Corona-News am Dienstag Österreichs Kanzler Kurz verlangt Ende der deutschen Quarantäne-Regeln

Noch steht Österreich auf der deutschen Liste der Corona-Risikogebiete – wenn es nach Kanzler Kurz geht, sollte das gestrichen werden. Und: Frankreich hat gegen den Corona-Gesundheitspass gestimmt. Der Überblick am 11. Mai.
Sebastian Kurz: »Was ich hoffe ist, dass die Quarantäne-Regelungen bald aufgehoben werden«

Sebastian Kurz: »Was ich hoffe ist, dass die Quarantäne-Regelungen bald aufgehoben werden«

Foto: PETER KNEFFEL / AFP

Das war das Corona-Update am Dienstag.

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+++ Österreichs Kanzler Kurz fordert Ende der deutschen Quarantäne-Regeln +++

17.31 Uhr: Kurz vor den Pfingstferien soll aus der Sicht von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz die Alpenrepublik von der deutschen Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen werden. »Was ich hoffe ist, dass die Quarantäne-Regelungen bald aufgehoben werden«, sagte Kurz am Dienstag am Rande des Ludwig-Erhard-Gipfels in München der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei ja durchaus argumentierbar, so Kurz weiter, dass es Quarantäne-Regeln brauche, wenn auf der einen Seite der Grenze die Ansteckungen zehn oder 20-mal so hoch seien wie auf der anderen Seite der Grenze. »Aber wenn die Ansteckungszahlen ungefähr gleich sind oder in einem Nachbarland sogar niedriger sind als im eigenen Land, dann ist dies schwer argumentierbar.«

Kurz betonte, er vertraue darauf, dass die Bundesregierung hier »faktenbasiert« entscheidet. Die Infektionszahlen in Österreich sind landesweit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) von 95,1 inzwischen deutlich niedriger als in Deutschland (115,4, Stand Dienstag).

Frankreichs Nationalversammlung entscheidet sich gegen Corona-Gesundheitspass

20.25 Uhr: Frankreichs Nationalversammlung hat überraschend gegen die Einführung eines Corona-Gesundheitspasses gestimmt. 108 Abgeordnete votierten gegen den entsprechenden Artikel des Gesetzentwurfs für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Gesundheitsnotstand, 103 stimmten dafür. Das Nein ist den Abgeordneten der Fraktionen Mouvement Démocrate (MoDem) zu verdanken, die in der Versammlung eigentlich die Partei von Frankreichs Präsident

»Wir hatten rote Linien vorgegeben«, sagte der MoDem-Abgeordnete Philippe Latombe. Es habe aber keinen Dialog und kein Zuhören gegeben. Deshalb habe die Fraktion einstimmig gegen den Artikel gestimmt. In dem ersten Artikel des Gesetzentwurfs, gegen den nun votiert wurde, waren auch weitere Details zu den Befugnissen des Premiers für nächtliche Ausgangssperren geregelt. Die Regierung kann nun noch eine zweite Beratung beantragen.

Macron hatte den Gesundheitspass als ein zentrales Instrument bei den Corona-Lockerungen bezeichnet. Der Pass soll den Zugang zu bestimmten Orten, Einrichtungen oder Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen regeln. Mit ihm sollen die Menschen etwa einen negativen Corona-Test oder eine Impfung nachweisen können. Viele Abgeordnete kritisierten, dass der entsprechende Artikel des Gesetzentwurfs zu unpräzise sei und zahlreiche offene Fragen noch nicht geklärt seien.

Niederlande kündigen weitere Lockerungen an

19.40 Uhr: Der niederländische Premier Mark Rutte hat weitere Lockerungen der Coronarestriktionen in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei allerdings, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern weiter deutlich sinken, sagte der Premier in Den Haag. Sollte das der Fall sein, dürfen Gaststätten draußen länger geöffnet sein und Fitnessclubs wieder öffnen. Die Regierung hält auch Sommerurlaub im Ausland für möglich.

Auch Prostituierte dürften dann wieder arbeiten. Die Lockerungen wurden auch für Schwimmbäder, Sporthallen, Freiluft- und Kultureinrichtungen, Vergnügungsparks sowie Zoos angekündigt und sollen ab 19. Mai gelten. »Wir wollen so kurz vor dem Ziel nicht noch Fehler machen«, sagte Rutte. Eine endgültige Entscheidung werde in der nächsten Woche fallen.

Die Zahl der Neuinfektionen geht bisher nur schleppend zurück. In der vergangenen Woche wurden aber weniger Covid-19-Patienten in Krankenhäuser aufgenommen. Zurzeit kommen in sieben Tagen 287 Infektionen auf 100.000 Einwohner. Das ist mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Rund fünf Millionen Bürger haben mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten.

Die ersten Lockerungen des strengen Lockdowns waren vor zwei Wochen in Kraft getreten. Seither dürfen Gaststätten im Außenbereich und Geschäfte unter Auflagen wieder Kunden empfangen.

