+++ Corona-News am 22.02. +++ Zwei Omikron-Infektionen kurz nacheinander sind möglich

Laut einer dänischen Studie kann es in seltenen Fällen sein, dass sich Menschen mit zwei unterschiedlichen Subtypen der Omikron-Variante anstecken. Und: EU erlaubt Genesenenzertifikate auf Basis von Schnelltests. Das war der Überblick am 22. Februar.
Corona-Schnelltest (Symbolfoto)

Corona-Schnelltest (Symbolfoto)

Foto: Martin Schutt / dpa

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+++ Dänische Studie: Zwei Omikron-Infektionen kurz nacheinander sind möglich +++

15.34 Uhr: Dänischen Erkenntnissen zufolge ist es in seltenen Fällen möglich, sich nacheinander mit zwei unterschiedlichen Untervarianten der Omikron-Variante des Coronavirus anzustecken. Eine Infektion mit dem BA.2-Subtyp könne kurz nach einer ursprünglichen BA.1-Infektion vorkommen, schrieb das dänische Gesundheitsinstitut SSI in einer Studie. Im Allgemeinen werde aber davon ausgegangen, dass dies nur relativ selten auftrete und dann vor allem bei jüngeren, ungeimpften Menschen.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden nach SSI-Angaben 47 Fälle, bei denen sich dieselbe Person in einem Zeitraum von 20 bis 60 Tagen erst mit BA.1 und dann mit BA.2 ansteckte. Die meisten hätten lediglich milde Symptome erlebt, ins Krankenhaus habe keiner davon gemusst.

In Dänemark macht der Subtyp BA.2 derzeit den mit Abstand größten Anteil an Corona-Neuinfektionen aus, laut Studie liegt dieser Anteil bei 88 Prozent. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) hat BA.2 auch in Deutschland merklich zugelegt. Der Anteil in einer Stichprobe untersuchter Coronafälle sei zuletzt auf 14,9 Prozent gestiegen, hielt das RKI vergangenen Donnerstag in seinem Wochenbericht fest. Diese Angabe bezieht sich auf die Woche bis zum 6. Februar. Für die Woche davor gab das RKI den Anteil mit 10,4 Prozent an.

Steinmeier: Afrika braucht eigene Impfstoffproduktion

18.30 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die nach wie vor ungerechte Verteilung von Impfstoff gegen das Coronavirus kritisiert und den Aufbau einer eigenen Produktion in Afrika begrüßt. »Es ist wenig Impfstoff in Afrika angekommen im ersten Jahr der Pandemie«, sagte Steinmeier bei seinem Besuch im Senegal. »In Zeiten der größten Not haben die Länder, in denen Impfstoffe produziert werden, natürlich zunächst einmal für die eigene Bevölkerung, für die Nachbarstaaten gesorgt.«

Deutschland habe sich zwar von Anfang an stark an der Impfstoff-Initiative Covax beteiligt, sagte Steinmeier. »Gleichwohl, die Verteilung ist nach wie vor nicht gerecht.« Es gebe nur eine wirkliche Abhilfe, die Impfstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent selbst. Das werde deutlich, wenn man sich vor Augen halte, dass die in Afrika verabreichten Impfstoffe zu fast 100 Prozent außerhalb des Kontinents hergestellt werden. »Hier ist Änderung notwendig.«

Steinmeier besichtigte in Dakar den Ort, wo das deutsche Unternehmen Biontech demnächst eine mobile Produktionsstätte für Impfstoffe errichten will. Dieses modulare System war vor einer Woche im hessischen Marburg vorgestellt worden. Dabei geht es nicht nur um Impfstoffe gegen Corona, sondern beispielsweise auch gegen Malaria.

Schottland beendet fast alle Coronaregeln am 21. März

17.51 Uhr: Gut einen Monat nach dem Nachbarn England will auch Schottland fast alle Coronaregeln aufheben. Vom 21. März an soll es keine staatlich verordneten Maßnahmen mehr geben, wie Regierungschefin Nicola Sturgeon im Parlament in Edinburgh sagte. Sie betonte aber, die Regionalregierung rate auch danach dazu, in Geschäften sowie im öffentlichen Nahverkehr eine Maske zu tragen. Bereits am 28. Februar endet die Vorschrift zum Vorzeigen eines Impfnachweises bei Großveranstaltungen und für Discos. Wirtschaftsvertreter begrüßten die Pläne.

Schottland werde sich statt auf Vorschriften künftig auf Impfungen und Behandlungen verlassen, sagte Sturgeon. Bereits an diesem Donnerstag fällt in England die Vorschrift zur Selbstisolation für Coronainfizierte – und damit die letzte staatliche Vorgabe. Sturgeon betonte aber, in Schottland bleibe die Isolationspflicht nach einem positiven Coronatest vorerst bestehen.

