Corona-News am Dienstag Spahn: Für Geimpfte wird es keinen neuen Lockdown geben

Gesundheitsminister Jens Spahn versichert allen bereits Geimpften, dass sie ohne Beschränkungen durch Herbst und Winter kommen werden. Und: Die USA versprechen Mexiko bis zu 8,5 Millionen weitere Impfdosen. Der Überblick.
Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz im Juli

Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz im Juli

Foto: Axel Schmidt / AP

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+++ Spahn: Für Geimpfte wird es keinen neuen Lockdown geben +++

Nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn allen Geimpften Hoffnung auf einen entspannteren Herbst und Winter gemacht. »Für diese drei von vier Erwachsenen, die sich haben impfen lassen, wird es keinen erneuten Lockdown geben«, sagte der CDU-Politiker in einem ARD-»Extra« am Dienstagabend. Das sei aktuelle Rechtslage und bundesgesetzlich geregelt. Die Geimpften könnten sich sicher sein, dass es für sie keine neuen Beschränkungen gebe.

Spahn appellierte erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Noch seien nicht genügend Menschen geimpft, um eine sehr starke Belastung oder Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden.

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Söder nicht zufrieden mit Beschlüssen: 2G wird so oder so kommen

23.29 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich »nicht ganz« zufrieden mit den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde zu Corona gezeigt. Es sei ein Ergebnis auf Sicht, sagte der CSU-Politiker am Dienstagabend in den ARD-»Tagesthemen«: »Wohl auch ein bisschen geschuldet, dass der eine oder andere in Sorge ist, dass man vor der Bundestagswahl nichts Abschließendes entscheiden will.« Daher sei er mit den Beschlüssen »nicht ganz« zufrieden.

Söder betonte erneut, dass eine Debatte über Zugänge nur für Geimpfte und Genesene (»2G«) wohl bald folgen wird. Derzeit gilt die 3G-Regel, also Freiheiten für Geimpfte, Getestete und Genesene. »2G wird so oder so ab einem bestimmten Zeitpunkt kommen und mir wäre es lieber, wir würden jetzt ehrlich drüber reden, als es zu vertagen bis nach der Bundestagswahl«, so Söder. Einige Fußballvereine oder Gastronomen würden bereits jetzt nur für vollständig Geimpfte öffnen. Das sei die Realität. Mit Tests allein könne man die vierte Welle nicht brechen, sagte Söder.

Göring-Eckardt kritisiert Verlängerung der epidemischen Lage

23.25 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kritisiert, dass Bund und Länder in der Corona-Krise die epidemische Lage von nationaler Tragweite verlängern wollen. »Das Grundgesetz setzt Freiheitseinschränkungen einen engen Rahmen«, sagte Göring-Eckardt dem Nachrichtenportal »T-Online«. »Eine unveränderte Feststellung der epidemischen Lage halte ich für falsch. Es braucht für den Herbst eine Regelung, die der neuen Situation und der Zahl Geimpfter Rechnung trägt.« Es müssten die Voraussetzungen geschaffen werden »für eine rechtssichere befristete Fortführung bestimmter, auf die aktuelle Covid-19-Situation zugeschnittener, nicht überaus eingriffsintensiver Maßnahmen wie Masken, AHA-Regeln und Tests«, forderte Göring-Eckardt.

Neuinfektionen in der Türkei knapp unter Drei-Monats-Hoch

21.55 Uhr: Über die Türkei rollt eine weitere Infektionswelle. Das Gesundheitsministerium gibt 26.597 neue Coronavirus-Fälle bekannt. Damit werden nur knapp die Spitzenwerte von Anfang Mai verpasst. Bislang haben rund zwei Drittel aller Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten, knapp die Hälfte hat zwei Impfungen bekommen. Anfang Juli hatte es etwa 4000 Neuinfektionen pro Tag in der Türkei gegeben. In der vergangenen Woche war mit 26.822 Infektionen der höchste Stand seit drei Monaten erreicht worden.

