+++ Corona-News +++ Söder: »Impfpflicht wird Spaltung der Gesellschaft überwinden«

Bayerns Ministerpräsident glaubt nicht an Nachteile einer allgemeinen Impfpflicht. Und: Omikron-Variante auch in Portugal dominant. Der Überblick.
Markus Söder hält eine Impfpflicht offenbar für eine gute Idee

Markus Söder hält eine Impfpflicht offenbar für eine gute Idee

Foto: Sammy Minkoff / imago images/Sammy Minkoff

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Söder: Impfpflicht könnte Spaltung der Gesellschaft überwinden

Eine Impfpflicht würde nach Einschätzung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder die derzeitige Spaltung der Gesellschaft eher überwinden als vertiefen. Zum einen würden Vorurteile ausgeräumt, sagt der CSU-Chef der »Welt am Sonntag« . »Viele Menschen würden feststellen, dass es nicht so schlimm ist, sich impfen zu lassen – sondern im Gegenteil sogar schützt und Freiheit gibt.«

Außerdem helfe die Impfpflicht einigen, ihr Gesicht zu wahren. »Eine einheitliche Pflicht, die für alle gilt, schweißt zusammen.« Die Stimmung im Land sei derzeit noch schwieriger als vor der ersten Corona-Welle, es gebe es eine extreme politische Instrumentalisierung des Themas. »Das haben wir alle in der Dimension so nicht gesehen«, so Söder. »Ich habe die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, überschätzt und den Glauben an Verschwörungstheorien unterschätzt.«

Angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante forderte Söder eine neue Strategie. »Die aktuell gültigen Quarantäne-Regeln bedürfen mit Blick auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung von Omikron einer Überarbeitung. Wir können nicht das ganze Land in Quarantäne schicken.«

Omikron in den USA: Zahl der Neuinfektionen höher als bei Delta-Welle

22.20 Uhr: Die Omikron-Variante ist in den USA weiter auf dem Vormarsch: Die Zahl der im Schnitt der vergangenen Woche gemeldeten Neuinfektionen pro Tag überschreitet mittlerweile den Höchstwert der heftigen Delta-Welle im Sommer. Lag dieser Wert Anfang September um die 160.000, wurden zuletzt im Durchschnitt gut 175.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. In den USA ist die Omikron-Variante dominant. Vielerorts werden mit Blick auf die täglich gemeldeten Neuinfektionen Rekorde gebrochen. Über Weihnachten sind zahlreiche Flüge ausgefallen, weil es den Airlines an Personal fehlt.

Die Zahl der Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist aber noch deutlich niedriger als im Sommer. Die Situation könnte sich jedoch noch verschlechtern – Millionen Menschen in den USA sind nicht geimpft. Die Impfkampagne war gut angelaufen, dann aber ins Stocken geraten. Bislang sind knapp 62 Prozent der rund 330 Millionen Menschen im Land zweifach geimpft. Weniger als ein Drittel von ihnen hat auch eine Auffrischungsimpfung erhalten. In den USA ist der Booster sechs Monate nach der zweiten Impfung vorgesehen.

Corona-Rekord in Frankreich: Mehr als 100.000 neue Fälle an einem Tag

21.21 Uhr: Frankreich hat mit mehr als 100.000 Coronainfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert verzeichnet. Nach offiziellen Angaben vom Samstagabend wurden 104.611 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet – so viele wie noch nie seit Pandemiebeginn. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag landesweit zuletzt bei knapp 647 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Deutschland stuft Frankreich aktuell als Hochrisikogebiet ein.

Frankreichs Regierung will angesichts der drastisch steigenden Zahlen die Zugangsregeln etwa für die Gastronomie und Kulturbetriebe ändern. Zurzeit gilt dort sowie an zahlreichen weiteren Orten 3G. Künftig soll ein negativer Test allein nicht mehr ausreichen. Ein entsprechendes Gesetz will die Regierung in einer Sondersitzung am Montag auf den Weg bringen, es soll Mitte Januar verabschiedet werden.

