gesundheitliche Einschränkungen, die mindestens drei Monate nach einer Coronainfektion fortbestehen oder neu hinzukommen. Post-Covid wird häufig mit Long Covid gleichgesetzt, wobei Letzteres meist anhaltende Langzeitfolgen von mehr als drei Monaten beschreibt.

Die Analyse , die noch nicht von Fachexperten geprüft wurde, bezieht sich auf Versicherungsdaten deutscher Krankenversicherungen. Mehr als 150.000 Menschen, darunter rund 12.000 Kinder und Jugendliche, bei denen im ersten Halbjahr 2020 eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen worden war, wurden einbezogen. Für die Kohortenstudie wurden sie mit einer Gruppe ohne Covid-19-Diagnose verglichen.

Dabei kam heraus, dass die Coronapatientinnen und -patienten drei Monate nach der akuten Infektion häufiger ärztliche Diagnosen aufgrund von physischen und psychischen Symptomen erhielten als Menschen, die nicht mit dem Coronavirus infiziert waren. Bei Erwachsenen waren diese Raten laut Studie 41 Prozent höher als bei Kindern und Jugendlichen.

Husten, Schmerzen, Angststörungen

Bei Erwachsenen betrafen die Diagnosen vor allem Geschmacksstörungen, Fieber, Husten und Atembeschwerden. Bei Kindern und Jugendlichen seien am häufigsten etwa Unwohlsein und rasche Erschöpfung, Husten, Schmerzen im Hals- und Brustbereich sowie Angststörungen und Depressionen festgestellt worden. An der Studie waren neben der Dresdner Hochschulmedizin mehrere gesetzliche Krankenkassen und das Robert Koch-Institut beteiligt.

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»Dies ist international eine der ersten großen kontrollierten Kohortenstudien zu Post Covid. Die umfangreiche Datengrundlage unserer Partner und innovative methodische Verfahren erlauben erstmals auch belastbare Aussagen zu längerfristigen Folgen von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen«, erklärte Professor Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden. Um die Zusammenhänge zwischen Covid-19 und den Erkrankungen zu verstehen, sei weitere Forschung notwendig.

kry/dpa
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