Gesundheitspolitik ist im Vereinigten Königreich Sache der Regionalregierungen. Schottland, Wales und Nordirland hatten stets einen etwas vorsichtigeren Weg als der größte Landesteil England gewählt, für den die Zentralregierung in London entscheidet.

Sturgeon kritisierte die Ankündigung des britischen Premierministers Boris Johnson, vom 1. April an in England die kostenlosen Coronatests zu streichen. Schottland wolle auch danach Gratis-Tests anbieten. Dafür warte sie aber noch auf Informationen, welche Mittel die Zentralregierung dafür bereitstelle, sagte Sturgeon.

Italien lockert Einreiseregeln für Bürger aus Nicht-EU-Ländern

17.16 Uhr: Italien lockert die Corona-Einreiseregeln für Bürger aus Nicht-EU-Ländern. Ab dem 1. März brauchen Menschen, die aus Ländern außerhalb der EU in das Mittelmeerland einreisen wollen, entweder einen Corona-Impfnachweis oder einen Genesungsnachweis oder einen negativen Coronatest, wie das Gesundheitsministerium in Rom mitteilte.

Damit entfallen für Nicht-EU-Bürger die zusätzliche Testpflicht sowie eine mögliche fünftägige Quarantäne, sollten sie nicht alle nötigen Dokumente bei der Einreise vorlegen können. Italien dürfte damit auch wieder mehr ausländische Touristen anlocken wollen. Aktuell gilt noch der Notstand, der am 31. März ausläuft. Danach könnten weitere Corona-Lockerungen folgen.

Macy's setzt Erholung nach Corona-Geschäftseinbruch fort

Filiale der US-Kaufhauskette Macy's

Filiale der US-Kaufhauskette Macy's

Foto: Nam Y. Huh / AP

16.07 Uhr: Die US-Kaufhauskette Macy's bleibt nach dem starken Geschäftseinbruch in der Coronapandemie auf Erholungskurs. Im Weihnachtsquartal wuchs der flächenbereinigte Absatz im Jahresvergleich um 28 Prozent, wie Macy's in New York bekannt gab. Der Nettogewinn legte von 160 Millionen auf 742 Millionen Dollar (654 Millionen Euro) zu. Damit übertraf Macy's die Erwartungen klar.

Die Aktie stieg im frühen US-Handel zunächst um mehr als fünf Prozent. Die 1858 gegründete Einzelhandelskette tat sich schon vor der Coronakrise schwer und befindet sich seit Jahren in einem Konzernumbau mit tief greifenden Sparprogrammen. Doch seit 2021 findet Macy's – auch dank eines stark verbesserten Online-Geschäfts – zusehends in die Spur zurück und schreibt wieder schwarze Zahlen.

EU erlaubt Genesenenzertifikate auf Basis von Antigen-Schnelltests

13.52 Uhr: Genesenennachweise über eine Coronainfektion können in der EU nun auch nach einem positiven Schnelltest-Ergebniss ausgestellt werden. Die EU-Kommission verabschiedet einen Rechtsakt, der den EU-Mitgliedstaaten diese Möglichkeit gewährt. Dafür müsse der verwendete Antigen-Schnelltest von medizinischem oder »qualifiziertem Personal« ausgeführt worden und in der EU-Liste zugelassener Corona-Schnelltests aufgeführt sein.

Bislang konnten Genesenennachweise lediglich ausgestellt werden, wenn die Coronainfektion mit einem positiven PCR-Testergebnis nachgewiesen wurde. Die neue Regel kann laut Kommission rückwirkend für Schnelltests angewandt werden, die nach dem 1. Oktober 2021 gemacht wurden. Brüssel erhoffe sich dadurch, »einen Teil des erheblichen Druck auf die nationalen Testkapazitäten abzubauen«, der mit dem Aufkommen der Omikron-Variante entstanden sei, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Die neuen Regeln gelten ab sofort. Länder wie Deutschland können Genesenenzertifikate auf der Grundlage von Antigen-Schnelltests ausstellen, sobald sie bereit seien, so die EU-Kommission.

Einreise in die EU auch nach Impfung mit Wirkstoff von WHO-Liste

13.45 Uhr: Die Einreise in die EU soll angesichts der weltweit steigenden Corona-Impfrate wieder etwas einfacher werden. Vom 1. März an soll die Beschränkung nicht unbedingt notwendiger Einreisen auch für Menschen aufgehoben werden, die mit einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassenen Impfstoff geschützt worden sind. Das geht aus einer unverbindlichen Empfehlung hervor, auf die sich die EU-Staaten am Dienstag verständigten. Bislang entfielen die Beschränkungen nur für Personen, die mit einem Präparat mit EU-Zulassung geimpft worden sind.

