Corona-News am Dienstag Südafrika verzichtet vorerst auf Impfstoff von Johnson & Johnson

Bis der Zusammenhang zwischen Blutgerinnselbildungen und der Vakzine geprüft ist, will Südafrika das J&J-Präparat nicht verimpfen. Und: Tirol verlängert Ausreisetests wegen Virusvariante. Der Überblick am 13. April.
Südafrika hatte die ersten Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson bereits erhalten

Südafrika hatte die ersten Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson bereits erhalten

Foto: POOL / REUTERS

Das waren die Corona-News am 13. April.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

+++ Südafrika verzichtet vorerst auf Impfstoff von Johnson & Johnson +++

23.10 Uhr: Südafrika hat die Einführung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson wegen des Risikos möglicher Blutgerinnsel bei Geimpften vorsorglich auf Eis gelegt. »Wir haben beschlossen, unseren Rollout freiwillig auszusetzen, bis der Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Blutgerinnseln und dem Johnson-&-Johnson-Präparat ausreichend geprüft ist«, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Kurz zuvor hatte die US-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land nach der Impfung Sinusvenenthrombosen diagnostiziert worden waren.

Für Südafrika bedeutet die Entscheidung eine weitere Verzögerung der ohnehin schleppend verlaufenden Impfkampagne – und das, obwohl das Land stärker von der Pandemie betroffen ist als irgendein anderer Staat des Kontinents. In Südafrika sind seit dem 17. Februar knapp 290.000 Beschäftigte des Gesundheitswesens geimpft worden. Die zweite Phase der Impfkampagne, die unverzichtbare Arbeitskräfte sowie Menschen über 60 Jahre einschließen soll, ist ab dem 17. Mai geplant. Der Kapstaat hat 31 Millionen Impfstoff-Dosen von Johnson & Johnson sowie 30 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer bestellt, die aber noch geliefert werden müssen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Südafrika gut 1,5 Millionen Corona-Infektionen registriert, rund 53.320 Menschen starben an den Folgen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Tirol verlängert Ausreisetests wegen Virusvariante

22.31 Uhr: Das österreichische Bundesland Tirol verlängert die Pflicht zu Corona-Ausreisetests vorerst bis 24. April. Dies sei zur Eindämmung der sogenannten britischen Variante des Coronavirus sowie weiterer Varianten nötig, gab die Landesregierung am Dienstag in Innsbruck bekannt. Die Regel, wonach man Tirol nur mit einem negativen Testergebnis verlassen darf, war Ende März in Kraft getreten. Sie hätte am Mittwoch auslaufen sollen.

Zusätzlich gilt eine Testpflicht für Menschen, die aus Osttirol in andere Teile Tirols fahren wollen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Osttirol betrage rund 430 und sei damit höher als irgendwo sonst in Österreich, sagte ein Gesundheitsbeamter in Innsbruck. Der landesweite Schnitt lag zuletzt bei rund 209.

Türkei verschärft Coronamaßnahmen nach Rekordwert bei Neuinfektionen

21.48 Uhr: Angesichts rasant zunehmender Coronaneuansteckungen verschärft die Türkei die Beschränkungen zum Infektionsschutz weiter. Die abendliche Ausgangssperre beginne ab Mittwoch nun zwei Stunden früher, also schon um 19 Uhr, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag. Zudem würden Beschränkungen für Reisen zwischen Provinzen erlassen. Das Gesundheitsministerium meldete derweil 59.187 Neuinfektionen an einem Tag – das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern ist vor allem die Metropole Istanbul stark betroffen. Dort wurden in der vergangenen Woche rund 800 Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Hauptstadt Ankara liegt demnach bei rund 420 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Erdogan sagte weiter, bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan, der am Dienstag begann, müssten Sportstätten schließen. Auch Hochzeiten und andere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen seien verboten. Bereits zuvor hatte der Präsident angekündigt, dass Cafés und Restaurants während des Fastenmonats schließen und auf Lieferservice umstellen müssen.

Die Türkei hatte ihre Impfkampagne Mitte Januar begonnen und lässt vor allem Vakzine des chinesischen Herstellers Sinovac spritzen. Inzwischen sind auch 4,5 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer verfügbar. Die Bundesregierung stuft die Türkei seit Sonntag als Corona-Hochinzidenzgebiet ein. Die Regeln zur Einreise nach Deutschland wurden damit leicht verschärft.

Ema prüft weiter Sicherheit von J&J-Impfstoff

20.32 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema prüft eigenen Angaben zufolge nach dem Auftreten von seltenen Thrombosefällen weiterhin die Sicherheit des Impfstoffs von Johnson & Johnson (J&J). Es sei nicht klar, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Vakzine des US-Pharmakonzerns und Blutgerinnseln gebe, teilt die Behörde mit. Die Ema wolle sich dazu wieder äußern, wenn die Bewertungen abgeschlossen seien. Der niederländische Gesundheitsminister Hugo de Jonge äußert die Erwartung, dass die Ema am Mittwoch dazu Stellung beziehen werde.

Drosten plädiert für weitere Maßnahmen jenseits der Corona-Notbremse

19.59 Uhr: Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Maßnahmen nötig sein werden. »Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss«, sagte der Corona-Experte von der Berliner Charité im Podcast »Coronavirus-Update« bei NDR-Info .

Dies müsse sicherlich in »allernächster Zeit« geschehen. »Ich erwarte jetzt nicht ohne Weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann«, sagte Drosten mit Blick auf die Entscheidung (lesen Sie hier mehr).

Corona-Verstoß: Lettland beschwert sich bei russischer Botschaft

19.50 Uhr: Lettlands Außenministerium hat sich wegen eines Verstoßes gegen die geltenden Corona-Beschränkungen durch einen Diplomaten bei der russischen Botschaft beschwert. Das Ministerium nehme den Vorfall »sehr ernst« und erachte ein solches Verhalten als »inakzeptabel«, hieß es in einer am Dienstag in Riga veröffentlichten Mitteilung. Nähere Angaben zu dem Regelverstoß, zu dem es am 27. März gekommen sein soll, machte das Ministerium nicht.

Das Internetportal Delfi hatte zuvor unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, dass der russische Militärattaché in Lettland am besagten Tag eine Party in einem Privathaus in Riga veranstaltet habe. Demnach sollen daran entgegen der geltenden Coronaregeln in dem baltischen EU-Land rund zehn Personen aus mehreren Haushalten teilgenommen haben. Auch die Polizei scheint zu dem Haus gerufen worden zu sein, darauf deuten von dem Portal veröffentlichte Bilder hin. Verärgerten Nachbarn soll der Gastgeber den Mittelfinger gezeigt haben.

Eine Stellungnahme der russischen Botschaft lag zunächst nicht vor. Der Geschäftsträger der diplomatischen Vertretung habe Verständnis für die lettische Position aufgebracht, hieß es in der Ministeriumsmitteilung.

In Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 108.000 Corona-Fälle erfasst. Mehr als 2000 Infizierte starben.

Ostfriesische Inseln wollen dauerhaft öffnen – für alle

19.28 Uhr: Die Ostfriesischen Inseln haben der niedersächsischen Landesregierung ein Öffnungskonzept vorgelegt. Die Vorschläge zielen auf eine dauerhafte Öffnung des Tourismus bei gleichzeitiger Kontrolle des Infektionsgeschehens, heißt es in einer Pressemitteilung. Es beinhaltet alle touristischen Beherbergungs- sowie Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe und Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Im ersten Schritt soll es nur um den Übernachtungstourismus gehen, später auch um Tagesausflügler.

Im Zentrum der Öffnungsstrategie steht ein Testkonzept, das neben den Gästen auch die Insulaner und Beschäftigten im Tourismus berücksichtigt. Gäste müssen bei der Anreise vom Festland einen negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorweisen. Andernfalls darf man nicht auf die Insel kommen. Zu den Ostfriesischen Inseln zählen Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.

Das Pilotprojekt der sieben Inseln wurde den Angaben zufolge mit wissenschaftlicher Begleitung ausgearbeitet. Alle Gäste werden etwa 48 Stunden nach ihrer Anreise nochmals einem Antigen-Schnelltest unterzogen. Erst nach dem zweiten Test ist die Nutzung aller touristischen Angebote möglich. Es werde eine digitale Lösung angestrebt, die personenbezogene Daten mit Testergebnissen und ihrer Gültigkeitsdauer verknüpft.

