Corona-News am Dienstag Lauterbach warnt Geimpfte vor freiwilliger Infektion

Auch Geimpfte sollten keine Ansteckung riskieren, findet SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach – unter anderem wegen Long Covid. Und: In NRW sollen nur noch infizierte Kinder in Quarantäne. Der Tag im Überblick.
SPD-Politiker Karl Lauterbach trägt Maske (Archivfoto)

SPD-Politiker Karl Lauterbach trägt Maske (Archivfoto)

Foto: Political-Moments / imago images

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+++ Lauterbach warnt Geimpfte vor freiwilliger Corona-Infektion +++

17.45 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vollständig gegen Corona geimpfte Personen davor, sich mit dem Virus zu infizieren. »Es ist richtig, dass eine Corona-Infektion nach einer doppelten Impfung die Immunität abrundet«, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Aber ich würde niemandem empfehlen, sich freiwillig zu infizieren oder eine Ansteckung auch nur zu riskieren«, ergänzt er.

»Auch vollständig Geimpfte können mit schweren Verläufen ins Krankenhaus kommen. Außerdem gibt es das Risiko von Long Covid auch bei Geimpften«, argumentiert Lauterbach. »Und drittens vergrößert eine solche Praxis die Gefahr für alle Ungeimpften auf eine riskante Art und Weise.«

75 Prozent der Erwachsenen in den USA mindestens einmal geimpft

22.08 Uhr: In den USA sind nach Angaben der Seuchenbehörde CDC 75 Prozent aller Erwachsenen mindestens einmal geimpft worden. 64,3 Prozent haben demnach zwei Impfungen erhalten. Insgesamt seien knapp 376 Millionen Impfdosen verabreicht worden.

NRW will nur noch infizierte Kinder in Quarantäne schicken

22.06 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sollen bei Corona-Infektionen in Schulen und Kitas in der Regel nur noch die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne. »Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen«, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dazu am Dienstagabend in Düsseldorf.

Die notwendigen Erlasse und Verordnungen sollen demnach bis Ende der Woche ausgearbeitet und veröffentlicht werden. Weiter einzuhalten sind aber die geltenden Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Lüften, Testen und Tragen von medizinischen Masken.

Nur wenn mehrere Kinder infiziert seien und deshalb von einem erkennbar größeren Ausbruchsgeschehen ausgegangen werden könne, sollen Gesundheitsämter über das einzelne Kind hinaus Anordnungen zur Quarantäne erlassen, hieß es. Diese Kontaktpersonen können aber vorzeitig zurückkehren, wenn nach fünf Tagen ein PCR-Test negativ ausfällt.

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten sich am Montag für weniger strenge Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen.

AstraZeneca-Chef gegen dritte Impfung für alle

20.47 Uhr: AstraZeneca-Chef Pascal Soriot spricht sich gegen eine dritte Impfung für jedermann in Großbritannien aus. Dies könne unnötig sein und zudem das britische Gesundheitssystem NHS überfordern, sagt er der Zeitung »Telegraph«. »Wir brauchen das Gewicht eines klinischen Beweises (...) bevor wir eine fundierte Entscheidung über eine dritte Dosis fällen können«, erklärt Soriot.

Virtuelle Hauptversammlungen weiteres Jahr möglich

20.13 Uhr: Der Bundestag hat am Dienstag die Corona-Regelungen für virtuelle Hauptversammlungen von Unternehmen verlängert. Damit hätten Firmen Planungssicherheit, erklärte Justizministerin Christine Lambrecht. Die Regelungen gelten nun bis Ende August 2022.

Neben Kapitalgesellschaften betrifft dies auch Genossenschaften, Vereine, Parteien, Stiftungen und Wohnungseigentümergemeinschaften. Ihre Versammlungen stünden damit auf einer sicheren Rechtsgrundlage, so die SPD-Politikerin. Von den Maßnahmen konnte bereits 2020 und 2021 Gebrauch gemacht werden.

