Corona-News am Dienstag Drosten: »Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten«

Der Virologe Christian Drosten rechnet schon bald mit ähnlichen hohen Infektionszahlen wie Ende 2020. Und: Köln muss nach Impfstopp über hundert AstraZeneca-Dosen wegwerfen. Der Überblick am 16. März.
Der Virologe Christian Drosten warnt vor steigenden Covid-19-Fallzahlen

Der Virologe Christian Drosten warnt vor steigenden Covid-19-Fallzahlen

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Christophe Gateau/ dpa

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+++ Christian Drosten: »Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum« +++

20.15 Uhr: Der Virologe Christian Drosten bedauert die Entwicklungen um AstraZeneca mit ausgesetzten Impfungen und knapperen Liefermengen. Im Moment solle man vor allem daran denken, »dass wir diese Impfung brauchen«, betonte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im Podcast »Coronavirus-Update« bei NDR Info. Die epidemiologische Lage sei momentan nicht gut in Deutschland. Die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 nehme immer mehr Überhand, ihr Anteil betrage inzwischen drei Viertel.

»Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum«, sagte Drosten, auch mit Blick auf düstere Prognosen des Robert Koch-Instituts von vor einigen Tagen zu einem befürchteten starken Anstieg der Neuinfektionszahlen. Die Situation werde sich dann im weiteren Verlauf »drastisch erschweren« wegen der Mutante. Besonders »brenzlig« werde es für die weitestgehend noch ungeimpften Jahrgänge ab 50 Jahre.


Israelische Studie: Geimpfte Schwangere könnten Schutz auf Neugeborene übertragen

23.40 Uhr: Durch eine Impfung von Schwangeren könnte einer Studie aus Israel zufolge auch ein Schutz für Neugeborene entstehen. Die in israelischen Medien verbreitete Untersuchung des Hadassah-University Medical Center umfasste 20 Schwangere, die im dritten Trimester den Impfstoff von Biontech erhalten hätten. Bei ihnen und ihren Neugeborenen seien später Antikörper festgestellt worden. Die Studie ist noch nicht für eine Veröffentlichung in der Fachpresse geprüft worden. Die Autoren selbst verwiesen auf die kleine Fallzahl, die weitere Forschung etwa zur Sicherheit erforderlich mache.

Kretschmann will sich Lockerungen gut überlegen und würde sich mit Vakzin von AstraZeneca impfen lassen

21.55 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat wegen steigender Infektionszahlen die geplante weitere Lockerung des Lockdowns infrage gestellt. »Jetzt bei der Situation werde ich mir gut überlegen, ob ich am Montag weitere Öffnungen mache«, sagte der Grünen-Politiker in der Sendung »Markus Lanz«. Er erwäge, die Öffnung erstmals auszusetzen und am Montag zunächst zu besprechen, »was wir riskieren können«.

Kretschmann sagte: »Wir sehen den enormen Druck aus der Bevölkerung, zu öffnen, der ist wirklich gewaltig.« Die Politik könne nicht nur Gebote und Verbote machen, sie müsse auch sehen, dass sich die große Mehrheit der Menschen daran halten. »Natürlich reden wir da immer auch mit Engelszungen, bitte denkt daran, wir wollen keine dritte Welle.« Aber: »Das verhallt oft«.

Zur Debatte über den Impfstoff von AstraZeneca sagte Kretschmann: »Na klar lasse ich mich damit impfen, weil ich glaube, wenn ich Covid bekomme, sind die Nebenwirkungen weit gravierender, als ich die bei der Impfung überhaupt bekommen kann.«

Regierungsmitglieder in der Slowakei fordern sich gegenseitig zum Rücktritt auf

21.50 Uhr: Die slowakische Vier-Parteien-Regierung ist im Zuge der Corona-Pandemie in eine schwere Krise gestürzt. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sterben in der Slowakei seit Wochen mehr Menschen als in jedem anderen Land Europas. Der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic und ein Teil seiner Koalitionspartner fordern sich gegenseitig zum Rücktritt auf.

Auf Druck der Koalitionspartner trat vergangene Woche der zur Matovic-Partei gehörende Gesundheitsminister Marek Krajci zurück. Am Montag folgte ihm der rechtspopulistische Arbeits- und Sozialminister Milan Krajniak. Die beiden kleineren Regierungsparteien drohten dennoch mit dem Verlassen der Koalition, falls nicht Matovic selbst abtrete. Mit seinen eigenmächtigen Entscheidungen trage er die Hauptschuld am Corona-Chaos.

Zuletzt hatte Matovic gegen einen offiziellen Regierungsbeschluss den in der EU nicht zugelassenen Impfstoff Sputnik V aus Russland bestellt und eine erste Lieferung von 200.000 Dosen persönlich am Flughafen abgeholt.

Bis Dienstag verzeichnete das Land mit 5,5 Millionen Einwohnern 246,25 Corona-Tote pro eine Million Einwohner innerhalb der vergangenen 14 Tage. Das sind fünfmal so viele wie in Deutschland.

Tochter infiziert – Geimpfte Eltern müssen auch in Quarantäne

20.40 Uhr: Auch wer gegen das Coronavirus geimpft ist, muss in Quarantäne, wenn ein Familienmitglied oder ein anderer Mitbewohner im Haushalt infiziert wurde. Das hat das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße entschieden. Bisher lägen keine ausreichenden Belege dafür vor, dass Menschen mit vollständigem Impfschutz nicht infektiös erkrankten, argumentierten die Richter. Im konkreten Fall ging es um ein Ehepaar, das eine Arztpraxis in der Vorderpfalz betreibt und gegen eine verordnete Quarantäne geklagt hatte.

Anfang des Monats hatte sich die Tochter des Paars mit dem Virus angesteckt, weshalb sich auch die Eltern in den eigenen vier Wänden isolieren sollten. Diese wehrten sich und argumentierten vor Gericht, sie hätten nicht nur Impfungen im Januar und im Februar erhalten; auch habe sich die Tochter in Isolation begeben und lebe alleine in einer Etage des Hauses. Diverse PCR-Coronatests und Schnelltests seien zudem bei dem Paar negativ ausgefallen. Daher sei die Verfügung zur Quarantäne rechtswidrig gewesen.

Die Richter lehnten den Eilantrag ab. So entfalle die Einordnung der beiden Mediziner als Ansteckungsverdächtige nicht dadurch, dass sie geimpft wurden. Bisher lägen nämlich keine ausreichenden Belege dafür vor, dass Menschen mit vollständigem Impfschutz nicht auch infektiös erkranken könnten. Somit sei davon auszugehen, dass beide Mediziner Krankheitserreger aufgenommen hätten.

EU-Gesundheitskommissarin: Alle verfügbaren Impfstoffe nutzen

20.35 Uhr: Die EU-Kommission favorisiert eine europaweite Wiederaufnahme der Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca ab Donnerstag. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) werde dann ihre »abschließende Einschätzung« zur Sicherheit des Mittels vorstellen, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Dienstag nach einer Videokonferenz mit den EU-Gesundheitsministern. »Darauf warten wir und folgen dem wissenschaftlichen Rat der EMA.«

Die Mitgliedstaaten hätten natürlich das Recht, aus Sicherheitsgründen die Impfungen zu unterbrechen, so Kyriakides. Sie habe die Gesundheitsminister aber dennoch aufgefordert, im Vertrauen auf die wissenschaftliche Einschätzung der EMA »alle verfügbaren Impfstoffdosen zu nutzen«.

Die EMA bekräftigte am Dienstag erneut ihre ursprüngliche Risikoeinschätzung des Impfstoffs: Es gebe derzeit keine Belege, dass die bei einzelnen Geimpften aufgetretenen Blutgerinnsel von dem AstraZeneca-Impfstoff verursacht worden seien, sagte Behördenchefin Emer Cooke.

Auch Litauen setzt Impfungen mit AstraZeneca aus

19.55 Uhr: Während andere Staaten bereits einen Impfstopp der Corona-Vakzine von AstraZeneca verfügten, hielt Litauen zunächst weiter an dem Präparat fest. Nun setzt auch der Baltenstaat die Impfungen mit dem Mittel aus, bis die Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde (Ema) zu vermuteten Nebenwirkungen des Mittels abgeschlossen sei. Von Estland, das zuvor ebenfalls mitgeteilt hatte, an dem Impfstoff festzuhalten, gab es zunächst keine erneute Stellungnahme.

Die Entscheidung sei auf Empfehlung der staatlichen Arzneimittelkontrollbehörde getroffen worden, teilte Litauens Gesundheitsminister Arunas Dulkys mit. Regierungschefin Ingrida Simonyte hatte am Dienstagmorgen noch gesagt, dass das Land vorerst weiter an dem Impfstoff von AstraZeneca festhalten wolle. Grund für den nun erfolgten Stopp seien drei Berichte über Fälle von Blutgerinnseln bei Menschen, die in Litauen mit dem Mittel gegen Covid-19 geimpft worden seien.

»Wir haben bisher keine Beweise dafür, ob dies auf den Impfstoff zurückzuführen ist oder nur zufällig auf die Zeit nach der Impfung fällt«, sagte der Leiter der Arzneimittelkontrollbehörde, Gytis Andrulionis. Die Berichte sollen der Ema zur Analyse zur Verfügung gestellt werden.

Bosnische Gerichtsmitarbeiter lassen sich in Serbien impfen

19.10 Uhr: Die Mitarbeiter des bosnischen Verfassungsgerichts haben sich im Nachbarland Serbien gegen Covid-19 impfen lassen. Die Möglichkeit habe sich ergeben, nachdem sich die Institution an entsprechende Stellen in Belgrad gewendet hatte, teilte das Gericht mit. Die Impfungen, die allen Mitarbeitern verabreicht wurden, seien am Tag zuvor im Krankenhaus der südwestserbischen Stadt Uzice erfolgt.

In Bosnien haben die Impfungen gegen Infektionen mit dem Coronavirus noch kaum begonnen. Serbien hingegen, das auch chinesische und russische Vakzine im großen Stil einsetzt, hat bereits mehr als zwei Millionen Impfungen an die eigene Bevölkerung verabreicht.

Bereits zu Monatsbeginn hatte der serbische Präsident Aleksandar Vučić in Sarajevo eine Spende von 10.000 Dosen der AstraZeneca-Vakzine überbracht. Der »Impf-Ausflug« des Verfassungsgerichts ins Nachbarland gilt in Sarajevo als delikat. Hinter der Großzügigkeit Belgrads werden nämlich keine selbstlosen Motive vermutet.

Serbien trachte vielmehr danach, seinen Einfluss in Bosnien auszubauen, heißt es. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung in Bosnien und Herzegovina sind ethnische Serben. Die im Bosnienkrieg (1992-1995) entstandene Verwaltungseinheit Republika Srpska, strebt nach einem Anschluss an Serbien. Vučić unterstützt diese Bestrebungen.