Tausende Sportler sollen vor Turnieren geimpft werden

19.04 Uhr: Der südamerikanische Fußball-Verband will Tausende Sportler vor der Teilnahme an bevorstehenden Turnieren gegen das Coronavirus impfen. Der Verband erhalte eine Spende mehr als 50.000 Impfdosen vom chinesischen Hersteller Sinovac, teilte Conmebol mit. Damit sollten Teilnehmer der Copa América und anderer bevorstehender Turniere geimpft werden.

»Es ist ein großer Schritt nach vorne, um die Pandemie zu besiegen«, sagte Präsident Alejandro Domínguez laut der Mitteilung. Der Erhalt der Impfdosen sei eine »gute und wichtige« Nachricht, schrieb Domínguez auf Twitter.

Profitieren von der Impfung sollen sowohl südamerikanische Männer- als auch Frauenteams. Die Copa América soll in diesem Sommer parallel zur Europameisterschaft vom 11. Juni bis 10. Juli in Argentinien und Kolumbien stattfinden. Das Turnier war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden und soll nun vor einer geringeren Zahl an Zuschauern stattfinden.

Schülervertreter fordern Testpflicht – und erhalten Hassnachrichten

18.31 Uhr: Wegen der Forderung nach einer Corona-Testpflicht an Schulen haben Schülervertreter Hassbotschaften bekommen, unter ihnen auch Minderjährige. Wie der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, mitteilte, wurden seine privaten Kontaktdaten in Telegram-Gruppen der »Querdenker«-Bewegung veröffentlicht. »Das führt dazu, dass ich seit Tagen arbeitsunfähig bin.«

»Da habe ich schon Sorge, wenn ich mir überlege, dass 14- oder 15-jährige Kinder aktuell von ›Querdenkern‹ für ihre klare politische Positionierung angegriffen werden«, sagte Schramm. Dennoch rufe er die jungen Menschen dazu auf, stark zu bleiben. »Und ich wünsche mir Maßnahmen von der Politik, dass gerade junge Menschen politisch geschützt werden.«

Studie: Selbstständige Frauen trifft Corona-Pandemie besonders hart

17.38 Uhr: Selbstständige Frauen trifft die Corona-Pandemie einer Studie zufolge besonders hart. Sie haben häufiger als männliche Selbstständige mit krisenbedingten Einkommensverlusten zu kämpfen und leiden in der Folge auch häufiger unter Depressionen und Angstzuständen, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab, über die die »Süddeutsche Zeitung« berichtet .

Die Forscherinnen und Forscher befragten demnach zwischen April und Juli 2020 Deutsche aus insgesamt 6700 Haushalten.

Etwa 47 Prozent der selbstständigen Männer mussten während der Corona-Krise finanzielle Einbußen hinnehmen, bei den weiblichen Selbstständigen waren es etwa 63 Prozent, wie die Zeitung aus der Studie zitierte.

Die Ergebnisse ließen sich vor allem damit erklären, »dass selbstständige Frauen überproportional häufig in Branchen arbeiten, die von der Covid-19-Pandemie besonders stark betroffen sind«. Etwa in den sogenannten »körpernahen Dienstleistungen« wie Friseursalons oder Kosmetik – oder als Cafébetreiberinnen in der Gastronomie.

Schlussfolgerung der Studie ist laut dem Bericht, dass es »eine verlässliche und mit wenig Aufwand zu beantragende« Unterstützung für Selbstständige brauche, die auch die Lebenshaltungskosten decke. Sonst könnten sich die Betroffenen zunehmend von der Selbstständigkeit abwenden

BDI: Testangebotspflicht für die Industrie entbehrlich

16.25 Uhr: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hält das verpflichtende Corona-Testangebot in Unternehmen für überflüssig. Das Testangebot sei für die Pandemiebekämpfung sinnlos, sofern nicht sichergestellt sei, dass das Angebot auch angenommen werde, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Dienstag. »Den Kampf gegen die Pandemie gewinnen wir nur, wenn wir impfen, impfen, impfen.«

Die Reform des Infektionsschutzgesetzes sei zwar notwendig gewesen, aber mangelhaft umgesetzt worden, so Lang. »Die Bundesvorgabe von Pauschal-Maßnahmen nur auf der Basis einer Inzidenzmessung ist kein Pandemiekonzept.«

Er fordert »eine Lösung mit einheitlichen Praxis-Leitlinien, die digitale Möglichkeiten besser nutzt und erwartbare Impffortschritte berücksichtigt«. Die Testangebotspflicht für Arbeitgeber nennt der BDI »für die Industrie entbehrlich und für die Pandemiebekämpfung sinnlos«.

Neben den staatlichen Testangeboten hätte schon das freiwillige Engagement der Unternehmen eine breite Infektionserfassung ermöglicht und die Eindämmung der Pandemie wirkungsvoll unterstützt, so Lang weiter. »Die Wirtschaft bekräftigt die Zusicherung, sich mit hohem Engagement in die Impfaktivitäten einzubringen, sobald dies möglich ist.«

Mecklenburg-Vorpommern beschließt Option für russischen Impfstoff Sputnik V

15.44 Uhr: Nach Bayern hat nun auch Mecklenburg-Vorpommern eine Option für das russische Corona-Vakzin Sputnik V beschlossen. Das Wirtschaftsministerium sei damit beauftragt, einen Vorvertrag über eine Million Dosen auszuhandeln, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. »Jeder Impfstoff, der zugelassen ist, der gut ist und wirkt, ist ein guter Impfstoff, den wir brauchen.«

Sie habe in der Ministerpräsidentenkonferenz mehrmals gefragt, ob der Bund oder die EU eine Option für Sputnik V ziehen wollten, sagte Schwesig. Da beide das bislang nicht getan hätten, habe sich das Land dazu entschlossen. Wenn der Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassen werde, werde Mecklenburg-Vorpommern kaufen. Ziel sei es, schon Anfang Juni nach einer Zulassung eine halbe Million Dosen zu bekommen.

Schwesig zeigte sich besorgt über die Infektionslage in ihrem Bundesland. Nur noch in einem einzigen Landkreis liege die Inzidenz unter 100, sagte sie. Sie sehe die Situation in den Krankenhäusern »mit Sorge«. Anders als in der ersten und zweiten Welle der Pandemie seien diesmal auch jüngere Patienten und Menschen ohne Vorerkrankungen betroffen.

Auf einem sogenannten MV-Gipfel am Freitag und Samstag werde über zusätzliche Maßnahmen beraten, kündigte Schwesig an. »Wir können nicht auf ein Infektionsschutzgesetz im Bund warten.« Dieses bilde nur Dinge ab, die schon beschlossen seien, und gehe zum Teil nicht weit genug, kritisierte Schwesig. Außerdem müsse es zügig kommen – »zwei Wochen Beratung sind zu viel.«

Vor einigen Tagen hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mitgeteilt, dass Bayern einen Vorvertrag über zweieinhalb Millionen Dosen Sputnik V abgeschlossen habe. Damals sagte auch Schwesig, dass sie eine Option auf das Vakzin plane. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte an, dass Deutschland bilateral mit Russland verhandeln werde. Die EMA prüft seit Anfang März eine Zulassung des Impfstoffs in Europa.

Bundesverband mittelständische Wirtschaft kündigt Klage gegen Testpflicht an

15.25 Uhr: Der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) will gegen die Corona-Testpflicht für Unternehmen klagen. Die Wirtschaft solle jetzt Fehler und Versäumnisse der Politik in der Bekämpfung der Corona-Pandemie ausbaden, sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger am Dienstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Dagegen muss und wird der Mittelstand sich wehren. Wir bereiten als Verband gerade die dafür erforderlichen rechtlichen Schritte vor.«

Jerger bezeichnete die Testpflicht für Unternehmen als »Lehrstück für Politikversagen«. Er warf der Bundesregierung vor, bei der Test- und Impf-Logistik auf ganzer Linie versagt zu haben. Rund 4,6 Millionen Dosen Impfstoff lägen ungenutzt auf Halde.

