Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 840,3

Das Robert Koch-Institut hat innerhalb von 24 Stunden 63.393 Neuinfektionen registriert. 28 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bund und Länder planen derweil offenbar keine Lockerungen.
Fußgängerzone in Greifswald

Fußgängerzone in Greifswald

Foto: Stefan Sauer / dpa

Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat erneut einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI)  gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Montagmorgen mit 840,3 an. Am Sonntag hatte der Wert bei 806,8 gelegen, am Montag vergangener Woche bei 528,2. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter am Montag 63.393 – nach 85.440 am Vortag und 34.145 am Montag vergangener Woche. Nach dem Wochenende sind die Zahlen für gewöhnlich etwas geringer.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Montag 28 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 8.744.840 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 116.746. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 7.273.100.

In Deutschland dominiert mittlerweile die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus. Am Montag wollen die Spitzen von Bund und Ländern deshalb über neue Maßnahmen beraten. In einem Beschlussvorschlag vom Sonntag wird auf Neuinfektionen von inzwischen täglich über 100.000 Fällen und die jüngste Einschätzung des Expertenrats der Bundesregierung verwiesen. Demnach könnten bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei den Neuinfektionen regional bald Werte »von mehreren Tausend erreicht werden«.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,77.

Bund und Länder planen der Beschlussvorlage zufolge zunächst keine Lockerung der bestehenden Coronamaßnahmen. Doch erstmals wird auch ein Ende der Beschränkungen ins Auge gefasst: So heißt es wörtlich in dem Dokument, für den Moment, »zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystem ausgeschlossen werden kann«, würden Bund und Länder »Öffnungsperspektiven entwickeln«.

Des Weiteren wollen Bund und Länder mit einer Änderung der Teststrategie auf die rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen reagieren. Labore seien bereits jetzt überlastet, heißt es in der aktualisierten Beschlussvorlage. »Bei auftretenden Engpässen ist es daher unabdingbar, Priorisierungen vorzunehmen.«

PCR-Tests seien nur begrenzt verfügbar. Sie sollten »auf vulnerable Gruppen und Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln, konzentriert werden«. Konkret geht es um Personal in Krankenhäusern, in Praxen, in der Pflege, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und für Personen mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe.

Bei Verdacht auf eine Infektion soll bei diesen Personen weiterhin ein PCR-Test gemacht werden – ebenso bei Hochrisikopatientinnen und -patienten. Zudem sollen die PCR-Testkapazitäten ausgebaut werden. (Lesen Sie hier mehr über den Inhalt der Beschlussvorlage.)

cop/AFP