Coronalage in Deutschland RKI meldet Rückgänge bei Neuinfektionen und Inzidenz

Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 181 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Warnungen vor einer Verschärfung der Lage im Herbst werden lauter.
Schild für Coronatest

Schild für Coronatest

Foto: IMAGO/Sascha Steinach / IMAGO/Steinach

In Deutschland ist die Zahl der bekannten Infektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) um 121.780 auf über 30,59 Millionen gestiegen. Das sind binnen 24 Stunden 19.219 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 140.999 Ansteckungen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 652,0 von 678,7 am Vortag. Das RKI meldet 181 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 143.545.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Trotz des zwischenzeitlichen Rückgangs geht der Blick schon jetzt in Richtung Herbst. Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen mit sinkenden Temperaturen und mehr Aufenthalten in Innenräumen einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen befürchten.

Thüringen und Bayern erhöhen bei der Erarbeitung eines neuen Infektionsschutzgesetzes den Druck auf die Bundesregierung. »Der Bundesjustizminister und der Bundesgesundheitsminister dokumentieren seit Wochen ihre unterschiedlichen Auffassungen in Interviews. Ich erwarte jetzt endlich einen abgestimmten Vorschlag, mit welchen Regelungsmöglichkeiten die Bundesregierung in den Herbst gehen will«, sagt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) der »Rheinischen Post«.

Den Ländern sei bewusst, dass sie sich auf unterschiedliche Szenarien einstellen müssten. Die erforderlichen Maßnahmen müssten sich aus Sicht der Thüringer Landesregierung an nachvollziehbaren Kriterien wie der Belastung der Krankenhäuser und der Intensivstationen orientieren.

Es brauche ein geordnetes Verfahren und einen Instrumentenkasten, aus dem die Länder bei Bedarf wählen können. Zu diesen Werkzeugen gehörten nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministeriums insbesondere die Möglichkeit zur Anordnung einer Maskenpflicht in Innenräumen oder die Einführung von Personenobergrenzen, erklärt eine Sprecherin des Ministeriums.

Krankenhausgesellschaft will Ende der Impfpflicht

Wenn es erforderlich sei, müssten die Länder auch Testpflichten für Einrichtungen mit vulnerablen Personen anordnen können. »Da muss der Bund Tempo aufnehmen, damit wir rechtzeitig handeln können.«

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat sich für die Aufhebung der Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal ausgesprochen. »Sie weiterzuführen, ist nach jetzigen Erkenntnissen weder sinnvoll noch vermittelbar«, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bislang hatte sich der Verband für die einrichtungsbezogene Impfpflicht eingesetzt. Man sei in der Delta-Welle von einer hohen Schutzwirkung auch für die vulnerablen Gruppen im Krankenhaus ausgegangen, sagte Neumeyer. Mit der Omikron-Variante sei das hinfällig geworden. Politiker von CDU und Linken hatten eine Debatte über ein Auslaufen der Impfpflicht zum Jahresende angestoßen.

jok/Reuters
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