Infektionszahlen flachen ab Robert Koch-Institut sieht Sommerwelle überwunden

In allen Bundesländern und Altersgruppen sind die Coronakennzahlen rückläufig: Laut RKI deutet das auf ein Ende der Sommerwelle hin. Von Entwarnung könne aber dennoch keine Rede sein.
Selbsttest auf das Coronavirus

Selbsttest auf das Coronavirus

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Weil das Corona-Infektionsgeschehen zuletzt abgeflacht ist, sehen die Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) den Zenit der Coronasommerwelle überschritten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei in der vergangenen Woche nach dem bereits deutlichen Rückgang in der Vorwoche erneut um insgesamt 27 Prozent gesunken und in allen Bundesländern und Altersgruppen rückläufig. Das geht aus dem RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend hervor.

Aktuell ist die Zahl der bekannten Infektionen binnen 24 Stunden um 49.839 auf etwas unter 31,5 Millionen gestiegen. Das sind 9667 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 59.506 Ansteckungen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 345,9 von 354,5 am Vortag.

Das RKI meldet 167 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 145.561.

Laut Wochenbericht sind die Anzahl Sars-CoV-2-Infizierter mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in Deutschland und die Zahl der Arztbesuche Infizierter gesunken, »sodass der aktuelle Wellengipfel überschritten zu sein scheint«. Dennoch: Für Entwarnung ist es aus RKI-Sicht zu früh.

Außerdem hätten Ausbrüche in Pflegeheimen tendenziell abgenommen. Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion und eine Covid-19-Diagnose hatten, sei in der vergangenen Woche ebenso gesunken wie die Zahl der Patienten mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen, schreiben die Experten. Auch bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI zuletzt von einem Rückgang – in der vergangenen Woche mit 372 übermittelten Todesfällen im Vergleich zu 444 in der Vorwoche.

Die Daten zeigten, dass auch bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Höhepunkt der aktuellen Welle überschritten scheine. Dabei seien Menschen im Alter von über 80 Jahren weiterhin am stärksten von schweren Krankheitsverläufen betroffen, mahnen die RKI-Experten.

Hohe Zahlen in den Krankenhäusern erwartet

Der Rückgang der schweren Erkrankungen verlaufe aktuell deutlich langsamer als dies bei den Gesamtzahlen beobachtet werde. Trotz der verbesserten Situation in der vergangenen Woche bleibt der Infektionsdruck dem RKI zufolge in allen Altersgruppen hoch – und auch die Belastung des Gesundheitssystems.

Mit Blick auf die nächsten Wochen rechnet das Institut mit einer »weiterhin hohen Zahl an Hospitalisierungen, intensivmedizinisch zu betreuenden Covid-19-Patientinnen und -Patienten und Todesfällen, insbesondere in höheren Altersgruppen«. Entsprechend ruft das RKI weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen »unbedingt« einzuhalten – und stellt erneut die große Wichtigkeit der Impfung heraus.

Auf die aktuelle Coronalage blickt am Freitagvormittag auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, der sich auf dem Podium der Bundespressekonferenz erneut Fragen von Journalistinnen und Journalisten stellen wird. Mit auf dem Podium soll der Berliner Mediziner Leif Erik Sander sitzen.

jok/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.