Der Fondsverband BVI hatte sich zuletzt gegen eine Verlängerung ausgesprochen. Die Notgesetzgebung beschneide die Hauptversammlung als oberstes Kontrollorgan und Sprachrohr der Aktionäre. »Das ist schlecht für die Aktionärsdemokratie.«

Bundesregierung will mit Aktionswoche für Impfungen werben

18.31 Uhr: Mit einer »Impfaktionswoche« will die Bundesregierung in der kommenden Woche zur Immunisierung gegen das Coronavirus aufrufen. Bei der Aktion arbeite die Regierung mit zahlreichen Verbänden und Organisationen zusammen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Fernsehsendung »RTL Direkt«. Das Spektrum der Teilnehmer reiche von Sportvereinen über Ärzteverbände bis hin zu Richtervereinigungen.

Ziel sei, »dass wir einen gemeinsamen Ruck für viele Impfungen in Deutschland bekommen – Sportplatz, Kirchplatz, Arbeitsplatz, Spielplatz, wo immer sich eine einfache Gelegenheit ergibt«, sagte Spahn. Er wundere sich immer wieder, wie viele Menschen noch nicht geimpft seien, obwohl sie prinzipiell keine Einwände gegen eine Impfung hätten. »Denen wollen wir eine einfache Gelegenheit geben«, sagte der Minister.

Bis Montag waren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 61,4 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, 65,9 Prozent waren mindestens einfach geimpft. Im Schnitt der vergangenen Tage wurden täglich rund 182.000 Menschen geimpft – noch im Juli hatte das Sieben-Tage-Mittel bei mehr als 800.000 Impfungen pro Tag gelegen.

Schweden will die meisten Coronabeschränkungen aufheben

16.40 Uhr: Nach Dänemark will auch Schweden seine Coronabeschränkungen weitestgehend aufheben. Sozialministerin Lena Hallengren sagte, dass die Personenbegrenzungen bei öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten und Fußballspielen und bei privaten Feiern am 29. September aufgehoben würden. Auch die Empfehlung, von zu Hause aus zu arbeiten, werde zurückgenommen.

»Dank einer erfolgreichen Impfkampagne sind wir im Umgang mit der Pandemie weit gekommen«, sagte die Ministerin. Die schwedische Gesellschaft befinde sich in einer besseren Situation. Nun seien es hauptsächlich ungeimpfte Menschen, die krank würden und im Krankenhaus behandelt werden müssten.

In Schweden haben inzwischen rund 82 Prozent der Bevölkerung über 16 Jahren eine Impfdosis und 70 Prozent zwei Dosen bekommen. Der Direktor der Gesundheitsbehörde, Johan Carlson, sagte, Geimpfte könnten nach dem 29. September im Prinzip ein normales Leben führen. Für Ungeimpfte bestehe weiterhin die Gefahr einer schweren Erkrankung.

Müller hält Möglichkeiten der Politik beim Impfen für »ausgereizt«

15.42 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hält die Möglichkeiten der Politik, bei den Coronaimpfungen noch nennenswerte Fortschritte zu erzielen, allmählich für erschöpft. »Wir haben sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet«, sagte der SPD-Politiker und verwies auf Brief-, TV-, Radio- oder Social Media-Kampagnen ebenso wie auf niedrigschwellige Angebote in Einkaufszentren, auf Parkplätzen oder in Klubs. Doch alles laufe zäh und langsam.

»Minimalste Schritte kommen wir nur voran«, so Müller. »Ich komme jetzt an einen Punkt, wo ich denke, vielleicht haben wir das, was wir machen können als Politik, auch ausgereizt.«

Müller schließt daraus: »Ich glaube, wir brauchen dringend Bündnispartner jetzt, Bündnispartner, die noch mal mehr Menschen oder andere Menschen erreichen als wir.« Als Beispiele nannte er Gastronomen, Hotels, Theater, Sportarena, Kino – überall dort könne auf die Bedeutung des Themas Impfen hingewiesen werden.

