Coronalage in Deutschland RKI meldet Rückgänge bei Inzidenz und Neuinfektionen

Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 213 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Krankenhäuser kritisieren derweil das Infektionsschutzgesetz.
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Foto: Peter Kneffel / dpa

In Deutschland steigt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 72.737 auf über 31,3 Millionen. Das sind 14.944 Fälle weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 87.681 Ansteckungen verzeichnet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt auf 366,8 von 381,5 am Vortag. Das RKI meldet 213 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.241.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In der Debatte um das neue Infektionsschutzgesetz hat sich der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gegen eine Maskenpflicht für Schüler im Herbst und Winter ausgesprochen. »Der BVKJ ist grundsätzlich gegen eine Maskenpflicht in Schulen«, sagte Verbandsbundessprecher Jakob Maske den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch. Studien würden zeigen, dass Masken die Infektionen eher zeitlich aufschöben.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, fordert in der Pandemie Nachbesserungen am geplanten Infektionsschutzgesetz. »Wir begrüßen, dass eine Maskenpflicht in Innenräumen weiter möglich sein soll«, sagte Gaß der »Rheinischen Post«. »Die Ausnahmen für Geimpfte sind aber völlig unpraktikabel und widersprechen deshalb dem Ziel eines guten Infektionsschutzes.«

Auch die für Kliniken geplanten Regeln seien nicht umsetzbar: Den Krankenhäusern werde mit den neuen Regeln ein so nicht umsetzbarer, zusätzlicher Aufwand aufgebürdet.

Lauterbach will keine generelle Empfehlung gegeben haben

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schließlich will frühere Äußerungen zur vierten Coronaimpfung nicht als Empfehlung für alle jüngeren Menschen verstanden wissen. »Ich habe nicht gesagt: Für alle die vierte Impfung«, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend im ZDF-»heute journal«. »Ich habe nie gesagt, dass alle jüngeren Leute sich jetzt impfen lassen sollen. Das ist einfach falsch.«

DER SPIEGEL

Der Minister hatte sich Mitte Juli in einem Interview mit dem SPIEGEL zur vierten Coronaimpfung geäußert und gesagt, wolle man den Sommer ohne das Risiko einer Erkrankung genießen, dann würde er »in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen«.

Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass es für die verschiedenen Altersgruppen wie für die unter 60-Jährigen eine klare Botschaft brauche, sagte Lauterbach nun. Risikopatienten sollten seiner Ansicht nach nicht auf die angepassten Impfstoffe warten: Abwarten sei »für diejenigen, die jetzt im Risiko stehen, einfach falsch«, sagte er im ZDF.

Bei jüngeren Menschen könne es aber durchaus Sinn machen, »dass man noch etwas zuwartet« und sich mit den neuen Impfstoffen behandeln lasse, sagte Lauterbach in den ARD-»Tagesthemen«.

jok/Reuters
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