Quote steigt rapide Neue Viruswelle treibt die Amerikaner zur Impfung

Die Delta-Variante grassiert in den USA – Florida meldete zuletzt Rekordinfektionen. Allerdings wächst im Land auch die Impfbereitschaft. Laut dem Weißen Haus steigen die Zahlen rasant.
Impfzentrum in Los Angeles (Archivbild)

Impfzentrum in Los Angeles (Archivbild)

Foto: FREDERIC J. BROWN / AFP

Die Zahlen aus Florida waren zuletzt alarmierend gewesen. Am vergangenen Freitag hatte der US-Bundesstaat laut »Washington Post«  mit 21.683 Infektionen einen neuen Höchstwert in der kompletten Pandemie melden müssen. Im Schnitt lag der Tageswert dort in der vergangenen Woche bei rund 16.000.

Für das ganze Land wurden wieder im Schnitt mehr als 72.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Solche Werte waren zuletzt im Februar erreicht worden.

Doch inmitten der neuen Viruseskalation gibt es auch vorsichtig positive Entwicklungen aus den USA zu verzeichnen: Wegen der rasch steigenden Zahlen haben sich dort zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen. Die Impfkampagne war seit Juni ins Stocken geraten, mit zuletzt nur rund einer halben Million verabreichten Spritzen pro Tag.

Der Trend kehrte sich nun jedoch angesichts der neuen Welle, die auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückgeführt wird, wieder um. Am Sonntag (Ortszeit) wurden 816.000 Impfungen verabreicht, darunter 517.000 Erstimpfungen, wie ein leitender Beamter des Weißen Hause auf Twitter schrieb. Die jüngsten Daten zeigten einen »steten Anstieg«, erklärte Cyrus Shahpar.

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Fauci erwartet keinen neuen Lockdown

Dem Beamten zufolge lagen auch die Impfzahlen der vergangenen Tage deutlich über jenen der Vorwoche. Am Samstag etwa seien es 712.000 Dosen gewesen, ein Anstieg um 77 Prozent gegenüber der Vorwoche (403.000). Am Freitag habe es ein Plus von 43 Prozent gegeben. Im April waren täglich noch gut drei Millionen Dosen verabreicht worden.

Die USA rechnen trotz der Ausbreitung der Delta-Variante nicht mit einem erneuten Lockdown. Das sagte der medizinische Chefberater des Weißen Hauses, Anthony Fauci, dem Sender ABC News. »Es wird zwar noch schlimmer werden«, so Fauci. Er sei aber wegen der Impfquote optimistisch, dass sich eine Extremsituation wie im vergangenen Winter nicht wiederholt.

USA stehen kurz vor Bidens Zwischenziel

In den USA sind bislang fast 50 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen. US-Präsident Joe Biden hatte im Frühjahr das Ziel ausgegeben, dass bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 70 Prozent der Erwachsenen mindestens die erste Impfung erhalten haben sollten. Das Ziel wurde trotz reichlicher Vorräte und Impfanreize verfehlt, es wurden nur 67 Prozent.

Nun, etwa einen Monat später, sollte es bald so weit sein: Der jüngste Anstieg ließ die Quote unter Erwachsenen bis Sonntag auf 69,9 Prozent steigen.

Biden selbst hatte Ende der vergangenen Woche noch einmal den Druck auf ungeimpfte Personen erhöht. »Wenn Sie in der Tat ungeimpft sind, dann stellen Sie ein Problem dar – für sich selbst, für Ihre Familie und für jene, mit denen Sie arbeiten«, warnte der US-Präsident.

Für die mehr als zwei Millionen zivilen Angestellten der US-Regierung wurden die Vorgaben noch einmal verschärft, auch das US-Militär soll auf den Prüfstand. Das Weiße Haus will mit den strengen Regeln Impfungen offenbar zur einzig bequemen Lösung machen – allerdings ohne dabei explizit auf eine politisch umstrittene Impfpflicht zu setzen.

jok/dpa
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