USA versprechen Mexiko bis zu 8,5 Millionen weitere Impfdosen

19.59 Uhr: Mexiko soll nach Angaben von Außenminister Marcelo Ebrard bis zu 8,5 Millionen weitere Dosen Corona-Impfstoff aus den USA bekommen. 3,5 Millionen Dosen des Präparats von Moderna und bis zu 5 Millionen Dosen des Mittels von AstraZeneca würden in den kommenden Wochen erwartet, erklärte Ebrard am Dienstag.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris hatte Mexikos Präsidenten Andrés Manuel López Obrador den Angaben zufolge in einem Telefonat am Montag darüber informiert. Es war zunächst unklar, ob es sich um eine Spende handelte. Die USA hatten dem Nachbarland bereits mehr als vier Millionen Impfdosen gespendet. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Dienstag, es gebe noch keine endgültige Entscheidung, wie viel Impfstoff Mexiko bis wann erhalten werde.

Um die gemeinsame Grenze wieder öffnen zu können, treibt Mexiko seine Impfkampagne in der Grenzregion voran. Laut López Obrador sollen spätestens in einem Monat alle volljährigen Bewohner dort vollständig geimpft sein. Die Grenze wurde wegen der Corona-Pandemie im März 2020 für nicht notwendigen Landverkehr geschlossen.

Mexiko erlebt derzeit eine dritte Welle der Pandemie. Insgesamt wurden in dem nordamerikanischen Land, in dem rund 126 Millionen Menschen leben, bisher mehr als 244.000 Todesfälle offiziell bestätigt – die viertmeisten weltweit. Die Dunkelziffer dürfte zudem sehr hoch sein. Gut 21 Prozent der Bevölkerung sind bislang komplett geimpft. Das Mittel von Moderna ist in Mexiko bisher nicht zugelassen, soll laut Ebrard aber bald der siebte dort zugelassene Impfstoff werden.

Niedersachsen soll auf neuen Corona-Bewertungsmaßstab pochen

19.20 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beharrt laut einem Bericht auch nach den Beratungen von Bund und Ländern darauf, dass künftig neben der Inzidenz weitere Kriterien zur Bewertung der Corona-Pandemie herangezogen werden müssen. Der SPD-Politiker sagte nach den Beratungen der Nachrichtenagentur dpa zufolge, die Diskussion um einen neuen Maßstab sei »noch nicht zu Ende«. Mit einer Protokollerklärung bringe das Bundesland zum Ausdruck, dass es in dieser Frage nicht mit dem Beschluss einverstanden sei.

In der Protokollerklärung zu dem Beschluss, den die Regierungschefs von Bund und Ländern verabschiedeten, heiße es, Niedersachsen halte einen neuen Maßstab zur Einschätzung des Pandemiegeschehens für die Zukunft geboten. Der Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern sieht dies nicht vor.

Weil geht laut dpa davon aus, dass einer neuen niedersächsischen Verordnung auch ein neuer Maßstab zugrunde liegen werde. Man prüfe nun verschiedene Modelle und bereite eine Lösung vor. Von Bund und Länder habe er sich »insgesamt eine präzisere Vorbereitung in dieser Frage gewünscht«.

Corona-Beschlüsse: Einzelhändler zufrieden

18.20 Uhr: Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) finden die Zustimung des Einzelhandels. Der Branchenverband HDE nennt die Abkehr von der reinen Orientierung an der Inzidenz und den Verzicht auf weitere Lockdowns positiv. Es gehe jetzt darum, noch mehr Menschen zu impfen. Der Handel werde dabei helfen, sagte HDE-Lobbyist Stefan Genth.

Arbeitgeber fordern Auslaufen von Testangebotspflicht

17.53 Uhr: Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) fordert, dass spätestens im Oktober die Pflicht der Betriebe endet, Präsenzbeschäftigten kostenlos Schnelltests anzubieten.