Die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten mindestens einmal die Woche einen Corona-Test anzubieten, soll kommende Woche in Kraft treten. Beschäftigte in Berufen mit hohem Infektionsrisiko sollen sich zweimal die Woche testen können. Grundlage ist eine Ministerverordnung, die Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Dienstag unterzeichnet und der das Kabinett zugestimmt hatte. Die Kosten für die Tests sollen die Arbeitgeber tragen.

Auf Mallorca bleibt die Corona-Lage entspannt – Partys vorerst tabu

15.12 Uhr: Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln bleibt die Pandemie-Lage auch nach dem Besuch von Tausenden Touristen aus Deutschland zu Ostern vorerst weiter entspannt. Vor allem deshalb, weil man dort derzeit kaum Party machen darf.

Binnen 24 Stunden seien in der spanischen Mittelmeer-Region insgesamt 38 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und nur ein Todesfall registriert worden, teilten die balearischen Gesundheitsbehörden am Dienstag in Palma mit. Es waren sechs Neuinfektionen weniger als am Vortag. Die Balearen hatten im Winter zeitweilig die höchsten Ansteckungszahlen ganz Spaniens. Der am 4. Januar registrierte Tageshöchstwert lag mit 1865 fast 50 Mal so hoch wie die am Dienstag erfasste Zahl.

Die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gaben die Regionalbehörden nicht bekannt. Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums lag diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Montagabend auf den Balearen bei 28,77 – und damit deutlich niedriger als in allen deutschen Bundesländern. In Deutschland steht Schleswig-Holstein nach Zahlen des Robert Koch-Instituts mit 71 am besten, Thüringen mit 235 am schlechtesten da.

Ungeachtet der entspannten Lage wollen die Behörden die Erfolge nicht durch leichtfertiges Handeln aufs Spiel setzen. Regionalpräsidentin Francina Armengol mahnt weiterhin zur Vorsicht. Am Dienstag wies die Sozialistin im Regionalparlament die Kritik der Opposition und von Gastronomen an den weiterhin relativ strengen Restriktionen zurück. »Es wird weiterhin nur langsame Lockerungen geben«, betonte sie.

Linke will geplante Bundesnotbremse nicht mittragen

14.58 Uhr: Die Linke im Bundestag hat angekündigt, die von der Bundesregierung geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes zur Bekämpfung der Coronapandemie abzulehnen. Die Bundesregierung wolle sich damit »sehr pauschal Rechte sichern«, kritisierte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch am Dienstag im Bundestag. Seine Partei befürchte daher eine Entmachtung des Parlaments.

»Wir hoffen auf Nachbesserungen«, sagte Bartsch. So seien die vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen als Mittel der Pandemiebekämpfung »weitgehend wirkungslos und unverhältnismäßig«. Sie bundesweit anzuordnen, lehne die Linke ab. Sie seien, wenn überhaupt, nur auf regionaler Ebene einzusetzen, wie bereits in Bayern oder Baden-Württemberg geschehen.

Einige Eckpunkte im geplanten Gesetz seien zudem unlogisch, befand Bartsch: »Wir kritisieren insbesondere, dass die 100er-Inzidenz als entscheidender Punkt für uns nicht nachvollziehbar ist.« Diese Grenze werde beispielsweise im Umgang mit den Schulen nicht konsequent eingehalten.

Es sei unerklärlich, weshalb es oft nur Verhaltensempfehlungen für Unternehmen gebe, während im privaten Bereich »härteste Sanktionen« greifen würden, sagte Bartsch. Auch die nun auf den Weg gebrachte Testpflicht für Unternehmen sei nicht wirkungsvoll genug, da die Unternehmen keine Nachweise dazu erbringen müssten, kritisierte der Linken-Fraktionschef.

Bayern will sich Ende Mai von Impf-Priorisierung lösen

14.50 Uhr: Der Freistaat Bayern will sich spätestens Ende Mai von der Impf-Priorisierung lösen. Dann soll möglichst schnell allen infrage kommenden Menschen ein Impfangebot gemacht werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Einige der 100 Impfzentren in Bayern seien schon jetzt in Priorisierungsstufe 3, sagte Holetschek. Das heißt, dass ein großer Teil der Mitglieder von Risikogruppen bereits mindestens einmal geimpft ist. Insgesamt habe Bayern bereits mehr als drei Millionen der 13 Millionen Einwohner mit einer Erstimpfung versorgt, 860.000 Menschen hätten vollen Impfschutz. Die Einbeziehung der Hausarztpraxen habe sich bewährt, sagte Holetschek.

Corona-Testangebote: Bundesregierung appelliert an Arbeitnehmer

14.37 Uhr: Die Bundesregierung ruft die Arbeitnehmer dazu auf, die Testangebote in den Unternehmen wahrzunehmen. »Arbeitnehmer werden nicht verpflichtet, dieses Testangebot anzunehmen, gleichwohl appelliert die Bundesregierung an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verantwortungsvoll zu handeln und die Angebote zum Testen, die man ihnen macht, auch anzunehmen«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag in Berlin.

Das Kabinett hatte zuvor eine Pflicht zum Angebot von Corona-Tests in Unternehmen beschlossen. Vorgesehen ist, dass Betriebe ihren Beschäftigten einmal pro Woche ein Angebot machen. Zwei Tests pro Woche sollen laut Arbeitsministerium Mitarbeitern zur Verfügung stehen, die besonders gefährdet sind.

EU-Kommissar: Zertifikat für einfacheres Reisen soll Ende Juni kommen

14.22 Uhr: Der einheitliche Impfausweis für Reisen innerhalb der EU soll nach Möglichkeit Ende Juni an den Start gehen. Bis dahin soll die entsprechende Verordnung fertig sein, wie Justizkommissar Didier Reynders am Dienstag in einer Anhörung im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten des EU-Parlaments sagte. Das Dokument soll demnach nur solange eingesetzt werden, wie die Corona-Pandemie andauert.

Nach Angaben von Kommissionschefin Ursula von der Leyen kann durch das sogenannte grüne Zertifikat die Reisefreiheit in der EU »sicher und verantwortungsbewusst« wiederhergestellt werden. Das Dokument soll Aufschluss darüber geben, ob ein Mensch das Coronavirus weiterverbreiten kann oder zumindest wie wahrscheinlich dies ist.

Neben Informationen über Impfungen sollen dafür auch Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten sein. Für Reisende könnten dadurch Test- oder Quarantänepflichten entfallen. Die Entscheidung, welche Beschränkungen aufgehoben werden und ob das Zertifikat weitere Erleichterungen ermöglicht, obliegt den einzelnen EU-Ländern.

Der Rat der Mitgliedstaaten hatte die Kommission auf Druck der vom Tourismus abhängigen Länder beauftragt, einen gemeinsamen Ansatz auszuarbeiten. Die Brüsseler Behörde hatte daraufhin eine EU-Verordnung vorgeschlagen, die nationale Behörden verpflichten würde, ihren Bürgern das besagte Dokument auf Anfrage auszustellen. Derzeit läuft dafür der Gesetzgebungsprozess im Parlament und im Rat, während parallel an der technischen Umsetzung gearbeitet wird.

Reynders unterstrich erneut, dass ein Impfzertifikat unter keinen Umständen eine Voraussetzung für Reisen innerhalb der EU sein könne. Es solle Grenzübertritte lediglich erleichtern. Die Regelung werde außerdem wieder außer Kraft gesetzt, »sobald die WHO das Ende der Pandemie ausruft«, sagte der Justizkommissar. Die Kommission wolle sich aber das Recht vorbehalten, die Verordnung gegebenenfalls wieder reaktivieren zu können.

Israel öffnet sich wieder für Touristen – Impfung ist Voraussetzung

14.15 Uhr: Israel will Touristen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, ab Ende Mai die Einreise in das Land gestatten. In einem ersten Schritt soll ab dem 23. Mai Gruppen erlaubt werden, in den Mittelmeerstaat zu reisen, wie das Gesundheits- und das Tourismusministerium am Dienstag mitteilten. Impfnachweise und negative Corona-Tests sind demnach Voraussetzung dafür.

