Zahlen des RKI Sieben-Tage-Inzidenz springt auf über 300

Dem Robert Koch-Institut wurden binnen 24 Stunden 56.335 Neuinfektionen gemeldet. Zudem registrierten die Gesundheitsämter in Deutschland 264 weitere Virus-Todesfälle.
Behandlung von Coronapatient in Hessen

Behandlung von Coronapatient in Hessen

Foto: Daniel Cole / dpa

Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist erneut stark gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 303,4 an. Am Vortag hatte sie bei 285,9 gelegen, vor einer Woche bei 214,9. Der Wert beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Die Inzidenz liegt damit wieder so hoch wie zuletzt vor Weihnachten.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 56.335 Neuinfektionen verzeichnet. Es war bereits der dritte Tag in Folge mit mehr als 50.000 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 41.270 gewesen, am Donnerstagmorgen hatte das RKI 64.340 gemeldet.

Ferner wurden 264 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des RKI insgesamt 7.417.995 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland stieg auf 113.632. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 6.664.800.

Das RKI hat den Warnhinweis entfernt, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit weniger Tests und Meldungen gerechnet wurde. Zuvor hatte es geheißen, dass die RKI-Zahlen wahrscheinlich kein vollständiges Bild der Infektionslage in Deutschland anzeigten.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Donnerstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,26.

Ausbreitung von Omikron-Variante auch in Deutschland

Neben den aktuellen Zahlen hat das RKI auch seinen Wochenbericht vorgelegt. Darin wird unter anderem erklärt, dass der Anteil von Omikron am Infektionsgeschehen in Deutschland rasant zunimmt. So gingen in der Kalenderwoche 52 (bis 2. Januar) laut Meldedaten aus den Bundesländern 44,3 Prozent der auf Varianten untersuchten Coronanachweise auf Omikron zurück, wie das RKI schrieb. Eine Woche zuvor wurde der Wert noch mit 15,8 Prozent angegeben.

Bei der Zählung werden sowohl Nachweise mittels Erbgutanalyse (Gesamtgenomsequenzierung) als auch Verdachtsfälle aufgrund sogenannter variantenspezifischer PCR-Tests einbezogen.

RKI warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems

»Das aktuelle Geschehen in Deutschland wird zunehmend auch von der besorgniserregenden Variante Omikron bestimmt«, schreibt das RKI. Der Anteil der Delta-Variante, die bis vor wenigen Wochen fast ausschließlich das Infektionsgeschehen dominiert hatte, werde kontinuierlich geringer.

Aussagekräftiger, wenn auch weniger aktuell als die Meldedaten, sind die sogenannten Stichproben-Daten. Hier fließen ausschließlich Gesamtgenomsequenzen von zufällig ausgewählten Proben ein. Der Omikron-Anteil in Kalenderwoche 51 (bis 26. Dezember) lag demnach laut RKI bei 20 Prozent im Vergleich zu neun Prozent in der Vorwoche.

Das RKI warnt weiterhin davor, dass es durch die ansteckendere Omikron-Variante »zu einer schlagartigen Erhöhung der Infektionsfälle und einer schnellen Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls weiterer Versorgungsbereiche« kommen kann.

jok/AFP