Coronaimpfung bei Stillenden Keine Impfstoff-RNA in Muttermilch gefunden

Stillende können sich gegen Corona impfen lassen. Eine aktuelle US-Studie bestätigt, dass die RNA aus den Impfstoffen nicht in die Muttermilch gelangt. Einzige Einschränkung: Die Zahl der Teilnehmenden war gering.
Coronaimpfung (Archivbild)

Coronaimpfung (Archivbild)

Foto: Markus Schreiber / picture alliance / dpa

Wenn sich Stillende mit einem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 impfen lassen, ist das nach Experteneinschätzung mit Blick auf die Muttermilch unbedenklich.

Wegen der Impfung muss man nicht aufhören zu stillen, schreibt ein Team um Stephanie Gaw von der University of California San Francisco im Fachblatt »Jama Pediatrics« . In 13 untersuchten Muttermilchproben von sieben geimpften Frauen sei keine mRNA aus dem Impfstoff nachweisbar gewesen.

Fünf Probandinnen hatten den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und zwei den von Moderna erhalten. Die untersuchten Proben wurden vor der Impfung sowie zwischen 4 und 48 Stunden danach entnommen. Die Ergebnisse seien wichtige frühe Hinweise, dass die mRNA aus den Impfstoffen nicht auf den Säugling übertragen werde, schreibt das Autorenteam. Es weist als Einschränkung jedoch auf die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen hin.

Deutsche Fachgesellschaften hatten sich bereits im Mai für eine priorisierte Impfung auch von Stillenden ausgesprochen . Durch die Impfung gebildete Antikörper würden über die Muttermilch transportiert, gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt.

Der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte kürzlich gesagt, dass die Impfung von Stillenden »eigentlich auch nach Stiko-Vorstellungen unproblematisch« sei. Aktuell schreibt  die Stiko in ihrer Empfehlung zu Coronaimpfstoffen: »Bisher liegen zur Anwendung der Covid-19-Impfstoffe in der Stillzeit nur wenige Daten vor. Die Stiko hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.«

wbr/dpa
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