Auf der WHO-Liste sind darüber hinaus etwa die beiden chinesischen Impfstoffe Sinopharm und Sinovac. Jedoch können die einzelnen EU-Staaten von Personen, die einen Impfstoff von der WHO-Liste bekommen haben, weitere Vorgaben wie einen negativen PCR-Test oder Quarantäne verlangen. Auch sollten Beschränkungen für Personen aufgehoben werden, die innerhalb von 180 Tagen vor der Reise mit dem Coronavirus infiziert waren. Kinder zwischen 6 und 18 Jahren sollte die Einreise erlaubt werden, wenn sie einen negativen PCR-Test vorlegen können. Kinder unter sechs Jahren sollten keine zusätzlichen Bedingungen erfüllen müssen.

Befragung: Pandemie belastet junge Menschen immer stärker

13.13 Uhr: Die psychischen Belastungen und Zukunftsängste junger Menschen verschärfen sich einer Online-Befragung zufolge. Gleichzeitig fühlen sich Jugendliche politisch inzwischen zwar mehr gehört, haben aber noch immer den Eindruck, politische Entscheidungen nicht beeinflussen zu können, wie erste Ergebnisse der dritten Befragung »JuCo III« von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Coronazeit zeigen.

6159 junge Menschen beteiligten sich im Dezember 2021 an der Online-Befragung der Universität Hildesheim und der Frankfurter Goethe-Universität. Der Studie zufolge stimmten 54 Prozent der Teilnehmenden der Frage, ob sie besonders psychisch belastet seien, voll zu – in der Vorgängerstudie vom November 2020 mit rund 7000 Befragten lag der Anteil bei 41,2 Prozent.

»Junge Menschen bemühen sich auch in dieser schwierigen Zeit, ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen«, erklärte Tanja Rusack, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Hildesheim. Johanna Wilmes von der Goethe-Universität machte klar: »Das können sie aber nur, wenn sie sozial und ökonomisch abgesichert sind.«

Aufhorchen lasse daher der Befund, dass der Anteil junger Menschen wächst, deren finanzielle Sorgen seit der Pandemie größer geworden sind, urteilten die Forscher. Über größere Geldsorgen berichteten demnach in der neuen Studie 43,4 Prozent der Befragten – im November 2020 lag der Anteil bei 33,8 Prozent.

Alle Einwohner Hongkongs müssen sich dreimal testen lassen

12.48 Uhr: Angesichts der heftigsten Coronawelle seit Beginn der Pandemie will Hongkong alle 7,4 Millionen Einwohner dreimal auf Corona testen lassen. Die Tests seien verpflichtend, kündigte Regierungschefin Carrie Lam an. Sie gab zugleich bekannt, dass nun Vertreter der Zentralregierung in Peking den Umgang mit der Pandemie in der Sonderverwaltungszone koordinieren.

Die drei Pflichtrunden Coronatests für alle sollen den Angaben zufolge im März stattfinden. Einen genauen Beginn nannte Lam nicht. Sie gestand ein, dass ihre Regierung im Kampf gegen die Pandemie »überfordert« sei.

Hongkong wird derzeit von der heftigsten Coronawelle seit Pandemiebeginn heimgesucht. Täglich werden in der Finanzmetropole Tausende Neuinfektionen gemeldet, die Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Die von der chinesischen Zentralregierung in Peking verordnete »Null-Covid«-Strategie, die monatelang keine Neuinfektionen zur Folge hatte, verfängt seit einigen Wochen in der Sonderverwaltungszone nicht mehr.

Während der langen Zeit ohne Infektionen war Experten zufolge in Hongkong die Impfkampagne vernachlässigt worden. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat zwei Impfungen gegen das Coronavirus.

Labore: Wohl deutliche Untererfassung von Coronafällen

12.27 Uhr: Viele Coronainfizierte werden nach Befürchtungen eines Laborverbands nicht mehr mit einem PCR-Test erkannt. »Wir sind besorgt, dass aufgrund der zurückliegenden unglücklichen politischen Kommunikation und Diskussion zur Priorisierung in den Laboren zu viele erkrankte Menschen nicht mehr mittels PCR getestet werden«, teilte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, in Berlin mit.

Nur mit einem PCR-Test bestätigte Coronafälle gehen in die offiziellen Pandemie-Statistiken ein – wenn weniger Infektionen via PCR abgeklärt werden, fallen Werte wie die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz niedriger aus.

Hintergrund der Befürchtung sind ALM-Daten, wonach vergangene Woche eine »spürbare Entspannung« in vielen Testlaboren in Deutschland einsetzte. Die Auslastung gab die Organisation im bundesweiten Schnitt mit 73 Prozent an, nach 86 und 93 Prozent in den Vorwochen. Gut zwei Millionen PCR-Tests wurden demnach durchgeführt, wovon ein weiter sehr hoher Anteil von knapp der Hälfte positiv auf Sars-CoV-2 ausfiel (Vorwoche: rund 2,3 Millionen Tests). Die rückläufige Zahl an PCR-Tests bedeute keine Entspannung im Pandemiegeschehen, hieß es vom Verband.

