Coronalage in Deutschland RKI meldet 68.999 Neuinfektionen – Inzidenz sinkt weiter

Die Coronazahlen gehen auch an diesem Freitagmorgen erneut zurück. Dabei beobachtet das Robert Koch-Institut eine neue Omikron-Variante.
Impfzentrum in Essen (Archivbild)

Impfzentrum in Essen (Archivbild)

Foto: Fabian Strauch / picture alliance / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 68.999 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Das sind 16.074 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 85.073 Coronainfektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 485,7 von 502,4 am Vortag. 164 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 137.348.

Die seit Wochen in Deutschland stark dominierende Omikron-Subvariante BA.2 ist nach Daten des RKI weiter vorherrschend, während ein anderer Subtyp auf sehr niedrigem Niveau zugelegt hat. Der Anteil von BA.2 betrug nach einer Stichprobe von vorletzter Woche gut 97 Prozent, wie im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend ausgewiesen ist. Der zuvor für die meisten Ansteckungen verantwortliche Subtyp BA.1 liegt demnach weiter bei unter zwei Prozent.

Die relativ neu aufgekommenen Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 spielen nach den Daten bisher eine untergeordnete Rolle. Dennoch hat der Anteil von BA.5 sich in der vorletzten Woche im Vergleich zu der Woche davor auf 0,6 Prozent verdoppelt. BA.4 wird dagegen unverändert mit 0,1 Prozent gelistet. In Deutschland wird nur bei einem kleinen Teil positiver Proben das Erbgut komplett untersucht.

Kaum Risiken für Deutschland zu erwarten

»Die aktuell besonders in Südafrika zu einem erneuten Anstieg der Covid-19-Erkrankungen führenden Omikron-Linien BA.4 und BA.5 wurden in den letzten Wochen auch zunehmend in Deutschland (hier vor allem BA.5) und anderen europäischen Ländern nachgewiesen«, schreibt das RKI. Aber: Aktuell gehe man nicht davon aus, dass die Verbreitung der Sublinien wieder zu einem starken Anstieg der Fallzahlen führe.

Im Wochenbericht halten die Autoren außerdem fest, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche im Vergleich zu der davor weiter deutlich gesunken sei – nämlich um 21 Prozent. Viele Hospitalisierungsindikatoren und auch die Zahl der Todesfälle haben demnach zuletzt weiter abgenommen.

Ende der Maskenpflicht gefordert

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich für ein Ende der Maskenpflicht und eine Schließung der Impfzentren ausgesprochen. KBV-Chef Andreas Gassen begründete dies im Gespräch mit der »Rheinischen Post« mit der hohen Immunität in der Bevölkerung. Für die meisten Bürger sei die Pandemie »vorbei«, sagte Gassen.

Laut dem Robert Koch-Institut gebe es offiziell 25 Millionen Genesene. »Tatsächlich dürften es zwei- bis dreimal so viele sein«, sagte Gassen. »Damit haben wir eine hohe Immunität in der Bevölkerung.« Bundesweit lägen zudem auf den Intensivstationen nur noch 1000 Coronapatienten, davon knapp 400 mit Beatmung.

Gassen und KBV-Vizechef Stephan Hofmeister forderten deshalb ein Ende der Maskenpflicht, die derzeit noch in Bussen, Bahnen und Flugzeugen gilt. »Wir sollten es den Menschen überlassen, ob sie Masken tragen«, sagte Hofmeister. Medizinisch geboten sei die Maskenpflicht etwa in Flugzeugen nicht, fügte Gassen hinzu. »In Flugzeugkabinen wird die Luft alle vier Minuten ausgetauscht.«

jok/Reuters