Italien meldet fast 55.000 neue Coronafälle

20.06 Uhr: In Italien sind am Samstag 54.762 neue Coronainfektionen registriert worden. Damit meldet das Gesundheitsministerium den dritten Tag in Folge einen neuen Höchstwert. Seit dem Ausbruch im Februar vergangenen Jahres sind in Italien rund 5,57 Millionen Ansteckungen registriert worden. Mit 136.530 Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 hat das Land nach Großbritannien die meisten Coronatoten in Europa zu beklagen. Zuletzt starben in Italien 144 weitere Menschen an oder mit dem Virus.

Israel bestellt Pfizers neue COVID-19-Pille

19.32 Uhr: Israel hat 100.000 Einheiten der antiviralen COVID-19-Pille Paxlovid von Pfizer für Menschen ab 12 Jahren bestellt, bei denen das Risiko einer schweren Erkrankung besteht, sagte ein israelischer Beamter am Samstag und bestätigte einen Fernsehbericht.

Channel 12 TV sagte, der israelische Premierminister Naftali Bennett habe dem Deal in einem Telefongespräch mit Pfizer-CEO Albert Bourla zugestimmt. Eine sofortige Bestätigung seitens des Unternehmens gab es nicht.

Paxlovid, die erste orale und ambulant verabreichte Behandlung von COVID-19, war nach Daten aus der klinischen Studie von Pfizer bei der Verhinderung von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bei Patienten mit einem hohen Risiko für schwere Erkrankungen zu fast 90 Prozent wirksam. Jüngste Labordaten deuten darauf hin, dass das Medikament seine Wirksamkeit gegen die Omicron-Variante behält.

»Wie müssen uns auch nach der Pandemie noch in die Augen schauen können«

19.07 Uhr: Es ist bereits seine zweite Weihnachtsansprache seit Ausbruch des Coronavirus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft angesichts der Pandemie zu Rücksicht und Respekt auf. Die komplette Rede im Video.

Coronainzidenz im Südwesten weiter rückläufig

18.46 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist weiter rückläufig. Wie das Landesgesundheitsamt heute in Stuttgart mitteilte, betrug der Wert 228,4 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag hatte er bei 252,9 gelegen, vor einer Woche betrug er nach früheren Angaben noch 345,4. Die Zahl der bestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg im Vortagesvergleich um 1519 auf nun 996.796. Es wurden 7 weitere Todesfälle gemeldet, die Gesamtzahl beträgt nun 12.788, wie die Behörde mitteilte.

Bisher wurden 798 Fälle der Omikron-Variante (B.1.1.529) aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt – das waren 136 mehr als am Vortag. Bei den vom LGA täglich ausgewiesenen Omikron-Fällen handelt es sich sowohl um Verdachtsfälle als auch um Fälle, die per Vollgenom-Analyse bestätigt wurden. Zum Anteil der aktuellen Verdachtsfälle macht die Behörde keine Angaben. Die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten auf baden-württembergischen Intensivstationen lag bei 586. Das sind zwei mehr als am Vortag.

Impfen bei Latino-Klängen in Frankfurt am Main

18.31 Uhr: Latino-Klänge samt Piks statt Weihnachtslieder: Im Club Changó im Frankfurter Bahnhofsviertel wurde am ersten Weihnachtsfeiertag gegen das Coronavirus geimpft. Am Vormittag sei ordentlich was los gewesen, berichtete Betreiber Ferdinand Hartmann am Samstag. »Da haben wir richtig Gas gegeben.« Wie schon am Heiligabend sollte in dem Club bis in den Abend hinein geimpft werden. Es seien zwei Ärzte und Arzthelfer im Einsatz, auch könnten sämtliche Impfunterlagen gleich vor Ort digitalisiert werden, berichtete Hartmann.

In Hessen liefen an Heiligabend sowie den Weihnachtstagen einige Impfaktionen, an Heiligabend etwa vormittags auch in der Vorhalle des Frankfurter Doms. Einige Impfzentren hatten ebenfalls zeitweise geöffnet.

