Corona-News am Samstag Tausende demonstrieren in Kroatien und Italien gegen Corona-Politik

"Italien ist mit Berlin", unter diesem Motto haben in Rom zahlreiche Menschen gegen Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Auch in Kroatien gingen Tausende auf die Straße - ohne Mundschutz. Die wichtigsten News.
Ohne Mundschutz und ohne Abstand demonstrierten 3000 Menschen in Kroatiens Hauptstadt gegen Corona-Regeln

Ohne Mundschutz und ohne Abstand demonstrierten 3000 Menschen in Kroatiens Hauptstadt gegen Corona-Regeln

Foto: DENIS LOVROVIC / AFP

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USA bleiben das am stärksten von Corona betroffene Land

19.36 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 49.400 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt haben sich in den USA nun 6,181 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, meldet die Seuchenbehörde CDC. Die USA bleiben damit das am stärksten von der Pandemie betroffene Land, gefolgt von Brasilien und Indien. Weltweit sind mehr als 26 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert und mehr als 800.000 sind an oder mit dem Virus verstorben.

Proteste gegen Corona-Politik in Italien

Protestierende in Rom

Protestierende in Rom

Foto: Mauro Scrobogna / dpa

19.22 Uhr: "Italien ist mit Berlin", stand auf Transparenten, die Gegner von Schutzmaßnahmen gegen Corona in Rom schwenkten. In der italienischen Hauptstadt haben Hunderte gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung demonstriert. Bei dem Protest auf einem Platz in der Innenstadt sprachen unter anderem Impfgegner, ein ultrarechter Politiker der Partei Forza Nuova und Elternvertreter. Sie kritisierten eine angebliche "Gesundheits-Diktatur". Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in Schulen nannten sie "kriminell".

Tausende demonstrieren in Zagreb gegen Corona-Maßnahmen

18.49 Uhr: Rund 3000 Menschen haben in der Innenstadt von Zagreb in Kroatien gegen die Corona-Politik der kroatischen Regierung demonstriert. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie "Freiheit ist unsere Macht" und "Eltern und Kinder sind unzufrieden". Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Initiative "Rechte und Freiheiten". Unter den Rednern und prominenten Teilnehmern waren vor allem Politiker und Publizisten vom rechten Rand des politischen Spektrums sowie Impfgegner und Verschwörungstheoretiker, die vor dem Ausbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes warnen. Kaum jemand habe Masken getragen, Abstandsregeln seien nicht eingehalten worden, berichten kroatische Medien.

Laschet verteidigt Teilnahme an Freiluftkonzert in Sachsen

18.32 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seine Teilnahme an einem Festkonzert zum 30-jährigen Bestehen des Freistaates Sachsen mit 2000 Gästen verteidigt: "Die Regeln in Sachsen sind andere als in Nordrhein-Westfalen." In Sachsen seien die Infektionszahlen sehr viel geringer, deshalb könne man dort ein solches Konzert im Freien zulassen. "Bei uns ist es derzeit noch nicht möglich." Wenn die Corona-Infektionszahlen auch im Westen sinken würden, seien auch dort Lockerungen möglich. "Das ist gelebter Föderalismus", so Laschet. Er war von dem sächsischen Landeschef Michael Kretschmer (ebenfalls CDU) eingeladen worden, um bei dem Konzert Grußworte zu sprechen.

In Nordrhein-Westfalen dürfen mehr als 1000 Personen nur zusammenkommen, wenn der Veranstaltungsort zu maximal einem Drittel im Vergleich zur normalen Kapazität ausgelastet ist. Zudem muss außer den kommunalen Behörden auch das Land sein Einverständnis geben. Der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty hatte Laschets Teilnahme an der Feier in Sachsen deshalb kritisiert: "Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?"

Großbritannien meldet 1813 Neuinfektionen

18.18 Uhr: Seit einigen Tagen stiegt die Zahl der Infektionen mit Covid-19 in Großbritannien. Im August wurden im Vereinigten Königreich pro Tag rund Tausend Fälle erfasst, nun sind es mehr als 1800.

