+++ Corona-News +++ Johnson hält an Corona-Öffnungen für England fest

Der britische Premierminister will trotz hoher Infektionszahlen fast alle Beschränkungen aufheben – er setzt auf rücksichtsvolle Bürger. Und: Dutzende Abiturienten bei Kroatien-Fahrt positiv getestet. Der Überblick am 12. Juli.
Boris Johnson will an den geplanten umfangreichen Lockerungen festhalten

Boris Johnson will an den geplanten umfangreichen Lockerungen festhalten

Foto: POOL / REUTERS

Das waren die Corona-News am 12. Juli.

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+++ Johnson hält an Corona-Öffnungen für England fest +++

18.53 Uhr: Angesichts der angekündigten Corona-Lockerungen in England hat der britische Premierminister Boris Johnson die Bevölkerung zu Vorsicht und Rücksichtnahme aufgefordert. »Diese Pandemie ist bei Weitem nicht vorbei. Diese Krankheit gefährdet weiterhin Sie und Ihre Familien«, sagte Johnson in London. Die Bevölkerung könne nicht einfach zum Leben wie vor der Corona-Pandemie zurückkehren. Dennoch bestätigte der Regierungschef, dass fast alle Corona-Regeln vom 19. Juli an aufgehoben werden sollen.

Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt landesweit wieder in die Höhe geschossen.

Die Regierung empfehle mit Nachdruck, an Orten mit vielen Menschen wie im öffentlichen Nahverkehr weiterhin Masken zu tragen, sagte Johnson. Außerdem bitte die Regierung Nachtklubs und andere Veranstaltungsorte darum, den Impfstatus ihrer Gäste und Besucher mithilfe eines digitalen Nachweises zu überprüfen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es dann aber nicht mehr. Die harten Einreiseregeln, die für nicht Geimpfte oder Einreisende aus »roten Ländern« eine Quarantäne vorschreiben, blieben in Kraft.

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Gespräche über Nebenwirkung von Johnson & Johnson-Impfstoff

22.35 Uhr: Johnson & Johnson ist eigenen Angaben zufolge in Gesprächen mit der US-Arzneimittelbehörde FDA über das neurologische Krankheitsbild Guillain-Barre-Syndrom nach einer Impfung mit dem hauseigenen Impfstoff Janssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Syndrom auftrete, sei sehr gering, teilt Johnson & Johnson mit. Zuvor hatte das »Wall Street Journal« berichtet, dass die FDA einen neuen Warnhinweis bei dem Mittel des US-Konzerns veröffentlichen werde. Bei dem Guillain-Barre-Syndrom handelt es ich eine seltene Autoimmun-Krankheit, bei der das Nervensystem angegriffen wird.

Frankreich und Griechenland führen Impfpflicht für Gesundheitskräfte ein

21.35 Uhr: Nach Italien führen auch Frankreich und Griechenland eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte ein. Die beiden EU-Länder reagieren damit auf die rapide Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus, wie der französische Präsident Emmanuel Macron und der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ankündigten. Für nicht Immunisierte wird zugleich der Zugang zu Innenräumen etwa von Restaurants oder Bars erschwert.

In Frankreich müssen sich alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen laut Macron bis spätestens zum 15. September impfen lassen. Andernfalls können sie laut Gesundheitsminister Oliver Véran nicht mehr arbeiten und werden nicht mehr bezahlt. Für früh in diesem Jahr geimpfte Risikogruppen soll es zudem ab September Auffrischungs-Impfungen mit einer dritten Dosis geben.

In Griechenland gilt die Impfpflicht ab Mitte August für Mitarbeiter in Altenheimen und ab dem 1. September für den Gesundheitsbereich. »Wir können das letzte Kapitel der Gesundheitskrise nur beenden, wenn jeder das Vakzin der Freiheit in seinem Arm hat«, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Das Land werde nicht wegen der ablehnenden Haltung einzelner in einen neuen Lockdown gehen. In Italien gibt es die Pflicht-Impfung für Ärzte und anderes medizinisches Personal bereits seit Mai. In Deutschland wird darüber diskutiert, sie für das Personal in Kitas und Schulen einzuführen.

In Frankreich wie in Griechenland sind jeweils rund 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. In beiden Ländern war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. Experten führen dies auf die Delta-Variante zurück, die erstmals in Indien festgestellt worden war. In Frankreich zeigte die halbstündige Ansprache Macrons umgehend Wirkung: Die Buchungsseite Doctolib erklärte auf Twitter, die Zahl der vereinbarten Impftermine sei sprunghaft angestiegen.

Spanischer Corona-Hotspot Katalonien schränkt Nachtleben weiter ein

20.31 Uhr: Zur Eindämmung der schon seit Tagen rasant steigenden Infektionszahlen schränkt der spanische Corona-Hotspot Katalonien nächtliche Aktivitäten weiter ein. Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe müssen in der Region mit der Metropole Barcelona und einer knapp 600 Kilometer langen Küste künftig ab 0.30 Uhr schließen. Die Maßnahme werde »morgen oder übermorgen in Kraft treten«, sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Patricia Plaja.

Neben anderen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sollen Treffen von mehr als zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum untersagt werden. Auch sollen alle Strände und Plätze zwischen 0.30 Uhr in der Nacht und 6.00 Uhr morgens gesperrt werden. Einige dieser Maßnahmen müssten noch vom Oberlandesgericht Kataloniens gebilligt werden, da »Grundrechte verletzt werden«, sagte Plaja.

