Zahlen des RKI Coronainzidenz sinkt den dritten Tag in Folge

Erneut hat das Robert Koch-Institut auch einen Rückgang bei den Neuinfektionen registriert. Binnen 24 Stunden wurden zudem 243 weitere Coronatodesfälle gemeldet.
Intensivstation in Sachsen (im November 2021)

Intensivstation in Sachsen (im November 2021)

Foto: Jens Schlueter / Getty Images

Für Ende Februar hatten die Experten den Höhepunkt der aktuellen Viruswelle vorhergesagt – mit anschließendem Abfall der Zahlen. Nun legt die aktuelle Entwicklung nahe, dass dieser erhoffte Rückgang sogar etwas früher eintreten könnte. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronaneuinfektionen in Deutschland ist den dritten Tag in Folge gesunken.

Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstagmorgen bundesweit bei 1437,5. Am Montag hatte sie bei 1459,8 gelegen, am Dienstag vergangener Woche noch bei 1441,0. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Dienstagmorgen bei 159.217 – nach 76.465 am Montag und 169.571 am Dienstag vergangener Woche. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Dienstag zudem 243 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 12.580.343 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 120.220. Die Zahl der von einer Coronaerkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 8.989.100.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungsinzidenz am Montag bundesweit bei 5,93.

Das Für und Wider von Lockerungen

Angesichts der aktuellen und der prognostizierten Entwicklung mehren sich die Rufe nach einer zeitnahen Lockerung der Virusmaßnahmen in Deutschland. Der Virologe Klaus Stöhr hat die Politik zu schnellen Lockerungen aufgerufen. »Man muss überall dort lockern, wo es nachweislich nicht zu Coronaausbrüchen kommt«, sagte Stöhr den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. »Eine Aufhebung aller G-Regeln in Einzelhandel und in Gastronomie ist zwingend notwendig, da beides nie Hotspots waren.«

Er kritisierte die am Montag bekannt gewordene Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen am Mittwoch, laut der schrittweise gelockert werden soll. »Da den Krankenhäusern offensichtlich keine Überlastung droht, muss ein weiteres Herauszögern von Lockerungen genau begründet werden: mit Zahlen und Fakten«, sagte Stöhr dem Redaktionsnetzwerk.

Mit Verweis auf diese Zahlen kritisierte hingegen der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, die geplanten Lockerungen. Es sei »problematisch«, dass in der Beschlussvorlage »unterschlagen wird, dass im Moment die Hospitalisierungszahlen und Intensiveinweisungen noch steigen«, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Neuer Mix von Daten nötig?

Montgomery betonte: »Es ist richtig, dass man sich einen Plan dafür macht, wie man lockern will und wie man die Lockerungen überwachen will.« Er schränkte jedoch ein: »Dass man die Lockerungen an kalendarische Daten knüpft, halte ich für problematisch, denn das Virus kümmert sich nicht um den kalendarischen Frühlingsanfang.« Stattdessen wäre es seiner Ansicht nach besser, »das an einen Mix von Daten zu Hospitalisierungen, Intensivbettenbelegungen und die Inzidenz der Neuinfektionen zu binden«.

Eine am Montag bekannt gewordene Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch sieht einen Dreistufenplan vor, der einen Wegfall der Maßnahmen außer der Maskenpflicht bis zum 20. März beinhaltet. Der in der Beschlussvorlage nicht genau terminierte erste Lockerungsschritte sieht private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genesene statt mit bisher zehn Personen für bis zu 20 Personen vor, wobei es hierüber noch keine Einigung zwischen Bund und Ländern gibt. Für Ungeimpfte sollen die bisherigen Kontaktbeschränkungen aber bis zum 19. März bestehen bleiben.

jok/AFP
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