Coronavirus in Deutschland RKI meldet 234.250 Neuinfektionen – Inzidenz erreicht neuen Höchstwert

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt laut Robert Koch-Institut weiter, wenn auch langsamer als zuletzt. Zudem wurden binnen 24 Stunden 272 weitere Coronatote registriert.
Coronaintensivstation des Universitätsklinikums Essen (Archivbild)

Coronaintensivstation des Universitätsklinikums Essen (Archivbild)

Foto: Fabian Strauch / picture alliance/dpa

Für Ende Februar erwarten viele Virusexperten eine langsame Entspannung bei den Coronazahlen. Aktuell kann davon allerdings noch keine Rede sein. Stattdessen erreicht die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen einen weiteren Höchstwert.

Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Mittwochmorgen bundesweit bei 1450,8. Am Dienstag hatte sie bei 1441,0 gelegen, am Mittwoch vergangener Woche noch bei 1227,5. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Mittwochmorgen bei 234.250 – nach 208.498 am Mittwoch vergangener Woche. Wie das RKI außerdem bekannt gab, wurden am Mittwoch 272 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des Instituts insgesamt 11.521.678 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 119.215. Die Zahl der von einer Coronaerkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 8.373.900.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungsinzidenz am Dienstag bundesweit bei 5,60.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat Entwarnung für die deutschen Krankenhäuser angesichts der Omikron-Welle gegeben. »Ich rechne aktuell für die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens«, sagte Gaß der »Bild«-Zeitung.

Angesichts der scheinbar weniger gefährlichen Omikron-Variante des Coronavirus mehren sich die Forderungen nach Lockerungen bei den Coronabeschränkungen für Kinder und Schulen.

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Hausärzte fordern konkreten Öffnungsplan

In den vergangenen Wochen hatte Gaß wiederholt gewarnt, dass die explodierenden Infektionszahlen das Gesundheitssystem überlasten könnten. Ein entscheidender Grund dafür, dass es anders gekommen ist, seien die aktuellen Coronamaßnahmen. Diese hätten »deutlich dazu beigetragen, dass die befürchtete Welle weniger hoch war als befürchtet«, so Gaß.

Er sprach sich dafür aus, die Maßnahmen bis zum Höhepunkt der Omikron-Welle beizubehalten, den die Bundesregierung in ein bis zwei Wochen erwartet. Nach dem Scheitelpunkt könnte die Politik Gaß zufolge »ohne Zweifel schrittweise Lockerungen für die kommenden Wochen ins Auge fassen«.

Der Deutsche Hausärzteverband betonte seine Forderungen nach einem konkreten Öffnungsplan. »Die Politik muss bereits jetzt ein Konzept entwickeln, wie die Öffnungsschritte konkret aussehen sollen«, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Weigeldt weiter: »Was nicht passieren darf, ist, dass hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmaßnahmen beschlossen werden.« Aktuell tauchten in den Praxen zwar mehr Coronapatienten auf, die Verläufe seien aber deutlich milder.

jok/AFP