Corona-News am Dienstag »Einfach lächerlich« – britischer Chefmediziner kritisiert Musikerin Minaj wegen Corona-Tweets

Nach einer obskuren Warnung vor Impfnebenwirkungen wird die Sängerin von Experten kritisiert – das Netz reagiert mit Spott. Und: In den USA geraten Kliniken an die Belastungsgrenze. Der Überblick.
Sängerin Minaj: Die »Queen of Rap« sorgte mit einem Tweet für Empörung

Sängerin Minaj: Die »Queen of Rap« sorgte mit einem Tweet für Empörung

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DANNY MOLOSHOK/ REUTERS

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+++ Britischer Top-Mediziner kritisiert Rapperin Minaj +++

Nach einem Tweet von Nicki Minaj (38) über angebliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung hat der oberste britische medizinische Regierungsberater die Rapperin scharf kritisiert. Sie solle sich schämen, sagte Chris Whitty auf einer Pressekonferenz in London. »Es gibt eine Reihe von Mythen, die herumfliegen, von denen einige einfach nur lächerlich sind und von denen andere eindeutig nur zum Erschrecken gedacht sind. Dies ist eines davon.« Es gebe Menschen, die Unwahrheiten über die Impfung verbreiteten, obwohl sie es besser wüssten.

In ihrem Tweet hatte die Sängerin behauptet, ein Freund ihres Cousins in Trinidad sei nach der Impfung impotent geworden. Viele Twitter-Nutzer reagierten erschrocken oder mit Spott. Ihrerseits machte sich die Rapperin über Whitty lustig und veröffentlichte eine Sprachnachricht mit betont britischem Akzent an Premierminister Boris Johnson, der sich ebenfalls zu dem Fall geäußert hatte.

Zuvor hatte Nicki Minaj bereits mit einem Corona-Tweet für Aufregung gesorgt. Darin schrieb sie, dass sie sich nicht unter Druck setzen lasse, sich wegen der Teilnahme an der Modeausstellung Met-Gala am Montagabend (Ortszeit) impfen zu lassen. »Ich mache es, sobald ich das Gefühl habe, genug recherchiert zu haben«, betonte sie und forderte ihre Fans auf, Maske zu tragen.

Frankreich führt Impfpflicht für Pflegepersonal ein

21.54 Uhr: In Frankreich gilt ab Mittwoch eine Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen, Pflegediensten sowie für Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr. Gesundheitskräfte, die nicht mindestens eine erste Impfdosis erhalten haben, müssen von Mittwoch an mit Sanktionen rechnen. Wer bis zum 15. Oktober nicht vollständig immunisiert ist, dem drohen Konsequenzen bis hin zum Berufsverbot.

Gegen die Regelung waren in den vergangenen Wochen zehntausende Franzosen auf die Straße gegangen. Umfragen zufolge befürworten allerdings bis zu drei Viertel der Franzosen die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal. Insgesamt sind inzwischen etwa 70 Prozent der französischen Bevölkerung geimpft.

Niederlande schafft Abstandsregel ab

21.32 Uhr: Nach rund 18 Monaten machen die Niederlande in der Corona-Pandemie einen großen Schritt zurück zur Normalität. Der verpflichtende Sicherheitsabstand von 1,5 Meter werde ab dem 25. September abgeschafft, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Zugleich wird aber ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen und Kultur eingeführt. Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Viele Maßnahmen bleiben weiterhin, darunter die Maskenpflicht für Busse, Bahnen, Züge und auf Flughäfen. Diskotheken und Clubs dürfen zwar wieder öffnen, müssen aber wie alle anderen Gaststätten um Mitternacht schließen.

Zahl der Corona-Fälle in der Türkei steigt

19.04 Uhr: Die Türkei verzeichnet so viele Covid-19-Neuinfektionen wie seit Monaten nicht mehr. Laut der Nachrichtenagentur Reuters registrierten die türkischen Behörden zuletzt insgesamt 27.802 neue Infektionen und hat damit das Niveau des vergangenen Mai erreicht. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 276 und rangiert damit nahe am bisherigen Höchststand. Gesundheitsminister Fahrettin Koca rief die Bevölkerung auf, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Seit Mitte Juni ist die Zahl der Corona-Fälle in dem Land stark angestiegen.