Allen müsse bewusst sein, dass mit der aktuellen Impfquote von gut 60 Prozent viel erreicht worden sei, aber Richtung Winter 75, 80 oder noch besser 85 Prozent nötig seien. Ziel müsse sein, mit deutliche höherer Impfquote in den Winter zu starten.

Bundestag beschließt mehrere Corona-Neuregelungen

15.27 Uhr: Die Zahl der Coronapatienten in den Kliniken soll künftig die wesentliche Messlatte zur Beurteilung der Pandemielage sein. Das sieht eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, die der Bundestag beschlossen hat. Dies soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen, die angesichts der Impfungen nicht mehr als so aussagekräftig gelten.

Berücksichtigt werden sollen aber auch "weitere Indikatoren". Genannt werden die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, verfügbare Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Länder sollen dann jeweils festlegen können, wo kritische Schwellen liegen, ab denen weitergehende Alltagsbeschränkungen greifen.

Außerdem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind. Der Bundesrat soll den Neuregelungen in einer Sondersitzung am Freitag zustimmen.

Studie: Biontech-Impfung schützt Schwangere gut vor Corona-Infektion

14.28 Uhr: Der Biontech-Impfstoff schützt auch Schwangere gut vor einer Corona-Infektion und vor einer Einweisung ins Krankenhaus. Die Wirksamkeit sei in etwa vergleichbar mit der in der Allgemeinbevölkerung, berichten Forschende aus Israel und den USA im Fachmagazin »Nature Medicine«. Sie hatten Daten von mehr als 21.000 geimpften und nicht-geimpften Schwangeren aus Israel ausgewertet.

In der Nachbeobachtungszeit traten 131 Infektionen in der Gruppe der geimpften und 235 in der Gruppe der ungeimpften Schwangeren auf. Eine symptomatische Infektion verhinderte die Impfung mit einer Wirksamkeit von 97 Prozent, eine Einweisung ins Krankenhaus mit 89 Prozent. Unter den Teilnehmerinnen gab es nur einen schweren Krankheitsverlauf in der ungeimpften Gruppe und keine Todesfälle. Mögliche Impfreaktionen und Nebenwirkungen der Impfung haben die Forscher nicht untersucht.

Die Daten wurden zu der Zeit erhoben, als in Israel die Alpha-Variante von Sars-CoV-2 zirkulierte. Derzeit kursiert in Israel – wie in vielen anderen Ländern der Welt – vor allem die Delta-Variante, die besonders ansteckend ist und vor der die Impfstoffe etwas weniger gut schützen. Da der aktuellen Studie zufolge die Wirksamkeit der Impfung bei Schwangeren mit der in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar sei, ließen sich Erkenntnisse zur Effektivität der Impfung gegen andere Varianten vermutlich auf Schwangere übertragen, schreiben die Forscher.

Die gute Wirksamkeit könne zur Akzeptanz der Impfung unter Schwangeren beitragen, schreiben die Wissenschaftler. In Deutschland hat die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher keine Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren ausgesprochen, da die Datenlage sehr begrenzt sei. Gynäkologische Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen.

Schleswig-Holstein schafft Maskenpflicht ab, wenn 3G-Regel gilt

13.43 Uhr: Schleswig-Holstein will die Maskenpflicht bei Veranstaltungen, beim Sport und in der Gastronomie abschaffen. Dort greift das sogenannte 3G-Prinzip, wonach nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten. »Überall da, wo 3G in Schleswig-Holstein eingehalten werden kann, gelten in Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr«, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einer Kabinettssitzung in Kiel.

Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will damit zum 20. September einen klaren Kurswechsel vollziehen. Sie setzt künftig auf die sogenannte 3G-Regel. Den Plänen zufolge gibt es dann bei Veranstaltungen, im Kino, beim Sport oder in der Gastronomie keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Überall dort, wo die 3G-Regel nicht praktikabel sei wie im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr bleibe es bei den bestehenden Regeln, sagte Günther.

Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten stärker in den Blick rücken. Derzeit seien nur 2,2 Prozent der möglichen Intensivbetten belegt, sagte Günther. Am Montag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein binnen sieben Tagen nach Angaben der Landesregierung bei 50,8 pro 100.000 Einwohnern gelegen. In den Krankenhäusern wurden 67 Covid-19-Patienten behandelt. 19 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 16 werden dort beatmet.

Auf Mallorca darf wieder gefeiert werden

12.25 Uhr: Das Nachtleben auf Mallorca nimmt langsam wieder Fahrt auf. Seit Dienstag, 0 Uhr, ist das nächtliche Versammlungsverbot aufgehoben. Um Urlauber und partywütige Einheimische von Trinkgelagen abzuhalten, hatte die Balearen-Regierung Ende Juli beschlossen, dass sich nachts sowohl auf der Straße als auch in Privaträumen nur noch Leute treffen dürfen, die sowieso zusammen wohnen. Zuletzt galt die Maßnahme von 2 bis 6 Uhr.

Die Lockerungen bedeuten aber nicht, dass Partys uneingeschränkt möglich wären. Die Tanzflächen in Bars, Diskotheken und Klubs sind weiter geschlossen. In Lokalen wird darauf geachtet, dass die Gäste sitzen bleiben.

Die Lockerung der Maßnahmen war wegen der abflachenden Coronakurve möglich. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca liegt Stand Montag nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums bei knapp 75 – und damit niedriger als in Deutschland.

Spahn spricht von »Pandemie der Ungeimpften«

10.40 Uhr: In Deutschland sind bisher 61,4 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach wurden am Montag 118.545 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 54,8 Millionen Menschen (65,9 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief am Dienstag auf Twitter erneut zum Impfen auf. »Bei Inzidenz und auf Intensivstationen sehen wir: Wir erleben eine anwachsende Pandemie der Ungeimpften. Alle, die können, sollten sich ihren Schutz holen!«

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Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen laut RKI mit 76,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Der Stadtstaat zählt mit 71,4 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit 55,6 Prozent Erstgeimpfter und 52,4 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

Merkel kritisiert Scholz für Impfaussage

09.48 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt in der letzten Debatte im Bundestag vor der Wahl erneut für das Impfen und kritisiert dabei SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. »Natürlich war und ist niemand von uns in irgendeiner Form ein Versuchskaninchen«, sagt Merkel mit Blick auf entsprechende Äußerungen von Scholz im Wahlkampf. Jeder Geimpfte habe ausreichend getestete Vakzinen erhalten. Die Politik müsse die Menschen vom Impfen überzeugen »und nicht mit schiefen Bildern von Versuchskaninchen« argumentieren. Impfen wirke, bringe Freiheit zurück und mindere die Gefahr neuer Mutationen, sagt Merkel und appelliert: »Lassen Sie sich impfen.«

Schlechte Belüftung bei Kappensitzung in Gangelt

09.27 Uhr: Bei der Verbreitung des Coronavirus auf der sogenannten Kappensitzung in Gangelt am 15. Februar 2020 spielte die Belüftung eine wichtige Rolle. Das geht aus einer jetzt als Vorveröffentlichung (Preprint) publizierten Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck und anderer Wissenschaftler hervor. »Die Studie zeigt deutlich, wie wichtig eine gute Belüftung mit Frischluft und Filteranlagen sind«, sagte Streeck der Deutschen Presse-Agentur.

Die Forscher haben über Monate hinweg 411 der insgesamt etwa 450 Teilnehmer der Karnevalssitzung befragt. Die Sitzung hatte sich als Superspreader-Event herausgestellt. Fast die Hälfte der Teilnehmer – 46 Prozent – infizierte sich mit dem Virus. Von Gangelt aus hatte sich das Virus in den darauffolgenden Wochen im ganzen Kreis Heinsberg verbreitet. Dadurch kam es in der Region an der niederländischen Grenze zum ersten großen Corona-Ausbruch in Deutschland.

