Coronalage in Deutschland Robert Koch-Institut meldet leichten Anstieg der Inzidenz

Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 117 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die aktuellen Angaben liefern aber nur ein unvollständiges Bild.
Coronatest in Sachsen (Archivbild)

Coronatest in Sachsen (Archivbild)

Foto: Robert Michael / dpa

In Deutschland steigt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bekannten Infektionen um 42.057 Fälle auf über 32,38 Millionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 223,1 von 217,2 am Vortag. Das RKI meldet 117 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 148.098.

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Vergleiche der Daten sind wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Wegen der tendenziell sinkenden Kennzahlen wird in Deutschland über eine weitere Entschärfung der Coronavorgaben diskutiert. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen lehnt einen Wegfall der Maskenpflicht für Bahnreisende ab. »Das wäre kein kluger Schritt«, sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk. Beim Flugverkehr habe man »eine Anpassung an europäische Nachbarländer« vorgenommen. Trotzdem empfiehlt der Politiker die Maske im Flugzeug weiterhin zu tragen.

»Es gibt sehr unterschiedliche Sichtweisen in unserer Koalition in Berlin und da war die Harmonisierung europäischer Regeln dem Koalitionspartner ein wichtiges Anliegen«, sagte Dahmen. Dem habe man Rechnung getragen, gleichzeitig aber an anderer Stelle dafür gesorgt, dass das Schutzniveau in Deutschland, etwa im Gesundheitswesen, noch weiter erhöht werde.

Im Flugzeug wegen Belüftung geringeres Risiko

Die Regel im Flugverkehr steht nach seiner Darstellung nicht im Widerspruch zur Beibehaltung der Maskenpflicht in der Bahn. Der Wegfall der Pflicht im Flugzeug sei »etwas, was man sicherlich sehr genau im Auge behalten muss, was ich persönlich vielleicht auch anders entschieden hätte«, sagte Dahmen. Es bleibe jedoch der Weg jederzeit offen, erneut eine Maskenpflicht einzuführen, wenn sich in diesem Bereich die Situation zuspitzen sollte.

Flugreisende sollen künftig keine Masken mehr tragen müssen. In der Ampelkoalition hatte die FDP Druck für ein Ende der gesetzlichen Vorgabe an Bord gemacht. Ein Wegfall der Maskenpflicht für Bahnreisende lehnt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ab. »Selbstverständlich ist es so, dass das Risiko, sich zu infizieren, in Bussen und im Bahnverkehr sehr viel höher ist als im Flugverkehr«, sagte der SPD-Politiker am Dienstag. Er verwies auf die bessere Durchlüftung im Flugzeug.

jok/Reuters
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