Coronazahlen des RKI Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf über 700

Die Coronakennzahlen in Deutschland steigen erneut an. Zuletzt wurden dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 165 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.
Coronatest-Plakat in München

Coronatest-Plakat in München

Foto: Wolfgang Maria Weber / IMAGO

In Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Sieben-Tage-Inzidenz auf 702,4 gestiegen. Am Vortag hatte sie mit 661,4 noch deutlich unter der Schwelle von 700 gelegen. Insgesamt steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 154.729 auf über 29,1 Millionen. Das sind 7240 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 147.489 verzeichnet wurden.

Das RKI meldet zudem 165 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die bekannte Gesamtzahl liegt damit bei 142.035.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern steigen derzeit die Fallzahlen. Führende EU-Behörden empfehlen angesichts dieser neuen Corona-Welle in Europa allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung.

Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Montag mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage mit, man habe sich »auch vor der EMA/ECDC Verlautbarung« schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Die Stiko werde sich »relativ bald« dazu äußern, erklärte Mertens. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster bislang nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.

Forderung nach Booster für alle ab 60

Mertens führte aus, dass sich mehrere Fragen stellten: Menschen aus welcher Altersgruppe, mit welchen Vorerkrankungen sollten aus gesundheitlichen und epidemiologischen Gründen eine vierte Impfung erhalten? Welcher Zeitpunkt wäre dafür am besten geeignet? Und mit welchem Impfstoff sollte geboostert werden?

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte die Regierungen der Mitgliedstaaten auf, sofort für alle ab 60 und für alle anderen schutzbedürftigen Personen eine zweite Booster-Impfung anzubieten. »Es gibt keine Zeit zu verlieren«, betonte sie. Angesichts zunehmender Fallzahlen und Krankenhauseinweisungen mit dem Beginn in die Sommerperiode fordere sie »jeden auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen«.

jok/Reuters
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