Vierte Welle Lehrerverband warnt vor Kontrollverlust über Virus an Schulen

Die Infektionszahlen steigen, auch unter jungen Menschen: Der Chef des Lehrerverbands fürchtet, dass die Coronalage an den Schulen schon bald nicht mehr beherrschbar sein könnte.
Coronamaske in Schule (Symbolbild)

Coronamaske in Schule (Symbolbild)

Foto: Michael Weber IMAGEPOWER / imago images/Michael Weber

In der vierten Viruswelle geraten die Schulen in Deutschland immer mehr in den Fokus. Wegen steigender Corona-Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen fürchtet der Deutsche Lehrerverband, die Kontrolle über das Pandemiegeschehen an den Schulen zu verlieren.

»Es gibt erschreckende Inzidenzen in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Die Vielzahl der Corona-Ausbrüche an den Schulen muss uns große Sorgen bereiten«, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Die Gefahr ist immens, dass wir die Kontrolle über das Pandemiegeschehen an Schulen verlieren.«

Bei vielen Landesregierungen habe sich zum Thema Corona und Schule eine Grundhaltung etabliert, die sich so beschreiben lasse: »Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.« Die Verantwortlichen stellten die eigenen politischen Wünsche über die wissenschaftliche Expertise, sagte Meidinger.

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Der Lehrervertreter plädierte zugleich dafür, weiter an der Maskenpflicht festzuhalten. »Ich halte es für höchst bedenklich, wenn Bundesländer sich entgegen der Empfehlung des Robert Koch-Instituts von der Maskenpflicht an Schulen verabschieden, obwohl die Infektionen bei Schulkindern durch die Decke gehen«, sagte Meidinger.

»Die Maskenpflicht macht unsere Schulen sicherer, das zeigen auch ganz aktuelle Studien«, sagte er. »Deshalb müssen wir an ihr voraussichtlich so lange festhalten, wie die vierte Welle durch die Schulen rollt.« Zahlreiche Bundesländer hatten die Pflicht zum Tragen eines Nase-Mund-Schutzes in den vergangenen Monaten abgeschafft.

Impfpflicht bei Lehrkräften nicht nötig

Eine weitere offene Frage betrifft den Impfschutz der Lehrkräfte. Hier sprach sich Meidinger bei besonders hohen Infektionszahlen für eine 3G-Regel bei Lehrkräften aus. Eine Impfpflicht sei nicht zuletzt angesichts der sehr hohen Impfquote in dieser Berufsgruppe nicht notwendig, so Meidinger.

»Dort, wo die Inzidenzen sehr hoch sind, halte ich aber eine 3G-Regel für Lehrkräfte für eine richtige Idee«, fügte er hinzu. »Das heißt: Lehrer, die ungeimpft sind, müssten sich dann jeden Tag testen.« Er begründete dies damit, dass die meisten Lehrkräfte täglich mit mehreren verschiedenen Klassen in Kontakt kämen. »Die Ansteckungsgefahr für sie selbst und in der Folge dann auch für andere ist also vergleichsweise hoch, wenn sie ungeimpft sind.«

jok/AFP
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