So schlimm wie in der beliebten Urlaubsregion an der Grenze zu Frankreich ist die Corona-Lage derzeit nirgendwo sonst in Spanien. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen kletterte zuletzt auf gut 448. Zum Vergleich: In ganz Spanien lag dieser Wert zuletzt bei knapp 200, auf den Balearen bei 153 – und in Deutschland bei 6.

Erst vor einer Woche hatte die katalanische Regionalregierung eine Schließung der Innenbereiche aller nächtlichen Vergnügungslokale beschlossen. Die Zahlen stiegen aber trotzdem weiter. Ungeachtet der besorgniserregenden Lage sind die Strände, aber auch Hotels, Kneipen und Läden in Barcelona und anderen Küstengemeinden dieser Tage zum Teil überfüllt, wie Medien berichteten.

Zahl der Krankenhauspatienten steigt in Portugal wieder schnell

19.53 Uhr: Im beliebten Urlaubsland Portugal ist die Zahl der Krankenhauspatienten mit Covid-19 deutlich angestiegen. Erstmals seit Ende März lag dieser Wert am Montag wieder über 700. Er sei innerhalb eines Tages um 57 auf 729 geklettert, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Prozentual betrachtet seien die Zahlen der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern sowie jenen auf Intensivstationen so stark angestiegen wie seit Februar nicht mehr.

In Portugal verschlechtert sich die Corona-Lage bereits seit vielen Wochen. Am Montag meldeten die Behörden in dem Land mit rund 10,3 Millionen Einwohnern 1782 Neuinfektionen und acht Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz, die vor gut einem Monat noch bei 55 lag, stieg den amtlichen Angaben zufolge innerhalb eines Tages von 272 auf 315. Im Land breitet sich vor allem die als ansteckender geltende Delta-Variante des Coronavirus aus, sie macht im ganzen Land bereits etwa 90 Prozent der Neuinfektionen aus.

Im Kampf gegen die Pandemie wurde vor eineinhalb Wochen wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. In Regionen mit besonders schlechter Corona-Lage, darunter auch in Lissabon, dürfen die Menschen zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund auf die Straße. Betroffen sind vier Millionen Menschen.

DHL-Blockade am Leipziger Flughafen: Impfstoff nicht betroffen

18.11 Uhr: Am Leipziger Flughafen haben Ökoaktivisten keinen Transport von Impfstoffen verhindert. Zuvor hat die sächsische Polizei behauptet, gut 50 Demonstranten hätten Samstagnacht Lkw blockiert, in denen Impfstoffe transportiert wurden. »Unter den so aufgehaltenen Fahrzeugen waren auch Lkw, die mit Impfstoffen beladen waren«, hieß im Bericht der Polizei. Die Beamten berufen sich auf einen »Verantwortlichen von DHL«, dass ein »Schaden im Millionenbereich« entstanden sei.

Wie ein DHL-Sprecher dem SPIEGEL nun sagte, habe die nächtliche »Sperrung der Zufahrt zum DHL Express Drehkreuz« zu »Verzögerungen im Betriebsablauf mit lokal überschaubaren Auswirkungen geführt.« Der entstandene Schaden lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend benennen. Weiter sagte der Sprecher: »Ausgeschlossen werden kann allerdings, dass Impfstofflieferungen betroffen waren.«

Samstag hatten etwa 50 Ökoaktivisten gegen den Ausbau des Flughafens demonstriert, direkt am DHL-Hub. Zum Ende der Kundgebung wurden die Demonstranten von der Polizei in Gewahrsam genommen. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte die Aktion scharf kritisiert und sprach gegenüber der Leipziger Volkszeitung davon, es seien »Grenzen überschritten«.
Der sächsische Landtagsabgeordnete Marco Böhme (Linke) sagte dem SPIEGEL: »Es war eine von vier Zufahrtsstraßen besetzt, von einer vollständigen Blockade kann also überhaupt keine Rede sein.« Die Fahrzeuge konnten also einfach über ein anderes Tor weiterfahren. Er hatte die Demonstration angemeldet, die problemlos genehmigt worden sei.

Dutzende Abiturienten bei Kroatien-Fahrt positiv getestet

18.06 Uhr: 25 junge Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen sind bei einer gemeinsamen Abiturfahrt positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach bisherigen Erkenntnissen steckten sich zwei der Abiturienten zunächst im privaten Bereich an und fuhren dann mit anderen Abiturienten in zwei Reisebussen nach Kroatien, wie das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen am Montag mitteilte. Dort hätten die Reisenden Schnelltests gemacht, die positiv ausfielen. Anschließende PCR-Tests bestätigten das Ergebnis.

Inzwischen sind die Betroffenen nach Angaben des Landratsamtes wieder zu Hause und in Isolation. Das Gesundheitsamt versuche nun, weitere Kontaktpersonen zu ermitteln. Der Inzidenzwert im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sei aufgrund des Ausbruchs innerhalb eines Tages von 11,7 auf 17,2 gestiegen, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Allerdings hätten fast alle derzeit Infizierten allenfalls leichte Symptome. Aufgrund einer Coronainfektion in stationärer Behandlung sei im Landkreis derzeit niemand.

WHO: Massenfeiern bei EM-Finale senden falsches Signal

17.48 Uhr: Die Bilder von Fan-Massen rund um das Finale der Fußball-EM behindern aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Kampf gegen die Pandemie. Während in Europa schon relativ viele Menschen gegen Covid-19 geimpft seien, seien Hunderte Millionen in anderen Regionen noch nicht geschützt, sagte WHO-Notfallkoordinator Mike Ryan am Montag in Genf.

Die Menschen dort würden den EM-Trubel sehen und denken, »Wow, die in Europa haben viel Spaß«, sagte er bei einer Pressekonferenz. Dies mache es schwieriger, Menschen in ärmeren Regionen ohne Impfstoff-Zugang dazu zu bewegen, sich weiterhin an Coronamaßnahmen zu halten.