Forscher zur Pandemiebewältigung: Masterplan fehlt

18.19 Uhr: Die Coronapandemie hat aus Sicht von Forschern große Schwächen des Gesundheitssystems in Deutschland sichtbar gemacht. Sie fordern auch deshalb eine Neuausrichtung. »Das hat mal wieder gezeigt, dass wir ein Gesundheitssystem haben, was nicht modern und dynamisch aufgestellt ist, sondern in Teilen, etwa bei der Digitalisierung, eher an eine Bananenrepublik als an eine führende Industrienation erinnert«, sagte der Wissenschaftler Edmund Neugebauer der Deutschen Presse-Agentur. Der ehemalige Präsident der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) Theodor Fontane und Seniorprofessor für Versorgungsforschung hat gemeinsam mit dem Mediziner Klaus Piwernetz die Initiative »Strategiewechsel-jetzt!« zur Neuausrichtung des Gesundheitssystems ins Leben gerufen.

Mitglieder der Initiative sind unter anderem Boris Augurzky, Leiter im Kompetenzbereich Gesundheit des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken. In einem Positionspapier machen die Experten konkrete Vorschläge , wie das Management in der Coronakrise verbessert werden könnte.

Neugebauer hat in der Pandemie ein nicht funktionierendes Monitoringsystem ausgemacht. »Wir können nichts sagen über die Dynamik des Infektionsgeschehens, die Impfmaßnahmen und die Wirksamkeit einzelner Gegenmaßnahmen.« In der Politik hat sich ihm zufolge jeder seinen Experten herangezogen und sich der Meinungen bedient. Da jeweils unterschiedliche Datenquellen verwendet wurden, habe das in der Bevölkerung zu Verwirrung geführt, schätzt der Wissenschaftler ein. »Viele Lösungen der vergangenen Monate sind im Prinzip richtige Einzelentscheidungen, allein der Masterplan für eine logische und funktionale Abstimmung fehlt«, ergänzt Klaus Piwernetz, Geschäftsführer der Medimaxx Health Management GmbH mit Sitz in München.

Verdacht der Volksverhetzung nach Corona-Schmiererei in Greifswald

15.12 Uhr: Unbekannte in Mecklenburg-Vorpommern haben ein Gebäude des Universitätsklinikums Greifswald mit dem Schriftzug »Der Jude ist ungeimpft!« beschmiert. Nach Angaben der Polizei war einem Zeugen die gut sichtbare Schmiererei am Samstagmorgen aufgefallen. Mitarbeiter des Klinikums hätten den Schriftzug beseitigen können.

Der Bereich Staatsschutz der Kriminalpolizei nahm den Angaben zufolge Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung auf.

Bei Demonstrationen oder Protesten gegen Corona-Einschränkungen ist es deutschlandweit in den vergangenen Monaten wiederholt zu ähnlichen Vorfällen gekommen, etwa durch die Verbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen oder Holocaust-Verharmlosungen.

Lauterbach: Impfen ist Geschenk an die ganze Gesellschaft

14.17 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat seine Weihnachtsgrüße verbunden mit einem Appell zum Coronatesten sowie einem Dank an Impfende und Impfwillige. »Ich wünsche uns allen ein frohes Weihnachtsfest«, schrieb der SPD-Politiker am Samstag bei Twitter. »Werde heute beim Familienfest alle testen. Tun Sie bitte das auch. Es kann Leben retten.« Der Minister dankte zugleich allen, »die heute noch impfen oder sich impfen lassen. Es ist ein Geschenk an die ganze Gesellschaft.«

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Omikron nun auch in Portugal vorherrschende Coronavirus-Variante

14 Uhr: Auch in Portugal hat sich die Omikron-Variante als vorherrschende Coronavirus-Variante durchgesetzt. Wie die portugiesische Gesundheitsbehörde am Samstag mitteilte, wurden 61,5 Prozent der am Mittwoch verzeichneten Infektionsfälle auf Omikron zurückgeführt. Die Zahl der Todesfälle und der Einweisungen auf Intensivstationen sei aber weiter »stabil« geblieben.

