Pekings Null-Covid-Strategie Coronainfektionen in China erreichen höchsten Stand seit Ende April

In China steigen die Coronazahlen weiter – trotz strenger Infektionsschutzmaßnahmen. Die Behörden melden die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Ende April.
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Während der Rest der Welt versucht, mit dem Coronavirus zu leben, verfolgt China weiter eine strikte Null-Covid-Strategie mit Lockdowns, alltäglichen Massentests, strenger Kontrolle, Kontaktverfolgung und Zwangsquarantäne. Im weltweiten Vergleich liegen die Coronazahlen im Land dadurch nach wie vor niedrig. Doch die rigide Politik der Regierung hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schwer belastet und in der Bevölkerung zu Unmut geführt.

Und nun müssen die Behörden eine weiter steigende Zahl von Fällen melden. Die Nationale Gesundheitskommission registrierte allein am Freitag demnach 11.950 bekannte Neuinfektionen. 1504 Fälle seien symptomatisch und 10.446 Fälle seien asymptomatische Ansteckungen, die in China separat gezählt werden. Am Tag zuvor waren landesweit insgesamt 10.729 Infektionen registriert worden.

Am Freitag hatte China seinen rigiden Kurs zur Bekämpfung der Coronapandemie leicht gelockert. Unter anderem wurde eine Verkürzung der Quarantänezeiten und der künftige Verzicht auf die Verfolgung sogenannter Sekundärkontakte verkündet. Außerdem wurden die strikten Corona-Einreisebeschränkungen ein wenig gelockert. Die Pekinger Gesundheitskommission erklärte, dass Reisende nach ihrer Ankunft künftig nur noch fünf statt wie bisher sieben Tage in zentraler Hotelquarantäne verbringen müssen. Im Anschluss kann eine dreitägige Quarantäne in der eigenen Wohnung erfolgen.

Beschränkungen im Alltag

Zuvor waren ebenfalls drei Tage Heimisolation erforderlich. Teil der neuen Regeln ist auch, dass Reisende innerhalb von 48 Stunden vor ihrem Abflug nach China nur noch einen negativen Coronatest und nicht mehr zwei vorlegen müssen. Reduziert wurde auch die Länge der Zwangsquarantäne für Menschen, die innerhalb Chinas als enger Kontakt eines Coronainfizierten identifiziert wurden. Sie müssen nun nur noch acht statt zehn Tage in Isolation verbringen.

Nach ausländischen Schätzungen gelten gegenwärtig Ausgangsbeschränkungen für viele Millionen Menschen, die für rund ein Zehntel der Wirtschaftsleistung verantwortlich sind. Neben der nun zumindest etwas verkürzten Quarantäne bei der Einreise und immer wiederkehrenden Lockdowns gibt es im Alltag viele weitere Beschränkungen. Um in den Millionenstädten normal leben oder einkaufen zu können, müssen die Menschen meist einen negativen PCR-Test auf ihrer Corona-App nachweisen, der nicht älter als 48 oder 72 Stunden ist. Auch müssen sie sich überall am Eingang mit ihrem Handy einscannen, damit ihre Bewegungen nachverfolgt werden können.

chs/dpa/Reuters
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