»Die Realität ist, dass der Großteil der Welt noch nicht zur Normalität zurückkehren kann. Es ist wirklich wichtig, dass wir Solidarität zeigen«, sagte er. Die führende Coronaexpertin der WHO, Maria Van Kerkhove, wies zudem auf die ansteckendere Delta-Variante hin, die sich auch bei Massenveranstaltungen ausbreiten kann.

Stuttgarter Flughafen bietet Impfung für Urlauber an

17.30 Uhr: Reisende können sich von Mittwoch an auf dem Weg in den Urlaub am Stuttgarter Flughafen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Land biete ein offenes Impfangebot für alle an, die bald eine Flugreise antreten wollten, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Montag. Passagiere, die ab Stuttgart abheben, müssten nur ihre Tickets oder andere Buchungsnachweise vorlegen, um ohne Voranmeldung im Impfzentrum auf der Landesmesse gespritzt zu werden.

»Vorgesehen für die Aktion sind die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna«, teilte das Ministerium weiter mit. Es seien Erst- und Zweitimpfungen möglich. Allerdings sollten Urlauber vier Stunden Zeit vor dem Abflug einplanen, wenn sie vor dem Check-in und der Sicherheitskontrolle zum Impfen gehen.

WHO fordert Zurückhaltung bei Auffrischungsimpfungen

17.24 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO appelliert an die Länder, noch keine Auffrischungsimpfungen zu bestellen. Es gebe noch genug Nationen, die bislang noch nicht genügend Impfstoffe bekommen hätten, um ihre Bevölkerung oder das medizinische Personal zu schützen, sagt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stiegen wieder und die ansteckendere Delta-Variante dominiere zunehmend. In Kürze würde sie das Infektionsgeschehen weltweit beherrschen. Noch habe die Organisation auch keine Beweise, dass eine Auffrischungsimpfung nötig sei, sagt ein WHO-Vertreter.

Gericht kippt Quarantäne für Portugal-Touristin

16.50 Uhr: Die Quarantäne für eine Portugal-Reisende, die vier Tage vor der Lockerung der coronabedingten Einreiseregeln nach Deutschland zurückkehrte, ist nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Frankfurt unrechtmäßig. Die vollständig geimpfte Frau war am 26. Juni auf die portugiesische Insel Madeira geflogen. Die Bundesregierung hatte Portugal am 29. Juni zum Virusvariantengebiet erklärt, für das besonders strenge Einreiseregeln gelten, hob die Einstufung am 7. Juli aber bereits wieder auf.

Als die Frau am 3. Juli mit einem negativen PCR-Test zurückgekehrt, teilte ihr das Gesundheitsamt Frankfurt mit, sie müsse sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Gegen diese Entscheidung zog sie vor Gericht. Das gab ihr recht, wie eine Gerichtssprecherin am Montag erläuterte.

Israel beginnt mit Auffrischungsimpfungen

16.47 Uhr: Angesichts wieder steigender Coronainfektionen hat Israel am Montag damit begonnen, Patienten mit einem geschwächten Immunsystem eine Auffrischungsimpfung zu verabreichen. Für eine rasche dritte Impfung mit der Vakzine von Biontech/Pfizer kommen nach Angaben des Gesundheitsministeriums alle infrage, die eine Herz-, Lungen- und Nierentransplantation hinter sich haben, ebenso einige Krebspatienten.

Es werde immer deutlicher, dass Patienten mit geschwächtem Immunsystem »nach zwei Impfdosen nicht ausreichend Antikörper entwickeln«, erklärte das Ministerium. Das Sheba Medical Center in Tel Aviv verabreichte nach eigenen Angaben bereits am Montag mehreren Herztransplantations-Patienten die dritte Coronaimpfdose.

Kann es sichere Partys geben?

Junge Menschen beim Feiern in der Niederlande

Junge Menschen beim Feiern in der Niederlande

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Pro Shots

16.30 Uhr: In Spanien und den Niederlanden steigt das Infektionsgeschehen unter jungen Menschen rasant. Ob das auch in Deutschland zu erwarten ist, erklärt der Epidemiologe André Karch.

Niederländischer Premier entschuldigt sich für zu frühe Lockerungen

Mark Rutte: »Was wir für möglich hielten, war doch nicht möglich«

Mark Rutte: »Was wir für möglich hielten, war doch nicht möglich«

Foto: PHIL NIJHUIS / EPA

15.50 Uhr: Der niederländische Premierminister Mark Rutte hat sich für die aktuellen Lockerungen in seinem Land entschuldigt. Die Regierung habe einen »Einschätzungsfehler« gemacht, zitiert der niederländische Sender NOS den Premierminister. »Was wir für möglich hielten, war doch nicht möglich.«

In den Niederlanden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen explosionsartig gestiegen. Angesichts dieser Entwicklung hat das Land eine Reihe von Coronamaßnahmen wieder verschärft. Klubs und Discos müssen seit Samstag erneut geschlossen bleiben, für Gaststätten ist um Mitternacht Schluss. Auch Festivals und andere Großveranstaltungen, bei denen kein Sicherheitsabstand gewährleistet werden kann, sind nun wieder untersagt.