Am Freitag wurden in Portugal 12.943 Infektionsfälle verzeichnet. So viele Fälle waren zuletzt am 29. Januar auf dem Höhepunkt der bisher schlimmsten Welle in dem Land registriert worden. Trotz einer hohen Impfquote war die Zahl der Neuinfektionen in Portugal wegen Omikron-Variante zuletzt wieder stark angestiegen.

Die Bundesregierung stuft Portugal seit Samstag als Hochrisikogebiet ein, es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Ebenfalls als Hochrisikogebiete gelten nun Spanien, die USA, Zypern, Finnland und Monaco.

Holetschek für Malusregelung in Krankenversicherung bei Verstoß gegen Impfpflicht

13.50 Uhr: Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat vorgeschlagen, bei Verstößen gegen die geplante allgemeine Impfpflicht nicht nur Bußgelder zu verhängen, sondern auch finanzielle Nachteile bei der Krankenversicherung zu erwägen. »Wir sollten zusätzlich auch prüfen, ob Malusregelungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung möglich und sinnvoll wären«, sagte der amtierende Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Mitteilung vom Samstag. »Denn das Risiko für Ungeimpfte, an Corona schwer zu erkranken, ist deutlich erhöht.«

Holetschek nannte keine Präferenzen. Infrage kämen unter anderem höhere Krankenkassenbeiträge für Ungeimpfte, eine Beteiligung an den Behandlungskosten oder die Streichung des Krankengelds. Die beiden letztgenannten Möglichkeiten sind demnach bereits gesetzlich geregelt – etwa bei Folgebehandlungen aufgrund von Komplikationen bei Schönheitsoperationen, Tattoos oder Piercings.

Holetschek fordert die Bundestagsparteien auf, die Impfpflicht noch im Januar auf den Weg zu bringen. »Wir müssen die allgemeine Impfpflicht zeitnah zum Wirksamwerden der einrichtungsbezogenen Impfpflicht starten«, sagte er mit Blick auf die Übergangsfrist bis zum 15. März. Bis dahin müssen Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen eine vollständige Impfung nachweisen.

China: So viele Fälle wie seit Monaten nicht mehr

13.35 Uhr: China hat am Samstag 140 neue Corona-Fälle verzeichnet – so viele wie seit vier Monaten nicht mehr. Von den 140 Neuinfektionen wurden nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission 87 im Inland übertragen. Die meisten neuen Fälle wurden in der Stadt Xi'an in der nordwestlichen Provinz Shaanxi registriert, wo für die 13 Millionen Einwohner seit Donnerstag ein strenger Lockdown gilt.

In Xi'an meldete das Gesundheitsamt am Samstag 75 lokal übertragene Fälle – die höchste Zahl seit einem Jahr. Aufnahmen des staatlichen Fernsehsenders CCTV zeigten lange Warteschlangen vor Testzentren in Xi'an. Der Infektionsherd in der ehemaligen Kaiserstadt hat sich laut staatlichen Medienberichten bisher auf fünf andere Städte ausgebreitet, darunter auch die Hauptstadt Peking.

Obwohl die Zahl der Infektionsfälle in China im Vergleich zu anderen Ländern immer noch verschwindend gering ist, gehen die Behörden rigoros gegen neue Ausbrüche vor. Üblich sind regionale Lockdowns, Massentests und Reisebeschränkungen. Die Behörden wollen das Virus unbedingt eindämmen, bevor im Februar die Olympischen Winterspiele in Peking beginnen.

Städte- und Gemeindebund kritisiert Corona-Strategie von Bund und Ländern

10.10 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Corona-Strategie von Bund und Ländern scharf kritisiert. »Es wird nach wie vor viel zu sehr auf Sicht gefahren«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. »Alle wissen, dass die neue Omikron-Welle kommt.« Deshalb seien langfristige Planungen unverzichtbar. »Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung würde steigen, wenn nicht immer nur von einer Bund-Länder-Konferenz zur nächsten entschieden würde«, sagte Landsberg.