»Wenn der Staat sich aus der Finanzierung der kostenfreien Coronatests zurückzieht, muss auch das verpflichtende Testangebot der Arbeitgeber enden«, erklärt die BDA. »Die entsprechende Regelung in der Corona-Arbeitsschutzverordnung muss daher spätestens mit dem 11. Oktober auslaufen.«

Kochsalzlösung statt Impfstoff – mehr als 8500 Menschen müssen wohl erneut geimpft werden

Impfzentrum in Schortens

Impfzentrum in Schortens

Foto:

Mohssen Assanimoghaddam / dpa

17.50 Uhr: Nach Impfungen mit Kochsalzlösungen im April im Kreis Friesland (Bundesland Niedersachsen) könnten nach Behördenangaben mehr Menschen als zunächst angenommen betroffen sein. »Es geht um insgesamt 8557 Menschen, die womöglich ganz oder teilweise keinen Impfschutz erhalten haben, obwohl sie davon ausgehen«, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Jever. Es betreffe 9673 Impfungen, die im Zeitraum vom 5. März bis zum 20. April vorgenommen wurden. Um die möglicherweise fehlenden Impfungen nachzuholen, werden die Betroffenen nun vom Landkreis Friesland angeschrieben.

Ende April hatte eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums bei Schortens eingeräumt, sechs Spritzen statt mit dem Biontech-Impfstoff mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Ihr soll zuvor beim Anmischen ein Fläschchen mit der Vakzine heruntergefallen sein, was sie anschließend vertuschen wollte. Danach wurde der Impfschutz von mehr als 100 Menschen, die an diesem Tag geimpft wurden, zunächst mit Antikörpertests überprüft. Nun steht laut Polizei der Verdacht weiterer Fälle im Raum.

»Wir müssen dafür werben, dass geimpft wird«

17.48 Uhr: Deutschland kommt beim Impfen gegen das Coronavirus nicht schnell genug voran – Bund und Länder wollen die Immunisierungskampagne mit neuen Maßnahmen in Schwung bringen. Vor allem die Testpflicht wird ausgeweitet. Lesen Sie hier mehr.

Grüne bezeichnen Corona-Beschlüsse als enttäuschend

17.47 Uhr: Die Grünen bezeichnen die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) zur Eindämmung der Pandemie als enttäuschend. »Die Beschlüsse der MPK sind angesichts steigender Infektionszahlen und einer inzwischen dominanten, gefährlicheren Virusvariante enttäuschend«, sagt Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der »Rheinischen Post« laut Vorabbericht.

»Statt Pflegeeinrichtungen und Schulen endlich sicherzumachen, statt konkrete Maßnahmen für mehr Tempo beim Impfen vorzulegen, versucht man die Menschen anstelle von überzeugenden Argumente durch Druck zum Impfen zu bewegen«, sagt er. So werde man eine vierte Welle nicht verhindern.

Schon 170 Corona-Sondersendungen bei ARD und ZDF

17.11 Uhr: Schon 170 Sondersendungen zur Coronakrise haben ARD und ZDF seit dem Beginn der Pandemie in ihre beiden Hauptprogramme genommen. In diesem Jahr bereits 23-mal und zuvor 73-mal im Jahr 2020 hieß es im Ersten nach der 20-Uhr-»Tagesschau«: »ARD extra: Die Coronalage«, zuletzt am Dienstagabend nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Titel »Im Wettlauf gegen das Virus: Weichenstellung für den Herbst«.

Das ZDF änderte etwas weniger häufig seinen Programmablauf in den vergangenen 18 Monaten. 2021 gab es bisher 14 »ZDF spezial«-Sendungen zum Thema Corona, 2020 waren es 60 gewesen. Die jüngste Ausgabe ebenfalls am Dienstagabend trug den Titel: »Regeln für den Corona-Herbst – Was will die Politik?«

Drei Viertel der erwachsenen Briten vollständig geimpft

16.30 Uhr: In Großbritannien sind mittlerweile drei Viertel der Erwachsenen vollständig gegen Corona geimpft. Premierminister Boris Johnson bezeichnete den Meilenstein am Dienstag auf Twitter als »riesigen nationalen Erfolg«, auf den man stolz sein solle. Knapp 90 Prozent der erwachsenen Briten haben eine erste Impfdosis erhalten.

Lange Zeit hatte Großbritannien mit seiner Impfkampagne die Nase weit vorn. Mittlerweile haben jedoch viele europäische Länder aufgeholt. In den jüngeren Altersgruppen stockt mittlerweile auch die Impfbereitschaft im Vereinigten Königreich. Mit einer Social-Media-Kampagne, Anreizen von Lieferdiensten und Impfungen in Clubs sollen Jüngere überzeugt werden, sich impfen zu lassen.

