Corona-Wochenbericht Robert Koch-Institut meldet mehr Infektionen nach Auslandsreisen

Die Zahl der Coronafälle bei Rückreisenden wächst. Laut RKI ist zudem die Delta-Variante in Deutschland klar vorherrschend.
Strand in Spanien (im April 2021)

Strand in Spanien (im April 2021)

Foto: Clara Margais / dpa

Eine neue Regelung für Rückreisende aus dem Ausland steht in Deutschland kurz vor dem Start. Ab dem 1. August gilt voraussichtlich eine Testpflicht für Menschen , die aus dem Ausland einreisen. Ausgenommen sind nachweislich Geimpfte und Genesene. Neue Zahlen, die das Robert Koch-Institut (RKI) nun vorlegt, dürften belegen, wie nötig diese Maßnahme ist.

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen demnach eine zunehmende Rolle beim derzeitigen Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht vom Donnerstagabend. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren.

Problematische Reiseländer:

Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland. Ein besonders starker Zuwachs seit Mitte Juli ist für die Türkei verzeichnet, hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle ungefähr. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele auf den ersten zehn Plätzen der Liste.

Eine Corona-Ausbreitung durch heimkommende Sommerurlauber soll durch neue Regeln für die Einreise nach Deutschland gebremst werden.

Delta in Deutschland vorherrschend:

Der überwiegende Anteil der Übertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI – die Rede ist von mindestens 81 Prozent. Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei Weitem nicht bei jedem Fall vor.

In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent). Der Anteil war über Wochen teils sehr rasch gewachsen.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt bei jungen Menschen:

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt laut RKI derzeit vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vorwoche bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 verzeichnet. Vor allem die Menschen ab 60, bei denen die Impfquote höher ist als bei Jüngeren, sind bislang von dem deutlichen Anstieg verschont.

Da die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen insgesamt noch niedrig sei, könnten Gesundheitsämter viele Infektionsketten nachvollziehen, hält das RKI fest.

Die Lage in den Krankenhäusern:

Allerdings setzt sich laut dem Institut der Rückgang der Zahl von Krankenhaus- und Intensivstation-Fällen mit Covid-19 nicht fort. Stattdessen sei der Anteil von Patienten mit dieser Diagnose an allen Fällen mit schweren Atemwegsinfektionen vergangene Woche wieder leicht angestiegen. »Insgesamt liegen die Werte zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau«, heißt es in dem Papier.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurde im Vorspann erklärt, dass in den Krankenhäusern derzeit vermehrt schwere Fälle auftauchen. Diese Aussage ist durch den Text nicht gedeckt. Wir haben den fehlerhaften Satz entfernt.

jok/dpa
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