Das Land hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländern war die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich. Die Tourismusindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des Landes, sie hatte stark unter den Folgen der Corona-Krise gelitten.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Die Zahl der Neuinfektionen und der schweren Erkrankungen ist stark zurückgegangen. Die Marke von fünf Millionen Zweitimpfungen könnte in wenigen Tagen durchbrochen werden, hinzu kommen hunderttausende Genesene. Rund 30 Prozent der Einwohner sind unter 16 Jahre alt. Sie können bisher nur in absoluten Ausnahmefällen geimpft werden. Parallel zum Fortschritt der Impfkampagne begann die Regierung mit schrittweisen Lockerungen der Corona-Restriktionen.

US-Behörden empfehlen Aussetzung von Johnson & Johnson-Impfungen

14.08 Uhr: Die Behörden in den USA haben eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land danach Sinusvenenthrombosen erfasst wurden. Das teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Die Fälle würden nun genauer untersucht. Bis ein Ergebnis vorliege, werde als Vorsichtsmaßnahme die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit Johnson & Johnson empfohlen.

Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden. Derzeit würden sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen war. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Es handele sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Das Bundesgesundheitsministerium hat noch nicht entschieden, wie es nach den US-Warnungen vorgehen will. Das sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. Das Gesundheitsministerium befürworte ein bundesweites Vorgehen.

Erst Shitstorm, dann Unterstützung: Augsburger Puppenkiste erklärt Kindern Coronatests

13.58 Uhr: »Jetzt kommt's Beschde: Jetzt dürft ihr in der Nas' bohren!« Mit einem achtminütigen YouTube-Video wollte das Bayerische Kultusministerium Kindern den Coronatest näherbringen. Doch die Idee kam nicht bei allen gut an.

In dem Video »Dr. Kasperls Coronatest« zeigt die Kasperle-Marionette aus der Augsburger Puppenkiste mit Unterstützung eines per Video zugeschalteten Erdmännchens, wie man die Selbsttests verwendet – vom Nasenbohren mit dem Wattestäbchen, bis zum Ablesen des Ergebnisses.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor der Clip jedoch seine Zielgruppe erreichen konnte, wurde er von Coronaleugnern entdeckt. Die Folge: Tausende negative Kommentare und Daumen runter auf YouTube. Erst nach einigen Solidaritätsaufrufen in den sozialen Medien wandelte sich dies. Inzwischen liest man unter dem Video, das bereits mehr als 466.000 Mal angesehen wurde, größtenteils Lob für den kreativen Zugang zu dem Thema.

Impfung für alle ab 18 mit Sonderkontingent im Corona-Hotspot Hof

13.41 Uhr: Im bundesweiten Corona-Hotspot Hof in Bayern haben am Dienstag die Impfungen gegen das Coronavirus für alle ab 18 Jahren begonnen. 4000 Menschen sollen dafür mit einem Sonderkontingent des AstraZeneca -Vakzins geimpft werden, wie eine Sprecherin des Landratsamts erklärte. Seit Freitag konnten sich im Hofer Land alle Erwachsenen unabhängig von Vorerkrankungen oder Beruf für eine Impfung mit den zusätzlichen Impfdosen anmelden. Die Termine dafür seien alle vergeben.

Die Nachfrage nach einem Impftermin war so groß, dass der Server des Landkreises zeitweise überlastet war. Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca wird eigentlich nur für Menschen über 60 Jahre empfohlen, Jüngere können sich nach Beratung aber auch damit impfen lassen.

Die Region Hof hat seit Tagen die höchsten Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete für die Stadt Hof am Dienstag 560,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Im Landkreis Hof lag der Wert demnach bei 450,4, bayernweit bei 159,7. Als Corona-Hotspot in der Grenzregion kann Hof von der bundesweiten Impfreihenfolge abweichen.

Grippezahlen so niedrig wie nie zuvor – Sterberate im März deutlich unter Vorjahren

13.28 Uhr: Trotz der Corona-Pandemie sind diesen März laut einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamts deutlich weniger Menschen gestorben als in den Vorjahren. Demnach gab es bundesweit 81.359 Todesfälle – das sind elf Prozent weniger als im März-Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020. Wie die Behörde in Wiesbaden am Dienstag weiter mitteilte, gingen im gesamten ersten Quartal 2021 die Todeszahlen um zwei Prozent zurück. Ursache ist demnach die äußerst schwache Grippewelle im abgelaufenen Winter.

Ein Vergleich der Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Todesfälle ist aktuell bis einschließlich der elften Kalenderwoche möglich. In dieser dritten Märzwoche (15. bis 21. März) gab es laut dem RKI 954 Todesfälle durch das Coronavirus, 140 weniger als in der Vorwoche. Die gesamten Sterbefallzahlen seien in der 11. Kalenderwoche deutlich zurückgegangen und lagen 12 Prozent (2 471 Fälle) unter dem Schnitt der vier Vorjahre.

In diesem Winter habe es ein beispiellos niedriges Niveau an anderen Atemwegserkrankungen gegeben, hieß es. Insbesondere in den Jahren 2017 und 2018 seien die Sterbefallzahlen durch schwere Grippewellen erhöht gewesen.

Auf Länderebene lassen sich die Zahlen aktuell bis einschließlich der zehnten Kalenderwoche (8. bis 14. März 2021) abbilden. In dieser zweiten Märzwoche verzeichnete das Saarland im Vergleich zu den Vorjahren mit 26 Prozent den höchsten Rückgang der Todesfälle. In Berlin waren es dagegen nur sechs Prozent.

Berliner Senat beschließt mehr Freiheiten für Geimpfte

13.07 Uhr: Menschen, die gegen Corona geimpft sind, bekommen in Berlin etwas mehr Freiheiten. Sie werden künftig wie solche mit einem negativen Test behandelt, wie die dpa am Dienstag nach der Senatssitzung erfuhr.

Betroffene dürfen demzufolge ohne vorherigen Corona-Test auch abseits des Lebensmittelhandels Einkaufen gehen, einen Friseur oder Kosmetiksalon, ein Museum oder eine Ausstellung besuchen. Greifen soll die Regelung 15 Tage nach der Zweitimpfung. Voraussichtlich tritt das Ganze am Sonntag in Kraft.

Zuletzt hatte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) öffentlich für deutlich mehr Freiheiten für geimpfte Menschen plädiert. »Es geht nicht um Privilegien, sondern um die Freiheitsrechte jedes Einzelnen«, sagte sie jüngst in einem Interview mit dem »Tagesspiegel« . Im Senat setzten sich am Dienstag dem Vernehmen nach der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (beide SPD) dafür ein.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte Anfang April in einem Bericht an das Bundesgesundheitsministerium erklärt, »dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen«. Die Einschätzung bezieht sich auf das Übertragungsrisiko »spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis«. Rechtsexperten sind sich schon länger darin einig, dass an einer schrittweisen Lockerung der Grundrechtsbeschränkungen für Geimpfte kein Weg vorbeiführt.

Unabhängig davon verlängerte der Berliner Senat den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Dienstag abermals. Bisher war die aktuelle, am 2. April in Kraft getretene Verordnung zur Pandemiebekämpfung bis einschließlich Sonntag (18.4.) befristet. Nunmehr soll sie bis zu drei Wochen länger greifen.

Merkel kündigt »stringenteres und konsequenteres« Vorgehen in Corona-Politik an

12.56 Uhr: Nach dem Kabinettsbeschluss zum neuen Infektionsschutzgesetz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein »stringenteres und konsequenteres« Vorgehen in der Pandemiebekämpfung in Aussicht gestellt. Das neue Gesetz bedeute »auf einen Nenner gebracht: Wir setzen die Notbremse bundesweit um«, sagte Merkel am Dienstag in Berlin.

Die Neuregelung diene dem »Ziel, unser ganzes Land aus dieser Phase der stetig steigenden Infektionszahlen, der sich füllenden Intensivstationen und der bestürzend hohen täglichen Zahl der Corona-Toten herauszuführen«, sagte die Kanzlerin weiter.

