Coronadaten des RKI Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz erreichen neue Höchststände

Binnen 24 Stunden hat das Robert Koch-Institut 236.120 positive Coronatests registriert. Zudem meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 164 weitere Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus.
Behandlung von Intensivpatient mit Coronaerkrankung (in Berlin/Archivbild)

Behandlung von Intensivpatient mit Coronaerkrankung (in Berlin/Archivbild)

Foto: Christophe Gateau / dpa

Für Ende Februar prognostizieren viele Experten einen allmählichen Rückgang der Coronakennzahlen. Vorerst jedoch meldet das Robert Koch-Institut (RKI) praktisch täglich neue Höchststände. So auch an diesem Donnerstagmorgen. Das RKI hat mit 236.120 Positivtests binnen 24 Stunden mehr Ansteckungen mit dem Virus registriert als je zuvor. Das sind 32.984 Fälle mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 203.136 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt ebenfalls auf einen Rekordstand von 1283,2 von 1227,5 am Vortag. 164 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 118.334. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 10,42 Millionen Coronatests positiv aus.

Trotz der derzeitigen Höchstwerte läuft die Debatte über mögliche Lockerungen der Coronamaßnahmen weiter – vor allem, weil zahlreiche andere europäische Länder bereits entsprechende Schritte eingeleitet haben.

In der Koalition gehen die Meinungen auseinander. Der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki drängte darauf, die Coronamaßnahmen zeitnah zu lockern. »Wenn es keinen sachlichen Grund gibt, müssen die Maßnahmen enden, und zwar nicht zu einem bestimmten Datum, sondern sofort«, sagte Kubicki dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Wir sind wohl näher an diesem Punkt, als viele meinen.«

Stufenplan für Öffnung

Heike Baehrens, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, sieht hingegen keinen Raum für Lockerungen und Öffnungspläne. »Wir haben aktuell die höchste Infektionsrate jemals. Es ist daher zu früh, konkrete Schritte oder einen konkreten Zeitpunkt zu nennen«, sagte Baehrens ebenfalls dem RND. »Ich plädiere sehr dafür, sich Zeit zu lassen, weil wir sonst Erwartungen wecken, die wir nicht halten können.«

Die Bundesärztekammer schließlich fordert einen Stufenplan für Öffnungsschritte. »Wenn sich das Infektionsgeschehen so entwickelt, wie von Epidemiologen prognostiziert, werden die Fallzahlen von Ende Februar an allmählich sinken«, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt. »Bund und Länder sollten deshalb vorbereitet sein und möglichst schon jetzt Stufenpläne für Öffnungen vorbereiten, die dann hoffentlich bald umgesetzt werden können.«

Vierte Impfung in Deutschland in Planung

Zugleich betonte Reinhardt, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Moment noch unumgänglich seien: »Die Situation hierzulande ist einfach eine andere als in England oder Dänemark. Deutschland hat die zweitälteste Bevölkerung in Europa und eine im Vergleich zu Dänemark und England niedrige Impfquote unter Älteren.« In der Altersgruppe der über 60-Jährigen seien immer noch zwölf Prozent ungeimpft.

Auch mit Blick auf mögliche Entschärfung der Vorgaben bereitet die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Empfehlung zu einer vierten Impfung gegen das Coronavirus vor: »Die jüngsten Daten aus Israel legen nahe, dass eine vierte Dosis eine gewisse Verbesserung beim Schutz vor Infektion und eine deutlichere Verbesserung beim Schutz vor schwerer Erkrankung bewirkt«, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Es gehe zum jetzigen Zeitpunkt um eine zweite Auffrischungsimpfung mit den vorhandenen mRNA-Impfstoffen. Mit Blick auf die Impfstoffe, die an die Omikron-Variante angepasst wurden, müsse die Kommission dagegen zunächst auf die Daten aus den klinischen Studien von Moderna und Biontech/Pfizer warten, so Mertens.

jok/Reuters
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