Kliniken warnen vor »Mehrbelastungen« durch Covid-Meldungen

15.30 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht die Pläne für erweiterte Meldepflichten zu Covid-19-Patienten kritisch. Die Inzidenz der hospitalisierten Fälle sei ein wichtiger Indikator, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Eine Meldepflicht der Hospitalisierungen einzuführen, sei aber wenig hilfreich, weil die wichtigsten Punkte bereits an die Gesundheitsämter gemeldet würden, hieß es weiter. Man stehe für einen konstruktiven Austausch bereit, um die notwendigen Meldedaten zu erheben. »Doppelmeldungen und damit einhergehende bürokratische Mehrbelastungen ohne Erkenntnisgewinn sind aber zu vermeiden.«

Die DKG verwies darauf, dass Kliniken und Klinikärzte über das Infektionsschutzgesetz bereits jetzt dazu verpflichtet seien, Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod in Bezug auf Covid-19 zu melden. Hinzu kämen weitere Angaben etwa über Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion und auch zum Impfstatus. »Warum diese Meldepflichten nun noch einmal in einer Verordnung verankert werden müssen, erschließt sich nicht.«

Zahl der Unterernährten weltweit deutlich gestiegen

15.00 Uhr: Der Hunger weltweit hat einem Uno-Bericht zufolge im Jahr der Pandemie 2020 deutlich zugenommen. Zwischen 720 und 811 Millionen Menschen – knapp ein Zehntel der Weltbevölkerung – waren Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr unterernährt, wie aus dem aktuellen Report zur Lage der weltweiten Nahrungsmittelsicherheit der Vereinten Nationen hervorgeht. Dies seien 70 bis 161 Millionen mehr als 2019, rechneten Fachleute der Welternährungsorganisation FAO in dem am Montag in Rom veröffentlichten Bericht vor.

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Über eine halbe Milliarde chinesische Impfstoffe für Covax-Initiative

14.45 Uhr: Die chinesischen Impfstoffhersteller Sinopharm und Sinovac beliefern die internationale Impfstoff-Initiative Covax mit bis zu 550 Millionen Dosen ihrer Covid-19-Vakzine. Demnach kommen bis zu 170 Millionen Dosen von Sinopharm und bis zu 380 Millionen Dosen von Sinovac, wie die Impfallianz Gavi mitteilt. Die Impfdosen sollen bis Mitte 2022 geliefert werden.

110 Millionen Dosen sollen Covax unmittelbar zur Verfügung gestellt werden. Die Covax-Allianz für einen weltweit gerechten Zugang zu Coronaimpfstoffen wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gavi und der internationalen Impfinitiative CEPI geleitet. Es war zunächst nicht klar, an welche Länder die chinesischen Impfstoffe gehen sollen.

Fünf Millionen Impfdosen: Myanmar schließt Deal mit Russland

14.27 Uhr: Die Militärregierung in Myanmar will nach eigenen Angaben mithilfe von Russland die bisher schwerste Coronawelle im Land bekämpfen. »Wir haben im Wesentlichen eine Vereinbarung mit Russland über die Produktion von fünf Millionen Impfdosen pro Jahr in Myanmar geschlossen«, erklärte Junta-Sprecher Zaw Min Tun am Montag vor Journalisten. Ob es sich dabei um die russische Vakzine Sputnik V oder den Einzeldosis-Impfstoff Sputnik Light handelt, sagte er nicht.

Im früheren Birma steigen rund fünf Monate nach dem Putsch der Generäle die Coronazahlen drastisch an. Es gibt kaum Impfstoff, zudem ist das Gesundheitssystem weitgehend zusammengebrochen.

Abiturienten empfinden Wechselunterricht als sehr belastend

Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler zu Beginn einer Abiturprüfung (Symbolfoto)

Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler zu Beginn einer Abiturprüfung (Symbolfoto)

Foto: Frank Molter/ dpa

14.14 Uhr: Unklare Konzepte, Lehrkräfte mit schlechter Medienkompetenz, kaum Vertrauen in die Politik: Abiturienten sind nach den bisherigen Pandemie-Erfahrungen desillusioniert. Das zeigte eine aktuelle Studie der Uni Paderborn.

Gastgewerbe fehlt Personal

12.45 Uhr: Die Gastronomie ist nach dem langen Shutdown inzwischen wieder weitgehend geöffnet, doch mancherorts fehlt für den Neustart das nötige Personal. »Viele Hotels und Restaurants klagen in der Tat über einen Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel«, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges. Außer Köchen und qualifiziertem Servicepersonal fehlten auch Saisonarbeiter aus dem Ausland und studentische Hilfskräfte.

Laut der Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie im April auf knapp 940.000. Im Vergleich zum April 2019 war dies ein Rückgang um knapp 154.000 Beschäftigte oder gut 14 Prozent. Auch im Vergleich zum April 2020, als die Coronapandemie Deutschland bereits fest im Griff hatte, sanken die Beschäftigtenzahlen im April 2021 um knapp 83.000 Beschäftigte und somit um rund acht Prozent.

»Wir wissen, dass Beschäftigte aus unserer Branche in die boomende Logistikbranche und in den Einzelhandel gewechselt sind«, sagte Hartges. Große Einzelhändler hätten gezielt um Mitarbeiter aus der Gastronomiebranche geworben, außerdem seien Mitarbeiter nach Österreich und in die Schweiz gewechselt, wo Gaststätten und Hotels bereits früher wieder öffnen durften.

Ryanair will 2000 Piloten einstellen

12.28 Uhr: Nach dem Einbruch des Luftverkehrs durch die Pandemie will die irische Fluggesellschaft Ryanair in den kommenden drei Jahren 2000 Piloten einstellen. Gesucht werden vor allem Nachwuchskräfte, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Freie Kapitänsposten würden vor allem intern vergeben.