Italienischer Tourismusverband zählt 65 Millionen Übernachtungen weniger als 2019

17.21 Uhr: "Ein verlorener Sommer", so nennt der italienische Tourismusverband die letzten Monate. Im Vergleich zum Vorjahr seien zwischen Juni und August mehr als 65 Millionen Übernachtungen weggebrochen. Hotels und andere Unterkünften meldeten 30 Prozent weniger Gäste. Im August habe sich der Markt leicht erholt, das reiche aber nicht aus, "um den Sommer 2020 zu retten". Der Tourismus macht etwa 13 Prozent von Italiens Bruttoinlandsprodukt aus.

Kleine Kieler Woche startet

16.59 Uhr: Die Kieler Woche lockt üblicherweise Zehntausende Besucher an. In diesem Jahr fällt das riesige Sommerfest wegen der Corona-Pandemie aus - die Veranstalter konzentrieren sich auf den Ursprung als Segelwettkampf. Die Kieler Woche sei "anders und doch vertraut", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bei der Eröffnung ohne Zuschauer im Segler-Olympiazentrum Schilksee. "Sie passt in die Zeit, weil sie ein Zeichen gegen allzu viel Corona-Pessimismus setzt. Sie zeigt aber auch, dass wir mit Abstand und Vorsicht eine schöne Zeit haben können."

Spahn ruft zu Herbst- und Weihnachtsurlaub in Deutschland auf

16.36 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut klar gemacht, dass er nicht mit einem raschen Ende der Corona-Pandemie rechnet. "Vielleicht schaffen wir es ja auch alle zusammen, mal für den Herbsturlaub und vielleicht auch gleich für den Weihnachtsurlaub, nicht so weit zu fahren, sondern einfach mal die Schönheit Deutschlands zu genießen", sagte er in Berlin. "Das macht's uns allen, übrigens auch den Gesundheitsämtern vor Ort, deutlich leichter." Man habe gesehen, dass "zumindest bestimmte Arten von Reisen und Urlaub Risiken mit sich bringen und Infektionen mit zurück nach Deutschland bringen". Die aktuelle Reiserückkehrer-Situation habe man "mit großem Aufwand gut in den Griff bekommen".

Messe Hamburg hat wieder geöffnet

15.01 Uhr: Der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH sprach von "einem Aufbruchsignal": Erstmals seit Aufhebung des Corona-Lockdowns findet in Hamburg wieder eine Messe statt. "Nordstil" wird von der Messe Frankfurt veranstaltet und ist eine Messe für Lifestyleprodukte und Wohnaccessoires. In den Hallen gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen wie eine Einbahnstraßenregelung und Maskenpflicht.

Einigung: Mehr Unterstützung für Gesundheitsämter

14.33 Uhr: Bund und Länder haben sich auf eine langfristige Stärkung der Gesundheitsämter verständigt. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in Berlin sagte, stellt der Bund für die Unterstützung des öffentlichen Gesundheitsdienstes vier Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen demnach für Personal, Digitalisierung und "zukunftsfähige Strukturen" eingesetzt werden. In einem ersten Schritt soll es bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben. Insgesamt sollen bis Ende 2022 mindestens 5000 neue und unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst geschaffen werden.

Australische Polizei nimmt Corona-Demonstranten fest

14.21 Uhr: In dem am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen australischen Bundesstaat Victoria hat die Polizei vier Demonstranten festgenommen. In der Hauptstadt Melbourne gelten strenge Restriktionen zur Eindämmung des Virus, darunter die Anweisung, zu Hause zu bleiben und eine nächtliche Ausgangssperre. Den vier Männern wird vorgeworfen, zu den sogenannten "Freedom Day"-Protesten angestiftet zu haben, die in mehreren Orten Melbournes stattfinden sollen. Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

Frankreich erlaubt erstes Fußballspiel mit 7000 Zuschauern

14.17 Uhr: Der französische Fußballverband hat die Entscheidung der lokalen Behörden gelobt, bei einem Zweitligaspiel zwischen Auxerre und Clermont am zweiten Septemberwochenende 7000 Fans zuzulassen. Eigentlich sind in Frankreich maximal 5000 Zuschauer bei Spielen zugelassen - Sondergenehmigungen können davon abweichen.