Queen sagt virtuelle Termine wegen Corona-Erkrankung ab

12.15 Uhr: Wegen ihrer Corona-Erkrankung hat Queen Elizabeth II. ihre für Dienstag geplanten Termine abgesagt. »Da Ihre Majestät weiter leichte erkältungsähnliche Symptome verspürt, hat sie entschieden, ihre geplanten virtuellen Verabredungen heute nicht wahrzunehmen«, sagte ein Palastsprecher am Dienstag. Die 95-Jährige werde aber weiter »leichte Aufgaben« ausführen. Über die weiteren Termine in den kommenden Tagen werde kurzfristig entschieden, meldete die Nachrichtenagentur PA.

Der Palast hatte die Corona-Erkrankung der Queen am Samstag öffentlich gemacht. Das Staatsoberhaupt spüre »milde, erkältungsähnliche Symptome«, wolle aber in der kommenden Woche in Windsor weiter »leichte Aufgaben« ausführen, hieß es am Wochenende. Es gilt als sicher, dass die Queen drei Mal gegen Corona geimpft wurde. Zuvor waren auch ihr Sohn Thronfolger Prinz Charles (73) und seine Ehefrau Herzogin Camilla (74) positiv auf das Virus getestet worden. Auch mehrere Beschäftigte der royalen Residenz Schloss Windsor sind nach BBC-Informationen infiziert.

Lauterbach kündigt Bonus für Pflegekräfte in Kliniken und Langzeitpflege an

11.37 Uhr: Der geplante Corona-Bonus wegen besonderer Belastungen in der Pandemie soll laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Pflegekräften in Krankenhäusern und in der Langzeitpflege zukommen. Die Zahlungen sollen dafür jeweils hälftig ausgeschüttet werden, wie der SPD-Politiker im ZDF-»Morgenmagazin« deutlich machte. »Der Bonus kommt jetzt relativ rasch. Aber das ist nicht alles, sondern die Arbeitsbedingungen müssen sich insgesamt verbessern.«

Die Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP hatte angekündigt, dass es einen Bonus für Pflegekräfte geben soll. Dafür will die Regierung eine Milliarde Euro bereitstellen und die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen auf 3000 Euro anheben. Lauterbach sagte, es sei jetzt ein entsprechender Entwurf entwickelt worden, der dem Bundestag vorgelegt werden solle. Der Bonus solle an die Pflegenden gehen, weil sie in der Coronakrise im Vordergrund gestanden hätten, und nicht an andere Berufsgruppen. Nähere Angaben machte er vorerst nicht.

Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten, ein Eckpunktepapier sehe für Vollzeitkräfte in der Altenpflege einen Bonus von bis zu 550 Euro vor. Der gestaffelte Bonus solle ab 30. Juni und spätestens bis 31. Dezember ausgezahlt werden. Für Pflegekräfte in Kliniken sei ein Bonus für Krankenhäuser geplant, die 2021 mehr als zehn Covid-Fälle mit künstlicher Beatmung behandelt haben. Dies seien 837 Kliniken, die 95 Prozent aller Coronapatienten versorgten. Klinikträger und die Beschäftigtenvertretungen sollten gemeinsam entscheiden, wer Prämien in welcher Höhe erhalte. In erster Linie solle sich der Bonus an Kräfte in der Pflege am Bett richten. Demnach könnten rund 280.000 Pflegekräfte Geld bekommen.

Studie: Corona verursacht im Karneval erneut Milliardenschäden

Karneval in Pandemiezeiten (Archivfoto): Hohe Ausfälle erwartet

Karneval in Pandemiezeiten (Archivfoto): Hohe Ausfälle erwartet

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Rolf Vennenbernd / dpa

11.25 Uhr: Abgesagte Rosenmontagszüge und stornierte Prunksitzungen: Corona wird auch in diesem Jahr bei Gastronomen, Hoteliers und Kostümverleihern in den Karnevalshochburgen für wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe sorgen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dürften die Einbußen mit bis zu 1,62 Milliarden Euro sogar noch höher ausfallen als im Vorjahr. Im ersten Coronajahr 2020 hatten die Experten den wirtschaftlichen Schaden durch den Ausfall bundesweit mit rund 1,5 Milliarden Euro beziffert.

Unter normalen Bedingungen hätte die Wirtschaft laut IW mit Getränken, Hotelübernachtungen und Kostümen rund 1,79 Milliarden Euro eingenommen. Dieses Jahr werde nur ein Bruchteil dieser Summe erreicht. Mit über 40 Prozent des Gesamtumsatzes fallen die größten Ausfälle nach Einschätzung des IW wieder bei Gastronomen und Hoteliers an, direkt danach folgen Einzelhändler mit einem Anteil von rund 20 Prozent am Gesamtumsatz. Bei ihnen sind vor allem Kostümverkäufer betroffen. Hinzu kommen Ausfälle im Transportsektor, beim Ticketverkauf und weiteren Dienstleistungen.