»Wir haben es ja schon einmal geschafft, durch konsequentes Handeln der Zahl der Ansteckungen auf ein kontrollierbares Maß zu reduzieren«, fuhr Merkel fort. »Und das kann und wird uns auch wieder gelingen.«

Merkel betonte den Ernst der gegenwärtigen Pandemielage: »Die dritte Welle der Pandemie hat unser Land fest im Griff«, sagte sie. »Wenn wir warten, bis alle Intensivbetten belegt sind, wäre es zu spät. Das dürfen wir nicht zulassen.«

Merkel begründete auch die Abkehr von der bisherigen Entscheidungsfindung in der Pandemiepolitik in Bund-Länder-Spitzenrunden mit den Ministerpräsidenten. Angesichts der Lage müsse »unsere Pandemiebekämpfung stringenter und konsequenter werden«, sagte sie. »Dazu reichen die bisherigen Bund-Länder-Beratungen nicht mehr aus.«

Die neue bundesweite Regelung zu Notbremse sei »überfällig« und solle mehr Klarheit schaffen, sagte die Kanzlerin. »Die Notbremse ist dann nicht mehr Auslegungssache, sondern sie greift automatisch.«

Allgemeinmediziner wird neuer Gesundheitsminister in Österreich

Der designierte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein bei der Pressekonferenz am Dienstag in Wien

Der designierte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein bei der Pressekonferenz am Dienstag in Wien

Foto: photonews.at/Georges Schneider / imago images/photonews.at

12.53 Uhr: Der Wiener Arzt Wolfgang Mückstein wird neuer Gesundheitsminister in Österreich. Dies teilte der Grünenvorsitzende und Vizekanzler Werner Kogler mit. Mückstein, 46, ist damit auch für Soziales, Pflege und Verbraucherschutz zuständig. Zuvor war der bisherige Amtsinhaber Rudolf Anschober zurückgetreten. Der 60-Jährige begründete dies mit seiner Gesundheit. Er habe vor einer Woche einen zweiten Kreislaufkollaps erlitten.

Grünenchef Kogler nannte den Posten des Gesundheitsministers eine »Herkulesaufgabe«. Mückstein sei ein Mann der Praxis, der hautnah miterlebt habe, wie sich die Pandemie auswirke. Der neue Minister selbst sagte: »Wir haben sehr stark die Kollateralschäden wahrgenommen.« Er betreibt in Wien eine Gemeinschaftspraxis, die nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch Psychotherapie und Betreuung durch Sozialarbeiter anbietet.

Doch kein Coronafall: Nationalspielerinnen verlassen Quarantäne

12.40 Uhr: Die vier Fußball-Nationalspielerinnen Felicitas Rauch, Sara Doorsoun, Svenja Huth und Lena Oberdorf vom VfL Wolfsburg haben ihre Quarantäne vorzeitig verlassen. Das gab ihr Verein nach einer entsprechenden Entscheidung des Wolfsburger Gesundheitsamts bekannt. Rauch war am vergangenen Wochenende bei der deutschen Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach mehreren weiteren Tests stünde nun nach Angaben des VfL  fest: »Die Spielerin hatte zu keiner Zeit eine Covid-19-Infektion, der einmalig schwach positive Befund konnte durch die im Vorfeld sowie anschließend erfolgten Untersuchungen nicht bestätigt werden.«

Da ihre drei Teamkolleginnen nie positiv getestet und nur als Kontaktpersonen eingestuft wurden, gilt auch für sie keine Quarantäneanordnung mehr. Alle Spielerinnen kehren nun in den Wolfsburger Trainingsbetrieb zurück und können am nächsten Sonntag beim Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg wieder eingesetzt werden.

Regierungsberater: Aus der Coronakrise für Digitalisierung lernen

12:34 Uhr: Schlechte digitale Infrastruktur in den Schulen und in der öffentlichen Verwaltung, Unsicherheiten beim Thema Datenschutz: Die Coronapandemie hat aus Sicht von Regierungsberatern erhebliche Rückstände in der Digitalisierung in Deutschland offengelegt. Um von dem krisenbedingten Digitalisierungsschub langfristig zu profitieren, fordert der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums in einem Gutachten, aus den Lektionen der Pandemie zügig Ansätze für Reformen abzuleiten.

»Im letzten Jahr hat die Coronakrise zu einem erheblichen Digitalisierungsschub geführt. In einigen Bereichen, zum Beispiel dem Homeoffice, war es möglich, in kurzer Zeit auf digitale Kommunikation und die Nutzung digitaler Prozesse umzustellen, in anderen Bereichen, so im Schul- und Gesundheitswesen, gelang dies nur mühsam oder so gut wie gar nicht«, sagte der Vorsitzende des Beirats, Klaus Schmidt. Viele der Fortschritte im Bereich der Digitalisierung während der Coronapandemie hätten aus Sicht der Berater auch schon lange vor der Krise unternommen werden können.

Von den Experten wurden etwa Entwicklungen in den Bereichen Homeoffice und digitale Kommunikation, bargeldlose Zahlung, Gesundheitssystem, allgemeinbildende Schulen, Hochschulen und öffentliche Verwaltung untersucht.

Indien will mit raschen Impfstoff-Zulassungen gegen Infektionswelle kämpfen

12.22 Uhr: Indien stemmt sich mit beschleunigten Notfallzulassungen für ausländische Impfstoffe gegen die Corona-Welle. Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Neu-Delhi mit. Es verzeichnete zuletzt 161.736 Neuinfektionen - so viele wie bislang kein anderes Land binnen eines Tages. Insgesamt haben sich damit mehr als 13,69 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ist weltweit der höchste Wert nach den USA. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg binnen eines Tages um 879 auf 171.058.

Nun soll durch beschleunigte Notfallzulassungen für Impfstoffe, deren Verwendung von der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Europäischen Union, den USA, Großbritannien und Japan bereits genehmigt wurde, Abhilfe geschaffen werden. Dann müssen Firmen nicht mehr kleinere Studien vor Ort vornehmen, um eine Zulassung zu erhalten. So könnten die Importe der Vakzine von Pfizer/BioNTech, Johnson & Johnson, Novavax und Moderna beschleunigt werden.

Indien setzt derzeit den Impfstoff von AstraZeneca und den des heimischen Pharmaunternehmens Bharat Biotech ein. Das Land ist weltweit der größte Hersteller von Impfstoffen. Allerdings mangelt es in vielen Bundesstaaten an Vorräten.

Seit vergangener Woche meldet Indien jeden Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge in dem Land mit seinen 1,35 Milliarden Einwohnern aber deutlich höher sein.

Zoll fängt fast eine Million mangelhafte Masken ab

12.04 Uhr: Beamte des Zollamts Albstadt in Baden-Württemberg haben nach eigenen Angaben  die Einfuhr von 966.000 FFP2-Masken und 864.000 Einweghandschuhen gestoppt. Die Ware wurde in drei Sprinter-Transportern und einem Lastwagen aus der Türkei geliefert, wie ein Sprecher sagte.

Die Schutzausrüstung durfte jedoch nicht auf den Markt gebracht werden, hieß es. Der Zoll entdeckte demnach ungültige CE-Kennzeichen. Auf den Verpackungen der Masken für Kinder stand laut Zoll der Hinweis: »Nicht empfohlen für Kinder!« Die Ware ging zurück in die Türkei.

Madrid-Kapitän Sergio Ramos positiv auf Corona getestet

11.42 Uhr: Fußballprofi Sergio Ramos vom spanischen Rekordmeister Real Madrid ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Verein am Dienstag mit. Der 35 Jahre alte Teamkollege von Nationalspieler Toni Kroos musste sich sofort in Quarantäne begeben.

Wegen einer Muskelverletzung in der linken Wade stand der Routinier Madrid-Trainer Zinédine Zidane allerdings schon seit knapp zwei Wochen nicht zur Verfügung. Deshalb war er auch nicht in den Kader für das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwochabend beim FC Liverpool berufen worden.

Ramos, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft und der Real möglicherweise verlassen wird, ist nicht der einzige Ausfall in der Abwehr der »Königlichen«. Zidane muss unter anderem auf den französischen Innenverteidiger Raphael Varane verzichten, der vor genau einer Woche wenige Stunden vor dem Hinspiel gegen Liverpool ebenfalls positiv getestet worden war. Auch Außenverteidiger Dani Carvajal fällt derzeit verletzt aus. Beim Sieg am Samstag im Clásico gegen den FC Barcelona zog sich zu allem Übel auch Lucas Vázquez eine Verletzung am Kreuzband zu. Für den 29-jährigen Offensivmann, der auch Außenverteidiger spielen kann, ist die Saison zu Ende.

