Coronaimpfstoff Novavax hat laut Studie hohe Wirksamkeit

Der Protein-Impfstoff von Novavax hat sich laut Hersteller in Studien bewährt, im dritten Quartal soll die Zulassung beantragt werden. Das Unternehmen will pro Monat mindestens 100 Millionen Dosen produzieren.
Impfung mit Novavax im Rahmen einer Studie

Impfung mit Novavax im Rahmen einer Studie

Foto: Alastair Grant / dpa

Das Pharmaunternehmen Novavax berichtet, dass sich sein Coronaimpfstoff in den klinischen Studien bewährt hat. Laut der Mitteilung  des US-amerikanischen Unternehmens schützte die Impfung zu 100 Prozent vor moderaten bis schweren Covid-19-Erkrankungen.

An der Studie nahmen knapp 30.000 Erwachsenen in den USA und Mexiko teil, zwei Drittel erhielten den Impfstoff, ein Drittel ein Placebo. Insgesamt erkrankten im Studienzeitraum 77 Menschen an Covid-19, davon nur 14 in der Gruppe der Geimpften. Die Impfung hatte demnach eine Wirksamkeit von gut 90 Prozent.

Die Geimpften machten nur eine milde Erkrankung durch, während unter den 63 Fällen in der Placebo-Gruppe zehn moderat und sieben schwer erkrankten.

Wirksam gegen die Alpha-Variante

Der Impfstoff wurde laut der Mitteilung insgesamt gut vertragen. Die häufigsten Beschwerden nach der Impfung waren Schmerzen an der Einstichstelle sowie Erschöpfung und Kopf- und Gliederschmerzen, die weniger als zwei Tage anhielten.

Während die Studie lief, entwickelte sich die Alpha-Variante (B.1.1.7) zur häufigsten Coronavariante in den beiden Ländern. Der Impfstoff schützt also offensichtlich auch vor dieser Mutante.

Darauf deutete auch schon eine Studie hin, die in Großbritannien lief. In einer Untersuchung in Südafrika zeigte sich hingegen eine verringerte Wirksamkeit gegen die dortige Beta-Mutante: Gegen diese Variante sank die Wirksamkeit auf knapp 49 Prozent.

Novavax teilt mit, es wolle im dritten Quartal – also zwischen Juli und September – die Zulassung beantragen. Eigentlich hatte der Hersteller schneller am Markt sein wollen , aber bereits im Mai mitgeteilt , dass er erst nach Juli die Zulassung in den USA, der EU und Großbritannien anpeilt.

Nach eigenen Angaben kann das Unternehmen zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen monatlich herstellen und dies dann auf 150 Millionen steigern.

Das Präparat ist ein Protein-Impfstoff, es werden also direkt Virusproteine in den Körper gegeben, damit der Körper seine Abwehrkräfte gegen diese schärft. Damit unterscheidet sich Novavax von den bisher in der EU zugelassenen Mitteln, die entweder RNA-Impfstoffe sind (Biontech/Pfizer und Moderna) oder einen Virusvektor enthalten (AstraZeneca und Johnson & Johnson).

Novavax prüft seinen Impfstoff aktuell auch bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren.

wbr
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