Die IW-Experten berücksichtigten in ihrer Studie nicht nur den Kölner Karneval, sondern auch das närrische Treiben in Düsseldorf und Mainz. Dass die wirtschaftlichen Verluste in diesem Jahr noch höher ausfallen als 2020, hat nach Angaben der Experten vor allem zwei Gründen: Zum einen ist die aktuelle Saison mit 111 Tagen deutlich länger als die im Vorjahr. Zum andere wirke sich die Inflation aus.

Forscher: Pandemie wirkt sich auf Berufsausbildung aus

11.18 Uhr: Die Coronakrise wirkt sich einer Studie zufolge auch direkt auf die berufliche Ausbildung junger Leute aus. Von der Pandemie betroffene Betriebe hätten deutlich seltener als andere ihre Auszubildenden in feste Arbeitsverhältnisse übernommen, teilte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Als stark von der Krise betroffen galt 2020 mehr als jeder fünfte Ausbildungsbetrieb in Deutschland.

Die Übernahmequote in Betrieben, die von der Pandemie wirtschaftlich negativ betroffen waren, sank nach dem ersten Lockdown 2020 um 9,6 Prozentpunkte im Vergleich zu nicht betroffenen Betrieben. »Ausgebildete Fachkräfte nicht übernehmen zu können, bedeutet für die Betriebe einen Verlust ihrer Investition in die Ausbildung und eine mögliche Verschärfung des Fachkräftemangels, sobald sich die Wirtschaft nach der Pandemie wieder erholt«, sagte IAB-Forscherin Sandra Dummert.

Ohnehin habe die Pandemie dazu geführt, dass ingesamt weniger Jugendliche ausgebildet worden seien. In besonders betroffenen Betrieben, etwa in der Gastronomie, sei die Wahrscheinlichkeit aber noch einmal deutlich erhöht. Es deute vieles daraufhin, dass es auch Auflösungen bestehender Ausbildungsverträge gegeben habe.

Lauterbach warnt vor »parteipolitischen Spielchen« beim Thema Impfpflicht

8.38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat beim Thema allgemeine Impfpflicht vor Parteipolitik gewarnt. Wenn wegen »parteipolitischer Spielchen« im Herbst Probleme aufträten, sei dies der Bevölkerung nicht zuzumuten, sagte Lauterbach im ZDF-»Morgenmagazin«. Er gehe davon aus, dass es am Ende für einen der Anträge zur Impfpflicht eine Mehrheit geben werde, vielleicht für einen Kompromissantrag.

Lauterbach betonte, dass mit einer Impfpflicht nicht die aktuelle Omikron-Welle bekämpft werden solle. Deutschland müsse für den Herbst vorbereitet sein, »da zählen andere Varianten zu den Hauptsorgen«, sagte der Gesundheitsminister.

Wissenschaftler gingen davon aus, dass es im Herbst neue Varianten geben könne. Da in Deutschland ein vergleichsweise hoher Anteil von älteren Menschen nicht geimpft sei, müsste im Herbst wieder über Schutzmaßnahmen diskutiert werden, während das in anderen Ländern mit höherer Impfquote voraussichtlich nicht notwendig werde, sagte Lauterbach.

In der Bundesregierung herrscht bei der Impfpflicht Uneinigkeit, sie hat keinen eigenen Entwurf  vorgelegt. Vor allem aus der FDP kommen skeptische Stimmen. Über die bislang vorgelegten Anträge soll der Bundestag erstmals am 17. März debattieren. Eine Entscheidung soll Ende März oder Anfang April fallen.

Israel registriert mehr als 10.000 Tote nach Coronainfektion

8.34 Uhr: Israel hat seit Pandemiebeginn mehr als 10.000 Tote mit einer Coronainfektion registriert. Das Gesundheitsministerium meldete am Montagabend exakt 10.001 Tote. Dabei sinken in Israel bereits seit Ende Januar die Infektionszahlen in der Omikron-Welle. Am Montag meldete das Ministerium noch 17.679 neue Fälle für den Vortag. Die Zahl der Schwerkranken fällt seit Anfang Februar – auf demnach noch 772. Derzeit gelten 64 Prozent der 9,4 Millionen Landesbewohner als vollständig geimpft.

Mit dem Rückgang der Omikron-Welle will Israel auch die Einreisebeschränkungen deutlich lockern: Ungeimpfte Touristen dürfen ab 1. März ohne Sondergenehmigung einreisen, wie Israel am Sonntag mitteilte. Touristen müssten lediglich zwei PCR-Tests absolvieren – einen vor Abreise und einen nach Einreise. Für ungeimpfte Israelis gilt zudem nach Einreise keine Quarantäne mehr von mindestens fünf Tagen.

