Coronalage in Deutschland RKI meldet 48.502 Neuinfektionen – Inzidenz steigt erneut

Die Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden 131 weitere Coronatote registriert. Mit Blick auf den Herbst werden derweil die Forderungen nach neuen Virusvorgaben lauter.
Teststäbchen für PCR-Test (Symbolbild)

Teststäbchen für PCR-Test (Symbolbild)

Foto: Britta Pedersen / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 48.502 Coronaneuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 8797 Fälle mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 39.705 Infektionen gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 221,4 von 207,0 am Vortag. 131 weitere Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 139.222.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Auch wenn die Zahlen aktuell rapide zurückgehen: Ab dem Herbst ist mit sinkenden Temperaturen und mehr Aufenthalten in Innenräumen wieder mit einem Anstieg der Fallzahlen zu rechnen. Vor der Bund-Länder-Runde an diesem Donnerstag gibt es daher Forderungen, für den Herbst wieder weitergehende Coronamaßnahmen zu ermöglichen. Der Städte- und Gemeindebund forderte einen »wirksamen Anti-Corona-Plan« für die Zeit nach dem Auslaufen des aktuellen Infektionsschutzgesetzes.

Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es müssten »wieder bundesweite einheitliche Maßnahmen möglich sein, wenn die Lage sich verschärfen sollte«. »Instrumente wie die Pflicht zum Maskentragen im öffentlichen Raum, Abstandsregeln und auch Kontaktbeschränkungen sowie 2G- oder 3G-Regelungen sollten unter klaren Voraussetzungen möglich sein.«

Landsberg argumentierte: »Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass im Herbst eine neue Coronawelle droht – möglicherweise mit einem mutierten Virus, das noch gefährlicher sein kann.« Städtetagspräsident Markus Lewe sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: »Der Bund muss jetzt mit den Ländern die Strategie zur Coronabekämpfung vorbereiten und die Rechtsgrundlagen für eine effektive Pandemiebekämpfung wieder in das Infektionsschutzrecht aufnehmen.«

Die Bildungsgewerkschaft GEW und der Deutsche Philologenverband forderten, wieder Maskenpflichten in Schulen zu ermöglichen. Es müssten jetzt »die gesetzlichen Grundlagen etwa für eine Maskenpflicht geschaffen werden, damit Maßnahmen bei Bedarf schnell und rechtssicher greifen können«, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Maßnahmen für den Herbst im Fokus

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer beraten an diesem Donnerstag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) unter anderem über die Coronapandemie. Die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP ringt bereits um erneute staatliche Coronaschutzvorgaben wie Maskenpflichten für den Herbst. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereitet eine Strategie für einen erwarteten Anstieg der Infektionen in der kälteren Jahreszeit vor.

Dazu sollen neben einer neuen Impfkampagne, Testregeln und dem Einsatz von Medikamenten auch erneute Änderungen des Infektionsschutzgesetzes gehören, das zum 23. September ausläuft. Führende FDP-Politiker hatten allerdings darauf gepocht, zunächst eine geplante wissenschaftliche Bewertung bisheriger Coronamaßnahmen abzuwarten.

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Mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind seit Anfang April allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Zugangsregelungen weggefallen. Vorerst gilt ein »Basisschutz« – etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen.

jok/Reuters
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