+++ News-Update am 6. September +++ Frankreich weist sieben neue Risikogebiete aus

In Frankreich sind jetzt 28 der rund 100 Verwaltungsbezirke "rote Zonen". Und: Ein Polizeihubschrauber auf Mallorca vertreibt renitente Strandurlauber. Der Überblick.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Foto: Julien De Rosa / dpa

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Viele Neuinfektionen in Frankreich

20.49 Uhr: Frankreich hat am Sonntag sieben neue Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Damit gelten nach Angaben der Regierung nun 28 der rund 100 französischen Verwaltungsbezirke als "rote Zonen", wo das Virus "aktiv zirkuliert". Die Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen.

Neu betroffen sind neben den vier Départements Nord, Bas-Rhin, Seine-Maritime und Côte-d'Or mit Großstädten wie Lille, Rouen, Le Havre, Straßburg und Dijon die beiden Verwaltungsbezirke auf der Mittelmeerinsel Korsika und das Übersee-Département auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean.

Zuerst waren im August der Pariser Großraum und Teile der Mittelmeerküste zu Risikogebieten erklärt worden. Deutschland hat eine Reisewarnung für die Pariser Region sowie die Côte Azur und die Provence ausgesprochen.

Frankreich ist mit mehr als 30.700 Todesopfern eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas und hat bereits seit einiger Zeit mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen zu kämpfen. Am Sonntagabend meldeten die Gesundheitsbehörden gut 7000 Neuinfektionen. Am Freitag und Samstag waren Rekordwerte von jeweils fast 9000 neuen Fällen gemeldet worden.

Fast 3000 neue Corona-Fälle in Großbritannien

19.55 Uhr: Mit fast 3000 neuen Fällen hat Großbritannien am Sonntag die höchste Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit Ende Mai gemeldet. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, wurden 2988 Neuansteckungen verzeichnet. Am Samstag hatte die Regierung noch 1813 neue Fälle gemeldet.

Großbritannien ist mit 347.152 Infektions- und 41.551 Todesfällen das am stärksten betroffene Land in Europa. Am Sonntag kamen zwei neue Todesopfer hinzu.

Der gesundheitspolitische Sprecher der oppositionellen Labour-Partei, Jonathan Ashworth, bezeichnete die steigenden Infektionszahlen im Onlinedienst Twitter als "zutiefst besorgniserregend". Er forderte Gesundheitsminister Matt Hancock auf, am Montag im Parlament dazu Stellung zu nehmen.

Mehr als 7000 Neuinfektionen in Frankreich

19.18 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter aus. Das Gesundheitsministerium registrierte am Sonntag 7071 Neuinfektionan nach 8550 Neuinfektionen am Vortag. Am Freitag hatten die französchen Behörden mit 8975 Neuinfektionen eine Rekordzahl gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich 324.777 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um drei auf 30.701.

Scheuer spricht beim Online-Gillamoos

18.30 Uhr: Trotz der Corona-Schutzauflagen wollen zumindest CSU und Freie Wähler der Absage des Gillamoos-Volksfests mit Reden im Internet trotzen. Ab 10 Uhr übertragen beide Parteien an diesem Montag ihre Veranstaltung per Live-Stream. Dabei muss der Redner der CSU, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, sogar nicht gänzlich auf Zuhörer mit Bierkrug in Sichtweite verzichten: Rund 80 geladene und handverlesene Parteifreunde dürfen in der Festhalle Bayernland in Abensberg mit dabei sein.

Für Freie-Wähler-Chef und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger bleibt dagegen bei seinem "#GillamoosDahoam" nur der Blick in die Kamera. Bei der Sendung seiner Partei aus dem Brauereigasthof "Zum Kuchlbauer" ist - abgesehen von Journalisten und einigen Mitarbeitern - kein öffentliches Publikum zugelassen. Die ansonsten auch auf dem Gillamoos-Volksfest in Abensberg fest zum Programm gehörenden anderen Parteien verzichten auf einen digitalen "Ersatz" im Internet.

Im April war das Volksfest Gillamoos in Abensberg wegen der Pandemie abgesagt worden. Das immer Anfang September stattfindende Volksfest mit rund 700-jähriger Tradition im Landkreis Kelheim ist überregional dafür bekannt, dass am letzten Festtag in den verschiedenen Bierzelten Spitzenpolitiker bei zeitgleichen Kundgebungen auftreten.

