Covid-19-Erkrankung Untersuchungen von Genesenen dämpfen Hoffnung auf Impfstoff

Bluttests der ersten Corona-Patienten aus Deutschland zeigen, dass die Konzentration von Antikörpern schnell abnimmt. Das könnte sich auf die Wirksamkeit einer möglichen Impfung auswirken.
Blutproben werden in einem Labor auf Antikörper getestet (Archivbild): Auswirkungen auf die Langzeitimmunität müssen kritisch beobachtet werden

Blutproben werden in einem Labor auf Antikörper getestet (Archivbild): Auswirkungen auf die Langzeitimmunität müssen kritisch beobachtet werden

Foto: Marijan Murat/ dpa

Weltweit führen Wissenschaftler im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus Antikörperstudien durch. Die Ergebnisse sollen Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf und Immunität geben, aber auch bei der Entwicklung eines möglichen Impfstoffs helfen. Eine neue Untersuchung von genesenen Covid-19-Patienten dämpft nun allerdings die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung.

Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

Möglichkeit einer Neuansteckung deutet sich an

"Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", sagte Wendtner. "Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden." Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Dies müsse weiter beobachtet werden, sagte Wendtner. Für die Langzeitimmunität sei neben der sogenannten B-Zell-assoziierten über Antikörper gemessenen Immunität auch die sogenannte T-Zell-Immunität relevant. Wenn Patienten neutralisierende Antikörper verlören, könne diese eventuell einen Schutz geben. T-Lymphozyten können virusinfizierte Zellen gezielt abtöten, wenn sie zuvor ihren Gegner einmal kennengelernt haben.

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Wendtners Erkenntnisse reihen sich ein in Erfahrungen anderer Wissenschaftler und Studienergebnisse. Chinesische Forscher berichteten im Fachblatt "Nature Medicine", dass die Antikörper nach zwei Monaten vor allem bei Patienten mit symptomfreiem Verlauf stark zurückgingen, aber auch bei tatsächlich erkrankten Patienten fielen die Werte deutlich. Patienten mit wenigen Symptomen hatten zudem weniger Antikörper und somit eine schwächere Immunantwort entwickelt.

asc/dpa