Münchner Virologe: Schnelltests erkennen Omikron oft nicht

7.40 Uhr: Viele gängige Corona-Schnelltests erkennen eine Omikron-Infektion oft nicht. Forscher um den Münchner Virologen Oliver Keppler von der Ludwig-Maximilians-Universität haben die Leistungsfähigkeit von neun handelsüblichen Antigen-Schnelltests für die Erkennung einer Infektion mit der Omikron- oder der Delta-Variante untersucht – und ziehen eine ernüchternde Bilanz: Acht der vom Paul-Ehrlich-Institut bereits für frühere Varianten des Virus geprüfte Tests wiesen eine Omikron-Infektion schlechter nach als eine Delta-Infektion, ergab die Studie, die im Fachmagazin »Medical Microbiology and Immunology« veröffentlicht wurde.

»Man darf niemals ein negatives Ergebnis als Freifahrtschein nehmen«, warnte Keppler. Gerade in der Omikron-Welle seien weiter Vorsichtsmaßnahmen wie das Abstandhalten und das Tragen von Masken wichtig, um andere und sich zu schützen.

Das Testen von Menschen ohne Symptome schaffe gerade in der aktuellen Welle eine trügerische Sicherheit, warnte Keppler. »Das asymptomatische Testen mit Selbsttests macht aus meiner Sicht wenig Sinn«, sagte Keppler. Sinnvoll sei es aber, bei Symptomen neben einer Einschränkung der Kontakte auch mit guten Antigen-Schnelltests zu testen. Dann sei die Viruslast meist höher; Tests schlagen eher an.

Wie auch der Bundesgesundheitsminister fordert Keppler, dass rasch eine kurze Liste mit gut für den Omikron-Nachweis geeigneten Tests veröffentlicht wird – immerhin seien mittlerweile 580 Schnelltests auf dem Markt. »Die einäugigen unter den blinden Tests für die Erkennung von Omikron müssen nun rasch durch das Paul-Ehrlich-Institut identifiziert und veröffentlicht werden.« Etwa zehn problemlos verfügbare Tests würden hierfür ausreichen.

Ethikrat-Vorsitzende Buyx für Festhalten an Maskenpflicht

5.35 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates hat sich trotz Lockerungen in der Coronapandemie dafür ausgesprochen, an der Maskenpflicht festzuhalten. »Der Mund-Nasen-Schutz ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die wir haben«, sagte die Münchner Medizinethikerin Alena Buyx der Tageszeitung »Mannheimer Morgen«. Die Zeitung berichtete, Buyx halte die für die kommenden Wochen angestrebten Lockerungen für vertretbar. »Der Expertenrat, in dem ich auch Mitglied bin, hat darauf hingewiesen, dass bei einem stabilen Abfall der Zahlen die Zeit für besonnene Lockerungen gekommen ist«, sagte sie. »Man muss sich klarmachen, dass alle Maßnahmen, die dem Schutz der Gesundheit dienen, gleichzeitig Eingriffe in die persönliche Lebensführung von vielen Menschen sind«, sagte Buyx.

Großbritannien schafft Isolation für Infizierte ab

5.15 Uhr: Coronainfizierte in England müssen sich künftig nicht mehr verpflichtend isolieren. Das Ende der staatlichen Vorschrift ist Teil des Plans für ein »Leben mit Covid«, den der britische Premierminister Boris Johnson am Montag im Parlament in London vorstellte. Die Regierung setze darauf, dass sich Infizierte in Selbstverantwortung wie Menschen mit einer Erkältung verhalten, sagte Johnson. Dies sei möglich dank der erfolgreichen Impfkampagne. Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei zudem überstanden.

  • Vom 24. Februar an müssen positiv Getestete nicht mehr zu Hause bleiben.

  • Geimpfte Kontakte brauchen sich dann auch nicht mehr eine Woche lang täglich auf das Virus zu testen.

  • Ungeimpfte Kontakte müssen ebenfalls nicht mehr in Selbstisolation.

  • Vom 1. April an fallen auch die kostenlosen Schnelltests weg.

Mit dem Vorhaben erfüllt der Premier zentrale Forderungen seiner Konservativen Partei. Johnson steht wegen der »Partygate«-Affäre um Lockdown-Feiern in der Downing Street erheblich unter Druck. Die Opposition wirft dem Premier ein Ablenkungsmanöver vor. Auch Experten kritisierten die Pläne bereits vorab.

Die Regierung will zudem Coronainfizierte nicht mehr wie bisher vom ersten Tag an mit Krankengeld finanziell unterstützen. So enden die Ausgleichszahlungen für Arbeitnehmer in Selbstisolation, wie Johnson sagte.

Der Premier betonte, die Pandemie sei noch nicht vorbei und neue Virusvarianten seien nicht auszuschließen. Zudem sollen vor allem ältere und besonders gefährdete Menschen weiter geschützt werden. Gesundheitsminister Sajid Javid kündigte eine weitere Impfung – einen »Frühlingsbooster« – für über 75-Jährige, Bewohner von Altenheimen sowie über 12-Jährige mit Immunschwächen an.

