Coronalage in Deutschland RKI meldet 64.437 Neuinfektionen – und weiter sinkende Inzidenz

Auch an diesem Dienstagmorgen gehen die Viruskennzahlen deutlich zurück. Die Gesundheitsämter registrierten binnen 24 Stunden 159 weitere Todesopfer nach Covid-Erkrankungen.
Coronaimpfung in Berlin (Archivbild)

Coronaimpfung in Berlin (Archivbild)

Foto: SeanGallup / Getty Images

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 64.437 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 21.815 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 86.252 Coronainfektionen gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 307,2 von 312,1 am Vortag. 159 weitere Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 138.485.

Trotz der aktuell stark fallenden Zahlen geht der Blick bereits in Richtung Herbst. In der kälteren Jahreszeit sind wieder mehr Fälle zu erwarten. Der Deutsche Lehrerverband wirft der Politik vor, die Schulen mit Blick auf die Pandemie unzureichend auf das kommende Schuljahr vorzubereiten.

»Die Politik macht beim Thema Pandemie und Schule schon wieder ihre Hausaufgaben nicht«, sagt Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bereits jetzt müssten die Weichen für sicheren Unterricht im kommenden Schuljahr gestellt werden. »In einer Herbstwelle können Masken ein entscheidender Faktor sein, um die Schulen offenzuhalten.« Momentan fehle den Ländern aber die Gesetzesgrundlage, um flächendeckend eine Maskenpflicht an Schulen anzuordnen.

Ärzte: Massenhafte Bestellung von Impfstoff nicht sinnvoll

Auch von Medizinerseite gibt es Kritik am Vorgehen der Bundesregierung gegen das Virus. Die deutsche Ärzteschaft hält es für voreilig, dass die Regierung bereits für 830 Millionen Euro neue Coronaimpfstoffe bestellt hat.

»Das ist nur sinnvoll, wenn diese Impfstoffe schon an die neue Virusvariante angepasst sind, also wirksamer sind als die bisherigen. Aber noch wissen wir nicht genau, was auf uns zukommt«, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Zudem gelte es zu klären, ob weitere Impfungen wirklich einen Vorteil brächten. Zu den Viertimpfungen gebe es widersprüchliche Studienergebnisse. »Das muss man sich genau anschauen und erst dann entscheiden, ob eine Impfstoffbeschaffung in der genannten Größenordnung erforderlich ist«, sagte Reinhardt vor Beginn des Deutschen Ärztetags.

Der Ärztepräsident kritisierte, die Coronapolitik der Ampel sei nicht besser als die der Vorgängerregierung: »Innerhalb der Koalition gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen zum Umgang mit Corona, das führt zu einem Schlingerkurs und zu Verwirrung.«

Vor allem die Kommunikation von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sei »recht merkwürdig«. Etwa als er die Entscheidung zum Aussetzen der Quarantänepflicht in einer Fernsehsendung plötzlich wieder zurücknahm. »Ich habe den Eindruck, dass der Minister auch sonst manchmal sehr einsam entscheidet«, sagte Reinhardt der »FAZ«.

jok/Reuters