Umfrage Mehrheit findet Maskenpflicht fairer als freiwillige Regelung

Seit es die Maskenpflicht gibt, müssen selbst Skeptiker ihren Mund verhüllen. Richtig so, finden die meisten Menschen in Deutschland, zeigt eine aktuelle Umfrage.
Kellnerin mit Maske

Kellnerin mit Maske

Foto: PHILIPP GUELLAND/ EPA-EFE/ Shutterstock

Die meisten Menschen in Deutschland finden eine Maskenpflicht fairer als eine freiwillige Regelung. Das geht aus der sogenannten COSMO-Studie  hervor, einer wöchentlichen Umfrage der Universität Erfurt. Demnach sprachen sich vor allem Risikogruppen für eine Maskenpflicht aus.

Die COSMO-Studie wurde zusammen mit dem Robert Koch-Institut entwickelt. Jede Woche wertet ein Forschungsteam um Psychologin Cornelia Betsch die Antworten von gut tausend Befragten aus. Die Studie ist eine Art Stimmungsbarometer für Deutschland während der Coronakrise. Etwa 40 andere Länder haben die Erfurter Methode bereits kopiert.

Noch immer ist wissenschaftlich nicht bewiesen, welchen Vorteil ein einfacher Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 bringt . Das Robert Koch-Institut hatte zunächst von ihnen abgeraten mit der Begründung, die Maskenträger könnten sich in falscher Sicherheit wähnen und Abstandsregeln ignorieren.

Erste Untersuchungen zeigen, dass die Masken potenziell infektiöse Atemtröpfchen zurückhalten und damit das Risiko für eine Ansteckung senken könnten. Da das Coronavirus Sars-CoV-2 auch übertragen werden kann, wenn Infizierte noch keine Symptome haben, reicht es nicht, wenn nur Erkrankte eine Maske tragen.

Laut ersten Modellrechnungen von Forschern aus China  könnte die Reproduktionsrate auf 1 sinken, wenn 96 Prozent der Bevölkerung eine Maske tragen. Das würde bedeuten, dass ein Infizierter im Schnitt nur einen weiteren Menschen ansteckt und die Pandemie stagniert. Allerdings handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, die noch von unabhängigen Wissenschaftlern geprüft werden müssen.

Reicht eine Maskenpflicht, um die Corona-Pandemie einzudämmen?

Lange scheuten sich Menschen in Deutschland, eine Maske zu tragen. Noch Anfang März gaben nur acht Prozent der Befragten an, eine Maske zu tragen.

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Angenommen, es müssten tatsächlich 96 Prozent der Menschen eine Maske tragen, um die Pandemie einzudämmen, hätte es wahrscheinlich nicht gereicht, es jedem selbst zu überlassen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, zeigt die aktuelle COSMO-Umfrage. Gibt es eine Pflicht, sind 96 Prozent der Befragten bereit, eine Maske zu tragen. Bei Freiwilligkeit lag der Wert nur bei 77 Prozent.

In diesem Fall wären mehr FFP2-Masken notwendig, um Risikogruppen zu schützen, so die COSMO-Forscher. Diese können Viren zuverlässig aus der Atemluft filtern und schützen damit den Träger. Wenn es keine Maskenpflicht mehr gibt, würde immerhin fast ein Drittel der Befragten eine solche Maske tragen, um sich zu schützen. Sie sind aber im Moment nur schwer zu bekommen, selbst Krankenhäuser hatten Lieferprobleme.

koe