Omikron-Höhepunkt in Krankenhäusern noch nicht ganz erreicht

5.00 Uhr: Den Kliniken in Deutschland steht der Höhepunkt der Omikron-Welle weiter bevor. Das sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Andreas Wagener, der »Rheinischen Post«. »Der Scheitelpunkt der Omikron-Belastung in den Krankenhäusern ist noch nicht ganz erreicht. Aktuell sind weiterhin steigende Belegungszahlen in den Krankenhäusern zu verzeichnen, wobei sich die Dynamik weiter abschwächt.«

Wagener sagte, vor allem auf den Normalstationen verzeichne man weiterhin steigende Fallzahlen. Die Belegung der Intensivstationen sei deutschlandweit derzeit beständig. »Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass wir bei der Intensivbelegung weiter im stabilen Bereich bleiben werden. Dennoch bleibt die Situation für die Krankenhäuser belastend.«

Expertinnen und Experten hatten darauf hingewiesen, dass sinkende Inzidenzen sich mit zeitlichem Verzug in den Belegungszahlen der Krankenhäuser niederschlagen.

RKI meldet 125.902 Neuinfektionen – Inzidenz fällt auf 1306,8

4.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 125.902 Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Das sind 33.315 Fälle weniger als am Dienstag vor einer Woche, als 159.217 Neuinfektionen gemeldet wurden. Lesen Sie hier die vollständige Meldung.

Kanadisches Parlament stimmt Notstandsgesetz nach tagelangen Debatten zu

Truckerprotest in Ottawa, Kanada

Truckerprotest in Ottawa, Kanada

Foto: ANDRE PICHETTE / EPA

3.50 Uhr: Der wegen Blockaden und massiver Demonstrationen gegen die Coronapolitik verhängte Ausnahmezustand in Kanada bleibt vorerst bestehen. Die Straßenblockaden landesweit seien zwar beseitigt, die Grenzen wieder offen und die Lage in der Hauptstadt Ottawa bessere sich stark, sagte Regierungschef Justin Trudeau. Er habe aber noch »echte Sorge für die kommenden Tage«.

Trudeau hatte sich vergangenen Montag auf Notstandsbefugnisse berufen, um stärker gegen die Proteste vorgehen zu können. Es war das erste Mal seit 50 Jahren, dass die kanadische Regierung von diesen Befugnissen Gebrauch machte. Von der Opposition wurde der Premier für den Schritt scharf kritisiert.

Am Montagabend (Ortszeit) billigte das Parlament nach tagelangen Debatten das Notstandsgesetz. »Ein Antrag zur Ratifizierung der Krisenerklärung wurde angenommen«, erklärte das Unterhaus auf Twitter. Das Gesetz muss nun vom Senat debattiert werden.

Amtsärzte warnen vor Ende der Isolierung von Infizierten

3.23 Uhr: Das Aufheben der letzten Coronaregeln in Großbritannien stößt auch in Deutschland auf Kritik. »Ich halte es für falsch, die Isolation für Infizierte aufzugeben, wie es Großbritannien plant«, sagte Elke Bruns-Philipps, Vize-Chefin des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, der »Rheinischen Post«. »Wer sich infiziert hat, muss sich isolieren, bis er nicht mehr infektiös ist, das sind bei Covid-19 mindestens fünf Tage.« Das gelte auch für Geimpfte, die sich infizieren.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Montag angekündigt, dass sich vom 24. Februar an Menschen nach einem positiven Coronatest nicht mehr isolieren müssen.

Hongkong führt Impfnachweis für Gewerbe und Restaurants ein

3.05 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat Hongkong eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Ungeimpften beschlossen. Wie die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion mitteilte, sollen zahlreiche Einrichtungen wie etwa Supermärkte und Restaurants ab Donnerstag nach und nach nur noch mit einem Impfnachweis betreten werden dürfen. Auch Sportstätten, Einkaufszentren und Friseursalons sollen demnach künftig nur noch für Geimpfte zugänglich sein. Ausgenommen sind Genesene, die innerhalb der letzten sechs Monate eine Infektion hatten.

Zwar haben in Hongkong rund 76 Prozent der Bevölkerung bereits zwei Impfdosen erhalten. Besorgniserregend sei laut Hongkonger Behörden jedoch die geringe Impfbereitschaft älterer Bürger. So haben sich bisher weniger als 30 Prozent der über 80-Jährigen zweimal impfen lassen – oft aus Angst vor Nebenwirkungen.

Iran schickt 820.000 Impfdosen nach Polen zurück

2.15 Uhr: Das iranische Staatsfernsehen berichtet, dass das Land mehr als 800.000 Impfstoffdosen nach Polen zurückgesandt hat, weil diese in den USA hergestellt wurden.

