Coronazahlen des RKI Sieben-Tages-Inzidenz sinkt erneut deutlich

Der Trend zu niedrigeren Coronakennzahlen setzt sich fort: Binnen 24 Stunden meldete das Robert Koch-Institut 85.073 Neuinfektionen. 214 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.
Intensivstation in Stuttgart (Archivbild)

Intensivstation in Stuttgart (Archivbild)

Foto: Marijan Murat / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 85.073 Neuinfektionen im Zeitraum von 24 Stunden registriert. Das sind 16.537 Fälle weniger als am Freitag vergangener Woche, als 101.610 Coronainfektionen gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 553,2 von 566,8 am Vortag. 214 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 136.339.

Auch angesichts des zuletzt klar rückläufigen Infektionsgeschehens sieht das RKI noch einen beträchtlichen Infektionsdruck und unterstreicht den Nutzen der Coronaimpfung. In der vergangenen Woche sei die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche weiter gesunken sei – um 19 Prozent, wie es im RKI-Wochenbericht heißt.

Zudem halten die Autoren fest, auch die Zahl der auf einer Intensivstation behandelten Personen mit Covid-19-Diagnose sei jüngst weiter gesunken und die Zahl der Todesfälle habe ebenso abgenommen.

Dennoch heißt es: »Der Infektionsdruck bleibt trotzdem mit knapp 600.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen weiterhin hoch.« Die Impfung habe nach wie vor »aufgrund ihrer hohen Schutzwirkung vor einem schweren Verlauf auch bei Erkrankungen durch die Omikron-Variante nicht an Bedeutung verloren«.

Zur Impfkampagne halten die Experten fest, dass die Mehrzahl der aktuell verabreichten Impfungen zweite Auffrischimpfungen seien. Damit sollen sich laut RKI und Ständiger Impfkommission (Stiko) insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren vor einer schweren Erkrankung schützen. Die erste Auffrischimpfung, die breiter empfohlen ist, haben laut Bericht aktuell erst knapp 60 Prozent aller Menschen in Deutschland erhalten.

Werbung für die vierte Impfung

Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens hebt den Nutzen der vierten Impfung hervor. »Wir müssen damit rechnen, dass das Infektionsrisiko im Herbst wieder ansteigt«, sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Menschen über 70 Jahre und andere mit besonderem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf rief er auf, nun die Zeit zu nutzen, ihren Schutz durch eine vierte Impfung zu verbessern.

»Sie sollten nicht darauf warten, bis ein an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff kommt«, sagte er. Weitere Daten belegten inzwischen, dass ein zweiter Booster für diese Gruppe sehr sinnvoll sei.

Im Wochenbericht führt das RKI zudem aus, dass die schon seit Wochen in Deutschland stark dominierende Omikron-Subvariante BA.2 nach jüngsten Daten zuletzt noch einmal zugelegt hat. Ihr Anteil habe nach einer Stichprobe von vorletzter Woche knapp 98 Prozent betragen. Der zuvor für die meisten Corona-Ansteckungen verantwortliche Subtyp BA.1 liegt demnach nur noch bei unter zwei Prozent, die relativ neu aufgekommenen Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 spielen nach den Daten bisher eine untergeordnete Rolle.

Umsichtiges Verhalten kann Pandemie beeinflussen

So wird BA.4 mit einem Anteil von 0,1 Prozent gelistet, BA.5 mit 0,3 Prozent. Mischvarianten seien »bisher nur vereinzelt nachgewiesen« worden, heißt es. In Deutschland wird nur bei einem kleinen Teil positiver Proben das Erbgut komplett untersucht.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie verweist der Bericht erneut darauf, dass die Entwicklung vor allem davon abhänge, ob sich weite Teile der Bevölkerung umsichtig und rücksichtsvoll verhielten und die bekannten Empfehlungen zum Infektionsschutz umsetzten. »Aktuell tragen auch saisonale Effekte dazu bei, die Übertragungen zu reduzieren«, schreiben die Autoren vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und vermehrter Aktivität im Freien.

jok/dpa