Laschet setzt auf Verständnis für mögliche Absagen von Karnevalsfeiern

16.51 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) setzt auf das Verständnis der Menschen für eine mögliche Absage von Veranstaltungen zum Karnevalsauftakt am 11. November. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten: Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, Schützen auf ihr Schützenfest, Fußballfans auf Stadionbesuche", sagte Laschet dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Ich glaube, dass die allermeisten Menschen in diesem Jahr Verständnis für die Absage von Karnevalsveranstaltungen zeigen würden", fügte der CDU-Politiker hinzu. Der Karnevalsauftakt am 11. November und der Karneval überhaupt sei so, wie man ihn kenne, derzeit nur schwer vorstellbar. Er hoffe nach wie vor auf eine gemeinsame Regel in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die von den Vereinen mitgetragen werde.

Zudem sprach sich Laschet dafür aus, der Gastronomie in der kälteren Jahreszeit das Aufstellen von Heizpilzen zu erlauben. "Wir wollen den Wirten im kommenden Winter mehr Außengastronomie ermöglichen. Heizpilze aufstellen zu können, gehört mit zu diesem Konzept", sagte der Ministerpräsident. "Mit Blick auf die Ausnahmesituation und den Gesundheitsschutz halte ich das für richtig", fügte er hinzu "So kann ganz praktisch geholfen werden."

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hatte zuletzt wegen der Corona-Abstandsregeln für eine Rückkehr der Heizpilze plädiert, um auch in der kühleren Jahreszeit mehr Gäste in den Außenbereichen bewirten zu können. Bei Umweltschützern stößt die Forderung aber auf scharfe Kritik. Vielerorts sind die Gas-Heizstrahler aus Klimaschutzgründen verboten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Dienstag für eine "differenzierte" Betrachtung plädiert und einen möglichen Ausgleich der CO2-Emissionen der Heizpilze vorgeschlagen.

Polizeihubschrauber vertreibt Strandurlauber auf Mallorca

16.12 Uhr: Zur Durchsetzung der Corona-Maßnahmen setzt die Polizei auf Mallorca nun einen Hubschrauber gegen renitente Badegäste ein. Die Maschine flog am Wochenende abends im Tiefflug über Strände, um die angeordnete nächtliche Schließung ab 21.00 Uhr durchzusetzen, wie die Zeitung "Diario de Mallorca" berichtete. "Räumen sie die Strände", forderte die Polizei über Lautsprecher die Menschen auf. In Videoaufnahmen war zu sehen, wie Badegäste angesichts der Lautstärke und der heftigen Winde unter dem Rotor des Hubschraubers vom Strand Richtung Promenade flohen.  

Die Regionalregierung der Balearen hatte Ende August wegen wieder stark steigender Infektionszahlen Einschränkungen des öffentlichen Lebens wie etwa die nächtliche Schließung von Stränden und Parks zwischen 21.00 und 07.00 Uhr angeordnet. Über weitere Maßnahmen wie etwa lokale Ausgangsbeschränkungen soll ab Montag entschieden werden. 

Deutsche können zwar weiterhin auf die beliebte Ferieninsel reisen. Das Robert Koch-Institut hat jedoch ganz Spanien zum Risikogebiet erklärt und das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen Reisen dorthin.

Zum Auszahlungsstart des Kinderbonus: SPD betont Bedeutung von Familien

15.20 Uhr: Anlässlich der Auszahlung des in der Corona-Krise beschlossenen Kinderbonus ab Montag hat die SPD die Rolle der Familien gewürdigt. "Es sind Familien, die dieses Land durch die Krise tragen", erklärte die Vizechefin der SPD-Bundestagsfraktionschefin, Katja Mast, am Sonntag. "Und deshalb stecken hinter dem Kinderbonus nicht nur Euros, sondern die klare Botschaft: Jetzt sind die Kinder und ihre Eltern an der Reihe."

Der Kinderbonus, auf den sich die Große Koalition Anfang Juni im Rahmen ihres Konjunkturpaketes verständigt hatte, soll erstmals am Montag ausgezahlt werden. Die Familienkassen beginnen an diesem Tag mit der Auszahlung in Höhe von insgesamt 300 Euro pro Kind. In der ersten Überweisungsrunde sollen rund 940.000 Eltern mit 1,56 Millionen Kindern zusätzlich zum monatlichen Kindergeld die erste Bonusrate von 200 Euro erhalten. Die zweite Rate von 100 Euro soll im Oktober ausgezahlt werden.