Indiens Premierminister nimmt wegen Coronakrise nicht persönlich an G7-Gipfel teil

19.15 Uhr: Wegen der heftigen zweiten Coronawelle in seinem Land hat der indische Premierminister seine persönliche Teilnahme am G7-Gipfel in Großbritannien im kommenden Monat abgesagt. Wie das Außenministerium in Neu-Delhi am Dienstag mitteilte, wird Modi angesichts der Infektionslage nur per Videoschaltung an dem Treffen der Staats- und Regierungschefs führender Industriestaaten im Juni im südenglischen Cornwall teilnehmen.

Vergangene Woche hatte der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar an einem dreitägigen G7-Ministertreffen in London teilgenommen. Das G7-Ministertreffen in London war das erste persönliche Treffen der Außenminister aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Kanada und den USA seit zwei Jahren. Indien gehört nicht zur G7-Gruppe, wurde aber von Gastgeber Großbritannien zu dem Minister- und dem Gipfeltreffen eingeladen.

Slowakei setzt Erstimpfungen mit AstraZeneca aus

18.33 Uhr: Die Slowakei hat vorläufig den Einsatz von AstraZeneca für Erstimpfungen gegen das Coronavirus gestoppt. Wer aber bereits eine Dosis dieses Impfstoffs erhalten habe, bekomme auch die zweite Dosis, teilte das Gesundheitsministerium in Bratislava mit. »Derzeit prüft das Gesundheitsministerium mehrere Alternativen, wie wir in der Slowakei in diesem Zusammenhang weiter vorgehen werden«, hieß es in der Bekanntgabe auf der Ministeriums-Homepage.

Am Freitag hatte das Staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle SUKL darüber informiert, dass der plötzliche Tod einer 47 Jahre alten Frau vermutlich mit dem Impfstoff zusammenhing. Die Frau war bereits der dritte bestätigte Todesfall in Zusammenhang mit AstraZeneca in der Slowakei. Nach Angaben von Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky hatte die Frau eine genetisch bedingte Vorerkrankung gehabt, die vor der Impfung nicht bemerkt worden war.

In dem 5,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Land wird außer mit AstraZeneca derzeit auch mit den Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna geimpft. Von dem in der EU nicht zugelassenen russischen Impfstoff Sputnik V hat die Slowakei zwar bereits Anfang März 200.000 Dosen erhalten, setzt sie aber wegen der fehlenden Zulassung vorerst nicht ein. Dies könnte sich nach Angaben des Gesundheitsministers ändern, wenn derzeit laufende weitere Tests in Ungarn und Russland den Impfstoff für einwandfrei erklären.

EU-Behörde will schnell über Impfstoff für Kinder entscheiden

18.30 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (Ema) will noch im Mai über die Zulassung des Coronaimpfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Das teilte die Ema am Dienstag in Amsterdam auf dpa-Anfrage mit. Das Verfahren könne angesichts von Fortschritten bei der Bewertung beschleunigt werden und Ende des Monats abgeschlossen sein.

EMA-Chefin Emer Cooke hatte im »Handelsblatt« gesagt, dass die Behörde Daten zur Wirkung des Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige erhalte. »Wir haben am 30. April mit der Prüfung begonnen.« Sie nannte Juni als Ziel für die Zulassung. »Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können.«

Zuvor hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Präparat des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen.

Belgien stellt deutliche Coronalockerungen im Sommer in Aussicht

17.53 Uhr: Belgien will im Sommer nach und nach zu einem normaleren Leben zurückkehren. Dazu stellte Ministerpräsident Alexander De Croo am Dienstag in Brüssel einen »Sommerplan« mit Etappen vor. Zunächst sollen Cafés und Restaurants ihre Gäste vom 9. Juni an auch in Innenräumen wieder bedienen dürfen. Zeitgleich dürfen Kinos, Theater, Casinos oder Fitnessstudios wieder öffnen, wie De Croo sagte. Bereits seit Samstag sind nach mehr als sechsmonatiger Zwangspause die Außenbereiche der Gastronomie wieder offen.

Die Entscheidung vom Dienstag sieht zudem vor, dass Belgierinnen und Belgier vom 9. Juni an wieder vier statt zwei Personen privat ohne Abstands- und Maskengebot in Innenräumen treffen dürfen. Veranstaltungen sollen im Freien mit 400, in geschlossenen Räumen mit 200 Menschen erlaubt sein. Ab Ende Juli sollen im Freien bereits wieder Veranstaltungen mit 5000 Menschen möglich sein, vom 13. August an sogar noch größere Ereignisse. Die Besucher müssen dann gegen das Coronavirus geimpft oder negativ getestet sein. Bereits Anfang Juli könnte die Pflicht zum Homeoffice fallen. Alle Öffnungsschritte sind an die Lage auf den Intensivstationen und den Fortschritt beim Impfen geknüpft.

Die Corona-Fallzahlen in Belgien sind rückläufig, aber deutlich höher als in Deutschland. In den vergangenen zwei Wochen steckten sich nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde im Schnitt 364 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an – ein Rückgang um 15 Prozent. Zugleich ist inzwischen fast jeder dritte Belgier mindestens einmal gegen das Virus geimpft.

Johnson kündigt Corona-Aufarbeitung an

17.21 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson kündigt noch für die laufende Sitzungsperiode des Parlaments eine Aufarbeitung der Pandemie an. Eine »umfassende, ordnungsgemäße, öffentliche Untersuchung« sei von zentraler Bedeutung, sagt er. Eine Sitzungsperiode des britischen Parlaments ist üblicherweise ein Jahr lang.