Der Sender zitierte Mohammad Hashemi, einen Mitarbeiter des iranischen Gesundheitsministeriums, mit den Worten, dass Polen etwa eine Million Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs an das Land gespendet hatte. »Aber als die Vakzinen bei uns ankamen, fanden wir heraus, dass 820.000 Dosen, die aus Polen importiert wurden, ursprünglich aus den USA stammten«, sagte er. Hashemi ergänzte: »Nach der Koordination mit dem polnischen Botschafter in Iran wurde entschieden, die Impfstoffe zurückzusenden.«

Irans Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, der in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort hat, schloss 2020 aus, dass US-amerikanische oder britische Vakzinen das Land erreichten. Iran importiert ausschließlich westliche Impfstoffe, die nicht in den USA oder Großbritannien hergestellt wurden.

Bis zu 550 Euro Coronabonus für Pflegekräfte in Altenheimen

1.55 Uhr: Vollzeitkräfte in der Altenpflege sollen einem Entwurf des Gesundheitsministeriums zufolge einen Coronabonus von bis zu 550 Euro erhalten. »Die Prämie soll an Pflegekräfte gezahlt werden, die während der Pandemie eine herausragende Leistung erbracht haben«, berichtet die Funke Mediengruppe aus dem Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums für die Umsetzung des Pflegebonus in Krankenhäusern und in der Langzeitpflege. Dies seien beispielsweise Pflegekräfte, die durch die Behandlung von Covid-Patienten besonders belastet gewesen seien, etwa durch erhöhte Hygienemaßnahmen, ein erhöhtes Infektionsrisiko oder einen erhöhten Betreuungsaufwand von Infizierten.

Tausende Menschen bei bundesweiten Demos gegen Coronamaßnahmen

1.07 Uhr: In Deutschland haben am Montagabend erneut Tausende Menschen gegen staatliche Coronamaßnahmen protestiert. Allein in Thüringen beteiligten sich nach Angaben der Landeinsatzzentrale rund 13.000 Demonstranten an 69 Versammlungen. Der Protest blieb demnach zumeist friedlich, nur in Einzelfällen musste die Polizei eingreifen.

Die Demonstranten trugen den Angaben nach nahezu ausnahmslos weder Mund-Nasen-Bedeckungen, noch wurden die gebotenen Abstände eingehalten. Auch in Sachsen gingen Tausende Menschen auf die Straßen. Dort blieb die Lage nach einer ersten Einschätzung von Polizeisprechern ebenfalls weitgehend ruhig. Veranstaltungen gab es unter anderem auch in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.

Einreise nach Österreich auch für Ungeimpfte wieder möglich

0.15 Uhr: Österreich lockert seine Einreisebestimmungen: Ab Dienstag gilt beim Grenzübertritt wieder die 3G-Regel. Damit können auch Ungeimpfte wieder ins Land kommen, sofern sie einen negativen Test vorweisen. Für die Tourismusbranche ist das ein wichtiger Schritt, um im Rest der Wintersaison noch möglichst viele Gäste nicht zuletzt aus Deutschland empfangen zu können.

Die Erleichterung ist Teil einer umfassenden Lockerungsstrategie. Vom 5. März an sollen in Österreich praktisch alle Coronabeschränkungen fallen. Dann gilt nur noch eine FFP2-Maskenpflicht in bestimmten Teilen des öffentlichen Lebens. Ausnahme ist Wien, das teilweise die 2G-Regel zum Beispiel in der Gastronomie zunächst beibehalten will.

Oberbürgermeisterin: Nicht völlig außer Rand und Band Karneval feiern

Karnevalsauftakt in Köln

Karnevalsauftakt in Köln

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

0.01 Uhr: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat für Verstöße gegen die an den Karnevalstagen geltenden Coronaregeln harte Strafen angekündigt. »Wer sich den Regeln widersetzt, muss massiv bezahlen«, sagte Reker (parteilos) dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Wer bei Karneval gegen die 2G-plus-Regel verstoße, riskiere ein Bußgeld von mindestens 250 Euro. Wenn ein Wirt oder eine Wirtin die Regeln nicht kontrolliere, drohten 5000 Euro Strafe.

Für Feiernde gilt in Köln überall im öffentlichen Raum die 2G-plus-Regel. Das heißt, Genesene oder zweifach Geimpfte brauchen einen aktuellen negativen Test oder eine dritte Impfung (Booster-Impfung). Köln hat für Karneval das gesamte Stadtgebiet zur »Brauchtumszone« erklärt, in der die verschärften Coronaregeln gelten sollen. Geplant sind stichprobenartige Kontrollen. Das Ordnungsamt will dafür in der Spitze bis zu 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einsatz schicken. Hinzu kommen bis zu 440 Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen.

»Ich hoffe sehr, dass sich alle bewusst sind, dass das Feiern bestimmten Regeln unterliegt«, sagte Reker. Dass ganz Köln zur Brauchtumszone erklärt worden sei, solle nicht dazu auffordern, »jetzt völlig außer Rand und Band zu feiern«. Es gebe der Stadt vielmehr die Möglichkeit, überall dort, wo gefeiert wird, zu kontrollieren.

kfr/wit/oka/jok/AFP/dpa/Reuters
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