Wann der Kinderbonus auf dem Konto erscheint, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 18 Millionen berechtigte Kinder und junge Menschen. Auf Hartz IV und andere Sozialleistungen wird die Sonderzahlung nicht angerechnet, verrechnet wird sie dagegen mit dem Kinderfreibetrag für Gutverdiener.

Covid-kranker Berlusconi spricht gut auf Therapie an

12.56 Uhr: Der an Covid-19 erkrankte italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi spricht nach Angaben seines Arztes "optimal" auf die Behandlung im Krankenhaus an. Die Entwicklung des 83 Jahre alten, mehrfachen Regierungschefs gebe wie am Vortag Anlass zu vorsichtigem Optimismus, sagte Professor Alberto Zangrillo am Sonntag vor Journalisten in Mailand. Trotzdem sei man in einer "fragilen Phase". Er verwies auf das hohe Alter Berlusconis, das als Risikofaktor gilt. Die Therapie brauche ihre Zeit, sagte Zangrillo. 

Der Unternehmer und konservative Politiker liegt seit der Nacht zu Freitag wegen Lungenproblemen im San-Raffaele-Hospital in der lombardischen Hauptstadt. Zangrillo hatte am Samstag mitgeteilt, der Zustand des Patienten sei "stabil". In der Behandlung zeige das Atembild den erwarteten Verlauf. Der Oppositionspolitiker und Chef der Partei Forza Italia hatte seine Coronavirus-Infektion am 2. September publik gemacht. Danach zog er sich zunächst auf seinen Wohnsitz in die Isolation zurück, bevor sich seine Lage verschlechtert hatte.

Bundespräsident Steinmeier regt Gedenkveranstaltung für Corona-Opfer an

11.34 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will den Angehörigen von Opfern der Corona-Pandemie in ihrer Trauer helfen und hat dafür eine Gedenkzeremonie in Deutschland angeregt. "Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod", sagte Steinmeier den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die Patienten in Krankenhäusern und Altenheimen seien meist ohne den Beistand ihrer Angehörigen gestorben.

"Und auch die Hinterbliebenen hatten keine Möglichkeit, Abschied zu nehmen", sagte der Bundespräsident. "Das ist eine Seelenqual, davon haben mir viele Angehörige berichtet." Die Trauer der Angehörigen dürfe deshalb nicht vergessen werden, mahnte Steinmeier. Zwar gebe es in Deutschland niedrigere Todeszahlen als anderswo. "Aber es sind in sechs Monaten dreimal so viel wie die jährlichen Verkehrstoten. Das sollten wir nicht übersehen."

Mit Blick auf die Angehörigen der Opfer sagte Steinmeier: "Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen - und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können." Wann dafür der richtige Zeitpunkt und ob etwa eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, "darüber muss man sprechen, und das tue ich mit den Repräsentanten der anderen Verfassungsorgane".

Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte nach Angaben vom Samstag bislang 9324 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland. 248.997 Menschen haben sich demnach infiziert. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 222.900.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Samstag

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Samstag

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / REUTERS

Medien: Italien verlängert Anti-Corona-Maßnahmen

11.18 Uhr: Die italienische Regierung verlängert laut Medienberichten die zentralen Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln. Viele bisherige Vorschriften galten offiziell nur bis Montag. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" am Sonntag schrieb, verlängert Ministerpräsident Giuseppe Conte die Vorschriften zur Bekämpfung der Virus-Pandemie in einem neuen Dekret bis 30. September.

Demnach gilt in Italien in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Busse dürfen künftig bis zu 80 Prozent besetzt sein. Menschen sollen überall einen Abstand von mindestens einem Meter halten. Größere Ansammlungen sind weiter verboten.

Nach Angaben der "La Repubblica" bleiben auch die Beschränkungen für Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Spanien und Malta in Kraft. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Außerdem werde das Verbot von Tanzveranstaltungen und Konzerten aufrechterhalten. Auf Plätzen und an anderen Orten, wo sich abends oft viele Italiener draußen treffen, muss von 18.00 Uhr bis 6.00 Uhr ebenfalls ein Atemschutz getragen werden. Fußballspiele mit Fans bleiben verboten. Es wurde erwartet, dass das Dekret in Kürze publiziert wird. 

In Rom hatten am Samstag rund 2000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Mitte-Links-Regierung protestiert. Sie sprachen von einer "Gesundheitsdiktatur". 