Pariser Laufstege ab Juli wieder frei

Die Pret-à-Porter-Show von Chanel 2019

Die Pret-à-Porter-Show von Chanel 2019

Foto: CHRISTOPHE ARCHAMBAULT/ AFP

16.37 Uhr: Als Teil der Lockerungen in Frankreich werden Anfang Juli die Laufstege wieder freigegeben. Der Mode-Branchenverband Federation de la Haute Couture et de la Mode gibt den 05. Juli als Beginn der Haute-Couture-Woche bekannt. Zuletzt wurde in Paris im September 2020 Mode live vorgeführt. Vor der Pandemie trugen die entsprechenden Veranstaltungen in der französischen Hauptstadt jährlich etwa 1,2 Milliarden Euro zur örtlichen Wirtschaft bei.

McDonald's wirbt in den USA für Coronaimpfungen

16.12 Uhr: Unter anderem auf Kaffeebechern und einer Anzeigetafel am New Yorker Times Square will die Schnellrestaurantkette McDonald's in den USA künftig für Coronaimpfungen werben. Damit werde sich das Unternehmen an der vom US-Gesundheitsministerium initiierten Kampagne »We can do this« (auf Deutsch etwa: Wir bekommen das hin) beteiligen, teilte McDonald's am Dienstag mit.

Die Aktion soll auf eine Website hinweisen, auf der es mehr Informationen zu den Impfungen gibt. Fast 60 Prozent der Erwachsenen in den USA haben bereits mindestens eine Impfdosis bekommen, zuletzt hatte das Impftempo aber deutlich abgenommen.

Corona lässt Zahl der Minijobber auf Tiefstand sinken

16.05 Uhr: Die Coronapandemie hat der Zahl der Minijobber im gewerblichen Bereich auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2004 sinken lassen. Ende März waren knapp 5,6 Millionen geringfügig Beschäftigte in gewerblichen Berufen gemeldet, wie die Minijob-Zentrale in Bochum am Dienstag mitteilte. Das waren rund 254.000 weniger als Ende Dezember und fast 811.000 weniger als vor einem Jahr zu Beginn der Pandemie.

Briten dürfen ab 20. Mai ohne PCR-Test in Spanien einreisen

15.32 Uhr: Spanien will die Einreisebeschränkungen für Großbritannien lockern. Ab dem 20. Mai sollen Briten dann keinen negativen PCR-Test mehr vorlegen müssen, wie der spanische Tourismusminister Reyes Maroto sagt. Großbritannien ist beim Impfen der Bevölkerung innerhalb Europas führend.

Mann steckt seine Ex-Frau mit Corona an – und wird verurteilt

15.30 Uhr: Das Scheidungsverfahren lief bereits: In Österreich hat ein 63-Jähriger seine Ex-Frau angehustet, sie erkrankte an Covid-19. Ein Gericht wertete das nun als versuchte schwere Körperverletzung. Lesen Sie hier mehr über das Urteil.

Berliner Verfassungsschutz: Rechtsextremisten instrumentalisieren Corona-Proteste

15.26 Uhr: Rechtsextreme Gruppierungen haben laut dem Berliner Verfassungsschutz im vergangenen Jahr systematisch die Proteste der Coronamaßnahmen-Kritiker instrumentalisiert. Insbesondere die zunehmende Verbreitung und Akzeptanz von Verschwörungserzählungen in Zeiten der Coronapandemie seien beunruhigend, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag zur Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2020. »Verfassungsfeinde – vor allem Rechtsextremisten und Reichsbürger – haben im vergangenen Jahr nichts unversucht gelassen, diese Ausnahmesituation für sich zu nutzen.«

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Die Coronapandemie habe sich als »Belastungsprobe für den gesellschaftlichen Zusammenhang erwiesen«. Geisel forderte eine stärkere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Verbreitung von Verschwörungserzählungen.

Coronaimpfstoff für Kinder könnte noch im Mai in Europa zugelassen werden

14.55 Uhr: Nach Kanada und den USA könnte auch Europa noch in diesem Monat den Coronaimpfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zulassen. Die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) arbeitet an einer beschleunigten Zulassung für 12- bis 15-Jährige, wie ihre Chefin Emer Cooke dem »Handelsblatt« sagte. Hausärzte in Deutschland forderten, auch hierzulande rasch Kindern eine Coronaimpfung zu ermöglichen.

»Im Moment ist Juni das Ziel, das wir für die Zulassung angeben«, sagte Cooke dem Handelsblatt und anderen europäischen Zeitungen mit Blick auf eine Zulassung des Biontech-Präparats ab zwölf Jahren. »Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können.«

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte ihre Notfallzulassung für den Biontech-Impfstoff am Montag auf 12- bis 15-Jährige ausgeweitet. Bislang galt sie ab 16 Jahren.

Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt auf 4450

14.49 Uhr: Die Zahl der in Krankenhäusern registrierten Covid-19-Intensivpatienten ist wieder gesunken: Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) ging sie am Dienstag auf 4450 zurück von 4571 am Vortag.