Der Hauptgeschäftsführer forderte den Bundestag auf, erneut die epidemische Lage von nationaler Tragweite festzustellen. »Niemand wünscht sich einen Lockdown, er kann aber je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens rasch notwendig werden«, sagte er. »Deswegen muss die Politik sich diese Handlungsoption offenhalten, um dann sehr schnell reagieren zu können.«

Konzert mit 800 Besuchern ohne Coronaregeln in Hamburg beendet

9:31 Uhr: Ein Konzert mit etwa 800 Besuchern ist aufgrund der Missachtung der Coronaverordnung am Freitagabend in Hamburg durch die Polizei beendet worden. Wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte, wurden bei der gewerblichen Veranstaltung mit Liveband unter anderem keine Abstände eingehalten. Der Veranstalter sei daher kontaktiert worden. Im Laufe des Einsatzes sei es zu vereinzelten Zwischenfällen gekommen: Die Halle sei beschädigt worden, und es seien auch Platzverweise ausgesprochen worden. Diverse Ordnungswidrigkeitsverfahren seien eingeleitet worden.

Ministerpräsident Daniel Günther: »Wat mutt, dat mutt«

9.00 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther sieht in der Mentalität der Schleswig-Holsteiner einen Grund für die im Ländervergleich niedrigen Corona-Infektionszahlen. »Wir sind ein anderer Schlag Menschen«, sagte der CDU-Politiker. »Wat mutt, dat mutt (Was sein muss, muss sein – Anm. d. Red.). Das zeigt sich eben auch in einer solchen Krisensituation.«

Natürlich hielten sich auch nicht alle Schleswig-Holsteiner gern an Kontaktbeschränkungen oder andere Coronaregeln, sagte Günther. »Es ist den Leuten hier im Norden aber klar, dass so eine Krise nur mit Solidarität und mit Gemeinschaftsgefühl und Selbstverantwortung bekämpft werden kann.« Diese Einsicht sei offenkundig in Schleswig-Holstein weiter verbreitet als in manchen anderen Bundesländern.

Mehr als 297.000 Neuinfektionen in den USA

8.58 Uhr: In den USA melden die Gesundheitsbehörden mindestens 297.099 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mindestens 1176 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 52,15 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, mindestens 819.249 Menschen starben. Die USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, weisen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf. Die Omikron-Mutante hat in dem Land die Delta-Mutante als häufigste Virusvariante bereits verdrängt.

»Ein halbes Jahr – gar kein Kino«

8.30 Uhr: Die deutsche Kinobranche hat erneut ein schwieriges Jahr hinter sich. Nach einem monatelangen Lockdown öffneten viele Filmtheater erst im Sommer 2021 wieder. »Ein halbes Jahr – gar kein Kino«, sagte Verbandschefin Christine Berg vom HDF Kino in Berlin. Sie hätten Sorgen gehabt, dass die Menschen danach vielleicht nicht mehr ins Kino gingen. »Aber die Menschen sind gekommen.«

Seit Juli seien rund 38 Millionen Kinokarten verkauft worden, sagte Berg. Sie beruft sich auf Daten eines Branchenanalysedienstes. Damit könnten fürs Jahr ähnlich viele Tickets verkauft werden wie 2020. Im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie bedeutet das aber weiterhin einen drastischen Einbruch.

Patriarch Bartholomäus I. positiv auf Coronavirus getestet

6:53 Uhr: Das Oberhaupt der orthodoxen Christen ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem 81-jährigen Patriarchen Bartholomäus I. gehe es trotz der Infektion »gut«, teilte sein Büro mit. Bartholomäus hatte bereits in den vergangenen Wochen mit gesundheitlichen Problem zu kämpfen, im November war ihm bei einem Besuch in den USA ein Stent eingesetzt worden.