Ungeimpfte müssen ab Mitte Oktober für Corona-Schnelltests zahlen

Eine Mitarbeiterin in einem Testzentrum in Hannover

Eine Mitarbeiterin in einem Testzentrum in Hannover

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

15.34 Uhr: Die bislang kostenlosen Bürgertests werden bis auf wenige Ausnahmen nicht länger bezuschusst. Darauf einigten sich Bund und Länder nach SPIEGEL-Informationen. Für Ungeimpfte wird es künftig teuer. Lesen Sie hier mehr.

Portugal empfiehlt Impfung für 12- bis 15-Jährige

15.26 Uhr: In Portugal wird die Impfungen nun auch für die Altersgruppe von zwölf bis 15 Jahren empfohlen. Die Teenager benötigten kein ärztliches Rezept, sondern müssten nur in Begleitung ihrer Eltern oder ihres Vormunds erscheinen, teilt die Gesundheitsbehörde DGS mit.

Ärztepräsident fordert neue langfristige Coronastrategie

15.13 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert angesichts steigender Impfquoten eine Neuausrichtung der Coronapolitik. »Notwendig ist eine Langfrist-Strategie, wie wir auf Dauer mit dem Virus koexistieren können«, sagte der Chef der Bundesärztekammer am Dienstag anlässlich der Bund-Länder-Beratungen zum Kurs im Herbst. »Wir können unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben nicht immer wieder aufs Neue stilllegen.« Statt »simpler Lockdown-Politik mit dem Holzhammer im Sinne bloßer Kontaktreduzierung« brauche es zielgenauere und wissenschaftlich basierte Anti-Corona-Maßnahmen.

Reinhardt sprach sich für ein bundesweit einheitliches Ampelsystem mit verschiedenen Indikatoren aus. Entscheidend für die Beurteilung der Gefahrenlage seien neben der Zahl der Neuinfektionen schwere Klinikfälle, die Zahl der tatsächlich an Covid-19 Erkrankten, die Rate positiver Tests, die Impfquote und die Altersstruktur der Infizierten. Die meisten Daten lägen vor, man müsse sie nur nutzen.

Tochter trotz Corona in Klinik besucht: Mutter freigesprochen

Prozessauftakt am vergangenen Dienstag

Prozessauftakt am vergangenen Dienstag

Foto: Matthias Bein / dpa

15.10 Uhr: Eine Frau, die trotz des Verdachts auf eine Infektion ihre Tochter in einem Klinikum im Harz besucht hat, ist am Dienstag vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs und der versuchten gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden. Das Amtsgericht Quedlinburg folgte mit dieser Entscheidung dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte für die heute 72-Jährige eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung gefordert.

Die Frau wurde nach einer Anzeige des Klinikums von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Der Anklage nach hatte die positiv auf das Coronavirus getestete Frau Anfang Oktober ihre erwachsene, operierte Tochter besucht. Die Angeklagte gab vor Gericht an, sie habe sich Sorgen um ihre Tochter gemacht.

Söder für Ende von Bürgertests

14.30 Uhr: Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder tagen gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer neuen virtuellen Coronarunde. Unter anderem soll es um die Frage gehen, ob die kostenlosen Corona-Schnelltests ab Oktober abgeschafft werden.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich für das Ende der Bürgertests aus. Er twitterte zum Start der Schalte: »Wer ein Impfangebot hatte und es bewusst ausschlägt, soll ab Oktober nicht mehr kostenlos testen können.«

Die Ministerpräsidentenkonferenz wurde während der Coronapandemie zum wichtigsten Instrument von Bund und Ländern in der gemeinsamen Bekämpfung der Notlage. Selten waren sich die Teilnehmenden einig, manche Runden tagten in der Vergangenheit bis spät in die Nacht. Die nun anberaumte Runde will unter anderem klären, welche Parameter künftig neben den Inzidenzwerten zur Erfassung der Coronalage gelten sollen – und ob die kostenlosen Bürgertests abgeschafft werden.