Rheinland-Pfalz öffnet Ferienwohnungen, Handel und Hotels

14.44 Uhr: Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat einen dreistufigen Öffnungsplan beschlossen. Ab Mittwoch kann der Einzelhandel in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 generell wieder unter Auflagen öffnen, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer ankündigt. Dies betreffe derzeit 16 Kommunen. Auch Hotels und Ferienwohnungen sollen in Kombination mit Testauflagen wieder öffnen dürfen. Ab dem 21. Mai sind dann auch Kulturveranstaltungen wieder möglich. Ab dem 2. Juni soll dann die Innengastronomie in Kommunen mit einer Inzidenz unter 50 aufmachen können. Die Außengastronomie ist in dem Bundesland bereits erlaubt.

Digitaler Impfnachweis in England ab kommender Woche

14.33 Uhr: Vollständig geimpfte Menschen in England sollen ab der kommenden Woche digital ihren Impfstatus nachweisen können. Zum 17. Mai, wenn in England das strikte Reiseverbot endet, soll dafür eine neue Funktion in einer App des nationalen Gesundheitsdienstes NHS zur Verfügung stehen, wie britische Medien am Dienstag berichteten. Menschen ohne Smartphone sollen auch einen entsprechenden Nachweis ihrer Coronaimpfung auf Papier beantragen können.

»Aktuell gibt es noch nicht viele Länder, die Impfnachweise akzeptieren«, hieß es in den Hinweisen der Regierung. Bis auf Weiteres müssten sich daher auch Geimpfte meistens Testpflichten und anderen Regeln unterziehen.

Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Hamburg fällt ab Mittwoch weg

14.26 Uhr: Nach gut fünf Wochen hat der Hamburger Senat die nächtliche Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung der Coronapandemie wieder aufgehoben. Ab Mittwoch um Mitternacht könnten sich die Bürger der Millionenstadt wieder frei auf der Straße bewegen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Dienstag. Er sprach von »einer kleinen Zeitenwende«, die sich die Hamburgerinnen und Hamburger hart erarbeitet hätten.

Die Ausgangsbeschränkung galt seit Karfreitag zwischen 21 und 5 Uhr. Voraussetzung für ihre Aufhebung waren fünf Werktage mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. Am Dienstag lag der Wert, der die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen abbildet, bei 78,2 – und damit den siebten Tag in Folge unter 100.

Berlin will zu Pfingsten Außengastronomie öffnen

13.58 Uhr: Das Land Berlin will ab dem 17. Mai mit ersten Lockerungen der Corona-Einschränkungen beginnen. »Insgesamt, obwohl wir noch nicht über den Berg sind, ist es eine Situation, wo man wirklich Licht am Ende des Tunnels sieht«, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag.

Ab dem 17. Mai sollen zunächst Kindertagesstätten in einen eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren. Kinder sollen dann unabhängig von der Systemrelevanz der Berufe ihrer Eltern wieder in die Kindergärten gehen dürfen. Müller appellierte aber an die Eltern, den Betreuungsumfang möglichst zu reduzieren.

Ab dem 19. Mai würden bei einer Inzidenz von unter 100 außerdem die Maßnahmen der Bundesnotbremse nicht länger greifen. Daraus folgen deutliche Erleichterungen, sagte Müller. Die nächtliche Ausgangssperre fiele weg, und auch im Bereich des Sports solle mehr ermöglicht werden.

Zu Pfingsten soll ab dem 21. Mai außerdem die Außengastronomie wieder öffnen. Der Besuch sei mit entsprechenden Hygienekonzepten und einem negativen Testnachweis oder einer Impfbestätigung möglich, sagte Müller.

Im März so viele Tote in Tschechien wie seit 1947 nicht mehr

13.47 Uhr: Im März dieses Jahres sind in Tschechien so viele Menschen gestorben wie in keinem anderen Monat seit 1947. Das teilte ein Sprecher der Statistikbehörde CSU am Dienstag mit. Nach vorläufigen Angaben waren rund 16.000 Todesfälle zu beklagen. Das waren rund 60 Prozent mehr als im Schnitt der Monate März der Jahre 2015 bis 2019. Gemessen an der Bevölkerung war die Region um Usti (Aussig) an der Grenze zu Sachsen am stärksten betroffen.

Im März befand sich Tschechien auf dem Höhepunkt der dritten Coronawelle. Um dem Einhalt zu gebieten, verbot die Regierung wochenlang Fahrten zwischen den Bezirken. Nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums starben in dem Monat 5779 Menschen, die zuvor positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden waren.

Todeszahlen in Deutschland im April 2021 über dem Schnitt der Vorjahre

13.34 Uhr: In Deutschland sind im April 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamts mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Hochrechnungen der Behörde gab es insgesamt 80.866 Todesfälle, das sind drei Prozent oder 2357 Fälle mehr als im Schnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. In der 17. Kalenderwoche (26. April bis 2. Mai) lagen die Sterbefallzahlen demnach fünf Prozent oder 952 Fälle über dem Vierjahresdurchschnitt für diese Woche.