Spahn kritisiert Zuschauer-"Flickenteppich" im Profifußball

14.04 Uhr: Zuschauer-"Flickenteppich" statt gemeinsamer Regelung: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die unterschiedlichen Regelungen für Besucher in Fußballstadien kritisiert. Er hätte sich sehr gewünscht, "dass wir bis Ende Oktober einen gemeinsamen Ansatz haben für den Start in die Bundesliga", sagte Spahn bei einem Auftritt mit der Vorsitzenden der Länder-Gesundheitsminister, Berlins Senatorin Dilek Kalayci (SPD). Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass entsprechende Beschlüsse der 16 Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) keine zwei Wochen alt seien.

Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln - schon am 11. März fand das Spiel ohne Zuschauer statt.

Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln - schon am 11. März fand das Spiel ohne Zuschauer statt.

Foto:

Roland Weihrauch/ picture alliance/dpa

Der Profifußball hatte aber nicht auf eine gesamtdeutsche Regelung zur Rückkehr von Zuschauern gewartet. Mit der Zulassung von bis zu 4500 Fans setzt Bundesligist 1. FC Union Berlin am Samstag beim Test gegen den 1. FC Nürnberg das nächste Signal für den wachsenden Willen der Branche, die Geisterspiele zu beenden . Zuletzt hatte Bundesligist RB Leipzig die Erlaubnis erhalten, das erste Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 Mitte September vor bis zu 8500 Zuschauern zu bestreiten. Hertha BSC will dann vor rund 4000 Fans im Berliner Olympiastadion gegen Eintracht Frankfurt spielen.

1000-Dollar-Strafe für fliegende Maskenmuffel in Kanada

13.10 Uhr: Teurer Masken-Widerstand im Flugzeug: Das kanadische Verkehrsministerium hat erstmals zwei Flugpassagieren, die sich weigerten, eine Maske aufzusetzen, mit saftigen Geldstrafen belegt. Diese müssen je 1000 kanadische Dollar (650 Euro) Strafe zahlen, teilte das kanadische Verkehrsministerium mit. "In beiden Fällen wurden die Personen von der Besatzung wiederholt dazu aufgefordert, Gesichtsbedeckungen zu tragen, und in beiden Fällen haben die Personen sich geweigert", erklärte das Ministerium weiter.

Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Juni und Juli auf Inlandsflügen. Die Maskenpflicht gilt in Kanada wie in Deutschland in öffentlichen Verkehrsmitteln. In Flugzeugen gilt das in Kanada beim Einsteigen, während des Flugs und beim Aussteigen. Kanada hat in der Pandemie bislang mehr als 130.000 Infektionen und 9000 Todesfälle verzeichnet.

Slowakei meldet größten Corona-Anstieg seit Beginn der Pandemie

12.48: 226 neue Corona-Fälle verzeichnet die Slowakei innerhalb eines Tages - der größte Anstieg seit Beginn der Pandemie. Trotzdem bleibt die Slowakei mit insgesamt 4526 Fällen und 37 Todesfällen eins der am wenigsten betroffenen Länder in Europa.

Auch die Tschechische Republik verzeichnete mit 798 neuen Fällen den bisher größten täglichen Anstieg, während Ungarn einen Rekord von 510 neuen Fällen meldete.

Iran öffnet Schulen trotz steigender Corona-Zahlen

12.41 Uhr: Nach sieben Monaten dürfen in Iran 15 Millionen Schülerinnen und Schüler ab sofort wieder in die Schule gehen. Mehrere Mediziner kritisierten die Entscheidung angesichts steigender Infektionszahlen in Iran, einem der am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder.

Staatspräsident Hassan Rouhani betonte die Bedeutung von Bildung und Gesundheit für die Gesellschaft, fügte jedoch hinzu, dass Eltern nicht gezwungen würden, ihre Kinder wieder in die Schule zu schicken.

Die Zahl der durch das Coronavirus verursachten Todesfälle in Iran ist nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums um 110 auf 22.154 gestiegen. Insgesamt seien 384.666 Coronavirus-Fälle im Land registriert worden.

Bayerisches Gesundheitsministerium hält an vielen Tests fest

12.29 Uhr: Trotz der neuen Panne bei Testzentren hält das bayerische Gesundheitsministerium an seiner Teststrategie fest. "Es geht nicht um irgendwelche sinnlosen Massentestungen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Samstag. Menschen mit Symptomen sollten mit Priorität getestet werden. Aber auch der mit einem "leichten Kratzen im Hals", der seine Großmutter besuchen und sie nicht anstecken wolle, solle die Chance haben, sich kostenlos testen zu lassen. "Das ist ein Angebot an die Bevölkerung."