Großbritannien startet mit Auffrischungsimpfungen

17.12 Uhr: In Großbritannien sollen Menschen über 50 Jahren sowie besonders gefährdete Menschen wie Vorerkrankte und Pflegekräfte ab der kommenden Woche eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie Gesundheitsminister Sajid Javid sagte, folgt die Regierung damit einer Empfehlung der zuständigen Expertenkommission, dem Gemeinsamen Ausschuss für Impfungen und Immunisierung (JCVI). Beschlossen wurde zudem die umstrittene Empfehlung, künftig auch Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren zu impfen.

Sachsen und Berlin führen 2G-Optionsmodell ein

14.58 Uhr: Der Berliner Senat hat die Einführung eines 2G-Optionsmodells für Veranstaltungen und Dienstleistungen beschlossen. Die geänderte Rechtsverordnung ermöglicht etwa in der Gastronomie sowie im Kultur- und Sportbereich Erleichterungen für Betriebe und Veranstalter, wenn diese lediglich Geimpfte und Genesene einlassen, wie der Senat mitteilte. Die neue Regelung soll voraussichtlich am Samstag in Kraft treten. Auch Sachsen will mit der neuen Corona-Schutzverordnung das sogenannte 2G-System als Optionsmodell einführen. Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu Restaurants, Einrichtungen oder Events von bis zu 5000 Menschen erhalten, wenn der Veranstalter das für sich selbst entscheidet, gab Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) in Dresden bekannt.

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Kliniken im Süden der USA geraten an die Kapazitätsgrenze

13.00 Uhr: In den Krankenhäusern im Süden der Vereinigten Staaten sind die Intensivstationen offenbar nahe an der Kapazitätsgrenze: Die Delta-Variante hat nach einem Bericht der »New York Times« zu einem so starken Anstieg der Coronavirus-Fälle geführt, wie es ihn seit der tödlichen Winterwelle im letzten Jahr nicht mehr gegeben habe.

Jedes vierte Krankenhaus habe gemeldet, dass mehr als 95 Prozent der Betten auf der Intensivstation belegt seien – im Vergleich zu jedem fünften Bett vergangenen Monat. Experten sagen, dass es in Krankenhäusern, in denen alle oder fast alle Intensivbetten belegt sind, schwierig werden kann, die Versorgungsstandards für die kränksten Patienten aufrechtzuerhalten. Im Juni, als die Zahl der Covid-19-Fälle am niedrigsten war, habe weniger als eines von zehn Krankenhäusern eine gefährlich hohe Belegungsrate aufgewiesen.

In Alabama seien derzeit alle Betten der Intensivstation belegt. In den letzten Tagen hätten Dutzende von Patienten in diesem Bundesstaat Betten benötigt, die nicht zur Verfügung stünden, zeigten Daten des Gesundheitsministeriums. »Das bedeutet, dass sie im Warteraum liegen, einige liegen hinten in den Krankenwagen«, sagte Jeannie Gaines, Sprecherin der Alabama Hospital Association.

In Texas wiederum gebe es 169 Krankenhäuser, deren Intensivstationen zu mehr als 95 Prozent ausgelastet seien, im Juni seien es noch 69 gewesen. Die Krankenhäuser in Houston nutzten Überlaufzelte, um den Zustrom von Patienten zu bewältigen. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen in diesem Bundesstaat sei jetzt um 40 Prozent höher als zum Zeitpunkt der Errichtung der Zelte. Vierundzwanzig Krankenhäuser in Florida meldeten, dass sie vergangene Woche mehr Intensivpatienten gehabt hätten als Betten zur Verfügung stünden.

Das Kapazitätsproblem der Kliniken trifft auch Patienten, die nicht an Covid erkrankt sind. Denn wer etwa an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall leidet, kann dann womöglich nicht adäquat behandelt werden. Einer Studie der Gesundheitsbehörde CDC zufolge werden ungeimpfte Amerikaner zehnmal häufiger mit Covid ins Krankenhaus eingeliefert als Geimpfte.