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Ein Vergleich der Todesfälle mit der Zahl der beim Berliner Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Sterbefälle ist aktuell bis einschließlich der 15. Kalenderwoche möglich (12. bis 18. April). In diesem Zeitraum gab es laut dem RKI 1320 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit sei diese Zahl gegenüber der Vorwoche wieder leicht gesunken (minus 54 Fälle), nachdem sie zuvor drei Wochen in Folge leicht gestiegen war. Die gesamten Sterbefallzahlen lagen den Angaben zufolge in der 15. Kalenderwoche aber etwas über dem Schnitt der vier Vorjahre (plus 410 Fälle).

Behörde in Brasilien fordert Stopp von AstraZeneca-Impfungen für Schwangere

Eine Frau bekommt eine Impfung in Rio

Eine Frau bekommt eine Impfung in Rio

Foto: Andre Coelho / EPA

13.29 Uhr: In Brasilien empfiehlt die Gesundheitsbehörde Anvisa nach eigenen Angaben, die Impfung von Schwangeren mit der AstraZeneca-Vakzine sofort auszusetzen. Die Zeitung »Folha de São Paulo« hatte zuvor unter Berufung auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums berichtet, das Ministerium untersuche den Fall einer Schwangeren in Rio de Janeiro, die nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben sei.

Athen impft große griechische Inseln durch

Auf den griechischen Inseln hat die Regierung die Impfreihenfolge aufgehoben

Auf den griechischen Inseln hat die Regierung die Impfreihenfolge aufgehoben

Foto: VASSILIS TRIANDAFYLLOU / REUTERS

12.49 Uhr: Im Rahmen der landesweiten Impfkampagne »Operation Freiheit« will Griechenland Medienberichten zufolge die Inselbewohner bis Ende Juni durchimpfen. Das Angebot gilt für alle Altersgruppen, wie griechische Medien am Dienstag berichteten. Um Touristen willkommen zu heißen, hatte die Regierung bisher bereits den Bewohnern von rund 70 kleineren Eilanden ein Impfangebot gemacht. Nun sollen auch die größeren Inseln folgen. Von den mehreren Tausend griechischen Inseln im Mittelmeer sind rund 200 bewohnt – die größte ist Kreta mit rund 600.000 Einwohnern.

Bayern lässt Grenzverkehr zu Österreich ab Mittwoch zu

12.41 Uhr: Bayern erlaubt ab Mittwoch wieder Ausflüge nach Österreich. Ab dann sei der kleine Grenzverkehr wieder zugelassen, sagt Ministerpräsident Markus Söder. Dann seien Einkäufe oder Besuche bei Verwandten und Freunden – unter Beachtung der Coronaregelungen – wieder erlaubt.

BDA-Präsident verlangt frühere Einbeziehung von Betriebsärzten bei Impfungen

12.34 Uhr: Die Arbeitgeber dringen darauf, dass die Betriebsärzte früher als bisher geplant in die Impfkampagne einbezogen werden. Dass die Betriebsärzte erst ab dem 7. Juni 500.000 Impfdosen pro Woche bekommen sollen, sei ein »falsches Signal«, sagt BDA-Präsident Rainer Dulger. »Impfen ist gelebte Wirtschaftspolitik. Wir können 1,5 Millionen Dosen pro Woche verimpfen«, fügt er mit Blick auf die Betriebe hinzu.

Ex-Nationalspieler Ballack an Corona erkrankt

Michael Ballack: »Ich bin leider in Quarantäne, mich hat es erwischt«

Michael Ballack: »Ich bin leider in Quarantäne, mich hat es erwischt«

Foto: Jan Huebner/Hufnagel / imago images/Jan Huebner

11.24 Uhr: Der ehemalige Vizeweltmeister Michael Ballack ist an Corona erkrankt. »Ich bin leider in Quarantäne, mich hat es erwischt«, sagte der 44-Jährige auf einer Pressekonferenz der Telekom, bei der er virtuell zugeschaltet war. Er habe in den ersten Tagen die Symptome einer »leichten Grippe« verspürt. Mittlerweile gehe es ihm aber schon »etwas besser«.

Der frühere Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft arbeitet bei der anstehenden Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) als TV-Experte für Magenta.

Rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ist geimpft

11.08 Uhr: In Deutschland ist rund ein Drittel der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft. Dieser Anteil wird am Dienstag wahrscheinlich erreicht, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Deutschlandfunk ankündigte. Bei den Menschen über 60 seien es bereits zwei Drittel. Damit blieben noch etwa fünf bis sechs Millionen Menschen in dieser Altersgruppe, die in den kommenden Wochen geimpft werden könnten.

Weil verteidigt Tourismus-Öffnung zunächst nur für eigene Einwohner

10.37 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Öffnung des Tourismus zunächst nur für die Einwohner des eigenen Bundeslandes verteidigt. Ziel der sogenannten Landeskinderregelung sei es, die Gästezahlen in dieser Anfangsphase noch sehr überschaubar zu halten, sagte Weil am Dienstag im Landtag in Hannover. Außerdem lägen die Länder, aus denen typischerweise viele Gäste nach Niedersachsen kommen, etwa 30 Prozent über den unterdurchschnittlichen niedersächsischen Infektionswerten. Vor allem aus Nordrhein-Westfalen kommen viele Urlauber nach Niedersachsen.