US-Bundesstaat Mississippi erlaubt Impfungen ab 16 Jahren

19 Uhr: Nach dem US-Bundesstaat Alaska dürfen sich seit Dienstag auch in Mississippi alle Bewohner ab 16 Jahren gegen Corona impfen lassen. Der Bundesstaat Ohio wiederum kündigte an, dies ab der letzten Märzwoche zu ermöglichen. »Es ist ein moralischer Imperativ, so schnell wie möglich alle Bürger Ohios zu impfen, die geimpft werden wollen«, teilte Gouverneur Mike DeWine auf Twitter mit.

Mississippis Gouverneur Tate Reeves schrieb bereits am Montag auf Twitter, dass nach den Risikogruppen nun jeder zum Zug kommen könne. »Holt Euch die Impfung – und lasst uns zur Normalität zurückkehren«, schrieb er. Die Regierung von Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben. Insgesamt leben in den USA rund 330 Millionen Menschen.

Frankreichs Schulen sollen trotz verschärfter Corona-Lage offen bleiben

18.15 Uhr: Trotz einer erneuten Verschlechterung der Corona-Lage in Frankreich sollen die Schulen des Landes offen bleiben. Der wissenschaftliche Beirat empfahl Präsident Emmanuel Macron, Schulschließungen nur als »letztes Mittel« anzuordnen. Macron will ab Mittwoch mit der Regierung über verschärfte Maßnahmen entscheiden, nachdem er den Corona-Beirat und Intensivmediziner angehört hat. Besonders im Pariser Großraum ist die Lage außer Kontrolle geraten.

Im Januar hatte sich Macron über die Empfehlung der Corona-Experten hinweggesetzt, einen vierwöchigen harten Lockdown mit landesweiten Ausgangssperren zu verhängen. Stattdessen ließ die Regierung die meisten Geschäfte und Schulen offen und setzte auf eine nächtliche Sperrstunde ab 18 Uhr. Zudem wollte er Impfungen beschleunigen, die erhofften Lieferungen blieben aber wie in Deutschland und anderen EU-Ländern aus.

Nun schlagen viele Krankenhäuser Alarm, besonders im Pariser Großraum Île-de-France. In dieser Woche sollen rund hundert Intensivpatienten von dort in andere Regionen und ins Ausland verlegt werden. In dem dicht besiedelten Gebiet mit zwölf Millionen Einwohnern ist die Inzidenz über die Marke von 400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen, fast das Doppelte des landesweiten Schnitts. Die Île-de-France ist auch das wirtschaftliche Zentrum Frankreichs.

Sachsen erleichtert Einreise aus Tschechien

17.53 Uhr: Sachsen hat die Einreiseregeln für Menschen aus Tschechien erleichtert. Der Freistaat folge damit den Vorgaben des Bundes und den aktuellen Regeln in Bayern, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in Dresden. Sie machte zugleich deutlich, dass sie angesichts der neuen Regeln Bedenken wegen steigender Infektionszahlen gerade in den Grenzregionen hat. Voraussetzung ist allerdings ein täglicher negativer Corona-Test, der ab Mittwoch Pflicht ist. Arbeitgeber müssen die Tests zur Verfügung stellen.

Die neue Quarantäne-Verordnung sieht vor, dass mehr Menschen aus Tschechien nach Sachsen reisen können, ohne sich in Quarantäne zu begeben. Das gilt nicht mehr nur etwa für Beschäftigte im Gesundheitswesen, sondern für alle, die zur »Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe unabdingbar« sind. Das ist durch eine amtliche Bescheinigung nachzuweisen. Nun dürfen etwa Lehrer und pädagogische Fachkräfte in Kitas ohne Quarantäne einreisen, ab 20. März Schüler und Kita-Kinder. Letztere müssen sich nicht testen lassen. Auch für Familien wird der Grenzübertritt erleichtert.

Kanada empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff auch für über 65-Jährige

17.49 Uhr: Inmitten der Debatte über mögliche Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca will Kanada die Verwendung der Vakzine ausweiten. Das nationale Beratungskomitee für Impfungen (Naci) empfahl am Dienstag, den Impfstoff auch für Menschen ab 65 Jahren einzusetzen. Bislang galt die Empfehlung nur für 18- bis 64-Jährige, da für ältere Menschen nicht genügend Daten aus klinischen Tests vorlagen.

Die nun erweiterte Empfehlung begründete das kanadische Beratungsgremium mit drei aktuellen Studien aus Großbritannien. Diese hätten gezeigt, dass der Impfstoff bei Senioren »sicher und wirksam ist und insbesondere vor schweren Krankheitsverläufe« schütze.

Test in Amsterdam: Bis zu 5000 Fußballfans dürfen ins Stadion

17.44 Uhr: Bis zu 5000 Zuschauer dürfen am 27. März das WM-Qualifikationsspiel zwischen den Niederlanden und Lettland live in der Johan-Cruyff-Arena von Amsterdam verfolgen. Hintergrund ist ein Test, durch verschiedene Maßnahmen Großereignisse wieder sicher zu öffnen. Wie der niederländische Fußball-Verband KNVB am Dienstag mitteilte, sollen Schnelltests und eine Smartphone-App dabei zum Einsatz kommen.

»Günstige Ergebnisse könnten den Prozess auf dem Weg zu gut gefüllten Stadien in der Schlussphase der Saison 2020/21 und bei der EM beschleunigen«, schrieb der KNVB auf seiner Homepage. Die Fans werden im Stadion in sogenannte Forschungsblasen aufgeteilt. In einer Blase soll auch die Ausbreitung der Aerosole beim Husten, Niesen, Atmen oder Schreien untersucht werden.

Amsterdam gehört auch zu den zwölf Spielorten bei der EM in diesem Sommer. Die Arena hat normalerweise ein Fassungsvermögen von rund 55.000 Plätzen.

Was der AstraZeneca-Stopp für die Hausarzt-Strategie bedeutet

17.30 Uhr: Die Hausärzte galten als entscheidender Faktor, um mehr Tempo in den schleppenden Corona-Impfprozess zu bekommen. Bis kurz vor dem AstraZeneca-Stopp haben sie den Stoff verimpft – wie geht es nun weiter? Lesen Sie hier mehr dazu.

Israel hat 660 Millionen Euro für Coronaimpfstoff bezahlt

17.23 Uhr: Israel hat bisher umgerechnet rund 660 Millionen Euro für Impfstoff gegen das Coronavirus ausgegeben. Dies sagte am Dienstag ein Vertreter des Finanzministeriums in einer Sitzung eines Parlamentsausschusses. Die Nachrichtenseite ynet berichtete, es seien insgesamt 15 Millionen Impfdosen gekauft worden. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen könne sie sich dazu nicht äußern.

Bei der Sitzung hieß es, es seien bislang 2,6 Milliarden Schekel (umgerechnet 660 Millionen Euro) in den Kauf von Impfstoff verschiedener Hersteller investiert worden. In Israel wurde allerdings bisher fast ausschließlich das Biontech/Pfizer-Präparat eingesetzt. Umgerechnet auf 15 Millionen käme man auf einen Preis von 44 Euro pro Dosis. Dies wäre deutlich höher als die von den europäischen Ländern gezahlten Preise.

Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker hatte die bisher geheim gehaltenen Preise zeitweise auf Twitter veröffentlicht. Demnach soll eine Dosis des Moderna-Impfstoffs umgerechnet rund 15 Euro kosten, eine von Biontech/Pfizer 12 Euro. Der Tweet wurde später gelöscht.

Nach Angaben eines Repräsentanten des israelischen Gesundheitsministeriums sollen weitere 2,5 Milliarden Schekel (636 Millionen Euro) in den Kauf weiterer Impfdosen investiert werden. In dem Land mit rund neun Millionen Einwohnern hat am 19. Dezember eine Impfkampagne begonnen, die zu den erfolgreichsten weltweit gehört. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben mittlerweile fast 56 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung und 46 Prozent eine Zweitimpfung erhalten.

Schottland plant Öffnungen ab 5. April

17.18 Uhr: Ab Anfang April soll in Schottland das öffentliche Leben nach monatelangem Corona-Lockdown wieder langsam seinen Betrieb aufnehmen. Ab dem 5. April dürfen Friseure und einige nicht essenzielle Geschäfte wie Gartenzentren wieder ihre Türen öffnen, wie Regierungschefin Nicola Sturgeon am Dienstag ankündigte. »Es liegen hellere Tage vor uns«, sagte sie. Am 26. April sollen dann auch Reisen innerhalb Großbritanniens wieder möglich sein. Auch Fitnessstudios, Museen und touristische Unterkünfte sollen wieder öffnen.

NRW greift wegen AstraZeneca-Impfstopp auf Reserve zurück

17.07 Uhr: Wegen der Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers AstraZeneca will Nordrhein-Westfalen auf einen Teil der Impfstoffreserve des Landes zurückgreifen. Ungefähr 50 Prozent der Dosen von Biontech/Pfizer und Moderna seien bisher für »eine absolute Sicherheit bei den Zweitimpfungen« zurückgelegt worden, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag. Nun sollen etwa 150.000 davon den Impfzentren zur Verfügung gestellt werden.

»Wir haben jetzt einfach eine Krise, das muss man sehen«, sagte Laumann. Es sei gut, dass die »Impfpause« von AstraZeneca »ein Stück weit« ausgeglichen werden könne. Mit den Dosen aus der Reserve sollen bis Ende März vor allem Menschen in Behinderteneinrichtungen geimpft werden, die bisher das AstraZeneca-Präparat bekamen. Eine kleinere Charge will das Land für über 80-Jährige zur Verfügung stellen.

Impfstoffproduktion von Johnson & Johnson in Dessau soll im April starten

17.05 Uhr: Die Produktion des Coronaimpfstoffs vom US-Pharmakonzern Johnson & Johnson in Dessau soll im April beginnen. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits, sagte ein Sprecher der Firma IDT Biologika am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Es werde drei bis vier Wochen dauern, bis IDT in der Stadt in Sachsen-Anhalt die ersten Ampullen mit dem Impfstoff befüllen könne. IDT hatte die Kooperation am Montag angekündigt. Die Firma soll das Präparat in Dessau in Ampullen abfüllen und verpacken.

Entwickelt wurde der Impfstoff von der Johnson-&-Johnson-Tochter Janssen. Die belgische Firma bestätigte die Kooperation mit IDT am Dienstag, wollte aber keine Details zum Zeitplan und den Produktionsmengen mitteilen. Die Firma habe ein globales Netz an Produktionsstätten aufgebaut, um den Impfstoff möglichst schnell weltweit anbieten zu können, sagte eine Sprecherin der dpa.