Impfgegner wollen BBC-Zentrale stürmen – und stehen vor dem falschen Gebäude

Foto: PAUL BROWN-BAKEDBEANMEDIA / REUTERS

13.44 Uhr: Sie werfen der BBC Werbung für Coronaimpfstoffe vor und wollten offenbar den Sendebetrieb stören. Bei ihrem Protest in London zogen Hunderte Impfgegner aber zunächst zur falschen Adresse. Lesen Sie hier mehr.

China verzeichnet höchsten Wert an Neuinfektionen seit Januar

13.21 Uhr: In China ist die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit sieben Monaten gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, wurde das Coronavirus binnen 24 Stunden bei 143 Menschen nachgewiesen – das war der höchste Wert in der Volksrepublik seit Januar, als 144 neue Fälle gemeldet wurden.

China kämpft derzeit gegen den größten Ausbruch seit Monaten, der von der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus befeuert wird. Mehrere Städte wurden bereits unter einen strikten Lockdown gestellt, Millionen Menschen wurden auf das Coronavirus getestet und Reisebeschränkungen verhängt.

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Österreich will im Oktober mit Auffrischungsimpfung starten

13.00 Uhr: Österreich wird ab dem 17. Oktober mit den Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Das ist etwa neun Monate, nachdem die ersten Bürger ihre zweite Dosis erhielten, sagt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in einem ORF-Radiointerview.

Bestimmte Risikogruppen könnten die dritte Dosis auch schon früher erhalten. »Es gibt gewisse Gruppen, zum Beispiel Immunsupprimierte, wo man nach Rücksprache mit dem Arzt eventuell auch früher impfen kann. Da kann man auch einen Test auf neutralisierende Antikörper machen«, erklärt der Minister. In Österreich haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher knapp 60 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten.

Stiko-Chef kritisiert Zeitplan für Booster-Impfungen

12.50 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kritisiert die von der Bundesregierung ab September geplanten Drittimpfungen von Risikopatienten. »Der Aktionismus der Politik verunsichert die Menschen«, sagt Mertens im »Welt«-Interview.

»Bei den Auffrischimpfungen zum Beispiel ist der vermittelte Zeitdruck gar nicht gegeben. Da kommt es nicht auf eine oder zwei Wochen früher oder später an.« Zu den sogenannten Boostern liegt noch keine Empfehlung der Stiko vor.

Lindner hält Debatte über kostenpflichtige Tests für verfrüht

12.15 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hält die Debatte über kostenpflichtige Coronatests für verfrüht. Es müsse zwar demnächst in diese Richtung gehen, aber abhängig vom Pandemiegeschehen und dem Impffortschritt, sagt er im Bundestag. Es wäre nichts gewonnen, wenn junge Leute am Ende im privaten Bereich feierten anstatt in Klubs mit Hygienekonzept und Testpflicht.

Israel meldet mehr als 6000 neue Fälle

12.00 Uhr: Erstmals seit einem halben Jahr sind in Israel wieder mehr als 6000 Coronainfektionen an einem Tag nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag berichtete, wurden am Montag 6275 Fälle erfasst. Gleichzeitig nähert sich die Zahl der schwer kranken Patienten der Marke von 400. Am Dienstag wurden in den israelischen Krankenhäusern 394 schwer erkrankte Covid-Patienten behandelt. Der Zustand von 87 von ihnen wurde als kritisch eingestuft.

Gut 58 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis sind vollständig geimpft. Vor Kurzem hatte das Gesundheitsministerium Zahlen vorgelegt, nach denen die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante.

Pandemie beschert britischen Abiturienten Höchststand an Topnoten

11.52 Uhr: In Großbritannien hat während der Pandemie eine Rekordzahl an Schülern ein Abitur (A-Levels) mit Topbenotung erreicht. Knapp 45 Prozent der Abiturienten bekamen die Bestnoten A oder A*, wie am Dienstag aus offiziellen Zahlen hervorging. Das sind gut sechs Prozent mehr als im Vorjahr und entspricht dem höchsten Anteil an Topnoten jemals. Experten warnten vor einer »Noteninflation« und befürchteten, dass der Bildungsstandard sinken könne.