Dobrindt bei Infektionsschutzgesetz für frühere Schulschließungen

11.35 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt kritisiert, dass im Entwurf des Infektionsschutzgesetzes Schulschließungen erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 vorgesehen sind. »Ich hätte mir gewünscht, dass bei Schulen deutlich früher eine Entscheidung fällt, die Schulen geschlossen zu halten«, sagt Dobrindt. Denn es gebe ein »erhebliches Infektionsgeschehen« innerhalb der Schulen.

Göring-Eckardt hält Ausgangssperren für verfassungsmäßig nicht haltbar

11.14 Uhr: Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hält Ausgangssperren für verfassungsrechtlich nicht haltbar. Sie könnten nur das allerletzte Mittel sein, wenn alles andere nicht wirke, sagt sie dem Sender Phoenix. Viele Maßnahmen seien noch nicht ausgeschöpft. »Das genau ist das Problem, das wir sehen: Es ist verfassungsgemäß wahrscheinlich nicht haltbar.«

Studie: Coronaschulden des Staats erreichen 650 Milliarden Euro

11.02 Uhr: Bund, Länder und Kommunen werden im Zuge der Coronabekämpfung voraussichtlich einen Schuldenberg in Höhe von rund 650 Milliarden Euro auftürmen. Das geht aus einer aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. »Je nachdem, was in den kommenden Wochen und Monaten noch passiert, kann diese Zahl auch noch größer werden«, sagte IW-Direktor Michael Hüther nach einem vorab verbreiteten Manuskript am Dienstag bei der Präsentation der Studie »Wer zahlt die Krise? Wie Deutschland die Corona-Schulden bewältigt«.

»Die Coronapandemie war und ist die größte wirtschafts- und gesellschaftspolitische Herausforderung der Nachkriegszeit«, sagte Hüther. Noch nie seit 1945 habe der Staat so viel Geld in so kurzer Zeit für ein Ziel ausgegeben wie in der Coronapandemie. Nun stelle sich die Frage, wie sich die Kosten bewältigen ließen.

Die Konjunkturexperten des IW drängen darauf, auf einen allzu schnellen Schuldenabbau zu verzichten und der öffentlichen Hand lieber Spielräume für notwendige Investitionen etwa in Infrastruktur zu lassen. »Statt wie vom Bund geplant in 20 Jahren sollten die Schulden in 40 Jahren zurückbezahlt werden«, heißt es in der Studie. Außerdem empfehlen die Experten »eine moderate Öffnung der Schuldenbremse«, um den Handlungsspielraum der Bundesländer zu erhöhen.

Um die vorhandenen Investitionsdefizite in Infrastruktur, Klimaschutz und Bildung anzugehen, könne außerdem ein Deutschlandfonds aufgelegt werden, der zehn Jahre lang jährlich 45 Milliarden Euro in Klimaschutz, Bildung und Infrastruktur investieren könne.

Österreichs Gesundheitsminister tritt »ausgepowert« von Coronakrise zurück

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober tritt zurück

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober tritt zurück

Foto: TOBIAS STEINMAURER / imago images/photosteinmaurer.com

10.30 Uhr: Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat seinen Rücktritt erklärt. Bei einer kurzfristig angesetzten persönlichen Erklärung in Wien sagte der Grünenpolitiker laut Bericht der Nachrichtenagentur APA am Dienstag: »Ich bin überarbeitet und ausgepowert.« In der »schwersten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten« brauche sein Land einen Gesundheitsminister, der »zu 100 Prozent fit ist«, begründete der 60-Jährige seinen Schritt.

Bundesregierung vereinbart automatische Ausgangssperren

10.13 Uhr: Die Menschen in weiten Teilen Deutschlands müssen sich auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. Eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes hat das Bundeskabinett am Dienstag in Berlin beschlossen, wie die dpa erfuhr.

Diese Regeln gelten, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt:

  • Nächtliche Ausgangssperre: Von 21 bis 5 Uhr ist der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung oder eines dazugehörigen Gartens nicht erlaubt. Dies soll nicht gelten, wenn der Aufenthalt etwa der Versorgung von Tieren oder der Berufsausübung dient.

  • Private Zusammenkünfte: Diese sind sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum nur gestattet, wenn an ihnen höchstens die Angehörigen eines Haushalts und eine weitere Person einschließlich dazugehörender Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres teilnehmen. Bei Todesfällen sollen bis zu 15 Personen zusammenkommen dürfen.

  • Geschäfte, Kultur, Gastronomie: Die meisten Läden sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen und die Gastronomie dürfen nicht öffnen. Ausgenommen werden sollen der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und Gartenmärkte. Hier sollen Abstands- und Hygienekonzepte gelten.

  • Sport: Lediglich kontaktloser Individualsport soll erlaubt sein. Diese Sportarten sollen allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands ausgeübt werden dürfen. Ausnahmen gibt es auch weiter für den Wettkampf- und Trainingsbetrieb der Berufssportler und der Leistungssportler der Bundes- und Landeskader, aber weiter nur ohne Zuschauer.

  • Öffnung von Speisesälen: Geöffnet werden dürfen Speisesäle in medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen, gastronomische Angebote in Beherbergungsbetrieben, die ausschließlich der Bewirtung zulässig beherbergter Personen dienen, Angebote für obdachlose Menschen, die Bewirtung von Fernbusfahrerinnen und Fernbusfahrern sowie Fernfahrerinnen und Fernfahrern und nicht öffentliche Kantinen. Auch die Auslieferung von Speisen und Getränken sowie deren Verkauf zum Mitnehmen soll weiter erlaubt sein.

  • Tourismus: Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sollen untersagt sein.

  • Dienstleistungen: Geöffnet werden dürften Dienstleistungen, die medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen sowie Friseurbetriebe – jeweils mit Maske.

  • Schulen: Es soll Präsenzunterricht mit zwei Coronatests pro Woche gestattet werden. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz 200, soll Präsenzunterricht untersagt werden.

Stundenlang war unter Hochdruck über die Regelungen verhandelt worden. Nach dem geplanten Kabinettsbeschluss soll das Gesetz möglichst in einem beschleunigten Verfahren vom Bundestag beschlossen werden und den Bundesrat passieren.

Neben der Novelle des Infektionsschutzgesetzes hat das Kabinett auch eine Pflicht für Angebote von Coronatests in Unternehmen auf den Weg gebracht. Der Entwurf einer geänderten Arbeitsschutzverordnung sieht vor, dass die Unternehmen ihren Beschäftigten in der Regel einmal in der Woche Tests zur Verfügung stellen.

Verband: Impfstoffe können schnell auf Mutanten angepasst werden

9.29 Uhr: Corona-Impfstoffe können nach Angaben einer Expertin recht schnell auf mutierte Virustypen angepasst werden. »Für die Entwicklung müssen wir circa sechs bis acht Wochen rechnen«, erklärte die Präsidentin des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, der dpa.

Zunächst prüften die Hersteller aber, ob die vorliegenden Impfstoffe gegen die Mutanten wirksam oder zumindest teilweise wirksam seien.

Muss ein Impfstoff adaptiert werden, handle es sich um einen neuen Impfstoff, der wieder zugelassen werden müsse, erläuterte Gallo-Daniel. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für diesen Fall schon ein Prozedere geplant, das eine rasche Zulassung für diese adaptierten Impfstoffe ermöglicht, wie auch der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, vor Kurzem versicherte.

»Nach der Zulassung muss dann die Produktion umgerüstet werden«, erklärt Gallo-Daniel weiter. Auch das kostet Zeit. Hier stelle sich die Frage, ob die gesamte Produktion auf die neuen, angepassten Impfstoffe umgestellt werden müsse oder nur ein Teil. Zu klären sei auch, ob beide Impfstoffe gespritzt werden müssten oder man komplett auf den neuen umstelle. Die Umstellung der Produktion dauere ebenfalls einige Wochen.

Lindner lehnt bundesweite Notbremse ab

9.07 Uhr: Vor den Kabinettsberatungen über bundeseinheitliche Corona-Schutzmaßnahmen hat FDP-Chef Christian Lindner seinen Widerstand gegen die Regierungspläne bekräftigt. Zwar seien einheitliche Regeln grundsätzlich sinnvoll, aber »es gibt keinen Grund für ein neues Bundesgesetz, dass bereits bei einer Inzidenz von 100 automatisch eine Ausgangssperre zur Folge hat«, sagte Lindner am Dienstag im ARD-»Morgenmagazin«.