Die Probleme bei den Testzentren an Flughäfen in Bayern seien mittlerweile gelöst, betonte Huml erneut. Die "Befundübermittlung" sei inzwischen abgeschlossen. Am Freitag war bekannt geworden, dass etwa 10.000 Menschen länger als die versprochenen zwei Tage auf ihr Ergebnis warten mussten. Dabei ging es im Durchschnitt um "einige Stunden, Tage", so Huml.

Merkel will Gesundheitsämter stärken

12.07 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich vor dem Hintergrund der Coronakrise für eine langfristige Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes einsetzen. "Wir wollen deutlich mehr Stellen im Gesundheitsdienst schaffen und die technische Ausstattung weiter verbessern", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. Zugleich würdigte die Kanzlerin den "großartigen Beitrag" der Gesundheitsämter vor Ort bei der Bekämpfung der Pandemie.

Auf einer Videokonferenz am kommenden Dienstag will Merkel sich nun mit den Verantwortlichen darüber austauschen, "wie die Arbeit in den Gesundheitsämtern vor Ort abläuft, welche Herausforderungen sich stellen und wo die Politik helfen kann".

Die Bundesregierung habe "schon einiges auf den Weg gebracht, um den Gesundheitsämtern schnell zu helfen", sagte Merkel. So habe etwa das Robert Koch-Institut (RKI) 500 Frauen und Männer ausgebildet, damit sie den Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen könnten. Zudem gebe es bei Tests Unterstützung durch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Tschechien sagt Schottland-Spiel wegen Corona-Fällen ab

11.39 Uhr: Weil zwei Mannschaftsbetreuer positiv auf Coronavirus getestet wurden, hat die tschechische Fußballnationalmannschaft vorerst ihre weitere Teilnahme an der Nations League abgesagt. Die Mannschaft könne nicht zu dem für Montag geplanten Heimspiel gegen Schottland antreten, teilte der tschechische Fußballverband mit.

Alle Spieler seien negativ auf Covid-19 getestet worden, teilte ein Sprecher mit. Dennoch befürchte man eine Weiterverbreitung des Virus, falls die Mannschaft zusammenbleibe. Der zweite positive Corona-Fall bei einem Betreuer habe sich erst unmittelbar vor dem Spiel gegen die Slowakei am Freitagabend in Bratislava ergeben. Die slowakischen Gastgeber hätten ein Antreten der Mannschaft aber erlaubt, weil alle Tests der Spieler negativ gewesen seien. Das Team Tschechiens hatte gegen die Slowakei mit 3:1 gewonnen. Nun würden die Spieler getrennt nach Hause geschickt.

Ex-Premier der Cookinseln an Covid-19 gestorben

10.21 Uhr: Der ehemalige Premierminister der Cookinseln bei Neuseeland, Joseph Williams, ist im Alter von 82 Jahren infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das gaben die Pasifika Medical Association und das neuseeländische Gesundheitsministerium am Samstag bekannt. Der bekannte Arzt Williams, der auch zum Vorstand der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörte, war am 13. August mit Covid-19 in ein Krankenhaus im neuseeländischen Auckland gebracht worden.

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Neuseeland stieg damit auf 24. Nach mehr als drei Monaten ohne Todesfälle war bereits am Freitag ein Mann um die 50 in der Metropole Auckland gestorben.

Steinmeier zur Coronakrise: "Licht am Ende des Tunnels"

10.08 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich optimistisch zu den Perspektiven im Kampf gegen das Coronavirus geäußert. "Ich finde die Meldungen über die aussichtsreiche Forschung an Impfstoffen durchaus ermutigend", sagte Steinmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Es gibt Licht am Ende des Tunnels - allerdings wissen wir nicht, wie lang die Wegstrecke dahin noch ist." Deshalb dürfe man jetzt bei Bemühungen und Disziplin nicht nachlassen. "Wir haben den Corona-Ausnahmezustand gemeistert, jetzt werden wir nicht an der Corona-Normalität scheitern."