In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag mit über 1700 Fällen auf den bis dahin höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Am Samstag verzeichneten die Behörden dann 1695 Fälle in 24 Stunden und 16 neue Todesfälle. Experten betonen weiter, dass die Pandemie unter Kontrolle sei. Insgesamt haben sich in Italien gut 276.000 Menschen nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. Es gab mehr als 35.500 Covid-19-Tote.

Zahl der Corona-Toten in Israel überschreitet 1000er-Marke

10.15 Uhr: Die Zahl der Todesfälle in Israel im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat die Marke von 1000 überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, sind 1007 Menschen gestorben. Am Samstag seien 1482 neue Infektionsfälle registriert worden. Die Zahl der Tests war allerdings an dem Ruhetag mit rund 15.000 etwa halb so groß wie an normalen Wochentagen. Am Mittwoch war mit 3168 Fällen ein neuer Rekordwert verzeichnet worden. Der Anteil der positiven Tests steigt immer weiter. Er lag am Sonntag bei zehn Prozent.

Angesichts der steigenden Fallzahlen will die israelische Regierung mit Lockdown-Maßnahmen in besonders betroffenen Orten die weitere Ausbreitung des Virus eindämmen. Das sogenannte Coronavirus-Kabinett entschied am Donnerstag, dass die schärferen Regeln von Montag an in 30 Orten mit hohen Infektionszahlen gelten sollten. 

In vielen der als "rot" eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis. Am Samstag hatte der Corona-Beauftragte Ronni Gamzu bei einem Besuch in einer Ortschaft im Norden Israels vor Hunderten Corona-Toten im arabischen Sektor gewarnt, sollten keine strengen Maßnahmen ergriffen werden. 

Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. 

Protest gegen Corona-Politik in Italien - Rom mahnt zur Faktentreue

9.42 Uhr: Viele Hundert Menschen haben am Samstag in Rom gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung demonstriert. Bei dem Protest auf einem Platz in der Innenstadt sprachen unter anderem Impfgegner, ein ultrarechter Politiker der Partei Forza Nuova und Elternvertreter. Sie kritisierten eine angebliche "Gesundheits-Diktatur". Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht etwa in Schulen nannten sie "kriminell". Die Kinder müssten davor und vor Impfungen bewahrt werden. Die Polizei sprach vor Ort von geschätzt rund 2000 Menschen, darunter waren auch Schaulustige. 

Die Demonstranten knüpften auf Plakaten und in Reden ausdrücklich an die Proteste vor einer Woche in Berlin an. "Italien ist mit Berlin", stand auf einem Transparent. Auf einem Banner war zu lesen: "Noi siamo il popolo" (Wir sind das Volk), außerdem dass man gegen "big pharma" sei, also gegen Pharmariesen. 

Kurz vor der Demonstration hatte Italiens Regierungschef Giuseppe Conte die Gegner von Anti-Corona-Maßnahmen zur Faktentreue aufgefordert: "Wir wollen mit einer laufenden Pandemie fertig werden. Heute gibt es in Rom eine Demonstration von Menschen, die glauben, dass sie nicht existiert. Ihnen antworten wir mit Zahlen", sagte Conte laut der Nachrichtenagentur Ansa auf einer Podiumsdiskussion in Rom.

Außenminister Luigi Di Maio mahnte in einer Rede in Foggia in Apulien: "Ich fordere die Corona-Leugner auf, zumindest Respekt zu zeigen für die Familien der Toten." 

In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag mit mehr als 1700 Fällen auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Am Samstag verzeichneten die Behörden dann 1695 Fälle in 24 Stunden und 16 neue Todesfälle. Insgesamt haben sich in Italien gut 276.000 Menschen nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, es gab mehr als 35.500 Covid-19-Tote.

Behörden verlängern Ausgangsbeschränkungen in Melbourne

9.32 Uhr: Bis Mitte des Monats sollte der Lockdown in Australiens zweitgrößter Stadt andauern, jetzt verlängert Melbourne die Frist nochmals, aus Sorge vor einer dritten Infektionswelle.

Indien meldet weltweiten Rekord an Neuinfektionen

8.50 Uhr: Indiens Gesundheitsministerium meldet 90.632 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Noch nie wurden weltweit in einem Land so viele Corona-Ansteckungen innerhalb eines Tages gezählt. Insgesamt kommt Indien nunmehr auf 4,1 Millionen bestätigte Fälle. Nach den USA und Brasilien liegt es auf Platz drei Staaten mit den meisten Infektionen. Die Zahl der Toten klettert um 1065 auf 70.626.