Noch in diesem Jahr sollen dafür Trainingskurse beginnen. Hintergrund der Neueinstellungen ist die Anschaffung von mehr als 200 Boeing 737 der neuesten Generation. Die Erholung von der Coronakrise will Ryanair bis 2024 abgeschlossen haben. Bis dahin will der Billigflieger die Marke von 200 Millionen Passagiere jährlich knacken.

Politiker und Lobbyisten verlangen Abkehr von der Inzidenz als einzigem Maßstab

12.24 Uhr: Die Inzidenz verliert laut Gesundheitsminister Spahn zunehmend an Bedeutung. Stattdessen soll die Situation in den Krankenhäusern stärker in den Fokus rücken. Auch andere Politiker und Verbände argumentieren so. Lesen Sie hier mehr.

Söder kündigt Konzept für »Impfen to go« an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Foto: Matthias Balk / dpa

12.15 Uhr: Mit Impfanreizen und einfach zugänglichen Impfangeboten will Bayern das Coronaimpftempo erhöhen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte für die Kabinettssitzung an diesem Dienstag ein Konzept unter anderem mit »Impfen to go« und Impfungen an »ungewöhnlichen Orten« an. »Wir sind im Wettlauf mit der Zeit – mit der Delta-Variante«, sagte er am Montag beim Besuch des Münchner Impfzentrums, wo Impfungen für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen in München starteten. »Ich glaube, das Angebot muss noch näher an die Menschen kommen.«

Söder versprach insbesondere »mehr Freiheit« für vollständig Geimpfte. »Vollständige, unbeschwerte Freiheit gibt es nur mit Impfen. Ohne Impfen keine Freiheit – jedenfalls nicht so in der Form, wie wir es uns vorstellen.« Unter anderem sollten Quarantäneregeln für den Urlaub für zweifach Geimpfte nicht mehr gelten. Söder stellte aber auch eine Verbindung zwischen mehr Impfungen gerade unter Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen und weiteren Öffnungsschritten her. »Je mehr junge Leute geimpft sind, und zwar zweifach, desto leichter können wir zum Beispiel auch bestimmte Angebote wie Klubs oder Diskotheken wieder in Erwägung ziehen«, argumentierte er.

Finanzielle Anreize für Impfungen lehnte Söder dagegen als »nicht angemessen« ab. Er bekräftigte auf der anderen Seite allerdings auch, eine formale Coronaimpfpflicht wolle man weiter »auf keinen Fall«.

Regierung knüpft Bundesnotbremse nicht mehr nur an Inzidenz von 100

12.10 Uhr: Die Bundesregierung will eine möglicherweise drohende Rückkehr zur sogenannten Bundesnotbremse bei steigenden Infektionszahlen nicht mehr automatisch an den Anstieg auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 knüpfen. Das sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Man werde dies notfalls in Abhängigkeit der Fallzahlen, der Fortschritte beim Impfen und der wissenschaftlichen Einschätzung entscheiden, fügt er hinzu. Der Zusammenhang zwischen Fallzahlen und etwa der Zahl der Intensivpatienten habe sich möglicherweise verändert.

Corona-Ausbruch in Karlsruher Diskothek – Zahl der Infizierten steigt

11.00 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem Karlsruher Nachtklub zählt das Gesundheitsamt inzwischen 32 Infizierte. Die meisten der rund 120 Gäste, die den Klub vor rund zehn Tagen besucht hatten und von denen Kontaktdaten vorliegen, seien inzwischen erreicht worden, sagte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes. Ob jemand erkrankt ist, konnte er noch nicht sagen. Über die gestiegenen Infektionszahlen hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Unter anderem hatte eine infizierte Reiserückkehrerin aus Mallorca den Klub besucht. Zudem hätten viele Klubgäste falsche oder unvollständige Angaben gemacht, hatte der Gesundheitsamtsleiter Peter Friebel gesagt. Im Klub sollen an dem Abend insgesamt rund 200 Menschen gewesen sein.

Thailand verschärft Coronabeschränkungen in Bangkok

Ungewohntes Bild in der Millionenmetropole: Leere Straße in Bangkok

Ungewohntes Bild in der Millionenmetropole: Leere Straße in Bangkok

Foto: LILLIAN SUWANRUMPHA / AFP

10.32 Uhr: In Thailands Hauptstadt Bangkok und neun besonders betroffenen Provinzen sind am Montag neue Coronabeschränkungen in Kraft getreten. Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Coronawelle infolge der hochansteckenden Alpha- und Delta-Varianten. Seit Beginn der Pandemie wurden nach Behördenangaben mehr als 345.000 Infektionsfälle und 2791 Todesopfer verzeichnet – der Großteil davon in der jüngsten, im April ausgebrochenen Coronawelle.

Für die mehr als zehn Millionen Menschen in Bangkok gilt nun eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 04.00 Uhr. Versammlungen mit mehr als fünf Teilnehmern sind untersagt, die öffentlichen Verkehrsmittel stellen ab 21.00 Uhr den Betrieb ein. Supermärkte, Restaurants, Banken, Apotheken und Elektronikgeschäfte in Einkaufszentren dürfen geöffnet bleiben, alle anderen Geschäfte müssen schließen.

So verzweifelt kämpfen Bund und Länder um die Herdenimmunität

10.10 Uhr: Impfmobile für Studierende und soziale Brennpunkten, Konzert-Gutscheine oder lokale Werbekampagnen: Was lassen sich die Länder einfallen, um Impfmüde zur Spritze zu kriegen?