Solche Ausgangsbeschränkungen seien nicht sinnvoll, wenn es etwa in einer bestimmten Einrichtung einen Corona-Ausbruch gebe, der zu einer höheren Inzidenzzahl führe, von dem aber der Rest eines Landkreises nicht betroffen sei, argumentierte der FDP-Politiker. Er äußerte zudem verfassungsrechtliche Bedenken. »Um zu verhindern, dass die Menschen sich treffen, kann man nicht alle einsperren«, sagte Lindner.

Ablehnend äußerte er sich auch zu dem Vorhaben, Unternehmen Testangebote für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzuschreiben. Wenn es bei den Tests am Arbeitsplatz noch Probleme gebe, dann »liegt das weniger am fehlenden Willen der Betriebe«, sagte der FDP-Politiker. Vielmehr habe die Regierung bei den Rechtsgrundlagen und der Beschaffung von Tests gepatzt.

Grüne unterstützen Pläne für bundeseinheitliche Regelungen

8.55 Uhr: Die Grünen tragen die Regierungspläne für bundeseinheitliche Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Grundsatz mit, über die das Bundeskabinett am Vormittag berät. Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, bekannte sich am Dienstag im Sender RBB grundsätzlich zu einem Ja zur Notbremse bei hohen Inzidenzwerten, stellte aber auch Bedingungen. So müsse es schärfere Regeln auch in der Arbeitswelt geben.

Nötig seien insbesondere verpflichtende Tests in Unternehmen, »überall da, wo man tatsächlich präsent arbeiten muss«, stellte sich Göring-Eckardt hinter entsprechende Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). So müsse klar sein, »dass Homeoffice wirklich durchgeführt wird und auch kontrolliert wird« und dass Abstandsregeln eingehalten würden. »Wir können nicht eine Einschränkung nach der anderen im privaten Bereich machen, und in der Arbeitswelt treffen sich alle und können sich dort auch nach wie vor anstecken«, betonte die Grünenpolitikerin.

Korrekturen verlangte sie zudem an den Regeln für private Kontakte. »Man kann ja heute jeden Tag eine Person treffen und hat dann am Ende sieben oder acht getroffen; das ist natürlich absurd«, sagte Göring-Eckardt. Zurückhaltend äußerte sie sich zu den von der Regierung geplanten abendlichen Ausgangsbeschränkungen. »Wenn sich die Leute dann alle um sieben treffen und dann im Zweifelsfall noch woanders übernachten, dann bringt es nichts«, gab sie zu bedenken.

Das Bundeskabinett berät am Vormittag über die von der Regierung geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit der bundeseinheitlich Schutzmaßnahmen gegen die Coronapandemie vorgeschrieben werden sollen. Dies soll den aktuellen Flickenteppich aus unterschiedlichen Regelungen auf Landesebene beenden. Vor allem für die sogenannte Notbremse bei Corona-Inzidenzwerten ab 100 soll es feste Vorgaben geben. Die Vorlage soll am Nachmittag auch in den Koalitionsfraktionen beraten werden.

Zudem dürfte sich das Kabinett mit einer Verordnung des Bundesarbeitsministeriums befassen, die Unternehmen zu wöchentlichen Angeboten von Coronatests an ihre Beschäftigten verpflichten soll.

Israel beschließt Schulöffnungen

8.35 Uhr: In Israel soll in den Schulen ab kommender Woche Unterricht in Kleingruppen stattfinden. Das teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit. Parallel dazu solle ein Überwachungssystem eingeführt werden, um Infektionen schnell zu erkennen.

Vor vier Monaten hatte die Impfkampagne in Israel begonnen. Nach ihrem Start war in dem Neun-Millionen-Einwohner-Land sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch der Schwerkranken stark zurückgegangen. Deutlich weniger als ein Prozent aller Tests fiel zuletzt positiv aus.

Die Marke von fünf Millionen Zweitimpfungen könnte in wenigen Tagen durchbrochen werden. Parallel zum Fortschritt der Impfkampagne begann die Regierung mit schrittweisen Lockerungen der Corona-Restriktionen.

Israel ist ein sehr junges Land, rund 30 Prozent der Bürger sind unter 16 Jahre alt. Sie können bisher nur in absoluten Ausnahmefällen geimpft werden. Experten rechnen aber damit, dass bald auch die Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren beginnen könnte.

Mehr als 10.000 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 140,9

5.21 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen einem Tag 10.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor.

Vor einer Woche hatte das RKI binnen einem Tag 6885 Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahlen der Vorwoche können wegen der Schulferien jedoch noch nicht vergleichbar mit früheren Werten sein. RKI-Präsident Lothar Wieler rechnete ab Mitte dieser Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Pandemie.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 140,9. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 129,2 an, vor einer Woche lag sie bei 123.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.022.323 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.700.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 78.746.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,09 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert sei weiter gestiegen, schreibt das RKI. Die in den Tagen nach Ostern beobachtete Absenkung des Werts könnte an der vorübergehend geringeren Testzahl gelegen haben. Auch der R-Wert kann laut RKI erst in einigen Tagen wieder aussagekräftig bewertet werden.

Forscher: Impfstoff-immune Corona-Mutanten in Deutschland denkbar

4.30 Uhr: Coronavarianten, gegen die aktuelle Impfstoffe weniger oder gar nicht mehr wirken, können nach Einschätzung von Forschern auch in Deutschland entstehen. Das sei insbesondere dann möglich, wenn sich das Virus jetzt in der dritten Welle stark ausbreitet, sagten Stefan Pöhlmann und Markus Hoffmann vom Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen.

Solche Escape-Varianten können den Angaben nach entstehen, wenn sich das Virus in einer Bevölkerung mit unvollständigem Immunschutz ausbreitet. Dies sei beispielsweise auch der Fall, wenn die Immunität nach überstandener Infektion oder Impfung langsam abnimmt.

In einer Bevölkerung mit einem gewissen Grad an Immunität hätten Escape-Varianten bei vergleichbarer Infektiosität einen Vorteil gegenüber dem Ursprungsvirus, so Pöhlmann und Hoffmann. In einem solchen Szenario würde eine Escape-Variante relativ schnell dominant werden. Ein Beispiel könnte die Mutante P.1 in Brasilien sein.

»Falls in einer Bevölkerung kaum Immunität vorherrscht, so wie derzeit in Deutschland, würde eine Escape-Variante in direkter Konkurrenz mit den vorherrschenden Virusvarianten stehen, die ihrerseits noch genügend empfängliche Wirte vorfinden«, so die Wissenschaftler. Dann würde sich eine Escape-Variante nur dann großflächig durchsetzen, wenn sie auch besser übertragbar wäre.

Die Experten des Deutschen Primatenzentrums haben mit Kollegen des Uniklinikums Ulm herausgefunden, dass ein für die Covid-19-Therapie eingesetzter Antikörper bei den Varianten B.1.351 (aus Südafrika) und P.1 komplett wirkungslos gewesen sei. Sie stufen die beiden daher als Escape-Varianten ein. Es sei aber davon auszugehen, dass B.1.351 und P.1 immer noch durch die verfügbaren Impfstoffe gehemmt würden. »Allerdings ist der Impfschutz möglicherweise reduziert und von kürzerer Dauer.« Daher sei es umso wichtiger, durch Impfung schnell eine großflächige Immunität in der Bevölkerung zu erlangen und so die Varianten der Wirte zu berauben, die sie zum Ausbreiten benötigten.

Um den Schutz gegen Varianten wie B.1.351 und P.1 zu verbessern, könnten die vorhandenen Impfstoffe angepasst werden. »Dieses Vorgehen würde der Impfstrategie ähneln, mit der wir uns vor Grippeviren schützen«, sagten Pöhlmann und Hoffmann. Dass Varianten entstünden, die nicht mehr durch jetzt verfügbare Impfstoffe gehemmt würden, sei »ein extremes Szenario, aber nicht auszuschließen«. Um die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass Escape-Varianten entstünden, müsse die Ausbreitung des Virus wirksam eingedämmt werden – etwa durch Einhalten der AHA-Regeln und flächendeckende Impfungen.