Verfassungsschutz: Seit April mehr als 90 Corona-Kundgebungen von Rechtsextremen dominiert

6.30 Uhr: Seit Ende April haben nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz bundesweit mehr als 90 Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen stattgefunden, bei denen Rechtsextremisten den Ton angaben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Einer der regionalen Schwerpunkte der oftmals nur von einigen Dutzend Teilnehmern besuchten Kundgebungen war laut Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt. In dem östlichen Bundesland fand demnach mehr als ein Drittel aller zwischen dem 25. April und dem 10. August von Rechtsextremisten durchgeführten oder dominierten Veranstaltungen statt. 

Unter den Zehntausenden Demonstranten, die am letzten August-Wochenende in Berlin gegen die Corona-Einschränkungen protestiert hatten, waren auch größere Gruppen sogenannter Reichsbürger mit entsprechenden T-Shirts, Transparenten, Sprechchören und Flugblättern. Deutlich erkennbar waren auch einige kleinere Gruppen von Rechtsextremisten und Neonazis. Unter den Teilnehmern aus den Reihen der AfD waren auch Mandatsträger, die dem inzwischen offiziell aufgelösten "Flügel" angehören. Die Strömung um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistische Bestrebung mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet.

"Wurden Faschisten auf den früheren Querdenker- und Corona-Protesten bereits geduldet, so ist es insbesondere der Reichsbürgerbewegung und kruden Verschwörungsideologen am 29. August in Berlin gelungen, mit ihren Fahnen, Symbolen und Losungen Teile des Aufzugs zu prägen", kommentierte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. Dies sei "eine gefährliche Entwicklung, die von der Bundesregierung weiterhin unterschätzt wird". 

Mittelstands-Verband fordert "Agenda 2025", um aus der Krise zu kommen

6.15 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat eine "Agenda 2025" gefordert, damit Deutschland besser aus der Coronakrise kommt. "Die akute Krisenbewältigung war im Prinzip gut. Wir müssen den Blick aber nun nach vorne richten", sagte Verbandspräsident Mario Ohoven der Deutschen Presse-Agentur. "Deutschland muss den Anspruch haben, mit neuen Geschäftsmodellen aus der Krise zu kommen. Wir brauchen eine Agenda 2025, die Krisenbewältigung und Zukunftsstrukturpolitik verbindet." Dazu gehöre etwa eine Bildungsoffensive. 

Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Henning Vöpel, machte deutlich, dass er die deutsche Wirtschaft an einem Scheideweg sieht. "Die Politik muss die Wachstumskräfte der Wirtschaft stärken und darf nicht nur auf staatliche Instrumente setzen", sagte er. "Wir dürfen nun die großen Entwicklungslinien nicht außer Acht lassen und müssen umschwenken auf eine zukunftsgerichtete Struktur- und Wachstumspolitik." Vöpel leitet den Wissenschaftlichen Beirat des Verbandes. 

Infolge der Coronakrise ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland eingebrochen. Die Bundesregierung rechnet zwar mit einer langsamen Erholung im Jahresverlauf. Erst 2022 werde aber wieder das Niveau vor der Krise erreicht. Die Politik hatte milliardenschwere Hilfspakete geschnürt, um Firmen zu erhalten und Jobs zu sichern. 

"Es wird nichts mehr so sein wie vor der Krise", sagte Ohoven. "Unsere Wirtschaft muss aus der Komfortzone rauskommen, in der sie seit vielen Jahren verharrt. Wir müssen uns alle anstrengen, um wieder das Land der Denker und Erfinder zu werden." Das Gründertum in Deutschland müsse gestärkt werden. Gründer bräuchten bessere Rahmenbedingungen mit einer stärkeren staatlichen Förderung. Mehr Wagniskapital werde es nur mit einer steuerlichen Abschreibung für Investoren geben.

"Deutschland hat im Bildungsbereich viel zu lange geschlafen, das rächt sich jetzt", sagte Ohoven. Bund und Länder müssten eine Bildungsoffensive starten. Es gehe um die Stärkung der beruflichen Bildung und die Aufwertung der Haupt- und Realschulabschlüsse. Die Schule müsse Mut zur Selbstständigkeit machen, denn Deutschland brauche mehr Unternehmer. 

Die Bundesregierung müsse den Mut für grundlegende Reformen aufbringen, insbesondere für eine Unternehmen- und Einkommensteuerstrukturreform. Der Mittelstand erwarte einen Maßnahmenplan zur Entlastung der Unternehmen, um Investitionen und damit Wachstum zu fördern. "Im Klartext heißt das Abschaffung des Soli für alle, Senkung der teuersten Stromsteuer auf EU-Niveau und ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 15 Prozent auf Dauer." Nur so könne Deutschland international wettbewerbsfähig bleiben. 

