Coronavirus RKI meldet knapp 31.000 Erkrankungen bei Vollgeimpften

Die Zahl der Impfdurchbrüche ist seit Beginn der Impfkampagne auf einige Zehntausend Fälle gestiegen, wie aus dem Wochenbericht des RKI hervorgeht. Trotzdem ist die Wirksamkeit der Impfstoffe weiterhin sehr hoch.
In Deutschland sind mittlerweile 62 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

In Deutschland sind mittlerweile 62 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Foto: Marijan Murat / dpa

Der sehr große Teil der Menschen, die an Covid-19 erkranken, ist nicht geimpft. Das zeigt auch der neue Wochenbericht des Robert Koch-Instituts , den die Behörde am Donnerstag veröffentlicht hat. Auch die Gesamtzahl sogenannter wahrscheinlicher Impfdurchbrüche  wird darin beziffert: Seit dem ersten Februar haben sich in Deutschland 30.880 Menschen trotz eines vollen Impfschutzes nachweislich mit Sars-CoV-2  infiziert – auf alle Menschen gerechnet, die bisher geimpft wurden, ergibt das einen Anteil von 0,05 Prozent.

Der Zeitpunkt ab dem 1. Februar errechnet sich so: Die ersten Impfungen wurden in Deutschland Ende Dezember 2020 verabreicht. Mit einem Mindestabstand von drei Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfstoffdosis, der zu jenem Zeitpunkt empfohlen wurde, und einer Wartezeit von mindestens zwei Wochen, bis sich nach der zweiten Dosis der volle Schutz einstellt, markiert der 1. Februar nach RKI-Angaben das Datum, ab dem Impfdurchbrüche frühestens möglich sind.

Als wahrscheinlichen Impfdurchbruch definiert das RKI eine Sars-CoV-2-Infektion mit klinischer Symptomatik, die bei einer vollständig geimpften Person mithilfe einer PCR-Analyse oder einer Erregerisolierung diagnostiziert wurde.

Junge Menschen sind auch bei Impfdurchbrüchen vor schweren Verläufen geschützt

Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen wurden seit Februar 237 wahrscheinliche Impfdurchbrüche in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen registriert. Bei den 18- bis 59-Jährigen waren es 23.834 Fälle, bei Menschen ab 60 Jahren kam es insgesamt 6809 Mal zu wahrscheinlichen Impfdurchbrüchen. Damit machen die Impfdurchbrüche – je nach Altersgruppe – einen Anteil von 0,3 bis maximal 3,8 Prozent aller Covid-Fälle aus.

Wie sieht es in den Krankenhäusern aus? Seit Februar mussten zwei Fälle mit wahrscheinlichen Impfdurchbrüchen aus der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen im Krankenhaus behandelt werden, 446 Menschen zwischen 18 und 59 Jahren und 1314 Personen ab 60. Auf einer Intensivstation behandelt werden mussten im gesamten Untersuchungszeitraum 27 voll geimpfte Personen im Alter zwischen 18 und 59 sowie 145 Menschen ab 60 – unter den 12- bis 17-Jährigen gab es keinen einzigen Verlauf, der eine intensivmedizinische Betreuung erfordert hätte.

Und auch ein tödlicher Verlauf der Krankheit ist bei einem Impfdurchbruch offensichtlich unwahrscheinlich: Unter den Jugendlichen gab es keinen Todesfall bei Geimpften, in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen starb ein Mensch mit einem wahrscheinlichen Impfdurchbruch. Bei Patienten ab 60 meldete das RKI insgesamt 448 Todesfälle bei vollständig geimpften Menschen – ein Anteil von 2,2 Prozent an der Gesamtzahl der Todesfälle.

Durch einen Vergleich des Anteils der vollständig Geimpften unter den Infektionsfällen mit dem Anteil der vollständig Geimpften in der Bevölkerung lasse sich die Wirksamkeit der Impfung grob abschätzen, heißt es vom RKI weiter. Die geschätzte Impfeffektivität liege für den Beobachtungszeitraum in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen bei etwa 87 Prozent, in der Altersgruppe ab 60 Jahren bei rund 86 Prozent.

Einen Schutz vor Hospitalisierung biete die vollständige Impfung zu 94 Prozent für über 60-Jährige, bei jüngeren Menschen sei die Schutzwirkung noch höher.

Auf den Intensivstationen liegen Ungeimpfte

Bisher sind in Deutschland 62 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Diese Impfquote gilt als unzureichend. Dem RKI zufolge wurden zwischen Mitte August und Anfang September mehr Menschen zwischen 18 und 59 Jahren auf einer Intensivstation betreut als Menschen ab 60. Das könne als Effekt der noch nicht ausreichend hohen Impfquoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden.

Auf den Intensivstationen nahm der Anteil der Covid-Patienten nach RKI-Informationen wieder zu. Mit knapp 1.400 Fällen sei die Zahl um 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen.

vki/dpa
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