Thailand will Quarantäne für Geimpfte ab Oktober weitgehend aufheben

12.29 Uhr: Thailand will ab Oktober wieder verstärkt Besucher ins Land locken und die derzeit in den meisten Landesteilen geltenden Quarantäneregeln für vollständig Geimpfte entschärfen. Nach der größten Insel Phuket, die bereits seit Juli wieder geimpfte Touristen quarantänefrei empfängt, könnten weitere beliebte Orte wie Pattaya, Chiang Mai, Hua Hin und die Hauptstadt Bangkok geöffnet werden. Der Plan der Tourismusbehörde TAT soll in der kommenden Woche dem staatlichen Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA) präsentiert werden, so die Zeitung »Bangkok Post« .

Auch auf Ko Samui sollen dann die gleichen Regeln gelten, sagte TAT-Gouverneur Yuthasak Supasorn. Die Insel im Golf von Thailand hatte zwar bereits Mitte Juli ein Urlaubsprogramm für Geimpfte gestartet – jedoch durften Gäste die ersten drei Tage das Hotelgelände nicht verlassen. Wohl vor allem deshalb blieb der Andrang weit hinter den Erwartungen der Behörden zurück.

Urlauber sollen dann auch wieder relativ frei in den geöffneten Provinzen reisen dürfen. Sie müssen den Plänen zufolge lediglich eine Trackingapp herunterladen und zunächst in einem der zahlreichen zertifizierten Hotels wohnen (sogenannte SHA Plus Hotels). Zudem müssen sie in den ersten 14 Tagen insgesamt drei Corona-Tests machen – jedoch sollen künftig wahrscheinlich keine PCR-Tests, sondern nur noch Antigen-Tests erforderlich sein, hieß es.

Umfrage: Mehrheit hält eigene Firma in Pandemie für gut aufgestellt

12.09 Uhr: Rund 83 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland sehen einer Umfrage zufolge ihr Unternehmen bei der Krisenbewältigung der Pandemie als gut aufgestellt an. 77 Prozent beurteilen zudem ihre Führungskräfte als geeignet dafür, das Unternehmen durch die Coronakrise zu steuern. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die Teil des am Dienstag präsentierten AOK-Fehlzeitenreport  ist. Rund 74 Prozent stimmten dem Satz zu: »In meinem Unternehmen wurden wichtige Entscheidungen notfalls auch sehr schnell getroffen.« Fast 78 Prozent der Beschäftigten sagen, dass ihr Unternehmen hinter den Mitarbeitern steht.

Positiv fällt auch die Einschätzung der individuellen Widerstandsfähigkeit aus. So beschrieben sich die Erwerbstätigen trotz des Arbeitens im Lockdown überwiegend als optimistisch. »Offenbar hat die Erfahrung, dass das eigene Unternehmen die Krise bewältigt hat, das arbeitsbezogene Selbstvertrauen der Erwerbstätigen gestärkt«, sagte der Vize-Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder. Beschäftigte mit niedriger individueller Widerstandsfähigkeit berichten dabei mehr als doppelt so häufig über Zweifel an den eigenen Fähigkeiten wie Beschäftigte mit besonders hoher individueller Resilienz (69 Prozent versus 27 Prozent).

Lockdown in australischer Hauptstadt Canberra um einen Monat verlängert

11.51 Uhr: Der Lockdown in der australischen Hauptstadt Canberra wird um einen Monat verlängert. Er gilt nun bis Mitte Oktober, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Die Ausgangsbeschränkungen für die rund 400.000 Einwohner waren Mitte August verhängt worden, nachdem in Canberra ein einziger Corona-Infektionsfall festgestellt worden war. Obwohl der Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante mit gut 250 aktiven Fällen immer noch vergleichsweise klein ist, wollen die Behörden vorsichtig bleiben.