Vöpel sagte, die Coronakrise werde wirtschaftliche Divergenzen erzeugen. "Man darf jetzt das Zeitfenster in Konkurrenz zu den USA und China nicht verpassen. Es muss viel mehr und viel schneller in Zukunftstechnologien investiert werden, sie bestimmen die globale Ökonomie von morgen und deren Regeln. Die Wagniskapital-Finanzierung muss dafür bei uns verbessert werden." In der EU müsse es zu einer Technologieoffensive kommen, sonst drohe Europa den Anschluss zu verlieren. "Bisher fehlen Strategien." 

988 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

5.26 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 988 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.  

Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 249 985 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9325. Seit dem Vortag wurde ein Todesfall mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 223 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,0 (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. 

Söder plant weitere Corona-Politik mit Fokus auf Kitas, Schulen und Wirtschaft

4.45 Uhr: Beim weiteren Kampf gegen das Coronavirus im Herbst und Winter will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorrangig den regulären Kita- und Schulbetrieb und das Wirtschaftsleben sichern. "Das sind die obersten prioritären Ziele: Stärkung der Wirtschaft - und Aufrechterhaltung von Schule und Kita-Betrieb für die Familien", sagte der CSU-Vorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in München. "Das sind vitale Interessen, die eine ganze Gesellschaft betreffen." 

Söder machte deutlich, dass dahinter im Zweifel weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen etwa in den Bereichen Sport und Kultur zurückzustehen haben. "Es ist die Aufgabe, das richtige Timing und Tuning zu finden, um die Zahlen stabil zu halten." Söder lehnte es deshalb strikt ab, nun vom vorsichtigen Anti-Corona-Kurs abzurücken. "Wir sollten jetzt nicht unter dem Druck von einigen lautstarken Demonstranten aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretikern die gesamte Strategie revidieren, um die uns die ganze Welt beneidet." Im internationalen Kontext gelte Deutschland als Vorbild. Deswegen sei er der festen Überzeugung, dass der Kurs insgesamt richtig sei. 

Neuinfektionen in Südkorea auf niedrigstem Stand seit drei Wochen

4.44 Uhr: In Südkorea liegen die Neuinfektionen auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen. Das Zentrum für Seuchenkontrolle meldet 167 neue Fälle in den letzten 24 Stunden. Damit blieb die Zahl den vierten Tag in Folge unter 200. Südkorea hatte Ende August die Maßnahmen verschärft, um eine zweite Welle einzudämmen. Insgesamt wurden 21.177 Infektionen registriert, 334 Personen starben.

Pharmakonzern: Künftiger Impfstoff wird weniger als zehn Euro pro Dosis kosten

4.12 Uhr: Der künftige Corona-Impfstoff der Pharmakonzerne Sanofi und GSK soll weniger als zehn Euro pro Impfdosis kosten. Da Staaten bereit seien, die finanziellen Risiken der Impfstoff-Hersteller mitzutragen, sei es möglich, die Preise "so niedrig wie möglich" zu halten, sagte der Präsident von Sanofi in Frankreich, Olivier Bogillot, am Samstag dem Sender France Inter. Sanofi arbeitet bei der Corona-Impfstoff-Entwicklung mit dem britischen Unternehmen GSK zusammen.

Der britisch-schwedische Konkurrent AstraZeneca hatte für seinen potenziellen Impfstoff einen Preis von rund 2,50 Euro pro Dosis angekündigt. Bogillot erklärte den Unterschied damit, dass AstraZeneca die Produktion weitgehend ausgelagert habe, während Sanofi den Impfstoff nur mit eigenen Forschern und an eigenen Standorten entwickele und produziere.

Frankreich und Europa sollen Bogillot zufolge den Impfstoff zur gleichen Zeit wie die USA und Großbritannien erhalten. Für die USA seien etwa 100 Millionen Dosen vorgesehen, für Europa 300 Millionen und für Großbritannien 60 Millionen.