Vereinte Nationen fürchten um Schulbildung von geflüchteten Kindern

07.35 Uhr: Die Vereinten Nationen (Uno) befürchten, dass geflüchtete Kinder wegen der Folgen der Coronapandemie noch seltener weiterführende Schulen besuchen. In 40 Ländern lag die Einschulungsrate von Geflüchteten laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in der Sekundarstufe 2019/2020 nur bei 34 Prozent. »Die jüngsten Fortschritte bei der Einschulung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sind jetzt bedroht«, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi bei der Vorlage eines globalen Schul-Reports.

Das UNHCR forderte die Staaten auf, das Recht auch der Geflüchteten auf Zugang zur Sekundarschulbildung sicherzustellen. Länder, die eine große Zahl von Vertriebenen aufnähmen, benötigten Unterstützung beim Aufbau von Kapazitäten – unter anderem mehr Schulen, geeignetes Lernmaterial und Lehrerausbildung für spezielle Fächer, hieß es.

Die Grundschule besuchten den Angaben zufolge 68 Prozent der Geflüchteten. Jeder zwanzigste Geflüchtete habe sich für eine höhere Bildung entschieden, so die Uno. Das sei zwar ein Plus im Vergleich zum Vorjahr, aber das angestrebte Ziel sei schwierig zu erreichen. Bis 2030 sollen laut UNHCR 15 Prozent eine Bildung erhalten, die zum Studium führt.

Sieben-Tage-Inzidenz fällt leicht auf 83,8

05.17 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist zum ersten Mal seit Tagen wieder leicht gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag sie bei 83,8 – am Vortag hatte der Wert bei 84,3 gelegen, vor einer Woche bei 74,8.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6726 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.39 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 5750 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 59 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 60 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.017.116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.783.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.413.

Bildungsministerin Karliczek: Quarantäne-Einigung richtig

Schülerin mit Schutzmaske schreibt auf ihrem Tablet (Symbolbild)

Schülerin mit Schutzmaske schreibt auf ihrem Tablet (Symbolbild)

Foto: Gregor Fischer / dpa

03.20 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Vereinbarung der Gesundheitsminister der Länder zu Quarantäne-Regeln in Schulen begrüßt. »Das wird die Akzeptanz der Regeln erhöhen. Richtig ist der Ansatz, dass die Dauer und die Zahl der Betroffenen der Quarantäne maßvoll eingeschränkt werden«, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Das werde dazu beitragen, dass der Präsenzunterricht für möglichst viele Kinder und Jugendliche aufrechterhalten werde. »Wichtig ist aber auch, dass die Gesundheitsämter immer auf den Einzelfall schauen werden.«

Die Gesundheitsminister hatten sich am Montag mehrheitlich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet werden, hieß in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund. Symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, sollen diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

Karliczek appellierte zudem erneut an Erwachsene, das Angebot zur Corona-Impfung anzunehmen. »Die Pandemie bleibt für unsere Kinder, die noch nicht geimpft werden können oder noch ungeimpft sind, eine Gefahr.« Je mehr Menschen geimpft seien, desto leichter lasse sich auch das Infektionsgeschehen an den Schulen beherrschen.

Kinderärzte: 98 Prozent der Quarantänemaßnahmen an Schulen nicht notwendig

02.15 Uhr: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisiert, dass ein Großteil der bisher in Schulen verhängten Quarantänemaßnahmen überflüssig gewesen seien. »Daten aus der Vergangenheit zeigen, dass rund 98 Prozent der Quarantänen nicht notwendig gewesen wären«, sagt der BVKJ-Sprecher und Kinderarzt Jakob Maske der Zeitung »Rheinische Post«. Er forderte daher »sehr spezifische Quarantäneregeln«, die nur die infizierte Person selbst oder sehr nahe Kontaktpersonen beträfen. Diese seien »für die Schüler und den Schulbetrieb und damit auch für die seelische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen immens hilfreich«.