Dessau und IDT spielen damit bereits beim zweiten von derzeit vier in der EU zugelassenen Impfstoffen eine wichtige Rolle: Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller AstraZeneca baut derzeit mit IDT eine Anlage mit Bioreaktoren auf, in denen ab kommendem Jahr monatlich mehrere Millionen Impfdosen abgefüllt werden sollen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der vierte Coronaimpfstoff, den die EU zugelassen hat. Anders als die Wirkstoffe von Moderna, AstraZeneca und Biontech muss er für den vollen Impfschutz nur einmal verabreicht werden.

Estland hält an Impfungen mit AstraZeneca fest

17.02 Uhr: Anders als Deutschland und andere europäische Staaten setzt Estland die Verabreichung des Coronaimpfstoffs von AstraZeneca vorerst nicht aus. Das baltische EU-Land wird nach Angaben von Gesundheitsminister Tanel Kiik die Vakzine trotz der Berichte über Blutgerinnsel weiter verabreichen. »Kein Land hat Beweise dafür, dass der Impfstoff mit diesen tragischen Vorfällen zusammenhängt«, sagte er am Dienstag in Tallinn.

Mit diesem Schritt schließt sich Estland der Entscheidung von Litauen an, das ebenfalls mit AstraZeneca weiterimpfen will. Der dritte Baltenstaat Lettland hat dagegen wie mehrere weitere EU-Staaten die Verabreichung des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers vorsorglich ausgesetzt. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat.

»Wir müssen berücksichtigen, dass die Impfungen in Estland bereits Dutzende Leben gerettet hat und langfristig Hunderte mehr retten wird«, sagte Kiik. Eine Fortsetzung der Impfungen überwiege daher mögliche hypothetische Risiken. Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern weist nach Angaben der EU-Behörde ECDC aktuell eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf. Auch Regierungschefin Kaja Kallas wurde am Montagabend positiv auf das Coronavirus getestet.

Tiroler Bezirk meldet hohe Beteiligung an Massenimpfung

16.53 Uhr: Die erste Phase einer regionalen Massenimpfung gegen die südafrikanische Corona-Variante ist in Österreich mit einer hohen Beteiligung zu Ende gegangen. »Schwaz ist die erste europäische Region, die durchgeimpft ist«, sagte Tirols Landeschef Günther Platter am Dienstag. Von 64.000 infrage kommenden Personen hätten 46.000 eine Injektion erhalten, sagte er. Das entspricht einer Rate von 72 Prozent.

Am vorigen Donnerstag war die Aktion als europäisches Pilotprojekt angelaufen, um die ansteckendere Virusvariante zurückzudrängen. Mithilfe der EU wurden dazu 100.000 Dosen Impfstoff geliefert. Die Massenimmunisierung wird auch wissenschaftlich ausgewertet, um die Wirksamkeit des Biontech /Pfizer-Impfstoffes gegen die Südafrika-Mutante zu untersuchen.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle, die in Tirol mit dieser Variante infiziert sind, lag am Dienstag bei 66 von landesweit 1764 aktiven Fällen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Tirol zuletzt bei 153, unter dem österreichweiten Wert von knapp 208.

Rund 43.000 Rheinland-Pfälzer bekommen anderen Impfstoff

16.40 Uhr: In Rheinland-Pfalz werden die geplanten Impftermine mit dem AstraZeneca-Impfstoff auf andere Impfstoffe umgestellt. »Alle rund 43.000 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer, die bis zum 10. April einen Termin zur Impfung mit AstraZeneca im Impfzentrum haben, werden geimpft – dazu erfolgt eine Umstellung aller geplanten Termine auf die Impfstoffe von Biontech oder Moderna«, teilt das Landesgesundheitsministerium mit. AstraZeneca-Impfungen in den Krankenhäusern, bei der Polizei und in den Justizvollzugsanstalten würden dagegen bis zur Entscheidung des Bundes über eine Wiederaufnahme der Impfungen ausgesetzt.

Auch das Land Hamburg greift auf andere Impfstoffe zurück. Durch Umstellung auf Ersatzpräparate der Firmen Biontech und Pfizer sowie Moderna sollten bereits vergebene Termine »in möglichst hohem Umfang« eingehalten werden, hatte die Hamburger Gesundheitsbehörde zuvor am Dienstag mitgeteilt.

Ab Mittwoch fänden alle bereits vereinbarten Impftermine in den Impfzentren wieder wie geplant statt, teilte das Ministerium in Mainz mit. Für Menschen, die am Dienstag mit AstraZeneca hätten geimpft werden sollen, würden zeitnah Ersatztermine mit anderen Wirkstoffen organisiert. Auch in Hamburg gilt die Regelung ab Mittwoch, Impftermine vom Dienstag werden ebenfalls nachgeholt.

Laschet sieht kaum Spielraum für touristische Öffnungen

16.38 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht angesichts der Corona-Entwicklung kaum Möglichkeiten, in der kommenden Woche neue touristische Spielräume zu gewähren. Angesichts steigender Neuinfektionsraten halte er touristische Öffnungen in Deutschland bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin am Montag für fraglich, sagte Laschet, der auch CDU-Bundeschef ist, am Dienstag in Düsseldorf. Dass wieder nach Mallorca gereist werden könne, sei den niedrigen Neuinfektionsraten dort zu verdanken. »Ich würde trotzdem nicht jedem empfehlen, jetzt dahin zu reisen«, sagte Laschet.

Mallorca-Urlaub trotz Corona: Wohin mit der Wut wegen Malle?

16.33 Uhr: Mallorca ist nicht mehr Risikogebiet. Ran an die Flugtickets! Das sorgt natürlich für Ärger. Dabei sollten sich die Menschen statt über Urlaubsreisende lieber über den Kapitalismus empören. Lesen Sie hier die Kolumne von Margarete Stokowski.

Land Nordrhein-Westfalen: Dortmund darf Schulen nicht schließen

16.28 Uhr: Die drittgrößte nordrhein-westfälische Stadt Dortmund darf trotz steigender Corona-Infektionszahlen die Schulen nicht ab Mittwoch schließen. Das sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Dienstag nach einem entsprechenden Antrag der Stadt. Laumann sagte, bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 71,2 Neuinfektionen unter 100.000 Einwohner binnen einer Woche in Dortmund kämen Schulschließungen nicht infrage. Er kritisierte, dass der Stadt offenbar keine anderen Maßnahmen einfielen. Die wichtige Kennziffer der Sieben-Tage-Inzidenz steigt landesweit und lag laut Robert Koch-Institut am Dienstag in Nordrhein-Westfalen bei 82,9.

Oberbürgermeister Westphal hatte erklärt: »Wir sind der festen Überzeugung, dass es in diesem Moment überhaupt keinen Sinn ergibt, die Schulen zu öffnen. Deswegen haben wir den dringenden Appell an die Schulministerin, die Schulöffnung und das Hochfahren des Präsenzunterrichts sofort zu beenden.« Aus Sicht der Stadt sei das Öffnungskonzept der Schulen geknüpft an Impfungen und Tests. Seit der Bekanntgabe des vorläufigen Impfstopps von AstraZeneca fehle die Geschäftsgrundlage für diesen Gesamtplan. Man habe die Lehrer mit AstraZeneca impfen wollen, das sei jetzt unmöglich.

Das Schulministerium in Düsseldorf hatte vor einigen Tagen landesweit vorgegeben, dass alle Schüler bis zu den Osterferien zumindest tageweise wieder in die Klassenräume zurückkehren – im Wechselmodus und in halber Klassenstärke.

Köln muss nach Impfstopp über hundert AstraZeneca-Dosen wegwerfen

16.25 Uhr: Der vorläufige AstraZeneca-Impfstopp hat die Kommunen überrascht. Im Impfzentrum Köln mussten nach Angaben der Stadt am Montag 117 AstraZeneca-Impfdosen verworfen werden, da sie schon aufgezogen und damit nicht mehr lagerfähig waren. »Aufgezogener Impfstoff darf nur wenige Stunden verwendet werden«, sagte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag. Zunächst seien bis einschließlich Samstag alle Impftermine, bei denen AstraZeneca zum Einsatz kommen sollte, abgesagt worden. Das seien 8706 Termine. Die Termine für die Biontech-Impfungen fänden dagegen planmäßig statt, betont die Stadt.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) erwartet eine schnellstmögliche Klärung, ob und wann es mit dem Impfstoff von AstraZeneca weitergehen kann. »Den vom Bund verfügten Stopp der Impfungen mit AstraZeneca halte ich für äußerst bedauerlich, da er unsere Impfbemühungen vorerst ausbremst«, erklärte sie. Sobald wieder Klarheit bestehe, werde die Stadt Köln versuchen, die Kapazitäten des Impfzentrums hochfahren, damit Impfungen aufgeholt werden könnten. »Verzögerungen der Impfkampagne in Köln wollen wir vermeiden.«

Elsässer verglich deutsche Coronakontrollen mit Nazimethoden – Geldbuße

16.10 Uhr: Weil er die deutschen Coronakontrollen mit Nazimethoden verglich, ist ein Politiker im Elsass zu einer Geldbuße verurteilt worden. Der Bürgermeister der französischen Gemeinde Lauterbourg, Jean-Michel Fetsch, muss wegen »Anstachelung zum Hass« 2500 Euro zahlen, wie das Strafgericht in Straßburg entschied. Zudem soll er 500 Euro an drei Organisationen zahlen, die gegen Rassismus kämpfen.

Der 68-Jährige hatte im April des vergangenen Jahres scharfe Kritik an den Grenzschließungen geübt, mit denen die Bundesregierung auf die hohen Infektionszahlen im Elsass reagierte. »Bald werden die Germanen den Elsässern ein Zeichen auf die Brust heften, damit man sie von Weitem erkennt«, schrieb er auf Facebook. Das Vorgehen erinnere ihn »an den gelben Stern, der Juden in der Nazizeit aufgezwungen wurde«.

Bei der Gerichtsanhörung sagte Fetsch, er sei wütend über das unangekündigte deutsche Vorgehen gewesen. »Der Grenzübergang in Lauterbourg war blockiert, und niemand hatte mir Bescheid gesagt«, sagte er nach Angaben der Zeitung »Dernières Nouvelles d'Alsace« vom Dienstag. »Ich habe deutsche Polizisten gesehen, die bei uns die Ausweise von Passanten kontrollierten, und sie waren bewaffnet.« Es tue ihm aber Leid, wenn er Mitbürger mit seinen Äußerungen verletzt habe.

Dritte Coronawelle: Jetzt sind Jüngere die Risikogruppe

15.50 Uhr: Die Fallzahlen steigen, viele unter 80-Jährige sind nicht geimpft und kaum geschützt. Wie gefährlich wird es für Menschen um die 50 – und kann ein neuer Lockdown überhaupt noch abgewendet werden? Lesen Sie hier mehr dazu:

Steinmeier: Deutschland kann von Israels Impfkampagne lernen

15.35 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Erfolg der Corona-Impfkampagne in Israel als beispielhaft auch für Deutschland herausgestellt. Er habe Präsident Reuven Riblin zu den großen Fortschritten gratuliert, sagte er nach einem Treffen am Dienstag im Berliner Schloss Bellevue.