Impfkampagne in Deutschland stockt – Spahn appelliert

9.55 Uhr: Die Impfkampagne in Deutschland stockt. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurden am Sonntag so wenige Menschen in Deutschland geimpft wie zuletzt im Februar. »Anders als im Februar ist nun aber genug Impfstoff da«, schreibt Spahn auf Twitter und fügt hinzu: »Es bleibt dabei: Bitte impfen lassen!« Seinen Angaben zufolge haben bislang 35,4 Millionen Deutsche oder 42,6 Prozent den vollen Impfschutz, 48,6 Millionen oder 58,5 Prozent sind mindestens einmal geimpft.

Taiwan erhält 10 Millionen Biontech-Impfdosen aus Deutschland

9.34 Uhr: Die Inselrepublik Taiwan hat sich mithilfe zweier großer Technologieunternehmen 10 Millionen Dosen des Coronaimpfstoffs von Biontech aus Deutschland gesichert. Wie Taiwans Regierung am Montag mitteilte, spendeten der taiwanesische Chiphersteller TSMC und der Elektronikhersteller Hon Hai die Dosen, nachdem die Unternehmen zuvor Vereinbarungen über den Kauf des Impfstoffes geschlossen hatten.

324 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz bei 6,4

9.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 324 neue Positivtests. Das sind 112 mehr als am Montag vor einer Woche, als 212 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 6,4 von 6,2 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Zwei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 91.233.

Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Coronatests positiv aus.

Die Montagswerte sind meist weniger aussagekräftig als die an anderen Wochentagen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten an das RKI übermitteln und weniger getestet wird.

Mitglied des Ethikrats schlägt Impfpflicht für Lehrkräfte und Kitapersonal vor

9.24 Uhr: Politiker sprechen von einer Rückkehr zum »normalen« Unterricht, zeitgleich steigen die Infektionszahlen. Humangenetiker Wolfram Henn weist jetzt auf die besondere Verantwortung von Lehrerinnen und Kitapersonal hin. Lesen Sie hier mehr.

Kassenarzt-Chef hält Impfquote von 90 Prozent für nicht erreichbar

9.05 Uhr: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält eine Coronaimpfquote von 90 Prozent für nicht erreichbar. Gassen sagte am Sonntagabend in der »Bild«-Sendung »Die richtigen Fragen«: »Wir müssen uns klarmachen, dass Impfquoten von 90 Prozent Science-Fiction sind. Wir werden die niemals erreichen.«

Gassen hält auch die vom Robert Koch-Institut genannte Zielquote 85 Prozent für wenig realistisch. Eine hohe Impfquote würde er »bei jenseits der 70 Prozent ansiedeln«, sagte er. Die Impfkampagne werde »an einen Punkt kommen, wo man gegen eine unsichtbare Wand läuft, weil Menschen sich nicht impfen lassen wollen, weil sie Corona ignorieren oder weil sie Impfungen misstrauen«.

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Großhandelspreise steigen so stark wie seit 1981 nicht mehr

8.56 Uhr: Die Verkaufspreise im Großhandel sind im Juni so stark gestiegen wie seit fast 40 Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, legten die Großhandelspreise um 10,7 Prozent gegenüber Juni 2020 zu. Eine noch höhere Vorjahresveränderung hatte es demnach zuletzt im Oktober 1981 infolge der zweiten Ölkrise gegeben – damals legten die Preise um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu.

Die hohe Steigerungsrate liegt nach Angaben des Bundesamtes zum Teil am sogenannten Basiseffekt. Denn im Vorjahresmonat Juni 2020 war das Preisniveau wegen der Coronakrise sehr niedrig – entsprechend hoch ist der Anstieg im Vergleich.

Deutsche arbeiteten im Juni weniger von zu Hause aus

8.40 Uhr: Eine steigende Zahl von Beschäftigten in Deutschland arbeitet wieder im Büro und nicht mehr in der eigenen Wohnung. Im Juni ist der Anteil der Beschäftigten, die zumindest zeitweise im Homeoffice tätig sind, von 31 auf 28,4 Prozent gefallen. Das schätzt das Münchner Ifo-Institut in einer am Montag veröffentlichten Meldung.

Im Dienstleistungsbereich ist der Anteil der Heimarbeiter nach wie vor sehr groß, ging aber von 41,5 auf 38,5 Prozent zurück. In der IT-Branche ist die Home-Office-Quote mit 76 Prozent am höchsten, die Rückkehr an den Büroschreibtisch nach wie vor die Ausnahme. Mehr Arbeit vor Ort und weniger Homeoffice gab es auch im Groß- und Einzelhandel, am Bau sowie in der Industrie.

Saarländischer Ministerpräsident Hans will weitere Lockerungen

8.30 Uhr: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat weitere Lockerungen der Coronamaßnahmen gefordert. »Es wird auch weiterhin Lockerungen geben müssen, wenn die Zahlen niedrig bleiben«, sagte Hans im ZDF-»Morgenmagazin«. Etwaige Einschränkungen müssten sich an den Infektionszahlen orientieren, aktuell sei es »geboten, Freiheiten wiederherzustellen«.

Hans will zudem neben dem Inzidenzwert andere Faktoren bei der Beurteilung der Coronapandemie hinzuziehen und lehnt eine Bundesnotbremse beim Wert von 100 ab. »Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass wir in diesem Herbst nicht allein auf die Inzidenz starren«, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Dass die Werte derzeit wegen der Delta-Variante nach oben gehen, sehe man in ganz Europa. »Wichtig ist, dass wir verstärkt Faktoren in Betracht ziehen wie zum Beispiel die Belastung des Gesundheitswesens, die Belegung der Intensivstationen, die Art und Weise wie Patientinnen und Patienten ankommen – all das muss eine Rolle spielen.« Er würde es für falsch halten, eine Regelung wie die Bundesnotbremse ab einer Inzidenz von 100 nochmals »zu zünden.« Er sehe auch nicht, dass das komme. Zwingend sei es dagegen, den Impffortschritt voranzutreiben. Anreize wie eine Lotterie seien dabei »definitiv eine Option«.