Die Corona-Infektion bei Bartholomäus sei bei einer Routine-Untersuchung in Istanbul nachgewiesen worden. Der Patriarch sei »vollständig« gegen Covid-19 geimpft und habe milde Symptome. »Sein allgemeiner Zustand ist aber gut«, hieß es in der Mitteilung.

Bartholomäus I. ist seit 1991 Patriarch von Konstantinopel. Der griechisch-orthodoxe Geistliche setzt sich für den Umweltschutz ein und hat sich seit seiner Berufung an die Spitze der orthodoxen Kirche um engere Beziehungen zur katholischen Kirche sowie zum Islam bemüht.

NRW: Ministerpräsident Wüst wirbt um Verständnis für Corona-Lasten

6.52 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wirbt bei den Bürgern um Verständnis für weitere absehbare Corona-Lasten auch 2022. »Wir tun alles für die baldige Rückkehr zur Normalität, aber wir als Politik müssen ehrlich sein: Corona wird uns auch im neuen Jahr noch sehr beschäftigen und viel abverlangen«, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. »Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden. Omikron ist eine ganz neue Dimension der Herausforderung.«

Hendrik Wüst (CDU): »Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden»Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden«

Hendrik Wüst (CDU): »Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden»Auch im neuen Jahr werden Einschränkungen im Alltag nötig bleiben werden«

Foto: JORG CARSTENSEN / POOL / EPA

Auf die Frage, ob er mit einer stärkeren Orientierung an wissenschaftlichen Empfehlungen einen Zick-Zack-Kurs in der Pandemie-Bekämpfung vermeiden könne, antwortete der Regierungschef der CDU/FDP-Koalition: »Mit einem verlässlichen, gradlinigen Kurs schaffen wir bei den Menschen das Vertrauen, das wir auch in den nächsten Monaten brauchen werden. Und trotzdem werden wir auch im weiteren Verlauf dieser Pandemie immer wieder dazu lernen.«

In diesen Wochen gehe es darum, Kontakte wieder deutlich zu reduzieren. Auch Masken und die bekannten Hygienemaßnahmen würden die Bürger noch monatelang begleiten, sagte Wüst. »Die Auffrischungsimpfungen und etwaige weitere Impfungen sind der wichtigste Baustein der Pandemiebekämpfung.«

Dennoch gebe es durchaus Hoffnung auf ein Ende der Pandemie. »Durch die Verfügbarkeit von genügend Impfstoff haben wir ja die Chance, uns gut zu schützen«. Leider sei die Strategie noch nicht, wie ursprünglich erhofft, aufgegangen. »Die geringe Impfquote in manchen Teilen Deutschlands hat uns bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht«, stellte der MPK-Vorsitzende fest. Der Weg heraus aus der Pandemie führe nur über Impfungen. »Ich hoffe, dass die Impfpflicht zügig kommt und auch dazu beiträgt, dass es dann eine gesellschaftliche Befriedung gibt.«

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erneut

6.50 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag der Wert bei 242,9. Am Vortag hatte er noch bei 265,8 gelegen, vor einer Woche bei 321,8. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 22.214 Neuinfektionen verzeichnet.

Seit Pandemiebeginn haben die Gesundheitsämter insgesamt 6.981.281 Fälle gemeldet. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 6.087.300. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in Deutschland stieg um 157 auf 110.276.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Von Anfang November an war der Wert rasant angestiegen. In der Folge wurden täglich neue Höchststände registriert. Seit Dezember sinkt die Zahl wieder.

In der Regierung gibt es allerdings große Sorgen vor einer weiteren Infektionswelle durch die Ausbreitung der wesentlich ansteckenderen Omikron-Variante. Laut dem jüngsten RKI-Wochenbericht vom Donnerstag ist die Variante mittlerweile in allen Bundesländern nachgewiesen worden.

Das RKI warnte zudem, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit einer »geringeren Test- und Meldeaktivität« zu rechnen sei. Demnach könnten die offiziellen Daten nur ein »unvollständiges Bild der epidemiologischen Lage« in Deutschland ergeben.