»Diese Impfkampagne erhält hier in Deutschland viel Aufmerksamkeit und großen Respekt nicht nur wegen der Professionalität und der Geschwindigkeit des Impfens, sondern auch wegen der guten Portion Pragmatismus, mit der Ihr Land und die Verantwortlichen diesen Prozess begleiten und beschleunigen.« Steinmeier betonte: »Andere, auch wir, denke ich, können davon lernen.«

Die Impfkampagne in Israel läuft bereits seit dem 19. Dezember. Sie gehört zu den erfolgreichsten weltweit. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück. Eine Erstimpfung erhielten in Israel bislang mehr als 5,2 von etwa 9 Millionen Einwohnern. Davon bekamen knapp 4,3 Millionen auch schon die zweite Dosis.

Thrombose-Fälle nach Impfung – vor allem Frauen betroffen

15.27 Uhr: Die sieben Fälle einer speziellen Thrombose, die Grund des Aussetzens der AstraZeneca-Impfungen waren, betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag mit. Sechs davon hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt, alles Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen. »Alle Fälle traten zwischen vier und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff AstraZeneca auf«, hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien verstorben.

Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der AstraZeneca-Impfung »nicht unplausibel« ist, hieß es vom PEI.

Die Zahl der Fälle nach einer solchen Impfung ist demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten: »Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.« Von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel sei nicht die Altersgruppe betroffen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf habe. Betroffen seien nicht Senioren, sondern Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter.

»Nach Gesamtbetrachtung und Erwägung der genannten Fakten hat das Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca in Deutschland vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu analysieren«, so das Fazit des Instituts. Experten der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) werden demnach nun im Verlauf der Woche prüfen, ob und wie sich die Erkenntnisse auf das Nutzen-Risiko-Profil des AstraZeneca-Impfstoffs und die EU-Zulassung des Impfstoffes auswirken.

Neue Corona-Variante in der Bretagne gemeldet

15.15 Uhr: Frankreichs Gesundheitsbehörden haben eine neue Variante des Coronavirus gemeldet, bei der ein Nachweis über die herkömmlichen PCR-Tests erschwert sein könnte. Es habe mehrere Patienten gegeben, die typische Symptome von Covid-19 aufgewiesen, aber ein negatives PCR-Testergebnis erhalten hätten, teilte die Generaldirektionen des französischen Gesundheitsministeriums mit.

Aufmerksam wurden die Behörden demnach bei einem Ausbruch in einem Krankenhaus in Lannion in der Bretagne. »Die ersten Analysen dieser neuen Variante lassen nicht den Schluss zu, dass sie ernster oder übertragbarer ist als das ursprüngliche Virus«, hieß es. Eingehende Untersuchungen seien im Gang.

Die Gesundheitsbehörden stuften die Variante als »variant under investigation« ein, also eine genau zu beobachtende. Die Generaldirektion betonte, dass Viren sich ständig weiterentwickeln und dementsprechend Systeme zur Überwachung eingerichtet worden seien.

Moderna testet Corona-Impfstoff an Tausenden Kindern

15.01 Uhr: Das US-Unternehmen Moderna prüft die Wirksamkeit und Verträglichkeit seines Corona-Impfstoffs bei Kindern mit einer Testreihe bei unter Zwölfjährigen. Die klinischen Tests an Kindern in den USA und Kanada hätten bereits begonnen, teilte Moderna am Dienstag mit. Insgesamt rund 6750 gesunde Babys und Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren sollen demnach daran teilnehmen.

Kinder mit Mund-Nasen-Schutz in Brooklyn, New York

Kinder mit Mund-Nasen-Schutz in Brooklyn, New York

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John Minchillo / dpa

Die Studie werde dabei helfen, die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs mRNa-1273 für die so wichtige Bevölkerungsgruppe der Kinder besser einzuschätzen, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. Junge Kinder entwickeln nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 meist nur milde oder gar keine Symptome, sie können das Virus aber weiter tragen. Deswegen werden in aller Welt immer wieder Kitas und Schulen zur Eindämmung der Pandemie geschlossen.

Wie das Mainzer Unternehmen Biontech hat Moderna einen Corona-Impfstoff auf Grundlage der neuen mRNA-Technologie entwickelt, von dem für eine Immunisierung gegen das neuartige Coronavirus zwei Dosen benötigt werden. Seit dem 6. Januar ist die Moderna-Vakzine in der EU für Erwachsene zugelassen. In den USA wurde bereits im Dezember eine Notfallzulassung erteilt.

Auch der Hersteller AstraZeneca hat bereits eine Testreihe mit seinem Impfstoff an 300 Kindern in Großbritannien begonnen.

Britisch-schwedischer Pharmakonzern in der Kritik: Wer hinter AstraZeneca steckt

15.00 Uhr: Der Impfstopp in vielen Ländern wird zum Problem für AstraZeneca und Vorstandschef Pascal Soriot. Vakzinen sind nicht sein Kerngeschäft, zum Coronamittel kam der Pharmakonzern eher zufällig. Lesen Sie hier mehr dazu:

Europäische Arzneimittelbehörde verteidigt AstraZeneca-Impfstoff

14.55 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde ist weiterhin vom Nutzen des AstraZeneca-Impfstoffs überzeugt. Alle Berichte über Blutgerinnsel würden streng überprüft. Am Donnerstag will die Ema einen Risikobericht vorlegen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gericht: Geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen in Quarantäne bleiben

14.11 Uhr: Bereits gegen das Coronavirus geimpfte Menschen müssen sich laut einem Urteil bei Ansteckung eines Haushaltsmitglieds trotzdem zwei Wochen lang isolieren. Das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße lehnte einen Eilantrag eines Ärzte-Ehepaars aus der Vorderpfalz gegen die Dauer der Isolierung ab, wie es am Dienstag mitteilte. Die Tochter des Ehepaars hatte sich mit Corona infiziert. (Az. 5 L 242/21.NW und 243/21.NW)

Beide Ehepartner arbeiten als Allgemeinmediziner und wurden im Januar und Februar mit der Biontech-Vakzine geimpft. Anfang März wurde die Tochter positiv getestet und isoliert sich seitdem in der oberen Etage des Hauses der Familie. Vier Tage nach dem Test schickte der Rhein-Pfalz-Kreis den Ärzten eine Bescheinigung über die Dauer ihrer Quarantäne als Kontaktpersonen. Diese sollte 14 Tage dauern.

Dagegen zogen die beiden vor Gericht. Sie machten unter Berufung auf eine israelische Studie geltend, dass sie schon geimpft seien und darum keine Krankheitserreger mehr übertragen könnten. Zudem seien ein PCR-Test und zwei Schnelltests bei ihnen negativ ausgefallen.

Das Gericht folgte der Argumentation aber nicht. Noch lägen keine ausreichenden Belege dafür vor, dass Geimpfte nicht infektiös erkrankten, teilte es mit. Sie zählten als Kontaktpersonen ersten Grades weiter zu den Ansteckungsverdächtigen. Das Robert Koch-Institut spreche sich wegen der Zunahme von besorgniserregenden Mutanten derzeit dafür aus, die Quarantänezeit nicht durch einen negativen Test zu verkürzen.

Finanzministerium verlängert Steuerstundungen für Firmen um drei Monate

14.01 Uhr: Das Bundesfinanzministerium verlängert angesichts der anhaltenden Coronakrise eine steuerliche Entlastung für Unternehmen. Das kündigte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) an. Dabei geht es um die Stundung von Steuern, damit Firmen mehr Liquidität bekommen. Bisher werden Stundungen bis zum 30. Juni gewährt, dies soll nach den Worten von Scholz bis zum 30. September verlängert werden.

Moskau beklagt Kampagne gegen russischen Coronaimpfstoff Sputnik V

13.50 Uhr: Der Kreml hat eine internationale Kampagne gegen den russischen Coronaimpfstoff Sputnik V beklagt. Russland lehne »egoistische« Versuche anderer Länder, Druck zur Ablehnung bestimmter Impfstoffe aufzubauen, kategorisch ab, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow. Er reagierte damit auf einen Bericht der US-Gesundheitsbehörde HHS, demzufolge Washington Brasilien dazu drängte, Sputnik V nicht zu kaufen.

»Solche egoistischen Versuche, Länder dazu zu zwingen, bestimmte Impfstoffe abzulehnen, sind nicht zielführend, sie schaden den Interessen aller Menschen«, sagte Peskow. Moskau lehne einen »Wettbewerb der Impfstoffe« ab. »Wir glauben, dass wir alle unsere Kräfte vereinen müssen, damit so viele Menschen wie möglich geimpft werden können.« Peskow ließ offen, ob er sich mit seiner Kritik direkt auf die USA bezog.

Brasilien hatte seine Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus im Januar begonnen und dafür die Vakzine von AstraZeneca und das chinesische Präparat Coronavac genutzt. In der vergangenen Woche verkündete die Regierung, sie habe zehn Millionen Dosen von Sputnik V bestellt. Am Montag gab Brasilien dann bekannt, auch 100 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs sowie 38 Millionen Impfstoffdosen beim US-Pharmakonzern Johnson & Johnson geordert zu haben.

Zahl der Corona-Toten in Europa überschreitet Schwelle von 900.000

13.43 Uhr: Die Corona-Opferbilanz in Europa hat die Schwelle von 900.000 Todesfällen überschritten. In den 52 Ländern und Territorien des Kontinents, darunter auch Russland und die Türkei, wurden seit Beginn der Pandemie Ende 2019 insgesamt 900.185 Todesfälle von Corona-Infizierten registriert, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnete. Insgesamt wurden 40.083.433 Ansteckungen in Europa nachgewiesen.

Europa ist die Region mit der höchsten Opferzahl der Pandemie, gefolgt von Lateinamerika mit 721.581 Toten und Nordamerika mit 558.110 Todesopfern. In Asien starben bislang 263.250 Infizierte.

Innerhalb von Europa ist Großbritannien mit 125.580 Corona-Toten das am schwersten betroffene Land, gefolgt von Italien mit 102.499 Toten und Russland mit offiziell 92.937 Toten. Dahinter rangieren Frankreich mit 90.788 Todesopfern und Deutschland mit 73.656 Toten.

Weltweit wurden bereits mehr als 120 Millionen Corona-Infektionen und fast 2,66 Millionen Todesfälle gezählt.

Corona-Verdachtsfall beim HSV bestätigt

13.36 Uhr: Der Corona-Verdachtsfall beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV hat sich bestätigt. Das teilte der Verein am Dienstag mit. Der betroffene Spieler befinde sich in Quarantäne. Das zuständige Gesundheitsamt muss nun entscheiden, ob die gesamte Mannschaft und der Betreuerstab in Quarantäne müssen. »Wir sind im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt«, hieß es.