Wie der Regierungschef der Hauptstadtregion, Andrew Barr, sagte, soll die Ausbreitung des Virus so lange eingedämmt werden, bis in Canberra eine hohe Impfrate erreicht ist. »Das ist der sicherste Weg«, sagte Barr – auch mit Blick auf Weihnachten, die Haupturlaubszeit im australischen Sommer und das kommende Jahr.

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Australien hatte das Coronavirus zunächst mit der Schließung seiner Grenzen, der schnellen Verhängung von Lockdowns und intensiver Kontaktverfolgung weitgehend eindämmen können. Die Delta-Variante führte in den vergangenen Monaten jedoch zu größeren Ausbrüchen, auch in Sydney und Melbourne wurden Lockdowns verhängt.

Hinzu kam, dass die Impfkampagne in Australien zunächst nur schleppend anlief. Inzwischen kommt sie aber besser voran. In Canberra sind inzwischen fast 53 Prozent der Einwohner über 16 Jahren vollständig geimpft – das ist die höchste Impfrate in Australien.

»2G«-Regel für weitere Bereiche in Niedersachsen

11.11 Uhr: Die sogenannte »2G«-Regel soll in Niedersachsen künftig in mehr Bereichen angewendet werden können – etwa in der Gastronomie, der Kultur, bei Veranstaltungen oder dem Sport. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag im Landtag in Hannover an. Bei Anwendung der »2G«-Regel sollen dann die Maskenpflicht und das Abstandhalten entfallen.

Menschen bis 18 Jahren sollen demnach auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, können sich noch nicht impfen lassen. Die derzeitige Corona-Landesverordnung gilt noch bis zum 22. September. Die Ausweitung der »2G«-Regel wird somit voraussichtlich in der kommenden Woche umgesetzt.

Nach der »2G«-Regel wird der Zutritt zu bestimmten Bereichen nur gewährt, wenn Menschen gegen das Coronavirus geimpft oder genesen sind. Ein negativer Corona-Schnelltest reicht dann in der Regel nicht mehr aus. In der derzeitigen Corona-Verordnung für Niedersachsen können Betreiber von Diskotheken, Clubs und Shishabars bereits den Zugang auf Gäste beschränken, die geimpft oder genesen sind. Dann muss zum Beispiel keine Maske mehr getragen werden.

Stiko hält Grippe- und Corona-Impfung gleichzeitig für möglich

10.44 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat keine Bedenken gegen die gleichzeitige Verabreichung von Corona- und Grippeimpfung. Es gebe keine Hinweise, dass bei einer gleichzeitigen Impfung einer der beiden Impfstoffe nicht mehr wirke, erklärt der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens »MDR Aktuell« . »Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig.«

Mertens warb dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen. Wenn es in diesem Jahr weniger Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wie Maskenpflicht und Abstandhalten gebe, seien die Menschen besonders gefährdet. »Insofern ist eine Grippeimpfung sinnvoll für diese erwähnten Risikogruppen.«

Der Stiko-Chef reagierte auch auf Befürchtungen, dass der Grippe-Impfstoff in diesem Jahr einen geringeren Schutz bieten könnte, weil sich in der vergangenen Saison weniger Menschen mit Grippe ansteckten und Daten fehlen könnten. Diese Angst halte er für unbegründet, sagte Mertens. Auf der ganzen Welt untersuchten Laboratorien das gesamte Jahr Influenza-Viren. Das sei die Grundlage für die Zusammensetzung der Impfstoffe.

Bayern will Lollitests in Kitas einführen

10.10 Uhr: Bayern will die sogenannten Lollitests auch an den bayerischen Kitas einführen. »Wir wollen noch mehr Sicherheit in den Kitas«, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der »Augsburger Allgemeinen« , »wir werden daher auf Wunsch der Eltern die Lollitests ermöglichen.« Die Kommunen sollen demnach die Wahl haben, ob sie die Lollitests mit PCR-Standard einführen oder weiter auf freiwillige Selbsttests setzen. »Der Freistaat wird dafür die Kosten übernehmen«, erklärte Söder.

Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Im Labor werden die Proben von allen gesammelt und als Pool untersucht. Diese Pool-PCR-Tests gelten als zuverlässiger als die Schnelltests.

Am Dienstag wollte sich das Kabinett mit dem Schulstart in Bayern beschäftigen. Dabei soll es unter anderem um die Fragen gehen, wie Schülerinnen und Schülern ab 12 Jahren in den kommenden Wochen Impfangebote gemacht werden können und wie bei Jüngeren die Infektionsgefahr möglichst gering gehalten werden soll.

China schränkt Leben im Südosten nach Covid-19-Ausbruch massiv ein

08.50 Uhr: Ein neuer Ausbruch der Delta-Variante des Coronavirus hat für Menschen im Südosten Chinas weitreichende Einschränkungen zur Folge. Die Behörden der Küstenmetropole Xiamen in der Provinz Fujian forderten Bewohner am Dienstag dazu auf, die Stadt nicht mehr zu verlassen. Großveranstaltungen wurden abgesagt, Restaurants und Einkaufszentren angewiesen, die Zahl der Besucher zu reduzieren. Schulen schwenkten auf Online-Unterricht um.

Die Maßnahmen erfolgten, nachdem in der Stadt am Montag 32 neue Corona-Fälle entdeckt worden waren, womit die Zahl der Infektionen in der Provinz Fujian seit der vergangenen Woche auf über 100 angestiegen ist.

Der aktuelle Ausbruch hatte seinen Ursprung in der Stadt Putian, die nördlich von Xiamen liegt. Es wurde vermutet, dass ein Familienvater nach seiner Rückkehr aus Singapur das Virus eingeschleppt hat. Der Mann war am 4. August zurück nach China gereist, verbrachte 21 Tage in Quarantäne und war neunmal negativ auf das Virus getestet worden. Am vergangenen Freitag fiel ein Test dann aber positiv aus. Auch Putian befindet sich seit dem Wochenende im Lockdown.

Die chinesische Regierung verfolgt eine »Null-Covid-Strategie«. Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff. Zuletzt hatte es eine Häufung lokaler Ausbrüche der Delta-Variante gegeben, die aber bislang mit strikten Maßnahmen stets wieder unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Rekordeinnahmen aus Hundesteuer im Corona-Jahr 2020

8.40 Uhr: Weil zwischen Lockdown und geplatzten Urlaubsträumen viele Menschen in Deutschland im Jahr 2020 ihren Wunsch nach einem Vierbeiner in die Tat umgesetzt haben, klingelt die Steuerkasse: Im ersten Pandemiejahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Rekordeinnahmen aus der Hundesteuer erzielt. Die öffentlichen Kassen nahmen im Jahr 2020 rund 380 Millionen Euro aus der Hundesteuer ein. Für die Städte und Gemeinden bedeutete dies nach Angaben der Behörde ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen aus der Hundesteuer auf 370 Millionen Euro.

Der Trend setzt sich bisher auch 2021 fort, hieß es. Im ersten Quartal 2021 lagen die Einnahmen aus der Hundesteuer bei rund 159 Millionen Euro und damit 8,4 Prozent über den Einnahmen des Vorjahresquartals. Im 1. Quartal 2020 hatten die Hundesteuer-Einnahmen 146 Millionen Euro betragen.

Der Trend zum Haustier hat sich schon vor der Pandemie entwickelt, soweit die Steuereinnahmen ein Indiz dafür sind. Im Jahr 2010 hatte die Hundesteuer den Städten und Gemeinden noch 258 Millionen Euro eingebracht.

El Salvador impft Kinder ab sechs Jahren gegen Corona

07.05 Uhr: Das kleine mittelamerikanische Land El Salvador hat mit Corona-Impfungen bei Kindern ab sechs Jahren begonnen. »Denken Sie daran, dass die Impfung freiwillig, allgemein erhältlich und kostenlos ist«, schrieb Staatspräsident Nayib Bukele auf der Nachrichtenplattform Twitter. Rund die Hälfte der Bevölkerung in El Salvador hat bereits zwei Impfdosen erhalten.