Weil stellte aber eine schnelle Öffnung des Tourismus für auswärtige Gäste in Aussicht.

Gastgewerbe verlangt Öffnungsfahrplan bis spätestens 17. Mai

10.17 Uhr: Das Gastgewerbe fordert von Bund und Ländern konkrete Vorgaben zur Wiedereröffnung der Restaurants und Hotels bis spätestens zum 17. Mai. »Im Interesse der Planungssicherheit insbesondere für unsere Gäste wie die Betriebe und ihre Beschäftigten müssen so schnell wie möglich die neuen Verordnungen vorgelegt werden, in denen konkrete Öffnungstermine genannt und die weiteren Details definiert werden«, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, der Düsseldorfer »Rheinischen Post«.

Die neuen Verordnungen erwarte die Branche »bis allerspätestens 17. Mai von allen Bundesländern«, sagte Hartges der Zeitung. Die Infektionslage verbessere sich kontinuierlich und beim Impfen würden Tag für Tag Fortschritte erzielt.

Studie liefert möglichen Grund für anhaltend positive Coronatests

09.45 Uhr: Ein Forscherteam hat offenbar ganz vereinzelt kleine Erbgutstücke des Coronavirus Sars-CoV-2 im Erbgut menschlicher Zellen gefunden. Von ihnen gehe keine Gefahr aus, erläutert die Gruppe in den »Proceedings« der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (»PNAS«). Solche eingebauten winzigen Fragmente können nicht zu ganzen Viruspartikeln führen und auch keine erneute Infektion auslösen, wie die Forscher um Rudolf Jaenisch vom Whitehead Institute for Biomedical Research in Cambridge (Massachusetts, USA) schreiben. Die Entdeckung könnte demnach eine mögliche Erklärung dafür sein, dass manche Menschen beim PCR-Test noch lange nach ihrer Coronainfektion positiv auf Sars-CoV-2 getestet werden.

Die Ergebnisse der »PNAS«-Studie werden gestützt von einer im Fachjournal »PLOS ONE« veröffentlichten Untersuchung: Eine Gruppe um Ithan Peltan von der University of Utah in Salt Lake City untersuchte Patienten, die 60 oder mehr Tage nach einem positiven Coronatest erneut mit einem PCR-Test positiv auf das Virus getestet wurden. In rund 90 Prozent der Fälle lag demnach trotz positivem PCR-Test keine Sars-CoV-2-Infektion vor, es gab also keine erneute Ansteckung.

Erstes Freizeitbad in Deutschland öffnet wieder

09.15 Uhr: In Nordrhein-Westfalen öffnet heute das erste Freizeitbad in Deutschland wieder – die Branche beklagt aber eine fehlende bundeseinheitliche Perspektive. »Anders als in Österreich, wo ab dem 19. Mai alle öffentlichen Bäder wieder in Betrieb gehen können, wird in Deutschland von Bundesland zu Bundesland anders entschieden«, kritisierte der Geschäftsführer der European Waterpark Association, Klaus Batz. Dabei hätten die öffentlichen Bäder im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt, dass ihre sorgfältigen Hygienekonzepte funktionieren.

Geöffnet hat ab Dienstag das Klutensee-Bad in Lüdinghausen; Grundlage ist ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Modellprojekt und eine Allgemeinverfügung des Kreises Coesfeld. Auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt bereiten sich Freizeitbäder und Thermen auf einen Neustart im Rahmen von Modellprojekten vor, wie der Verband erklärte.

Geschäftsführer Batz betonte, der Verband der europäischen Freizeitbäder und Thermen habe schon seit März ein Konzept unter dem Namen TINA gestartet – eine Kombination aus Testen, Impfung, Nachverfolgung und Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln. Mit der Möglichkeit, sich zu registrieren und einen tagesaktuellen Schnelltest vorzuweisen, werde den Menschen in den Modellregionen der Zugang zu Restaurants ermöglicht. »Ich verstehe nicht, warum dies nicht auch für unsere Bäder gilt.«

Tausende Vordrängler ertricksen sich Impfung – Rufe nach Strafen werden lauter

09.08 Uhr: Die Impfkampagne in Deutschland schreitet voran – und viele, die noch nicht an der Reihe waren, wollen nun auch endlich dran sein. Tausende versuchen es mit Tricks oder sogar falschen Angaben. Lesen Sie hier mehr.

Millionen über 60-Jährige sind noch ungeimpft

Foto: Jan Woitas / dpa

08.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch mit fünf bis sechs Millionen Über-60-Jährigen, die in den kommenden zwei, drei Wochen geimpft werden müssen. Zweidrittel dieser Altersgruppe seien geimpft, man müsse aber damit rechnen, dass sich nicht alle Personen impfen lassen wollten, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Indien meldet 330.000 Neuinfektionen

07.40 Uhr: Die Infektionszahlen in Indien bleiben auf einem hohen Niveau. Das Gesundheitsministerium meldet 329.942 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. In Zusammenhang mit dem Virus starben 3876 weitere Menschen. Insgesamt verzeichnet das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern nun knapp 23 Millionen Infektionen und 249.992 Tote. Die Weltgesundheitsorganisation stuft die zuerst in Indien nachgewiesene Variante des Virus als weltweit besorgniserregend ein.