Sollten sich tatsächlich die gesamte Mannschaft und der Betreuerstab isolieren müssen, würde unter anderem die Partie des Tabellenzweiten am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim (13.00 Uhr/TV: Sky) ausfallen.

Der Verdachtsfall war am Montagvormittag bei einem extra vom Verein angesetzten Test aufgetreten. Daraufhin war das Nachmittagstraining abgesagt worden. Der HSV führt bei seinen Spielern regelmäßig auf eigene Initiative zusätzliche Testungen neben denen der Deutschen Fußball Liga durch. Die Laborauswertung der offiziellen PCR-Tests am Dienstag bestätigte nun das Ergebnis.

Daraufhin mussten die Profis und Betreuer wie schon am Vortag für einen Drive-in-Test zum Volksparkstadion kommen. Die Ergebnisse sollen noch am Nachmittag vorliegen. Danach soll auch das Gesundheitsamt im Hamburger Stadtteil Altona das weitere Vorgehen festlegen. Zuletzt hatten die Liga-Konkurrenten Holstein Kiel, Hannover 96 und Jahn Regensburg Corona-Fälle gemeldet, mehrere Spiele mussten verschoben werden.

Staatliche Museen in Berlin zur Öffnung stark nachgefragt

13.25 Uhr: Nach Monaten im kulturellen Shutdown haben am Dienstag in Berlin die ersten Staatlichen Museen wieder ihre Türen für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Zum Wiederbeginn wurden nach Angaben der Museen seit Freitag rund 13.000 Tickets verkauft.

Der Zugang zu Neuem Museum, Alter Nationalgalerie, James-Simon-Galerie, Pergamonmuseum und Panorama auf der Museumsinsel Berlin sowie dem Museum Europäischer Kulturen in Dahlem ist wegen der Corona-Maßnahmen nur mit Onlinetickets, Zeitfenster und Hygienemaßnahmen möglich. Anfang April sollen weitere Häuser folgen. Zudem dürfen die Museen im Vergleich zur Öffnungsphase nach dem Lockdown im vergangenen Jahr nur halb so viele Interessierte einlassen, weil nun vier statt zwei Quadratmeter pro Besucherin oder Besucher zur Verfügung stehen müssen.

Viele der Zeitfenster waren deswegen rasch ausgebucht. Die Museen schalten zunächst nur 14 Tage im Voraus frei, um gegebenenfalls schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können und aufwendige Rückgaben bei erneuten Schließungen zu vermeiden.

Ebenfalls bereits geöffnet sind der Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums oder die Gedenkstätten Deutscher Widerstand und Plötzensee. In den kommenden Tagen wollen zudem etwa das Kunsthaus Dahlem und die Berlinische Galerie (17.) oder das Jüdische Museum (26.) ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Öffentlicher Verkehr: Milliarden für die Geisterbahn

13.24 Uhr: Busse und Züge fahren in der Coronakrise leer durchs Land. Derweil investiert der Staat Rekordsummen in den Ausbau des Angebots. Was, wenn die Fahrgäste nicht zurückkommen? Lesen Sie hier mehr dazu.

Elf Millionen Euro für digitale Kulturprojekte

13.23 Uhr: Das von Bund und Ländern getragene Programm Kultur.Gemeinschaften will bundesweit mehr als 300 Kultureinrichtungen bei der Umsetzung digitaler Projekte unterstützen. Mit zusammen elf Millionen Euro sollen jeweils zwei digitale Vorhaben gefördert werden. Über entsprechende Empfehlungen habe eine Jury entschieden, hieß es am Dienstag in Berlin. Beworben hatten sich 677 Einrichtungen um zusammen mehr als 20 Millionen Euro Projektförderungen.

»Gerade in Zeiten der Pandemie wollen und müssen insbesondere kleinere Kultureinrichtungen auf intelligente Weise im Austausch mit ihrem Publikum bleiben«, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Für den Stiftungsrat der Kulturstiftung der Länder sprach Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von einem »wichtigen Förderinstrument«.

»Neustarthilfe«: Kreis der Antragsberechtigten erweitert

13.22 Uhr: Mit einer »Neustarthilfe« unterstützt die Bundesregierung in der Coronakrise Soloselbstständige wie Künstlerinnen und Künstler – nun wird der Kreis der Antragsberechtigten erweitert. Wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Dienstag mitteilte, konnten seit Mitte Februar Soloselbstständige, die als natürliche Personen selbstständig sind, die Hilfe beantragen. Nun könnten Anträge auch von Soloselbstständige gestellt werden, die ihr Geschäft in der Rechtsform einer Personengesellschaft oder als alleinige Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft betreiben.

Bei der »Neustarthilfe« seien mit Stand 15. März etwa 96.000 Anträge in einem Gesamtvolumen von rund 571 Millionen Euro gestellt worden. Bisher seien rund 540 Millionen Euro ausgezahlt worden. Die Neustarthilfe ist Teil der Corona-Finanzhilfen der Bundesregierung. Zentrales Instrument für Firmen ist die Überbrückungshilfe III.

Anbieter privater Ferienunterkünfte kritisieren erlaubte Reisen ins Ausland

13.19 Uhr: Anbieter privater Ferienunterkünfte in Deutschland haben sich »fassungslos« gezeigt, dass Flugreisen ins Ausland wieder erlaubt sind, das Beherbergungsverbot im Inland aber bleibt. »Pandemie-Partys in den Klubs und Bars auf Mallorca« würden ermöglicht, Spaziergänge in deutschen Naherholungszielen und Spieleabende in Ferienwohnungen blieben verboten, heißt es in einem am Dienstag versandten Schreiben des Verbands der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs.

Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 200.000 privaten Ferienunterkunftsanbietern. Die Politik ignoriere die existenzbedrohliche Lage der Branche und bevorzuge zudem große Konzerne wie TUI und die Lufthansa, heißt es seitens des Verbands.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte Ende vergangener Woche Mallorca, die übrigen Balearen und weitere Gebiete Spaniens von der Liste der Corona-Risikogebiete genommen. Gleiches gilt für einige Regionen in Portugal und in Dänemark. Daraufhin waren Reisebuchungen in diese Gebiete in die Höhe geschnellt.

Eine ganze Reihe weiterer Verbände der Tourismuswirtschaft und Gastronomie startete unterdessen eine Social-Media-Kampagne unter dem Slogan »Tourismus: sicher und verantwortungsvoll« und dem Hashtag #PerspektiveJetzt. Die Branche brauche eine Öffnungsstrategie und einen konkreten Fahrplan, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung unter anderem des Deutschen Reiseverbands, des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands und des Hotelverbands Deutschland. Zugleich sei mehr Tempo beim Impfen und Testen nötig.

Söder will Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

13.11 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert für eine bundeseinheitliche Testpflicht für Urlaubsrückkehrer aus Mallorca. Er bitte den Bund, einen derartigen Schritt zu überdenken, sagt Söder. Alles andere wäre »kein gutes Signal«.

Wie bedenklich die Situation sei, zeige die Sorge auf Mallorca vor einem zu großen Ansturm von Touristen, sagte Söder. »Also deswegen glaube ich wäre es sehr sinnvoll zu überlegen, ob man dann da eine Testpflicht hat.« Bayern werde in jedem Fall seine Flughäfen mit entsprechenden Testkapazitäten ausstatten, damit sich dort jeder testen lassen könne. Zuvor hatte das Reiseunternehmen TUI mitgeteilt, die Mallorca-Flüge zu Ostern zu verdoppeln – trotz Appell der Bundesregierung, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten (mehr dazu unter dem Eintrag um 11.44 Uhr).

Was Tourismus allgemein angehe, sei er für Ostern nicht optimistisch. Für Pfingsten und den Sommer sehe es dagegen anders aus, zumal dann die Impfungen vorankämen. In dem Zusammenhang könnten Öffnungen auch an Impfungen gekoppelt werden.

Johnson verteidigt AstraZeneca-Impfstoff als »sicher« und »extrem wirksam«

12.38 Uhr: Nach der Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen in Teilen Europas hat der britische Premierminister Boris Johnson den in seinem Land schon millionenfach verwendeten Impfstoff als sicher bezeichnet. »Dieser Impfstoff ist sicher und wirkt extrem gut«, schrieb Johnson in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag für die »Times«. Er werde an zahlreichen Orten »von Indien bis zu den USA ebenso wie in Großbritannien hergestellt« und auf der ganzen Welt eingesetzt.

Deutschland sowie Frankreich, Italien, Spanien, Slowenien, Portugal und Lettland hatten am Montag verkündet, den Einsatz der AstraZeneca-Vakzine wegen Berichten über schwere Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung auszusetzen. Am Dienstag zog auch Schweden nach. Zuvor hatten schon mehrere andere europäische Länder diese Maßnahme ergriffen. AstraZeneca und Medizinexperten in Großbritannien verweisen aber darauf, dass es keine Belege dafür gebe, dass die Impfung ursächlich für die Blutgerinnsel sei.

Der Coronaimpfstoff wurde von dem Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. In Großbritannien wurden inzwischen mehr als elf Millionen Dosen verabreicht, Berichte über schwere Nebenwirkungen liegen bislang nicht vor. Johnson verwies auch auf die strengen Zulassungsverfahren der britischen Arzneimittelbehörde MHRA. Diese sehe keinerlei Anlass dafür, die Impfungen mit AstraZeneca auszusetzen, sagte der britische Premierminister am Montag zu Journalisten.

Auch die EU-Arzneimittelbehörde hatte am Montag vorerst an ihrer Bewertung des Coronaimpfstoffes von AstraZeneca festgehalten. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass das Mittel ein ernstes Gesundheitsrisiko darstelle, hieß es.

Auswertung der Labore: Corona-Positivrate in Deutschland um 20 Prozent gestiegen

12.35 Uhr: Deutsche Labore melden einen deutlichen Anstieg der positiven Corona-Tests auf 7,2 Prozent – binnen einer Woche. Der Verband äußert sich sehr besorgt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Drogen in der Pandemie: »Es bietet sich an, vor dem Fernseher zu sitzen, zu zocken und zu kiffen«

12.27 Uhr: Klubs sind zu, dafür wird mehr gekifft: Jörg Böckem, Autor von »High Sein«, erklärt, warum sich der Drogenkonsum junger Menschen in der Coronapandemie verändert. Und welche Rolle Capital Bra spielt. Lesen Sie das Interview hier.

Sechs neue Tipps gegen den Homeoffice-Koller

12.25 Uhr: Ihnen fehlen die Kollegen, und die Decke im Heimbüro fällt Ihnen auf den Kopf? Hier kommen sechs praxiserprobte Tipps, die sofort die Laune verbessern und helfen können, sich nicht mehr so isoliert zu fühlen. Sie brauchen: ein Foto, ein Post-it und eine Handpuppe. Lesen Sie hier mehr dazu.