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Kuba beginnt als weltweit erstes Land mit Impfungen für Kleinkinder

01.27 Uhr: Kuba startet als erstes Land eine flächendeckende Impfkampagne für Kleinkinder. Am Montag begannen die Behörden in der Provinz Cienfuegos mit den Impfungen für die Altersgruppe der Zwei- bis Elfjährigen. Die Kinder erhalten die in Kuba entwickelten Impfstoffe Abdala und Soberana, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings nicht anerkannt werden. Seit Freitag schon werden Kinder ab zwölf Jahren geimpft.

Mutter hilft ihrer Tochter bei den Schulaufgaben: In Kuba sind die Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen

Mutter hilft ihrer Tochter bei den Schulaufgaben: In Kuba sind die Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen

Foto: KATELL ABIVEN / AFP

Wegen der Coronapandemie waren Kubas Schulen seit März 2020 die meiste Zeit geschlossen. Am Montag begann nun das neue Schuljahr – am Fernseher, weil nur wenige Haushalte in dem kommunistisch regierten Karibikstaat einen Internetanschluss haben. Die Behörden planen, die Schulen ab Oktober schrittweise wieder zu öffnen, wenn bis dahin alle für eine Corona-Impfung infrage kommenden Kinder und Jugendliche die Impfspritzen erhalten haben.

Widmann-Mauz: Integrationskurse für Impfangebote nutzen

00.36 Uhr: Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, will Integrationskurse nutzen, um die Corona-Impfquote zu steigern. »Integrationskurse müssen genutzt werden, um über die Corona-Schutzimpfung aufzuklären und ein niedrigschwelliges Impfangebot zu machen«, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie das gelingen kann, vom Hinweis auf den Impfbus vor der Tür, über die Kooperation mit kommunalen Impfangeboten, bis hin zur Impfärztin, die direkt den Kurs besucht.«

Annette Widmann-Mauz (CDU) im Bundeskanzleramt

Annette Widmann-Mauz (CDU) im Bundeskanzleramt

Foto: Fabrizio Bensch / dpa

Man müsse jetzt alle Kräfte mobilisieren, um die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Denn je mehr sich jetzt impfen ließen, desto sicherer komme man durch Herbst und Winter, sagte Widmann-Mauz. Die Menschen müssten dort erreicht werden, wo sie sich tatsächlich aufhalten: »Ob beim Einkaufen, beim Arzt, in der Apotheke oder eben im Integrationskurs«.

Nur gut 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind aktuell vollständig gegen das Coronavirus geimpft – aus Expertensicht deutlich zu wenig, um die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen.

Uefa lässt im Europapokal wieder Gästefans zu

00.02 Uhr: Die Europäische Fußball-Union will bei den Spielen im Europapokal ab kommender Woche wieder Gästefans zulassen. Darüber habe die Uefa bei einem Workshop mit allen beteiligten Klubs für die Champions League informiert, teilte Bundesligist Borussia Dortmund mit. Demnach soll in der Königsklasse für Gästefans ein Kontingent über fünf Prozent der Stadionauslastung erlaubt sein. Auch das Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE) teilte mit, dass in den Klub-Wettbewerben wieder Gästefans zugelassen werden sollen.

Am Abend bestätigte die Uefa die Änderungen. Der Ausschluss von Gästefans bei Uefa-Wettbewerben sei nicht verlängert worden, teilte der Verband mit. »Daher wird das Standardverfahren wieder eingeführt, das heißt fünf Prozent der insgesamt zulässigen Stadionkapazität sind den Fans der Auswärtsmannschaft vorbehalten«, hieß es.

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Überdies hob der Verband für Arbeitsbereiche im Freien die obligatorischen Abstandsvorschriften auf. Dies erlaube eine höhere Kapazität an Medienvertretern. Die Uefa verwies allerdings darauf, dass alle Lockerungen unter Vorbehalt der örtlichen Coronaschutzmaßnahmen greifen.

jok/aar/hba/kfr/sol/AFP/dpa/Reuters
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