Umfrage: Mehrheit will Corona-Kinderbonus wieder ausgeben

4.00 Uhr: Fast zwei von drei Empfänger wollen den einmaligen Kinderbonus ganz oder teilweise direkt wieder ausgeben. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. 1202 Menschen wurden befragt. Von diesem Montag an zahlen die Familienkassen den Kinderbonus schrittweise aus. Insgesamt sollen für rund 18 Millionen Kinder jeweils 300 Euro fließen. Die schwarz-rote Koalition hatte die Maßnahme im Rahmen ihres Konjunkturpakets gegen die Folgen der Coronakrise beschlossen. 

24 Prozent der Befragten mit einem kindergeldberechtigten Kind wollen den Kinderbonus laut IW vollständig ausgeben. 37 Prozent wollen dies zumindest teilweise tun. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Kinderbonus vollständig sparen wollen. 

Coronavirus breitet sich in Frankreich weiterhin schnell aus

3.51 Uhr: In Frankreich breitet sich das neuartige Coronavirus weiterhin schnell aus. In den vergangenen 24 Stunden seien 8550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstagabend mit. 4,7 Prozent der ausgewerteten Tests waren demnach positiv. Am Vortag war mit 8975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden.

Auf dem französischen Festland breite sich das Virus weiter exponentiell aus, hieß es am Samstagabend von den Behörden. "Die Dynamik der stark zunehmenden Ansteckungen ist besorgniserregend." Die Zunahme der positiven Tests könne nicht allein mit der Ausweitung der Tests erklärt werden. Seit Anfang Juli habe sich die Zahl der registrierten Corona-Patienten mehr als verdoppelt, die Zahl der Neuansteckungen liege sogar zwölf Mal so hoch wie vor zwei Monaten.

Mit fast 30.700 Todesopfern ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Kamala Harris: Trump bei grünem Licht für Corona-Impfstoffe nicht zu trauen

2.49 Uhr: Die demokratische US-Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris hat davor gewarnt, dass US-Präsident Donald Trump mögliche Corona-Impfstoffe voreilig für sicher und wirksam erklären könnte. "Ich würde Donald Trump nicht trauen", sagte Harris am Samstag dem Nachrichtensender CNN. Vielmehr müsse "eine glaubwürdige Quelle" die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit eines Impfstoffes bestätigen.

Trump steht angesichts der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den USA vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November enorm unter Druck. Vergangene Woche sagte er bei seiner offiziellen Kür zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, die USA würden noch "vor Jahresende oder sogar früher" einen Corona-Impfstoff produzieren.

Der renommierte US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci sagte hingegen am Donnerstag, die abschließenden Tests vor der Zulassung eines Corona-Impfstoffs in den USA seien für November oder Dezember zu erwarten. Allerdings hat der Chef der US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA, Stephen Hahn, signalisiert, dass die Zulassung eines Corona-Impfstoffs noch vor Abschluss der dritten und finalen Testphase denkbar sei.

Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany wies Vorwürfe zurück, die US-Regierung übe für eine vorzeitige Impfstoffzulassung Druck auf die FDA aus. "Niemand drängt die FDA zu irgendetwas", sagte sie am Donnerstag. "Die Priorität ist es, Leben zu retten."

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Mehr als 6,2 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus wurden hier bislang nachgewiesen, mehr als 188.000 Infizierte starben. Trump wird vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus lange unterschätzt zu haben und die Bürger immer wieder mit Äußerungen über angeblich vielversprechende Behandlungsmethoden in die Irre zu führen.

Bundesregierung unterstützt Indien bei Corona-Bekämpfung

1.23 Uhr: Die Bundesregierung unterstützt das von der Corona-Pandemie besonders stark betroffene Indien. Das Land soll 330.000 Corona-Testkits und 600.000 Schutzausrüstungen für medizinisches Personal im Gesamtumfang von 15 Millionen Euro erhalten, wie Entwicklungsminister Gerd Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) sagte. Zusätzlich stelle das Entwicklungsministerium kurzfristige Kredite im Umfang von 460 Millionen Euro bereit für Nahrungsmittel und Überbrückungshilfen an Menschen in Indien, die in der Coronakrise ihren Job verloren haben. "Das ist weltweit eine der größten Corona-Unterstützungsmaßnahmen", betonte Müller.

In Indien steigt die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus rasant an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurden seit Beginn der Pandemie mehr als vier Millionen Menschen infiziert. Dies bedeutet einen Anstieg um 80.000 binnen zwei Tagen beziehungsweise um eine Million innerhalb der vergangenen zwei Wochen. Weltweit rangierte das südasiatische Land bei der Zahl der Infektionen an dritter Stelle hinter den USA und Brasilien. Es könnte Brasilien in Kürze überholen.