Intensivmediziner erwarten noch im April mehr als 6000 Patienten

4.15 Uhr: Angesichts der steigenden Coronazahlen erwartet die Intensivmediziner-Vereinigung Divi, dass der bisherige Höchststand an Intensivpatienten schneller erreicht wird als erwartet – nämlich noch im April.

»Wir müssen davon ausgehen, dass wir deutschlandweit jetzt jeden Tag zwischen 50 und 100 neue Covid-Intensivpatienten aufnehmen müssen«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, der »Augsburger Allgemeinen«. »Das heißt, dass wir bereits Ende April die Größenordnung von 6000 und mehr Corona-Intensivpatienten erreichen würden, wie wir sie auf dem Höhepunkt der zweiten Welle hatten.« Erst vor wenigen Tagen waren für Ende April noch 5000 Intensivpatienten prognostiziert worden.

Coronapatient auf einer Intensivstation in Berlin

Coronapatient auf einer Intensivstation in Berlin

Foto: Christophe Gateau / dpa

Marx forderte Bundesregierung, Bundestag und Bundesländer auf, die geplanten bundeseinheitlichen Regelungen für Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner noch diese Woche zu verabschieden. Wenn das Gesetz erst Ende April beschlossen werde, werde die Patientenzahl auf 7000 steigen. »Wir reden über sehr viele schwere Erkrankungen und über viele Menschen, die das nicht überleben werden«, warnte er.

Wirtschaftsverbände machen weiter Front gegen Corona-Testpflicht in Betrieben

3.50 Uhr: Die Wirtschaftsverbände machen weiter Front gegen die geplante Corona-Testpflicht für Unternehmen. »Einmal mehr versucht die Politik, ihre Pflicht auf die Arbeitgeber abzuwälzen, von den Kosten ganz zu schweigen«, sagte der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgabe). Neun von zehn Unternehmen würden ihre Mitarbeiter bereits auf das Coronavirus testen oder dies in Kürze tun. Börner plädiert grundsätzlich nur für anlassbezogene Tests: »Feste Testintervalle sind untauglich.«

Auch das Handwerk wandte sich klar gegen eine solche Testpflicht für Betriebe. »Eine gesetzliche Testpflicht für unsere Handwerksbetriebe halten wir weiter weder für notwendig noch zielführend«, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, der Düsseldorfer »Rheinischen Post«. Auch er kritisierte, der Staat wolle die »Verantwortung für die Pandemiebekämpfung auf die Wirtschaft verlagern«. Die meisten Betriebe seien freiwillig dabei, ihre Beschäftigten zu testen, oder bereiteten dies unmittelbar vor. Eine Testpflicht sei »eine gesetzgeberisch unnötige Aktion«.

Das Bundeskabinett will nach Angaben der SPD am Dienstag eine Regelung beschließen, die Arbeitgeber zu einem Schnelltestangebot für Präsenzbeschäftigte verpflichtet. Vorgesehen ist, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten, sofern diese nicht ausschließlich in ihrer Wohnung arbeiten, künftig mindestens einmal pro Woche einen Coronatest anbieten.

In Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Beschäftigten oder Arbeitnehmern, die direkten Körperkontakt zu anderen Personen oder häufigen Kundenkontakt haben, müssen demnach zwei Tests pro Woche angeboten werden. Eine Nachweispflicht über den erbrachten Test sehe die Verordnung nicht vor. Auch Selbsttests könnten also genutzt werden.

Studien: Britische Variante nicht tödlicher – aber höhere Viruslast

1.35 Uhr: Die zunächst in Großbritannien entdeckte Coronavariante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form, allerdings nicht tödlicher. Zu diesem Schluss kommen Forscher in zwei separaten Studien, die am Dienstag in den Fachmagazinen »The Lancet Infectious Diseases« und »The Lancet Public Health« veröffentlicht wurden. Zuvor hatte es teilweise die Annahme gegeben, die Variante B.1.1.7 sei nicht nur leichter übertragbar als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus, sondern könne auch zu einer höheren Sterblichkeit unter den Patienten führen.

In ihrer Studie untersuchten Forscher des University College London mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an Covid-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Die andere in »The Lancet« veröffentlichte Studie wertete Symptome von Covid-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Mittels Gensequenzierung stellten sie zudem fest, an welcher Coronavariante die Betroffenen erkrankt waren. Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Erkrankung sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest. Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Werts nach, der die Entwicklung der Pandemie beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, ergab sich für die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass zusätzliche Studien nötig seien, um die Erkenntnisse weiter zu bestätigen.

Hunderte demonstrieren in Rom gegen Schließung von Restaurants

1.05 Uhr: In Rom haben Hunderte Menschen gegen die seit Wochen andauernde Schließung von Restaurants wegen der Coronakrise protestiert. Polizisten hielten die Demonstranten am Montag auf einem zentralen Platz der italienischen Hauptstadt in Schach, nachdem diese von einem Marsch auf den Regierungssitz abgehalten worden waren. Anhänger der extremen Rechten waren bei den Protesten dabei, einige von ihnen warfen Flaschen und Rauchbomben auf die Polizei.

Demonstration in Rom

Demonstration in Rom

Foto: MASSIMO PERCOSSI / EPA

Ganz Italien war über Ostern im Lockdown, alle Restaurants, Bars und Cafés mussten – außer für den Außer-Haus-Verkauf – schließen. Die nun vorsichtigen Öffnungen in Teilen Italiens umfassen nicht die Restaurants, die voraussichtlich bis Monatsende geschlossen bleiben. Die Proteste von Restaurantbesitzern und anderen Demonstranten in Rom reihten sich nun ein in eine Serie von Protesten gegen Lockdown-Maßnahmen in Italien. So hatten am vergangenen Samstag Ladenbesitzer in Neapel protestiert.

Medienbericht: Künftig offenbar weder Tests noch Quarantäne für vollständig Geimpfte nötig

0.50 Uhr: Bereits vollständig geimpfte Personen sollen einem Medienbericht zufolge künftig nicht mehr zum Coronavirustest oder in Quarantäne müssen. Dies geht aus einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums an die Staatskanzleien der Länder hervor, das der »Bild« vorliegt.

Bund, Länder und Kommunen sollten demnach ihre Verordnungen und Erlasse entsprechend ändern. Die Voraussetzung sei, dass es sich um die in der EU zugelassenen Impfstoffe von Pfizer/Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson handle. Der Bund empfiehlt den Ländern zudem, die Quarantänepflicht für geimpfte Kontaktpersonen von Infizierten aufzuheben.

Großbritannien hat allen Menschen über 50 ein Impfangebot gemacht

0.12 Uhr: Großbritannien gab am Montag bekannt, dass alle über 50-Jährigen eine erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten haben. Damit wurde das Ziel erreicht, bis zum 15. April allen Menschen in den neun Gruppen mit der höchsten Priorität eine Impfung anzubieten. Großbritannien hat eine der schnellsten Impfkampagnen der Welt hinter Israel, bezogen auf den Anteil der Bevölkerung, der mindestens eine Dosis des Coronaimpfstoffs erhalten hat.

Damit konnte die Regierung mitteilen, dass sie den Prioritätsgruppen 1 bis 9 noch vor dem Stichtag am Donnerstag mindestens eine Impfung angeboten hat. Hierzu zählen alle Erwachsenen über 50 Jahre, gesundheitlich gefährdete Personen sowie Beschäftigte des Gesundheits- und Sozialwesens.

»Wir haben nun einen weiteren sehr wichtigen Meilenstein in unserem Impfprogramm erreicht, indem wir allen Menschen in den neun höchsten Risikogruppen Impfungen angeboten haben«, sagte Premierminister Boris Johnson in einer Erklärung. »Wir werden nun mit der Vervollständigung der notwendigen zweiten Dosen fortfahren und Fortschritte in Richtung unseres Ziels machen, allen Erwachsenen bis Ende Juli einen Impfstoff anzubieten.«

Es wird erwartet, dass Menschen in ihren späten Vierzigern die nächsten sein werden, die für Impfungen eingeladen werden, obwohl eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen wurde, sagte Johnsons Büro. Der Erfolg des Impfprogramms hat Johnsons Fahrplan aus dem Lockdown untermauert, der am Montag die Wiedereröffnung aller Geschäfte und der Außengastronomie in England vorsah.

zob/cop/jpz/ptz/mxw/kim/AFP/dpa/Reuters/AP