Söder wirbt für Festhalten an Inzidenz-Notbremse

12.24 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert für ein Festhalten an der »Notbremse«, sollte die Inzidenz die Schwelle von 100 steigen. »Der Lockdown darf auf Dauer nicht die einzige Perspektive sein«, sagt er. Eine Abschaffung der Inzidenz und ein Freilaufen dürfe aber nicht akzeptiert werden.

Impfarzt über vorläufigen Impfstopp: »Astra ist ein super Impfstoff«

12.14 Uhr: Der vorläufige AstraZeneca-Stopp sorgt für heftige Diskussionen in Deutschland. Hier sagt ein Impfarzt aus Köln, was er davon hält, dass die Vakzine derzeit nicht zum Einsatz kommt. Sehen Sie hier das Video.

Wegen Corona: Zoo-Schimpansen kommunizieren per Videoschalte

12.09 Uhr: Mit einer Videoschalte sorgen nun zwei Tierparks in Tschechien für Abwechslung bei ihren Schimpansen, die während der Pandemie ohne Besucher auskommen müssen. Über zwei Großbildschirme können sich die Gruppen im Zoo in Brünn (Brno) und im Safari-Park in Dvur Kralove gegenseitig beobachten – über eine Entfernung von rund 150 Kilometern. Die Öffentlichkeit kann noch bis mindestens Ende der Woche täglich über einen Internet-Livestream  zuschauen, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte.

Bei den Tieren kommt das gut an: »Unsere Schimpansen gehören schon zu den Senioren, aber jede Neuheit ist für sie interessant«, sagte Schimpansen-Pflegerin Mariana Hubikova. Manchmal würden die Menschenaffen vor ihren Artgenossen mit ihrem Essen angeben – oder den Pflegerinnen und Pflegern im anderen Zoo beim Saubermachen zusehen. »Für diese sehr intelligenten Tiere ist das ein neuer und interessanter Impuls, teilte auch Zoodirektor Martin Hovorka mit.

Die Tiergärten in Tschechien sind mit einer kurzen Unterbrechung seit mehr als einem halben Jahr geschlossen. Das Land ist stark von der Coronakrise betroffen. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 1,4 Millionen bestätigte Infektionen und 23 657 Todesfälle.

TUI verdoppelt Mallorca-Flüge zu Ostern – trotz Appell der Bundesregierung

11.44 Uhr: Trotz Aufrufen aus der Politik, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, ist die Nachfrage nach Osterurlauben auf Mallorca groß. Der Reisekonzern TUI hat in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben doppelt so viele Mallorca-Buchungen verzeichnet wie im gleichen Zeitraum 2019, vor der Corona-Pandemie. »Wir haben uns daher entschieden, das Angebot für die Osterferien zu verdoppeln und bieten jetzt über 300 Hin- und Rückflüge an«, teilte der Geschäftsführer von TUI Deutschland, Marek Andryszak, am Dienstag mit. Die ersten Tuifly-Flüge sollen am 21. März in Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und neuerdings Stuttgart abheben. Vom 26. März an steuert Tuifly die Baleareninsel nun auch von München aus an. Der Reiseveranstalter weitet außerdem sein Hotelangebot auf Mallorca aus.

Die Bundesregierung hatte am Freitag die Reisewarnung für Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark aufgehoben. Damit ist der Urlaub dort wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland möglich. Bei der Einreise nach Spanien muss allerdings ein negativer Corona-Test vorliegen.

Nach Einschätzung von TUI sind unter den Mallorca-Reisenden in diesem Jahr weniger Partyurlauber als üblich. Darauf ließen teurere Unterkünfte, aber auch Beschränkungen der Gastronomie und teilweise beim Alkoholausschank schließen. Zuletzt hatte auch Eurowings für die Osterzeit Flüge nach Mallorca aufgestockt.

Ein Flugzeug überfliegt bei der Landung auf Mallorca ein Schild, das die Richtung nach Playa de Palma anzeigt

Ein Flugzeug überfliegt bei der Landung auf Mallorca ein Schild, das die Richtung nach Playa de Palma anzeigt

Foto:

Clara Margais / dpa

Berlins Regierungschef kritisiert Ausnahme bei Corona-Notbremse in Brandenburg

11.29 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (beide SPD) für die Erhöhung des Grenzwerts bei der Corona-Notbremse kritisiert. »Es gibt gute Gründe dafür, dass wir uns an der 100 orientieren",sagte Müller dem Portal, »Watson« laut Mitteilung vom Dienstag. Bei der Regelung handle es sich um einen »guten und nachvollziehbaren Richtwert«. Brandenburg hatte zuvor beschlossen, dass die Corona-Notbremse erst ab einem Inzidenzwert von 200 greift.

Zwar hätten die Bundesländer Spielraum bei der Umsetzung gemeinsamer Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenzen zur Pandemiebekämpfung, sagte Müller weiter. »Aber es ist schwierig, wenn Ministerpräsidenten in den ersten Stunden nach der Konferenz einen eigenen Weg gehen.«

Müller betonte, dass die Ausnahmeregelung in Brandenburg auch für benachbarte Bundesländer zum Problem werden könne. »Nicht nur für uns in Berlin kann das Auswirkungen haben, auch für Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt«, sagte Müller. Der Regierende Bürgermeister, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, kündigte an, das Thema erneut mit Woidke besprechen zu wollen.

Von der Leyen: Biontech liefert zehn Millionen Dosen früher an die EU

10.58 Uhr: Die Europäische Union kann vom Hersteller Biontech/Pfizer kurzfristig im zweiten Quartal weitere zehn Millionen Dosen Corona-Impfstoff bekommen. Damit seien allein von diesem Hersteller für die Zeit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen für die 27 EU-Staaten zu erwarten, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit.

»Ich weiß, wie wichtig das zweite Quartal für die Impfstrategien der Mitgliedstaaten ist«, sagte von der Leyen. »Diese vorgezogenen 10 Millionen Dosen werden die Gesamtzahl der Dosen von Biontech/Pfizer auf mehr als 200 Millionen bringen. Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedsstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen.«

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Österreich und andere EU-Staaten hatten beklagt, dass die nun tatsächlich verfügbaren Corona-Impfstoffe nicht nach Bevölkerungszahl, sondern ungleich unter den EU-Staaten verteilt werden. Das liegt nach Darstellung der EU-Kommission daran, dass voriges Jahr nicht alle EU-Staaten alle ihnen angebotenen Impfstoffe gekauft haben. Wer zum Beispiel vor allem auf AstraZeneca setzte, ist nun von Lieferproblemen des britisch-schwedischen Herstellers besonders betroffen. Die zusätzlichen 10 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer könnten helfen, den Konflikt zu entschärfen.

Die EU-Kommission hatte zwei Verträge mit Biontech/Pfizer abgeschlossen: einen über bis zu 300 Millionen Dosen im vergangenen Jahr; und einen weiteren über 200 Millionen Dosen mit der Option auf noch einmal 100 Millionen Anfang dieses Jahres. Diese Option auf 100 Millionen solle nun gezogen werden, hieß es aus der EU-Kommission. Das Unternehmen habe sich bereit erklärt, daraus zehn Millionen Dosen vorzuziehen, die sonst erst im dritten oder vierten Quartal bereitgestanden hätten. Die EU-Staaten müssen nun noch zustimmen, dass die Option gezogen wird. Auch über die Verteilung der zusätzlichen Menge müssen sie sich einigen.

Roche bringt Test zur Erkennung von Corona-Mutanten auf den Markt

10.52 Uhr: Der Schweizer Pharmariese Roche hat einen neuen Test entwickelt, mit dem Wissenschaftler potenziell gefährlichere Varianten des Coronavirus nachweisen können. Der neue Labortest solle dabei helfen, Virusmutanten und ihren Anteil an den Corona-Infektionen festzustellen, sagte das Unternehmen am Dienstag. Dies helfe bei der Entwicklung von Strategien für Therapien und Impfungen.

Für den Virusvarianten-Test wird ein Analysegerät zur Testauswertung von Roche benötigt. Dieses sei laut Unternehmen bereits in vielen Forschungslaboren und Krankenhäusern vorhanden.

Mutanten von Sars-CoV-2 wie die zunächst in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen Varianten haben den Kampf gegen die Corona-Pandemie erschwert, weil sie deutlich ansteckender sind. Bei der Bewertung der Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen müssen auch Virusvarianten berücksichtigt werden.

Geplante Lockerung der Corona-Maßnahmen: Englische Pubs sind auf Wochen ausgebucht

10.33 Uhr: Es geht schnell voran beim Impfen – in Großbritannien. Mitte April sollen englische Restaurants und Kneipen ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen. Viele Tische sind schon jetzt auf Wochen hinaus reserviert. Lesen Sie hier mehr dazu.

Erasmus-Studierende müssen wegen illegaler Party 6900 Euro Strafe zahlen

10.30 Uhr: Sie versteckten sich in Schränken und unter Betten: In Thessaloniki haben Polizisten eine wegen Corona-Auflagen nicht erlaubte Party von Studierenden aufgelöst. Die 20 Jahre alte Gastgeberin wurde in Gewahrsam genommen. Lesen Sie hier mehr dazu.

CO₂-Ausstoß 2020: Deutschland erreicht fast alle Klimaziele – dank Corona

10.20 Uhr: Wer sind Deutschlands Klimasünder? Die Bilanz der Bundesregierung für 2020 fällt zwar gut aus – allerdings ist das vor allem der Pandemie zuzuschreiben. Die Problembereiche bleiben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Hamburg nimmt Impfterminabsagen zurück

10.12 Uhr: Im Zentralen Hamburger Impfzentrum können die ab Mittwoch vereinbarten Impftermine nun doch eingehalten werden. Dies sei durch eine Umstellung der Impforganisation und die Verwendung anderer Impfstoffe möglich, teilte die Gesundheitsbehörde am Dienstag mit. Allerdings könnten dadurch wegen des knappen Impfstoffs derzeit keine neuen Termine mehr vereinbart werden. Die Stadt hatte am Montag alle bereits vereinbarten Termine für Impfungen mit der Vakzine von AstraZeneca abgesagt, nachdem die Bundesregierung die Verwendung des Mittels wegen befürchteter Nebenwirkungen ausgesetzt hatte.

Lauterbach hält Impfangebot für alle bis Ende September weiter für möglich

10.00 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt trotz des Aussetzens von Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff, dass bis Ende September jedem Deutschen, der wolle, ein Impfangebot gemacht werden könne. Seiner Meinung nach sei dieses Versprechen der Bundesregierung zu halten, sagte Lauterbach am Dienstag im ARD-»Morgenmagazin«. Er glaube, dass der Impfstoff bald wieder eingesetzt werden könne und auch das Vertrauen wieder aufgebaut werde.

