Coronazahlen des RKI Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erneut – und liegt nun bei 342

Das Robert Koch-Institut hat 42.375 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen – auch wegen des Testverhaltens der Bevölkerung.
Corona-Testcenter in Dresden

Corona-Testcenter in Dresden

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 342,0 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 361,8 gelegen (Vorwoche: 477,0, Vormonat: 720,6). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI  zuletzt 42.375 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 61.859 registrierte Ansteckungen) und 120 Todesfälle (Vorwoche: 144) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26.040.460 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angekündigt, für 830 Millionen Euro weitere angepasste Coronaimpfstoffe zu bestellen. In der Union stößt diese Ankündigung auf Ärger.

Sie wirft Lauterbach vor, keinen Überblick über verfallende Impfstoffdosen zu haben. »Der Großhandel ist zentral für die Verteilung der Impfstoffe. Ein blinder Fleck ausgerechnet dort ist fatal, denn eine zielgenaue Bestellpolitik kommt ohne Daten zu verfallenden Impfstoffen nicht aus. Ohne Überblick zu verfallenden Dosen immer weiter einzukaufen, wäre der völlig falsche Ansatz«, sagt der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion Tino Sorge dem SPIEGEL.

bbr/dpa