Gemeindebund: Weihnachtsmärkte nicht schon jetzt generell absagen

1.00 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund wirbt dafür, Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie nicht schon jetzt generell abzusagen. "Es wird - hoffentlich - auch im Winter Städte oder Regionen mit geringen Infektionszahlen geben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Dann könnte man dort auch Weihnachtsmärkte mit den entsprechenden Schutzkonzepten stattfinden lassen." 

Er fuhr fort: "Daher sollte nicht bereits jetzt eine generelle Absage erfolgen, allerdings klar kommuniziert werden, dass man bei sich verschärfender Lage entsprechend reagieren muss." Im Fall rasant steigender Infektionszahlen seien öffentliche Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte nicht möglich.  

Landsberg stimmte die Menschen zugleich darauf ein, dass die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr etwas anders aussehen dürften als üblich. "Besondere Hygienekonzepte und ausreichende Abstände - nicht nur zwischen den Besucherinnen und Besuchern, sondern auch zwischen den Ständen - sowie Zugangskontrollen werden notwendig sein. Mittlerweile existieren auch technische Lösungen, die eine unkomplizierte Händedesinfektion und Temperaturkontrolle bei Besucherinnen und Besuchern ermöglicht."  

Im ARD-"Deutschlandtrend" hatten sich zuletzt fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) dafür ausgesprochen, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr nicht stattfinden sollten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Freitag, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben. 

Zahl der Infektionen in Brasilien steigt weiter an

00.36 Uhr: Brasilien meldet 30.168 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden. 682 weitere Personen seien an der durch das Virus ausgelösten Krankheit gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt zählt Brasilien 4,1 Millionen Infizierte und 126.203 Todesfälle. Das Land ist nach den USA weltweit am zweitstärksten von der Pandemie betroffen.

Nach Besetzung der Stufen vor dem Parlament: Antisemitismusbeauftragter fordert Bannmeile um den Reichstag

00.11 Uhr: Nach den Corona-Protesten von mitunter rechtsextremen Demonstranten auf der Treppe des Reichstags hat der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sich für einen besseren Schutz des Berliner Regierungsviertels ausgesprochen. Ein besonderer Schutz des Bundestags durch die Einrichtung einer Bannmeile wie einst in Bonn bedeute nicht, sich zu verbarrikadieren, sagte Klein der "Welt am Sonntag. "Hier geht es um die Achtung der wichtigsten demokratischen Institution."

Der Sitz des Bundestags sollte nach Kleins Ansicht "auch geschützt werden, wenn das Parlament keine Sitzungswoche hat". Das gebiete "der Respekt vor der Institution". Da rechtsextreme Kräfte die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen vereinnahmten, müsse die Politik außerdem "über höhere Auflagen und auch über Verbote nachdenken".

Mit Blick auf die zahlreichen rechtsextremen Teilnehmer der Demonstration am Samstag vergangener Woche sprach sich Klein in der "WamS" außerdem dafür aus, den Verfassungsschutz personell zu verstärken. "Besonders die Beobachtung der rechtsextremen Szene sollte verstärkt werden", forderte der Antisemitismus-Beauftragte.

Dass in den Verschwörungstheorien zu den Anti-Corona-Maßnahmen auch Judenhass eine Rolle spielt, liegt laut Klein daran, dass in unserer Kultur "Antisemitismus leider so eingeübt" sei, "dass er schnell zum Ventil wird, seine Unzufriedenheit auszudrücken".

Der Antisemitismus-Beauftragte regte an, Programme auszuarbeiten, um Menschen von Verschwörungstheorien abzubringen. Er sei optimistisch, die Menschen auf den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung noch zu erreichen. "Wir dürfen nicht warten, bis die Leute straffällig werden", mahnte Klein. Es dürfe nicht sein, "dass Aussteigerprogramme für Rechtsextreme erst dann einsetzen, wenn die Leute bereit sind auszusteigen".

"Es fehlt eine Stufe davor", kritisierte Klein. "Wir müssen Programme entwickeln und aktiv auf diese Menschen zugehen, um ihnen den Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft zu zeigen, Unterstützung zu bieten und auch ihr Umfeld zu sensibilisieren."

Bei den jüngsten Protesten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen hatten vor einer Woche hunderte teils rechtsextreme Demonstranten die Treppe des Reichstagsgebäudes gestürmt, in dem der Bundestag seinen Sitz hat. Seither wird über eine mögliche Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen diskutiert.

cpa/pgo/dpa/Reuters/AFP/AP
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