Lauterbach sprach mit Blick auf das Aussetzen der Impfungen von einer »unglücklichen Entscheidung«. Zwar sei das Risiko der beobachteten Thrombosen in Hirnvenen »mit großer Wahrscheinlichkeit« auf die Vakzine zurückzuführen. Es sei aber sehr gering, vor allem im Vergleich mit der Erkrankung Covid-19, die gerade bei Älteren »sehr, sehr häufig tödlich verläuft.«

Lauterbach sprach sich dafür aus, mit den Daten zum Impfstoff vollkommen transparent und offen umzugehen. Deutschland stehe am Beginn einer schweren dritten Welle, sagte er. Impfungen in Kombination mit Tests seien der Königsweg, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Auch Schweden setzt AstraZeneca-Impfungen vorübergehend aus

09.55 Uhr: Nach Deutschland, Dänemark und mehreren weiteren EU-Ländern setzt auch Schweden die Corona-Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca vorsorglich aus. Man pausiere den Einsatz des Impfstoffs des britisch-schwedischen Unternehmens, bis die Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema zu vermuteten Nebenwirkungen des Mittels abgeschlossen sei, teilte die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Dienstag mit. »Der Entschluss ist eine Vorsichtsmaßnahme«, sagte Staatsepidemiologe Anders Tegnell.

Brisant an dem Beschluss ist, dass AstraZeneca teils schwedisch ist: Der Pharmakonzern ist 1999 aus dem Zusammenschluss des schwedischen Unternehmens Astra und dem britischen Konzern Zeneca entstanden. Seinen Hauptsitz hat AstraZeneca im englischen Cambridge.

Zunächst hatte Dänemark vergangene Woche den Einsatz des Präparats für vorläufig 14 Tage ausgesetzt. Mehrere weitere Länder folgten, am Montag unter anderem auch Deutschland. Grund dafür sind Berichte über vereinzelte Fälle von Blutgerinnseln in Kombination mit niedrigen Blutplättchenzahlen, nachdem die Betroffenen zuvor mit dem Mittel von AstraZeneca gegen Covid-19 geimpft worden sind. In Schweden hat es der Gesundheitsbehörde zufolge bislang keine derartigen Fälle gegeben.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Blutgerinnsel wurde bisher in keinem der Fälle festgestellt. Dies war auch in den Staaten betont worden, die die Impfungen bis zum Abschluss von Prüfungen vorsorglich ausgesetzt haben.

Frankreichs Impfbeauftragter: AstraZeneca-Aussetzung nur vorübergehend

09.46 Uhr: Frankreichs Impfbeauftragter Alain Fischer geht davon aus, dass die Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen nur vorübergehend ist. Die Zahl der Fälle von Menschen, die unerwünschte Nebenwirkungen zeigten, sei gering, sagt Fischer dem Radiosender France Inter. Das entscheidende Element bei der Analyse sei das Abwägen von Nutzen und Risiko. Der Impfstoff der schwedisch-britischen Firma AstraZeneca sei nicht zweitklassig. »Die Impfung schreitet voran. Die Impfung ist da und wird weitergehen«, sagt Fischer.

Auch Zypern setzt vorerst AstraZeneca-Impfungen aus

09.33 Uhr: Der EU-Inselstaat Zypern setzt vorübergehend die Coronaimpfungen mit Mitteln des Herstellers AstraZeneca aus. Dies teilte am Dienstag eine Sprecherin des zyprischen Gesundheitsministeriums im Staatsrundfunk (RIK) mit. Die Entscheidung gelte, bis eine Analyse der Europäischen Arzneimittelbehörde Ema vorliege, wie es weitergehen soll, hieß es. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronaimpfung mit dem Präparat.

Britischer Forscher: AstraZeneca-Impfstopp ist ein »Desaster«

09.27 Uhr: Der britische Experimentalmediziner Peter Openshaw hat die Aussetzung von Impfungen mit AstraZeneca scharf verurteilt. »Ich denke, das ist ein Desaster für die Akzeptanz von Impfungen in Europa, die in einigen Ländern ohnehin schon auf wackeligem Boden steht«, sagte der Forscher des Imperial College London am Dienstag der BBC. »Es ist sehr eindeutig, dass die Vorteile einer Impfung die mögliche Sorge vor dieser seltenen Art der Blutgerinnsel weit überwiegen«, so Openshaw.

Nach anderen Ländern hatten am Montag unter anderem auch Deutschland, Frankreich und Italien die Impfungen mit AstraZeneca ausgesetzt, nachdem es Berichte über Fälle von sehr seltenen Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gegeben hatte. Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema prüft die Fälle, betonte aber, die Impfungen könnten fortgesetzt werden. In Großbritannien, das unabhängig von der EU sein Impfprogramm organisiert, gehen die Impfungen weiter.

Impfgipfel wird verschoben

09.19 Uhr: Der für Mittwochabend geplante Impfgipfel von Bund und Ländern wird nach der Aussetzung von Coronaimpfungen mit dem Präparat von AstraZeneca verschoben. Das teilte ein Regierungssprecher am Dienstag in Berlin mit. Die Telefonkonferenz zum Thema der Impfkampagne und der Einbeziehung der Hausärzte werde verschoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde zum AstraZeneca-Impfstoff vorliege.

Am Montagnachmittag hatte das Bundesgesundheitsministerium überraschend mitgeteilt, dass auch in

Deutschland die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca vorerst ausgesetzt werden. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronaimpfung mit dem Präparat. Den Angaben zufolge handele es sich um einen vorsorglichen Schritt, dem eine entsprechende Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorangegangen sei.

Bei dem Impfgipfel am Mittwoch wollten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder eigentlich über das weitere Vorgehen in der Impfstrategie beraten. Konkret sollte es dabei auch um die Frage gehen, wie die Hausärzte in Deutschland flächendeckend in den Impfabläufen berücksichtigt werden könnten. In den Praxen sollte dabei insbesondere der Impfstoff von AstraZeneca zum Einsatz kommen, da dieser dort auch gelagert werden kann.

Coronajahr 2020: VW schafft es mit starkem zweiten Halbjahr noch in die Gewinnzone

09.20 Uhr: Nach einem Umsatz- und Gewinneinbruch in der ersten Hälfte des Coronajahres sollen die Profite bei VW wieder stark steigen. Nun kommt es darauf an, wie gut die Plattformstrategie von Konzernchef Diess aufgeht. Lesen Sie hier mehr dazu.

Neue Studie: Wie die Pandemie Menschen in die Verschuldung treibt

09.00 Uhr: Durch fehlende Einkommen im Corona-Shutdown droht laut einer Studie vielen Menschen die Überschuldung. Fast ein Drittel musste demnach auf Erspartes zurückgreifen. Lesen Sie hier mehr dazu:

Weniger Beschäftigte in der deutschen Industrie

08.32 Uhr: Die deutsche Industrie beschäftigt wegen der Coronakrise deutlich weniger Mitarbeiter. Ende Januar waren rund 5,4 Millionen Menschen in den Betrieben des verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten tätig. Das seien knapp 161.000 oder 2,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat Dezember gab es ein Minus um 0,7 Prozent.

Einen Rückgang gab es in fast allen Branchen. »Am stärksten sank die Beschäftigtenzahl in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 6,6 Prozent«, hieß es. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen gab es ein Minus von 5,0 Prozent im Vergleich zum Januar 2020, bei den Maschinenbauern von 4,8 Prozent und in der Fahrzeugindustrie von 3,8 Prozent. Wenig verändert hat sich die Zahl in der Chemiebranche mit minus 0,5 Prozent. Die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln meldeten sogar einen Anstieg von 1,4 Prozent. Kurzarbeitende zählen jeweils als Beschäftigte, weshalb sich Veränderungen bei der Kurzarbeit nicht in den Beschäftigtenzahlen niederschlagen.

Auch Luxemburg setzt AstraZeneca-Impfungen aus

08.30 Uhr: Auch Luxemburg stoppt vorerst die Coronaimpfungen mit dem Präparat des Herstellers AstraZeneca. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, bis die Analyse der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA vorliege, teilte das luxemburgische Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronaimpfung mit dem Präparat.

Mit diesem Schritt schließe Luxemburg sich den Entscheidungen mehrerer anderer europäischer Staaten an, hieß es. Deutschland und Frankreich hatten die Impfungen mit AstraZeneca auch am Montag vorerst ausgesetzt. Zuvor hatten bereits einige andere europäische Staaten Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns vorübergehend gestoppt.

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RKI meldet 5480 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 83,7

08.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 5480 Neuinfektionen. Das sind 1228 Fälle mehr als am Dienstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Vergleich zum Vortag leicht auf 83,7 von 83, vor einer Woche lag sie bei 67,5. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 238 weitere Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 73.656. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,581 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

Der RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sieht das Infektionsgeschehen in Deutschland wieder in einem exponentiellen Wachstum und hat die Lockdown-Lockerungen scharf kritisiert. Bei der Entwicklung der Fallzahlen und Inzidenzen gebe es derzeit im Wesentlichen einen Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, sagt der Experte vom Robert Koch-Institut in der ARD.

»Wir sind genau in der Flanke der dritten Welle. Da gibt es gar nichts mehr zu diskutieren.« In diese Flanke herein sei gelockert worden und das habe dieses exponentielle Wachstum beschleunigt, das es bereits durch die neue britische Virusvariante B.1.1.7 gegeben habe. Deutschland gehe nun »voll in das exponentielle Wachstum« rein. »Das ist total irrational gewesen, hier zu lockern. Das befeuert nur dieses exponentielle Wachstum.«

FDP-Chef Lindner fordert Aufarbeitung des Impf-Debakels

08.01 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner fordert eine Untersuchung des schleppenden Impfstarts in Deutschland. »Im nächsten Bundestag werden wir entscheiden, wie wir diese Pandemie aufarbeiten«, sagt Lindner zu RTL/ntv. »Die erste Option ist eine Art Expertenkommission, Parlament mit Praktikern und Wissenschaftlern. Und die andere Option ist ein Untersuchungssausschuss, der auch mit Mitteln der Strafprozessordnung arbeitet, der Zeugen vorladen kann, der Akteneinsicht einfordern kann.«

Die Bundesregierung habe unnötig Menschenleben in Gefahr gebracht, zitieren die Sender Lindner. »Dieser Staat muss sich fragen, ob die Schäden und vor allen Dingen die beklagenswerten Sterbefälle, nicht teilweise hätten reduziert werden können.« Mit schnelleren Impfungen »wäre gerade bei den besonders schutzbedürftigen Menschen viel Leid reduziert worden, dann hätte man den Menschen viel Leid ersparen können.«

Flugreisender am fast leeren Terminal 1 des Frankfurter Flughafens

Flugreisender am fast leeren Terminal 1 des Frankfurter Flughafens

Foto: Arne Dedert / dpa

Nach tiefroten Zahlen: Fraport erwartet 2021 kaum mehr Passagiere als 2020

07.32 Uhr: Der Geschäftseinbruch und der Abbau Tausender Arbeitsplätze in der Coronakrise haben den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport 2020 tief die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Verlust von knapp 658 Millionen Euro nach einem Gewinn von rund 421 Millionen ein Jahr zuvor, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Auch für das neue Jahr sagt Vorstandschef Stefan Schulte rote Zahlen voraus. So erwartet er an Deutschlands größtem Flughafen in diesem Jahr unter 20 bis 25 Millionen Passagiere und damit weniger als noch im Herbst vorausgesagt.

