Coronalage RKI meldet leichte Anstiege bei Inzidenz und Neuinfektionen

Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland 90 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die anderen wichtigen Kennzahlen gingen nach oben.
Coronatest (Symbolbold)

Coronatest (Symbolbold)

Foto: Marijan Murat / dpa

Die Zahl der bekannten Infektionsfälle in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) binnen Tagesfrist um 54.930 Fälle auf über 32,5 Millionen gestiegen. Das sind 5221 Fälle mehr als am Dienstag vergangener Woche, als 49.709 Fälle gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 229,9 (219,1 am vergangenen Dienstag).

Generell liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Das RKI verzeichnet 90 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, neun Fälle weniger als noch vor einer Woche. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 148.389.

Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Trotz der inzwischen vergleichsweise niedrigen Tageswerte liegt ein Fokus weiter auf den Impfkampagnen. So hat die Europäische Kommission einen weiteren an Omikron angepassten Impfstoff zugelassen.

Breiterer Schutz gegen verschiedene Coronavarianten

Der Booster der Unternehmen Biontech/Pfizer richte sich gegen die aktuellen Coronavariante, teilte Präsidentin Ursula von der Leyen am Montag auf Twitter mit. Zuvor hat ein Expertenausschuss der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung der an die Omikron-Sublinien BA.4/BA.5 angepassten Vakzine empfohlen. Das Mittel zielt daneben wie die bisherigen Impfstoffe auf die Ursprungsvariante von Sars-CoV-2 ab. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wertete die Nachricht auf Twitter als gut im Kampf gegen das Virus.

Erwartet werde ein breiterer Schutz gegen verschiedene Coronavarianten, teilte die EMA mit. Empfohlen werde die Impfung für Menschen ab zwölf Jahren als Auffrischung. BA.4/BA.5 sind die Omikron-Sublinien, die derzeit nach Daten aus Stichproben quasi alle Coronainfektionen in Deutschland verursachen.

Wegen der Aktualität gibt es zu dem BA.4/BA.5-Impfstoff noch keine abgeschlossenen klinischen Studien. Wie die EMA erklärte, berücksichtigte der Expertenausschuss alle verfügbaren Daten – zum Beispiel auch zu dem erst kürzlich in der EU zugelassenen angepassten Impfstoff, der auch auf die Omikron-Sublinie BA.1 abzielt. Für ihn existieren klinische Daten. Die Auslieferung dieses BA.1-Impfstoffes hat in Deutschland vor einigen Tagen begonnen.

jok/Reuters
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