London entscheidet über Aufhebung aller Coronaregeln

5.45 Uhr: Die britische Regierung entscheidet an diesem Montag über die Aufhebung der verbliebenen Coronaregeln in England zum 19. Juli. Es wird erwartet, dass Premierminister Boris Johnson trotz eines enormen Anstiegs der Zahl der Neuinfektionen an seinen Plänen festhält und endgültig die Rückkehr zur Normalität ankündigt. Damit würden schon in einer Woche Abstandsregeln und Maskenpflicht fallen – gegen den Rat von Wissenschaftlern und trotz Kritik von Gewerkschaften, Bürgermeistern und Oppositionspolitikern.

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Discos und Nachtklubs können wieder öffnen, in Pubs dürfen Gäste ihre Pints eng an eng genießen, für Veranstaltungen gibt es keine Zuschauerbegrenzungen mehr. Johnson hatte die Lockerungen vor einer Woche angekündigt, aber eine letzte Prüfung angekündigt. Bereits beschlossen ist, dass vom 19. Juli an vollständig geimpfte Menschen sowie Minderjährige mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich ohne Quarantäne ins Land einreisen dürfen. Touristen etwa aus Deutschland müssen aber weiterhin nach Ankunft für mindestens fünf Tage in Selbstisolation.

Die Lockerungen gelten nur für den größten britischen Landesteil England, der keine eigene Regierung hat. Für die Gesundheitspolitik in Schottland, Wales und Nordirland sind die jeweiligen Landesregierungen zuständig. Dort wird es noch länger dauern, bis die letzten Coronavorschriften aufgehoben werden.

Südafrika verlängert strikte Coronarestriktionen

5.26 Uhr: Wegen hoher Infektionszahlen verlängert Südafrika seine strikten Coronabeschränkungen für weitere zwei Wochen. Die Ansteckungszahlen blieben angetrieben von der neuen Delta-Variante extrem hoch, begründete Präsident Cyril Ramaphosa die Entscheidung am Sonntagabend in einer TV-Rede.

Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Stadt Pretoria sowie die Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Reisen sind dort nur noch geschäftlich erlaubt. Aber auch in anderen Regionen breite sich die Delta-Variante rasant aus, sagte Ramaphosa.

Die Restriktionen sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot sowie weitgehende Versammlungsverbote im Freien vor. Die Schulen sollen nach den Ferien um eine zusätzliche Woche, bis zum 26. Juli, geschlossen bleiben. Restaurants dürfen hingegen unter strengen Vorgaben wieder öffnen.

Macron verkündet neue Maßnahmen gegen vierte Coronawelle

Emmanuel Macron

Emmanuel Macron

Foto: IAN LANGSDON / EPA

04.14 Uhr: Angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante in Frankreich wird Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache am Montagabend neue Schutzmaßnahmen verkünden. Diese werden am Morgen bei einer Sondersitzung der Regierung beschlossen. Im Gespräch ist vor allem eine Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal.

Die Regierung hatte erst vor rund zweieinhalb Monaten einen Zeitplan für die allmähliche Lockerung der strikten Coronabeschränkungen vorgestellt. Inzwischen aber ist die Delta-Variante auch in Frankreich auf dem Vormarsch und sorgt für einen rapiden Anstieg der Infektionen: Am Samstag wurden fast 4700 Fälle registriert, nach 3000 Fällen eine Woche zuvor. Der wissenschaftliche Beirat der Regierung geht davon aus, dass bis zu 95 Prozent der Franzosen immunisiert sein müssen, um die Epidemie in den Griff zu bekommen.

Olympiastadt Tokio erneut im Notstand – Klagen über Impfstoffmangel

03.43 Uhr: Begleitet von Klagen über Impfstoffmangel ist in Tokio für die Dauer der Olympischen Spiele erneut der Coronanotstand in Kraft getreten. Restaurants dürfen seit Montag keinen Alkohol mehr ausschenken und müssen ebenso wie große Kaufhäuser bereits um 20.00 Uhr schließen. Bei Sport- und Kulturveranstaltungen sind maximal 5000 Zuschauer erlaubt, sofern die Hälfte der Platzkapazitäten nicht überschritten wird. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Am Vorabend des inzwischen vierten Notstands in Tokio, der vorerst bis 22. August gilt, beklagten Japans Gouverneure Chaos beim Impfprozess im Land angesichts eines Mangels an Impfdosen.

Sie warfen der Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga vor, in dem äußerst spät angelaufenen Impfprozess für Verwirrung zu sorgen. Der Staat hatte Druck auf die Lokalregierungen ausgeübt, die Impfungen zu beschleunigen, mit dem Ziel, jedem Bürger bis Oktober oder November ein Impfangebot zu machen. Doch nun hapert es plötzlich an genügend Impfdosen, weswegen immer mehr Orte keine weiteren Impftermine mehr annehmen beziehungsweise wieder stornieren müssen. Viele Menschen in Japan werfen der Regierung von Ministerpräsident Suga mangelhaftes Krisenmanagement im Umgang mit der Pandemie vor.

New South Wales in Australien verzeichnet Rekordanstieg an Coronafällen

03.17 Uhr: Australiens Bundesstaat New South Wales vermeldet am heutigen Montag 112 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Es handelt sich um den höchsten Anstieg dieses Jahres. Die Hauptstadt von New South Wales, Sydney, befindet sich in der dritten Lockdown-Woche, um den Ausbruch der Delta-Variante einzudämmen.