Wegen der Pandemie, in der über Monate lang die Schulen geschlossen blieben und nur online unterrichtet wurde, sind die Abschlussnoten in diesem Jahr weitgehend von Lehrern auf der Grundlage von Tests und Mitarbeit im Unterricht vergeben worden anstatt auf der Basis von Abschlussprüfungen. Diese waren zum zweiten Mal in Folge ausgefallen. Im vergangenen Jahr gab es viel Kritik an einem Modell, bei dem Algorithmen zur Benotung von Schülern eingesetzt werden sollten.

Laschet für Verlängerung der epidemischen Lage in Deutschland

11.05 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, den im September auslaufenden Status einer epidemischen Notlage in Deutschland zu verlängern. Damit das Land seine Instrumente im Kampf gegen Corona weiter nutzen könne, brauche es diese Erklärung durch den Bundestag am 7. September, sagte Laschet am Dienstag im Düsseldorfer Landtag.

Mehr als eine Million Kinder ab 12 Jahren in Deutschland geimpft

10.48 Uhr: Die Impfungen bei Kindern und Jugendlichen gehen weiter voran. Bei den 12- bis 17-Jährigen haben mittlerweile mehr als eine Million eine erste Impfung erhalten, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag auf Twitter  mitteilte. Dies entspricht nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 22,5 Prozent dieser Altersgruppe. Spahn betonte erneut: »Wir haben genug Impfstoff für alle Altersgruppen.«

Bund und Länder hatten angekündigt, mit Blick auf den Schulstart nach den Sommerferien mehr Impfgelegenheiten für Kinder anzubieten – auch in Impfzentren wie bereits in Praxen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Impfungen bei Kindern vorerst nur bei höherem Risiko für schwere Coronaverläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Impfungen sind laut Stiko aber mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind ab 12 Jahren zugelassen.

Bangladesch lässt erste Rohingya-Geflüchtete impfen

10.16 Uhr: Bangladesch hat damit begonnen, erste Flüchtlinge der muslimischen Rohingya-Minderheit aus dem benachbarten Myanmar gegen Corona impfen zu lassen. Bis Donnerstag sollen 48.600 über 55 Jahre alte Flüchtlinge Impfungen erhalten, sagte ein Mitarbeiter der für Flüchtlinge zuständigen Behörde, Abu Toha Bhuiyan, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Später sollen mehr Flüchtlinge ihre Impfung erhalten, wenn mehr Dosen vorhanden seien. In überfüllten Camps in dem südasiatischen Land leben mehr als eine Million muslimische Rohingyas aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar.

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Gerade durchlebt Bangladesch eine starke Coronawelle, und auch in den Flüchtlingslagern nehmen die Fälle zu. Bislang sind in dem Land mit 160 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern knapp drei Prozent ganz und fünf weitere Prozent mit einer Impfdosis gegen Covid geimpft.

Laschet will neuen Lockdown verhindern

Armin Laschet

Armin Laschet

Foto:

Marius Becker / dpa

10.11 Uhr: In der Pandemie wird es dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zufolge keinen neuen Lockdown geben. Dieser müsse und werde verhindert werden, sagt Laschet, der auch Kanzlerkandidat der Union ist, kurz vor dem neuen Corona-Gipfel von Bund und Ländern.

Er pocht dazu auf seinen fünf Punkte umfassenden Plan, den er am Montag im CDU-Präsidium vorgelegt hatte. Für diese fünf Punkte werde er sich bei den Beratungen einsetzen. Sie zielen unter anderem auf mehr Coronatests und Impfanreize ab. »Wir wollen und werden mehr testen, um einen neuen Lockdown zu verhindern«, sagt Laschet.

Zudem sollen an Schulen laut Laschet möglichst nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden, wenn sich ein einzelnes Kind oder ein einzelner Jugendlicher mit Corona infiziert hat. Die Gesundheitsminister berieten derzeit darüber, welche Quarantänemaßnahmen notwendig seien.

