Coronazahlen des RKI Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter – und liegt nun bei 477,0

Das RKI meldet 61.859 Coronaneuansteckungen und 144 Todesfälle innerhalb eines Tages. Unterdessen warnt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor einer Rückkehr der gefährlicheren Delta-Variante.
Karl Lauterbach: »Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen«

Karl Lauterbach: »Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen«

Foto: SASCHA STEINBACH / EPA

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt nach Angaben des Robert Koch-Instituts weiter. Am Samstagmorgen wird der Wert mit 477,0 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 485,7 gelegen (Vorwoche: 544,0; Vormonat: 1015,7).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI  zuletzt 61.859 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 72.252 registrierte Ansteckungen) und 144 Todesfälle (Vorwoche: 184) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25.723.697 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Unterdessen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor Leichtsinn gewarnt. »Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen«, sagte der SPD-Politiker der »Rheinischen Post« . Dabei verwies er auf eine israelische Studie, wonach im Abwasser auch die Delta-Variante nachgewiesen wurde. Auf beide Szenarien müsse man sich einstellen, sagte der SPD-Politiker. »Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten. Das wird sehr teuer.«

In Deutschland dominiert derzeit die Omikron-Subvariante BA.2 mit gut 97 Prozent. Die Delta-Variante, die oft mit schwerwiegenderen Folgen einhergeht, wird laut dem jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) aktuell nur selten nachgewiesen.

Lauterbach rief die Menschen auf, weiter vorsichtig zu sein. »Auch im Sommer sollten wir achtsam bleiben«, mahnte der Minister. Dazu gehöre das Tragen von Masken im ÖPNV und im Flugzeug. »Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen.«

bbr/dpa