Grüne sprechen sich gegen Freiheitseingriffe für Nichtgeimpfte aus

02.52 Uhr: Die Grünen haben sich gegen harte Freiheitseingriffe für Menschen ohne Coronaimpfung ausgesprochen. »Freiheit darf kein Privileg derjenigen mit gutem Zugang zum Gesundheitswesen sein«, sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche der »Rheinischen Post«. Sie forderte die Bundesregierung auf, »endlich eine mehrsprachige und zielgruppengerechte Informationskampagne zu starten«.

Entgegen aller Erwartungen vor einem Jahr seien derzeit schon sehr viele Menschen in Deutschland geimpft. »Aber gerade jüngere Menschen ohne Priorisierung warten noch auf die Zweit- oder sogar Erstimpfung«, betonte die Grünenpolitikerin. Manche Menschen seien von der Impfkampagne noch gar nicht erreicht worden.

Zuvor hatte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte gefordert. Nichtgeimpften solle der Zugang etwa in Stadien oder ins Schwimmbad verwehrt werden, sagte Heinz der »Rhein-Zeitung«.

Holetschek: Rufe nach Aufhebung aller Coronamaßnahmen zu früh

02.36 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Forderungen nach einer Aufhebung aller Coronaeinschränkungen kritisiert. »Es bleibt wichtig und richtig, das Virus ernst zu nehmen und konsequent strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die lauten Rufe, die Schutzmaßnahmen aufzuheben, halte ich daher für absolut verfrüht«, sagte Holetschek der »Rheinischen Post«. Notwendig seien weiterhin allerhöchste Wachsamkeit, Vorsicht und Umsicht, vor allem mit Blick auf die deutlich ansteckendere Delta-Variante. »Maske tragen, Abstand halten und Impfen sind nach wie vor die wirksamsten Mittel, die jeder Einzelne dem Virus selbst entgegensetzen kann«, sagte der CSU-Politiker.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte sich jüngst für eine Aufhebung aller Coronaeinschränkungen ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Damit sei im Laufe des Augusts zu rechnen. Für den Vorstoß bekam Maas viel Zustimmung aus der Union und der FDP.

Taiwan kauft zehn Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs

02.21 Uhr: Die taiwanesischen Unternehmen Foxconn und TSMC unterzeichnen eigenen Angaben zufolge einen Kaufvertrag über zehn Millionen Impfeinheiten mit dem deutschen Hersteller Biontech im Wert von knapp 300 Millionen Euro. Foxconn-Gründer Terry Gou schreibt auf seiner Facebook-Seite, er sei »erfreut« über den Deal, der vorsehe, dass Foxconn und TSMC jeweils fünf Millionen Dosen kaufen, die dann der Impfkampagne der Regierung gespendet werden sollen.

Biontechs chinesischer Vertriebspartner Shanghai Fosun Pharmaceutical bestätigt die Vereinbarung. Bislang ist noch kein Lieferzeitraum bekannt. Taiwans Regierung versucht seit Monaten, den Impfstoff direkt von Biontech zu erwerben und beschuldigt China, das die selbstverwaltete Insel als eigenes Territorium beansprucht, ein entsprechendes Impfabkommen zu blockieren. China streitet die Vorwürfe ab.

Ethikratmitglied fordert Impfpflicht für Lehrkräfte und Kitapersonal

Grundschullehrerin schreibt an eine Tafel (Symbolbild)

Grundschullehrerin schreibt an eine Tafel (Symbolbild)

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Sebastian Gollnow / dpa

02.10 Uhr: Der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat hat eine Coronaimpfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas gefordert. »Wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hineinbegibt, trägt eben besondere berufsbezogene Verantwortung«, sagte Henn der »Rheinischen Post«. »Wir brauchen eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen.« Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sollten vor allem Kinder unter zwölf Jahren schützen, die keine Impfung bekommen könnten.

Zwar hätten Kinder selbst ein geringes Risiko, schwer an Covid zu erkranken, man müsse aber weiter damit rechnen, »dass sie das Virus in ihre Familien tragen und Menschen aus Risikogruppen infizieren«, sagte der Humangenetiker. Als Beispiel nannte er der Zeitung zufolge etwa Krebspatienten in Familien, die aufgrund akuter Therapien noch gar nicht geimpft werden konnten. Diese Gruppe gelte es jetzt durch eine Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen zu schützen. Eine allgemeine Impfpflicht lehnte Henn aber ab.

Bericht: RKI will Hospitalisierungen als zusätzlichen Leitindikator einführen

00.30 Uhr: Zur Einordnung des Pandemiegeschehens in Deutschland will das Robert Koch-Institut (RKI) einem Medienbericht zufolge die Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator einführen. Das berichtete die »Bild« unter Berufung auf eine interne Präsentation des RKI. Eine solche Praxis würde eine Abkehr vom Inzidenzwert als wichtigster Kennzahl der Coronapolitik bedeuten.

Es seien »weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung notwendig, aber die Gewichtung der Indikatoren untereinander ändert sich«, hieß es laut »Bild« in dem RKI-Papier. Das Institut begründet die Hinzunahme der Hospitalisierung demnach mit den »Konsequenzen zunehmender Grundimmunität«.

Dem Bericht zufolge rechnet das RKI mit einer »Abnahme des Anteils schwerer Fälle« und fordert daher einen »stärkeren Fokus auf die Folgen der Infektion«, darunter schwere Erkrankungen mit Hospitalisierung, Todesfälle und langfristige Folgen.

kha/jok/mjm/fdi/nek/AFP/dpa/Reuters
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