6125 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 115,4

05.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen einem Tag 6125 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 7534 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 115,4 (Vortag: 119,1; Vorwoche: 141,4).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 283 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 315 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.533.376 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.196.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.112.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona-Impfstoff für Kinder könnte noch im Mai in Europa zugelassen werden

04.25 Uhr: In Europa könnte ein Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche womöglich noch im Mai zugelassen werden. Die Chefin der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), Emer Cooke, sagte dem »Handelsblatt«, derzeit werde der Biontech/Pfizer-Impfstoff für Zwölf- bis 15-Jährige geprüft. »Im Moment ist Juni das Ziel, das wir für die Zulassung angeben. Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können.«

Die USA erteilten dem Impfstoff am Montag (Ortszeit) bereits die Zulassung für Kinder. Hausärzte in Deutschland forderten rasch einen Impfstoff für Kinder auch hierzulande.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA erklärte, der Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer könne fortan auch in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Die im Dezember erteilte Notfallzulassung für die Vakzine, die ab einem Alter von 16 Jahren galt, wurde entsprechend ausgeweitet.

»Das ist eine vielversprechende Entwicklung in unserem Kampf gegen das Virus«, sagte US-Präsident Joe Biden. Auch die geschäftsführende FDA-Chefin Janet Woodcock hob hervor: »Der heutige Schritt erlaubt es einer jüngeren Bevölkerung, gegen Covid-19 geschützt zu sein, was uns einer Rückkehr zu einem Gefühl der Normalität und einem Ende der Pandemie näherbringt.«

Kanada hatte den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer vergangene Woche für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren freigegeben.

Der nordrhein-westfälische Hausärzteverband forderte, dass nun auch in Deutschland rasch ein Impfstoff für Kinder und Jugendliche kommen müsse. »Jetzt muss endlich auch der Impfstoff für Kinder und Jugendliche bereitgestellt werden. Darauf warten unsere Patienten, die Eltern und Großeltern«, sagte Verbands-Chef Oliver Funken der Düsseldorfer »Rheinischen Post«.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zeigte sich zuversichtlich, was eine baldige Impfung von Kindern und Jugendlichen anbelangt. »Es wird im Verlauf des Sommers allen Kindern ab zwölf Jahren ein Impfangebot gemacht werden können, wenn der Impfstoff für diese Altersgruppe in den nächsten Wochen zugelassen wird«, sagte sie der »Rheinischen Post«. Die Studien für die Jüngsten von einem halben Jahr bis zwölf Jahren würden auch bereits laufen. »Hier wird es aber vermutlich noch etwas dauern.«

Betrugsversuche für vorzeitige Impfungen: Ruf nach Strafen

04.05 Uhr: Angesichts zunehmender Versuche von Impfwilligen, sich ungerechtfertigt und teils mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu verschaffen, wird der Ruf nach Strafen laut. »Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen«, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der dpa. »Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit.«

Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Das SWR-Fernsehmagazin »Report Mainz« berichtete von mehreren Tausend Fällen. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht. Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt 2000 Vordrängler in einer Woche. In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140, berichtete »Report«.

Kommunen fordern massive Finanzhilfen von Bund und Ländern

02.45 Uhr: Angesichts drohender Steuerausfälle infolge der Coronapandemie haben die Kommunen massive Finanzhilfen vom Bund und von den Ländern gefordert. Vor der Bekanntgabe der neuen Steuerschätzung am Mittwoch sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, den Zeitungen der Funke Mediengruppe: »Die Steuerschätzung wird das Drama für die Haushalte der Kommunen offenlegen. Unsere Einnahmen werden 2021 und 2022 mehrere Milliarden Euro niedriger sein als vor Corona erwartet.«

Ohne Hilfen müssten die Kommunen Investitionen gravierend einschränken, was den erhofften Konjunkturaufschwung bremsen würde: »Wir bangen in den Städten um Investitionen in Schulen, Digitalisierung, Verkehrswende und Klimaschutz. Die Hälfte der öffentlichen Sachinvestitionen sind Aufträge von uns«, sagte der Leipziger Oberbürgermeister und SPD-Politiker. Deshalb sei wie 2020 ein Ausgleich von Verlusten bei der Gewerbesteuer nötig.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wird am Mittwoch bekannt geben, wie hoch die Steuerausfälle von Bund, Ländern und Kommunen für das laufende und die kommenden Jahre geschätzt werden. Einer kürzlich veröffentlichten KfW-Umfrage zufolge erwarten 85 Prozent der Städte, Kreise und Gemeinden krisenbedingt geringere Einnahmen, 52 Prozent sehen gleichzeitig höhere Kosten auf sich zukommen. Der Investitionsstau liege bei etwa 150 Milliarden Euro.