Steinmeier sagte, er verstehe die Belastungen der Menschen, doch der Weg der Vorsicht sei weiter geboten. Aus der "Corona-Müdigkeit" dürfe keine Rücksichtslosigkeit werden. Wiederholt hatte der Bundespräsident aufgerufen, die Corona-Regeln einzuhalten. Er glaube nicht, dass es zu einem weiteren Lockdown kommen werde. Alle wüssten, "dass ein zweiter Lockdown extrem schädlich für die Wirtschaft wäre. Und wir dürften nicht mit derselben Akzeptanz rechnen wie noch vor vier, fünf Monaten", sagte Steinmeier. "Deshalb ist die gesamte Politik in Bund und Ländern darauf ausgerichtet, dieses Szenario zu vermeiden."

Außerdem regte er eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland an, wann und wie sei aber noch unklar. "Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod", sagte Steinmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). Viele Patienten in Krankenhäusern und Altenheimen seien ohne den Beistand ihrer Angehörigen gestorben, die Hinterbliebenen hätten nicht Abschied nehmen können. "Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen - und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können."

1378 Neuinfektionen in Deutschland

08.28 Uhr: In Deutschland wurden 1378 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 248.997 . Es gab zwei weitere Todesfälle, insgesamt starben 9324 Menschen an den Folgen des Virus.

Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 222.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 0,85 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,94 (Vortag: 0,91). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Russland meldet 5205 neue Fälle

09.42 Uhr: Die russischen Behörden melden einen Anstieg der bestätigten Corona-Infektionen um 5205 auf nunmehr 1.020.310. Das ist die vierthöchste Zahl an Corona-Fällen weltweit. Die Zahl der Toten ist den Angaben zufolge binnen 24 Stunden um 110 auf 17.759 gestiegen.

Ukraine verzeichnet Rekordanstieg

09.38 Uhr: Die Ukraine verzeichnet einen Rekordanstieg bei den Corona-Infektionen. Binnen 24 Stunden seien 2836 Fälle hinzugekommen, teilt der Nationale Sicherheitsrat mit. In dem Land gilt bis zum 28. September ein Einreiseverbot für die meisten Ausländer, außerdem wurden Corona-Einschränkungen bis Ende Oktober verlängert, um das Virus einzudämmen.

Auch in Indien mehr als vier Millionen Infizierte

08.15 Uhr: Als weltweit drittes Land nach den USA und Brasilien übersteigt nun auch in Indien die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen die Marke von vier Millionen. Die Schwelle sei überschritten worden, nachdem binnen eines Tages 86.432 neue Fälle hinzugekommen seien, teilt das Gesundheitsministerium mit. Erst vor 13 Tagen hatte Indien die Schwelle von drei Millionen Infektionen erreicht. Die Zahl der Toten kletterte zum Samstag um mehr als 1000 auf 69.561.

Brasilien revidiert Corona-Zahlen nach oben

08:09 Uhr: Brasilien hat die neuesten Corona-Zahlen nach oben revidiert. Das Gesundheitsministerium meldet für die letzten 24 Stunden 51.194 Neuinfektionen und 907 weitere Todesfälle. Damit steigen die Zahlen auf insgesamt fast 4,1 Millionen Infektionen und 125.521 Tote.

Russischer Pharmakonzern investiert in Impfstoff-Fertigung in Deutschland

08:00 Uhr: Der russische Pharmakonzern R-Pharm investiert mehr als 20 Millionen Euro in den Standort Illertissen (Landkreis Neu-Ulm). Das sagte Standortleiter Ivan Semenov der "Südwest Presse". An dem Standort solle noch im ersten Quartal 2021 die Fertigung eines sogenannten Oxford-Impfstoffes gegen das Coronavirus starten. Die Kapazität sei ausgelegt auf 500 Millionen Impfdosen im Jahr. Mit dem Impfstoff aus dem Landkreis Neu-Ulm sollen 35 Länder beliefert werden, nicht aber Deutschland oder andere EU-Staaten. Der Oxford-Impfstoff (AZD1222) befinde sich im Moment in der entscheidenden Erprobungsphase III. Das Werk in Illertissen stelle zu einem späteren Zeitpunkt womöglich auch den Impfstoff Sputnik V her. Er ist in Russland schon zugelassen, die Erprobung entspricht aber noch nicht internationalen Standards.

vet/caw/dpa/Reuters/AFP/AP
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