Im Vorkrisenjahr 2019 hatte der Flughafenbetreiber noch mehr als 70 Millionen Fluggäste gezählt. Im vergangenen Jahr brach das Aufkommen wegen der Pandemie und der Reisebeschränkungen auf 18,8 Millionen Passagiere ein.

Angesichts der Krise sollen die Aktionäre – allen voran das Land Hessen und die Stadt Frankfurt – nicht nur für 2020, sondern auch für 2021 keine Dividende erhalten.

Regierung will wöchentliche Coronatests in Bundesbehörden

05.30 Uhr: Die Bundesregierung plant wöchentliche Coronatests für Beschäftigte in Ministerien und Bundesbehörden – an der Umsetzung aber wird noch gearbeitet. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Otto Fricke (FDP) hervor.

Bund und Länder hatten Anfang März beschlossen, dass die Unternehmen in Deutschland ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche mindestens einen kostenlosen Schnelltest anbieten sollen.

In der Antwort des Innenministeriums auf Frickes Frage heißt es, die Bundesregierung plane, den Beschäftigten in den Bundesministerien und deren Geschäftsbereichen sowie den Bundesbeteiligungen wöchentlich die Möglichkeit der Testung einzuräumen. »Die nähere Umsetzung wird zurzeit zwischen den Ressorts abgestimmt«, heißt es weiter.

Fricke sagte der dpa, er hätte erwartet, dass die Bundesregierung, wenn sie von den Arbeitgebern mit nachvollziehbaren Gründen etwas für deren Mitarbeiter verlange, dieses schon selbst umgesetzt habe. »Ich fürchte, hier erwartet uns das nächste Bürokratieproblem. Diese Frage muss bis zum Wochenende geregelt und organisiert sein. Die Bundesregierung darf sich keinesfalls selbst mehr Zeit nehmen, als sie anderen einräumt.«

Die Spitzen der deutschen Wirtschaft hatten am vergangenen Donnerstag nach einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt, die Coronatests bei den Beschäftigten in Deutschland erheblich auszuweiten.

Australien impft weiter mit AstraZeneca

05.20 Uhr: Australien setzt seine Impfkampagne mit der AstraZeneca-Vakzine trotz Bedenken über mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen in Europa fort. »Während die Europäische Arzneimittelbehörde diese Ereignisse untersucht, hat sie ihre Ansicht bekräftigt, dass der Impfstoff von AstraZeneca erfolgreich vor Covid-19 schützt und weiterhin in der Impfkampagne verwendet werden sollte«, sagt der Oberste Gesundheitsbeamte Paul Kelly.

Thailands Staatschef erhält AstraZeneca-Impfung

04.55 Uhr: Der thailändische Ministerpräsident Prayuth Chan-ocha lässt sich mit der Vakzine des Herstellers AstraZeneca impfen. Es ist die erste Impfung in dem südostasiatischen Land, nachdem die Einführung der Vakzine wegen Sicherheitsbedenken vorübergehend auf Eis gelegt worden war.

Die Impfkampagne könne mit dem Stoff von AstraZeneca fortgesetzt werden, da es in vielen Ländern keine Probleme mit Blutgerinnseln gebe, sagte der thailändische Gesundheitsminister.

Weniger Kuscheln: WHO sieht Frühchen in Gefahr

03.50 Uhr: Körperkontakt mit den Eltern ist gerade für zu früh geborene Kinder überlebenswichtig – doch die Coronaregeln schränken diesen ein. Nun schlägt die Weltgesundheitsorganisation Alarm. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Jamaika erhält als erste Karibikinsel Coronaimpfungen von Covax

03.15 Uhr: Als erstes Land in der Karibik hat Jamaika Impfstoffe gegen das Coronavirus von der internationalen Covax-Initiative erhalten. 14.400 Dosen vom Hersteller AstraZeneca seien am Montag in der Hauptstadt Kingston eingetroffen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Bis Mai sollen demnach 124.800 Impfdosen eintreffen. »Wir sind froh, dass Jamaika als erstes Land in der Karibik Impfungen von Covax erhält«, sagte Gesundheitsminister Christopher Tufton. »Impfungen haben sich als unbestreitbare Erfolgsgeschichte im Instrumentarium des Gesundheitswesens erwiesen, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen.«

In Jamaika haben sich bislang 31.305 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 492 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. »Jede Dosis, die in Jamaika ankommt, bringt das Versprechen mit sich, mehr Familien vor einer Infektion mit Covid-19 zu schützen«, sagte die Vertreterin des Uno-Kinderhilfswerks (Unicef) in Jamaika, Mariko Kagoshima.

15 Staaten in der Karibik werden nach Angaben der WHO bis Mai rund 2,1 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus erhalten. Die Covax-Initiative wurde von der WHO und der Impfallianz Gavi gegründet, um arme Länder mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Die Initiative will nach eigenen Angaben weltweit in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dosen liefern.

Schulleiter für längeren Distanzunterricht für ältere Schüler

02.45 Uhr: Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen plädiert der Verband der Schulleiter in Deutschland dafür, dass ältere Schülerinnen und Schüler vorerst weiter im Distanzunterricht lernen. »Unter medizinischen Gesichtspunkten kann man eine Öffnung jetzt nicht verantworten«, sagte die Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungsverbandes, Gudrun Wolters-Vogeler, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man wisse, dass die Not der Schüler groß sei. »Aber die Not der Kolleginnen und Kollegen ist auch groß, solange sie nicht geimpft sind und nicht regelmäßig getestet wird.«

Schon jetzt sehe man, wie die Zahl der Infektionen und der Quarantänefälle hochgehe. »Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge«, sagte Wolters-Vogeler. »Es ist widersinnig, bei diesen Zahlen im großen Stil Schülerinnen und Schüler in die Schulen zu holen.« Die Grundschüler und ältere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollten aber so früh wie möglich wieder in die Schulen gehen.

Reiseverband fordert Öffnung der Hotels in Deutschland

02.20 Uhr: Der Deutsche Reiseverband (DRV) fordert die Öffnung von Hotels in Deutschland, sofern dies die Inzidenzen zulassen. »Wir freuen uns sehr, dass jetzt der guten Entwicklung auf Mallorca und den anderen Inseln Rechnung getragen wurde und die Reisewarnung aufgehoben wurde. Das ist folgerichtig«, sagt der DRV-Präsident, Norbert Fiebig, den Zeitungen der Funke Mediengruppe zufolge. »Wir plädieren dafür, dass es überall dort, wo es die Infektionszahlen oder Möglichkeiten zulassen, auch Öffnungen geben sollte – auch in Deutschland.«

Portugal und Lettland stoppen Coronaimpfungen mit AstraZeneca

01.20 Uhr: Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen haben zwei weitere EU-Staaten Coronaimpfungen mit der Vakzine von AstraZeneca vorerst gestoppt. Portugal entschied am Montag, als »Vorsichtsmaßnahme« die Verabreichung des Impfstoffs auszusetzen, wie die Leiterin der Gesundheitsbehörde, Graça Freitas, mitteilte. Die Impfungen sollen bis zu einer neuen Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) pausieren. Die EMA plant für Donnerstag eine Sondersitzung zur AstraZeneca-Vakzine.

Auch in Lettland entschieden die Gesundheitsbehörden, die Verabreichung des AstraZeneca-Impfstoffs vorerst zu stoppen. Es handle sich um eine auf maximal zwei Wochen befristete »Vorsichtsmaßnahme«, erklärten die Behörden des baltischen Staats.

Zuvor hatten unter anderem Deutschland, Frankreich und Italien die Verimpfung des Mittels von AstraZeneca ausgesetzt. Sie reagierten damit auf eine Reihe von Fällen schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen. Der britisch-schwedische Hersteller weist die Bedenken zurück.

Giffey fordert Ausweitung der Schnelltests in Schulen und Kitas

01.55 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen fordert Bundesfamilienministerin Franziska Giffey eine Ausweitung der Schnelltests in Kitas und Schulen. Ziel müsse es sein, den wieder angelaufenen Kita- und Schulbetrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten, sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Das geht aber nur, wenn das Testen vor dem Besuch von Kitas und Schulen ausgeweitet wird, um mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten, Infektionsketten zu unterbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.«

Franziska Giffey

Franziska Giffey

Foto: Jens Schicke / imago images/Jens Schicke

Mit einer Aussetzung der Präsenzpflicht hätten Eltern zudem die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu entscheiden, ob sie die Kinder in die Schule schicken oder zu Hause lassen wollen.

Weltärztepräsident Montgomery nennt AstraZeneca-Impfstoff »gut und wirksam«

0.35 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery zieht den vorläufigen Stopp für Impfungen mit AstraZeneca in Zweifel und fürchtet einen Imageschaden für die Vakzine. »Dass Menschen Thrombosen und Lungenembolien bekommen, muss nicht unbedingt etwas mit der Impfung zu tun haben«, sagt Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die internationalen Studien, die ihm bekannt seien, besagten, dass die Thrombose-Häufigkeit in der Placebo-Gruppe und in der Gruppe mit dem Impfstoff etwa gleich gewesen sei. »Unter dem Strich ist es leider so, dass dieser eigentlich gute und wirksame Impfstoff durch den Wirbel und die Impf-Aussetzung in vielen Ländern nicht gerade eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnt.« Trotzdem sei es richtig, dass die nationalen Behörden die Verdachtsfälle auf schwere Nebenwirkungen prüfen.

Politiker fordern Teilnahme von AstraZeneca-Chef an Impfgipfel

0.45 Uhr: Angesichts des Impfstopps dringen Politiker auf eine Teilnahme des AstraZeneca-Vorstandschefs Pascal Soriot am Impfgipfel am Mittwoch. »Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass (er) teilnimmt. Er muss alle Fakten darlegen und vor allem erläutern, wie es jetzt weitergehen soll – oder ob wir Impfungen mit AstraZeneca dauerhaft aussetzen müssen«, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus der Zeitung »Bild«.

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU), erwartet von dem Impfstoffhersteller, »schnell Klarheit« zu schaffen. »Die Bürger warten auf ihre Impfungen.«

Auch der Bundestagsabgeordnete und Hamburger CDU-Landesvorsitzende Christoph Ploß fordert Soriot auf, »beim Impfgipfel persönlich« zu erscheinen. »Von der Liefermenge bis hin zur Sicherheit des Impfstoffs: Es sind zahlreiche Fragen offen«, sagt Ploß der Zeitung.

svs/cop/oka/ngo/asc/dpa/AFP/AP/Reuters
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