Nayib gab nicht an, um welches Vakzin es sich handelt. El Salvador hat Impfdosen beim chinesischen Hersteller Sinovac bestellt, der eine Verwendung des Mittels für Kinder ab drei Jahren freigegeben hat. Trotz der fortschreitenden Impfkampagne hatte das Land mit 6,6 Millionen Einwohnern zuletzt einen leichten Anstieg der Corona-Fallzahlen registriert. Seit September wurden in El Salvador täglich mehr als 300 Neuansteckungen gemeldet, ein Höchststand seit Jahresbeginn.

Chile hatte in der vergangenen Woche ebenfalls eine Impfung bei Kindern ab sechs Jahren angekündigt, Kuba impft sogar alle Bürger ab zwei Jahren mit einem eigenen Vakzin.

Lieferengpässe wegen Corona machen Boom wohl unwahrscheinlich

7.00 Uhr: Die Aussichten auf einen Boom zum Jahresende haben sich trotz abklingender Corona-Krise weiter eingetrübt. Das signalisiert der Konjunkturindikator des gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung  (IMK), der Reuters vorab vorlag. Das Barometer prognostiziert für den Zeitraum von September bis Ende November nur ein durchschnittliches Wachstum, gemessen am langjährigen Mittel. Konkret ist die Wahrscheinlichkeit für einen Wirtschaftsboom mit deutlich überdurchschnittlichem Zuwachs auf jetzt 40,1 Prozent gesunken, nach 50 Prozent im August. »Der Aufschwung bleibt intakt, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Statt einer kräftigen Beschleunigung werden wir im Schlussquartal ein eher moderates Wachstum sehen«, sagte IMK-Forscher Thomas Theobald.

Dass die neue Prognose gedämpfter ausfällt, liegt vor allem an den Lieferengpässen, insbesondere bei Halbleitern, die etwa durch Produktionsausfälle aufgrund der Coronakrise entstanden sind – und gestiegenen Preisen bei Rohstoffen und Vorleistungen. Sie sorgen dafür, dass sich die Produktion im verarbeitenden Gewerbe nur langsam erholt.

Zwar seien Lieferengpässe als Begleiterscheinung des weltwirtschaftlichen Neustarts nach der tiefen Corona-Krise 2020 grundsätzlich ein vorübergehendes Problem, so die Forscher. Doch könnten sich die Engpässe auch noch in der ersten Jahreshälfte 2022 dämpfend auf die Produktion auswirken.

Ähnlich wie das IMK erwartet auch die Bundesregierung, dass die Materialknappheit der Konjunktur noch eine ganze Weile zusetzen wird. Im laufenden dritten Quartal dürfte es laut dem Bundeswirtschaftsministerium allerdings einen merklichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts gegeben haben. Im Frühjahr war die hiesige Wirtschaft um 1,6 Prozent gewachsen, nachdem sie zu Jahresbeginn wegen der dritten Corona-Welle noch um 2,0 Prozent geschrumpft war.

Dobrindt gegen Impfpflicht – »Kein weiterer Lockdown im Herbst«

05.19 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich trotz stockender Impfbereitschaft klar gegen eine Impfpflicht im Kampf gegen die Coronapandemie ausgesprochen. »Ich lehne eine Impfpflicht ab. Wir werben weiter für das Impfen«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Frage, ob er angesichts der in den vergangenen Wochen gestiegenen Infektionszahlen neue weitreichende Beschränkungen im Herbst erwarte, verneinte Dobrindt: »Es wird keinen weiteren Lockdown geben. Man sieht auch jetzt bereits, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Zahl der erreichten Impfungen verlangsamt.«

Vor dem Hintergrund der in dieser Woche laufenden bundesweiten Impfaktionswoche der Bundesregierung sagte Dobrindt: »Die Angebote müssen möglichst niedrigschwellig sein. Das heißt, überall da, wo viele Menschen zusammenkommen, zum Beispiel auch vor Klubs oder anderen großen Veranstaltungen, müssen mobile Impfteams zum Einsatz kommen.« Der CSU-Politiker betonte: »Jedem muss klar sein: Wenn er sich nicht impfen lässt, ist das Risiko einer Virusinfektion hoch und die Folgen sind nicht vorhersehbar.«

6325 Corona-Neuinfektionen – Sieben-Tage-Inzidenz bei 81,1

04.13 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 6325 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6726 Ansteckungen gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach RKI-Angaben bei 81,1. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 81,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,8.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.089.476 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 1,79 an (Freitag: 1,95). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.841.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.686.

