Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 894,3

Das RKI hat innerhalb von 24 Stunden 126.955 Corona-Neuinfektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat einen neuen Höchstwert erreicht. Zudem sind im Zusammenhang mit dem Virus 214 weitere Menschen gestorben.
Corona-Testzentrum in Hamburg

Corona-Testzentrum in Hamburg

Foto: Christian Charisius / dpa

Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat erneut einen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI)  gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 894,3 an. Am Montag hatte der Wert bei 840,3 gelegen, am Dienstag vergangener Woche bei 553,2. Die Inzidenz gibt die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen an.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter am Dienstag 126.955 – nach 63.393 am Vortag und 74.405 am Dienstag vergangener Woche.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Montag 214 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 8.871.795 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 116.960. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 7.331.200.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,87.

Söder kritisiert ausbleibende Regeländerungen

Die Runde der Regierungschefs der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verständigten sich am Montagabend trotz der stark steigenden Infektionszahlen darauf, an den bisherigen Schutzmaßnahmen festzuhalten. Außerdem sollen Klinikpersonal und Risikopatienten Vorrang bei PCR-Tests bekommen. Die genauen Regelungen dazu müssen jedoch noch erarbeitet werden.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich nach dem Spitzentreffen unzufrieden gezeigt. Söder sagte in den ARD-»Tagesthemen«, es war »unbefriedigend, weil wir erneut nur vertagt haben«. Insbesondere kritisierte er den drohenden Mangel an PCR-Tests. »Wir haben uns gewundert und geärgert«, sagte Söder weiter. Es sei »kein starkes Zeichen für die Logistik und die Materialbeschaffung in Deutschland«.

Die jetzt beschlossene Priorisierung der PCR-Tests bedeute, dass die Regierung ab diesem Zeitpunkt »keine Ahnung« habe, »wie hoch die Infektionszahl wirklich ist«. Da die hochansteckende Omikron-Variante offenbar weniger aggressiv als frühere Varianten sei, werde es nicht mehr wie im letzten Jahr darum gehen, mit »Zusperren alles zu lösen«, sagte der Ministerpräsident. »Wir müssen uns einen klügeren Weg überlegen.« Das Motto sei: »Vorsicht ja, aber mit Augenmaß«.

Bei RTL verteidigte Söder seine Absicht, in Bayern Coronaregeln unter anderem in Sport und Kultur zurückzunehmen. »Omikron ist nicht Delta, und deshalb kann man nicht die gleichen Maßnahmen machen wie bei Delta.« Derzeit habe Bayern vielfach strengere Regeln als andere Länder. Er habe nicht vor, in Bayern alles zu lockern, »aber wir passen an, wenn uns zum Beispiel die Gerichte sagen, im Handel muss man einen anderen Weg finden, das gleichen wir aus, wenn 2G nicht geht, mit der FFP2-Pflicht«.

cop/AFP