Impfstoff gegen Corona Biontech-Gründer erwartet Rückkehr zum normalen Leben Ende 2021

Eine Impfung gegen Corona soll ab Anfang kommenden Jahres möglich werden. Doch der Chef der entwickelnden Firma Biontech erwartet, dass es bis zur Normalität noch eine Weile dauern wird.
Biontech-Chef Sahin: "Das könnte schon einen Effekt haben"

Biontech-Chef Sahin: "Das könnte schon einen Effekt haben"

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

Die bisherigen Tests mit dem neuen Impfstoff wecken Hoffnungen  – erst recht in der sich aktuell weiter verschärfenden Corona-Lage. Eine rasche Rückkehr zur Normalität wird es aber dennoch nicht geben, so der Mitgründer des Impfstoffentwicklers Biontech. Ugur Sahin erwartet dies erst im Winter 2021.

Um dieses mittelfristige Ziel zu erreichen sei es aber "absolut essenziell", eine hohe Impfquote gegen das Coronavirus vor dem Herbst zu erreichen, sagte er am Sonntag dem britischen Fernsehsender BBC .

Er sei aber optimistisch, dass dies gelingen könnte. Der von Biontech und dem US-Pharmariesen Pfizer entwickelte Impfstoff ist einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie.

Unternehmenschef Sahin kündigte an, den entwickelten Impfstoff bereits ab Ende dieses Jahres oder Anfang 2021 auszuliefern – "wenn alles gut geht", fügte er hinzu. Er sprach allerdings von einem "harten Winter" und verwies darauf, dass bald fertig entwickelte Impfstoffe noch keine große Auswirkung auf die jetzige kalte Jahreszeit hätten. Biontechs Ziel sei es jedoch, mehr als 300 Millionen Dosen bis April zu liefern: "Das könnte schon einen Effekt haben", sagte er.

Fast 400 Millionen Euro an Zuschüssen vom Bund

Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten in der vergangenen Woche weltweit mit der Mitteilung für Schlagzeilen gesorgt, dass in der laufenden klinischen Prüfung eine Wirksamkeit ihres Impfstoffkandidaten von mehr als 90 Prozent festgestellt worden sei.

Biontech war im Jahr 2008 von Sahin, seiner Frau Özlem Türeci und dem österreichischen Krebsforscher Christoph Huber gegründet worden. Vor zwei Jahren schloss das Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit Pfizer, die im März dieses Jahres angesichts der Pandemie auf die Suche nach einem Impfstoff ausgeweitet wurde. Für die Forschung erhielt Biontech Hilfen der Bundesregierung in Höhe von 375 Millionen Euro.

jok/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.