Australien: Victoria meldet weniger Coronafälle

03.48 Uhr: Der australische Bundesstaat Victoria meldet heute weniger Covid-Neuinfektionen als am Vortag. Um den Impffortschritt zu beschleunigen, werden mobile Impfstationen in Melbourne, der Hauptstadt Victorias, eröffnet. Insgesamt registrierten die Behörden 445 Neuinfektionen, am Vortag lag der Wert bei 473 – so hoch wie nie zuvor in diesem Jahr. Zwei Menschen starben im Zusammenhang mit einer Coronainfektion.

Fast die Hälfte der 25 Millionen Australier befindet sich derzeit im Lockdown wegen der dritten Infektionswelle – darunter auch die Einwohner der größten australischen Städte Sydney und Melbourne sowie der Hauptstadt Canberra.

Impfzentrum in Melbourne (Symbolbild)

Impfzentrum in Melbourne (Symbolbild)

Foto: DANIEL POCKETT / EPA

Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Coronazahlen in Australien allerdings nach wie vor niedrig: Seit Beginn der Pandemie wurden 75.700 Infektions- und 1100 Todesfälle registriert.

Hausärzte warnen vor Vernachlässigung der Grippe-Impfung

02.13 Uhr: Hausärzte haben Sorge, dass der starke öffentliche Fokus, der derzeit auf der Corona-Impfkampagne liegt, zu Nachlässigkeit beim Grippeschutz führt. Die Influenza-Impfung dürfe keineswegs vergessen werden, auch sie trage entscheidend zum Schutz der Bevölkerung und zur Entlastung des Gesundheitswesens bei, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der »Rheinischen Post«.

»Das Wichtigste für den zweiten Coronaherbst wird sein, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, und das nicht nur gegen das Coronavirus, sondern auch gegen die Grippe«, betonte der Verbandschef. Wünschenswert sei es, dass die Corona- und Influenza-Impfung möglichst zeitgleich verabreicht werden könnten. Dazu müssten regionale Lieferengpässe bei den Grippe-Vakzinen, wie es sie in der Vergangenheit oft gegeben habe, vermieden werden.

Spahn: Bund und Länder suchen gemeinsame Linie bei Lohnersatzleistung für Ungeimpfte

00.15 Uhr: Im Streit um die Entschädigung für Verdienstausfälle von Ungeimpften, die sich in Quarantäne begeben müssen, wollen Bund und Länder eine gemeinsame Regelung vorlegen. »Wir versuchen, mit den Ländern eine gemeinsame Linie bei der Lohnersatzleistung zu finden«, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag der »Rheinischen Post«. Demnach wollen die Gesundheitsminister der Länder am Mittwoch eine übergreifende Einigung erzielen.

Es geht um einen Passus im Infektionsschutzgesetz. Demnach bekommen Menschen, die auf behördliche Anweisung in häusliche Isolation müssen, dadurch nicht arbeiten können und keinen Lohn mehr erhalten, eine staatliche Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls.

Keine Entschädigung erhält laut Gesetz allerdings, wer den Ausfall durch Inanspruchnahme einer empfohlenen Schutzimpfung hätte vermeiden können. Bisher wurde in diesen Fällen trotzdem gezahlt, nicht zuletzt, weil in der Vergangenheit nicht genügend Corona-Impfstoff zur Verfügung stand. Einige Bundesländer haben allerdings inzwischen ein Ende der Lohnersatzleistungen beschlossen oder ziehen dies in Erwägung. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist davon unabhängig.

jok/aar/kig/kim/ime/dpa/AFP/Reuters
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