EU hat für Coronahilfen weniger Geld aufgenommen als angepeilt

6.48 Uhr: Für ihre Coronahilfen hat die EU in diesem Jahr weniger Geld am Kapitalmarkt aufgenommen als ursprünglich angepeilt. Wie die Kommission der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, wurden nicht so viele Anleihen wie geplant ausgegeben. Das liege daran, dass es weniger Nachfrage für Zahlungen gab und der Finanzierungsbedarf für 2021 daher angepasst wurde. Trotzdem habe die Kommission künftig ausreichend Mittel, um alle Zahlungen zu tätigen, sagte eine Sprecherin. Insgesamt wurden 71 Milliarden Euro an Anleihen ausgegeben. Ursprünglich waren 80 Milliarden Euro geplant, um erste Coronahilfen 2021 zu finanzieren.

Unter den ausgegebenen Anleihen waren erstmals umweltfreundliche »Green Bonds« im Wert von zwölf Milliarden Euro. Das Geld soll ausschließlich klimafreundliche Projekte der EU-Länder als Teil ihrer Aufbaupläne finanzieren, etwa Forschungsprojekte zur Energiewende oder Windparks. Rund ein Drittel des Corona-Aufbauprogramms soll durch grüne Anleihen finanziert werden.

Mehr als 4500 Feiertagsflüge storniert

6.45 Uhr: Angesichts der stark ansteigenden Omikron-Infektionen sind weltweit mehr als 4500 Flüge über die Weihnachtsfeiertage storniert worden. Fast 10.000 starteten am Freitag zudem erst mit Verspätung. Dies berichtet die Internetseite Flightaware, die Flüge weltweit verfolgt.

Britische Pubs kämpfen mit wirtschaftlichen Sorgen

6.30 Uhr: Nach einem krisengeprägten Jahr haben britische Pubs trotz weitreichender Freiheiten in England noch immer mit wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen. »Der Dezember ist ein entscheidender Monat für unsere Branche«, sagte ein Sprecher der British Beer and Pub Association der dpa. Doch die Coronavariante Omikron lasse viele am geselligen Abend im Pub zweifeln. »In vielen Betrieben wurden die Weihnachtsfeiern gestrichen oder deutlich verkleinert.«

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute in seiner Weihnachtsansprache aufgerufen, sich vor Familientreffen auf das Coronavirus zu testen und sich impfen zu lassen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Landsleute in seiner Weihnachtsansprache aufgerufen, sich vor Familientreffen auf das Coronavirus zu testen und sich impfen zu lassen.

Foto: Daniel Leal-Olivas / AFP

Das mag für manche Gäste auch daran liegen, dass in britischen Pubs nicht sonderlich viel getan wird, um Corona-Ausbrüche zu verhindern. Von 3G oder gar 2G und ähnlichen Nachweispflichten wollen die Briten in der Gastronomie nichts wissen und die kürzlich nachgeschärfte Maskenpflicht gilt weiterhin nicht in Pubs oder Restaurants. Der britische Pub-Verband versichert zwar, Pubs seien trotzdem sichere Orte, bekennt aber gleichzeitig: »Weniger Menschen kommen in den Pub, wenn Corona-Maßnahmen wie Masken, Impfnachweise und anderes gelten.«

1.05 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert Bund und Länder auf, die Pandemiebekämpfung langfristiger zu planen. »Die Akzeptanz in der Bevölkerung würde steigen, wenn nicht immer nur von einer Bund-Länder-Konferenz zur nächsten entschieden würde«, sagt der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Alle wüssten, dass die Omikron-Welle komme, daher seien langfristige Planungen unverzichtbar. Er fordert den Bundestag auf, erneut die epidemische Lage von nationaler Tragweite festzustellen. Die Politik müsse sich auch die Option eines Lockdowns offenhalten und schon jetzt Impfungen mit einem angepassten Omikron-Impfstoff vorbereiten.

nil/dop/svs/jso/dpa/AFP