Karliczek rechnet mit Coronatests an Grundschulen auch nach Ferien

02.15 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) rechnet damit, dass auch nach den Sommerferien in den Grundschulen noch Coronatests nötig sein werden. »Das neue Schuljahr wird wohl relativ normal starten, wenn sich das Infektionsgeschehen weiter so positiv entwickelt und die Impfbereitschaft weiterhin so gut bleibt. Ich rechne aber damit, dass auch im nächsten Schuljahr überall in den Schulen weiter auf die Einhaltung der grundlegenden Hygieneregelungen geachtet werden muss«, sagte sie der »Rheinischen Post«. »Auch wird weiter getestet werden müssen. Das gilt vor allem für die Grundschulen.«

WHO Europa befürchtet mehr Fettleibigkeit bei Kindern durch Pandemie

01.10 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet, dass die Coronavirus-Pandemie auch zu mehr Fettleibigkeit unter Kindern führen wird. Das in Kopenhagen ansässige Regionalbüro geht davon aus, dass die Schließung von Schulen und Lockdowns negative Folgen für Ernährung und Bewegung von Kindern haben könnten, etwa durch den fehlenden Zugang zu Schulmahlzeiten und mangelnde körperliche Aktivität. Vorbeugemaßnahmen müssten deshalb während der Pandemie eine Priorität erhalten, forderte das Büro.

»Covid-19 könnte unter Umständen einen der beunruhigendsten Trends in der WHO-Region Europa verstärken – zunehmende Fettleibigkeit bei Kindern«, so WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Übergewicht und Fettleibigkeit stünden in direkter Verbindung mit lebensbedrohlichen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs. Um den kommenden Generationen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, müssten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Daten basierende Maßnahmen umgesetzt werden, die eine gesündere Ernährung und körperliche Betätigung förderten und dabei helfen könnten, Fettleibigkeit bei Kindern zu verringern.

Zuwachs an Pflegekräften in Kliniken: 18.500 mehr als vor Corona

0.55 Uhr: Die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern ist nach einem Medienbericht in der Pandemie deutlich gestiegen: von Oktober 2019 bis Oktober 2020 um 18.500. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf eine Auswertung der Bundesagentur für Arbeit berichtet, arbeiteten im Herbstmonat des vergangenen Jahres in den Kliniken insgesamt 710.663 Pflegerinnen und Pfleger. »Darunter sind Neueinsteiger und Rückkehrer sowie Pflegekräfte aus dem Ausland. Wir haben jeden eingesetzt, den wir bekommen konnten«, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem RND.

Nach seiner Einschätzung wird sich der steigende Trend fortsetzen. »Aus dem Ausland erwarte ich in den kommenden Monaten einen weiteren Schub an Pflegekräften«, sagte Gaß. Denn wegen der Pandemie hätten viele Pflegekräfte, die gerne in Deutschland arbeiten möchten, nicht einreisen können.

Die Bundesagentur hatte auf den Trend bereits im März hingewiesen, hatte da aber noch keine Zahlen für 2020 vorliegen. Sie hatte mit dem Hinweis auf die Entwicklung in Deutschland Angaben des Weltbunds der Krankenschwestern und Krankenpfleger (ICN) in Genf relativiert, der mitgeteilt hatte, dass der Druck der Corona-Pandemie zahlreiche Pflegekräfte in aller Welt zur Aufgabe ihres Berufs zwinge. Der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hatte vor einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland gewarnt.

Dutzende mutmaßliche Corona-Tote am Ufer des Ganges gefunden

01.35 Uhr: Im Norden Indiens sind zahlreiche Leichen an den Ufern des Ganges angespült worden, bei denen es sich mutmaßlich um Corona-Tote handelt. Rund 40 Leichen wurden im Bezirk Buxar nahe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh entdeckt, zwei der ärmsten Regionen des Landes, wie ein Behördensprecher am Montag mitteilte. Sie sollten nun begraben oder eingeäschert werden. In Medienberichten war von bis zu hundert Leichen die Rede.

Die Coronapandemie hat mit großer Geschwindigkeit Indiens ländliche Regionen erfasst. Örtliche Gesundheitseinrichtungen, Krematorien und Friedhöfe sind mit der Situation überfordert. Einheimische sagten der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich seien die Toten wegen der überfüllten Krematorien in den Fluss geworfen worden. Möglicherweise hätten sich die Hinterbliebenen auch das Holz für einen Scheiterhaufen nicht leisten können.

In Indien sterben derzeit täglich rund 4000 Menschen durch das Coronavirus. Die Gesamtzahl der Todesopfer beläuft sich auf fast 250.000. Experten vermuten, dass die Zahlen wesentlich höher sind.

Novavax hinkt mit Zeitplan für Impfstoffproduktion hinterher

0.20 Uhr: Der Pharmakonzern Novavax hinkt mit seinem Zeitplan für die Impfstoffproduktion hinterher. Die Herstellung werde langsamer anlaufen als erwartet, teilt das Unternehmen mit. Mit einer Genehmigung für seine Vakzine in den USA, Großbritannien oder Europa rechne der Konzern nicht vor dem dritten Quartal 2021.

Das Produktionsziel von 150 Millionen Dosen pro Monat werde nicht vor dem vierten Quartal erreicht. Zuvor war Novavax vom dritten Quartal ausgegangen. Für das erste Quartal wies Novavax zudem einen Nettoverlust von 223 Millionen Dollar aus. Die Novavax-Aktie verlor nachbörslich zunächst 5,5 Prozent.

cop/dpa/mjm/ptz/AFP/Reuters
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