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Düsseldorfer Karnevalisten lassen nur Geimpfte und Genesene zu

10.10 Uhr: Die Düsseldorfer Karnevalisten wollen in der nächsten Saison nur Geimpfte und Genesene zu Feiern zulassen. »Wir (...) werden zu unseren Veranstaltungen keinen Eintritt gewähren, wenn lediglich ein negativer Corona-Test vorliegt«, sagte der Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Carneval (CC), Hans-Jürgen Tüllmann, der »Rheinischen Post«. »Das reicht uns nicht, um uns vor dem Virus zu schützen. Damit wollen wir auch dazu aufrufen, sich impfen zu lassen.«

Das Festkomitee Kölner Karneval ist noch nicht soweit. »Wir diskutieren das noch«, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Die Düsseldorfer Regelung sei gewiss nicht abwegig und auch für Köln eine Option. Es sei aber noch ein wenig Zeit bis zum Beginn der neuen Karnevalssaison am 11.11. und deshalb könne man noch etwas abwarten, wie sich die Dinge entwickelten.

Nach Tragödie in russischer Klinik: Wieder genügend Sauerstoff da

09.28 Uhr: Mehrere Stunden nach dem Tod mehrerer Corona-Patienten als Folge eines Sauerstoff-Ausfalls ist die Versorgung in dem betroffenen russischen Krankenhaus wieder sichergestellt. Aus einer Nachbarregion seien drei Tonnen Sauerstoff in die Republik Nordossetien-Alanien im Kaukasus gebracht worden, meldete die russische Staatsagentur Ria Nowosti am Dienstag unter Berufung auf Behörden. Republikchef Sergej Menjajlo sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Am Montagabend war Regierungsangaben zufolge ein unterirdisches Rohr gebrochen. Daraufhin wurde die Sauerstoff-Versorgung in einer Klinik in Wladikawkas, der Hauptstadt der Republik, kurzzeitig unterbrochen. Neun schwerkranke Patienten starben. Regierungschef Menjajlo zufolge waren ihre Lungen durch Covid-19-Infektionen stark beschädigt. Die Überlebenden wurden vorübergehend über Sauerstoffflaschen versorgt. Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Unglücks mehr als 70 Menschen an Beatmungsgeräte angeschlossen.

Wenn Corona zum Burn-out führt

09.15 Uhr: Sozialer Stress, Homeoffice, Kinderbetreuung: Die Pandemie belastet die Seele. Mediziner beobachten steigende Zahlen psychischer Erkrankungen. Eine Klinik hat ein eigenes Corona-Burn-out-Programm entwickelt. Erfahren Sie hier mehr. 

Berlins Bürgermeister Müller unterstützt Testpflicht für Ungeimpfte

08.48 Uhr: Vor den Beratungen zwischen Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Pandemie hat der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz die geplante Testpflicht für Ungeimpfte unterstützt. »Wer nicht mit einer Impfung nachweisen kann, dass er sicher ist für Andere, muss einen Test machen«, sagte Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag im ZDF-»Morgenmagazin«.

Er gehe davon aus, dass die Testpflicht in Innenräumen ausgeweitet werde. »Wir werden sehen, dass wir vor allem Dingen für die Innenräume verbindlich festlegen, dass wir auch dort einen Testnachweis brauchen.« Müller nannte als Beispiele Hotels, Restaurants und große Veranstaltungen. Dort würden Tests von Ungeimpften erwartet. Einkaufen sei davon ausgenommen.

Söder warnt vor »Pandemie der Ungeimpften»

Markus Söder: »Wer sich nicht impfen lässt, trägt auch die Verantwortung«

Markus Söder: »Wer sich nicht impfen lässt, trägt auch die Verantwortung«

Foto: Daniel Karmann / dpa

08.46 Uhr: Vor den Corona-Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel gab Bayerns Regierungschef Söder seine Ziele bekannt: Geimpften müsse man »zwingend die Grundrechte zurückgeben«. Lesen Sie hier mehr.

2480 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 23,5

08.40 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen ist erneut leicht gestiegen und liegt nun bei 23,5 (Vortag: 23,1). Wie das Robert Koch-Institut am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2480 Neuinfektionen sowie 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei 17,9 gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt seit Wochen in Deutschland wieder kontinuierlich an. Am Dienstag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer über die Corona-Lage beraten.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs nach den jüngsten Angaben des RKI auf 3.794.429. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg auf 91.803. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gab das RKI mit rund 3.669.600 an.

Mehr Übernachtungen nach Corona-Lockerung – Vorkrisenniveau weit weg

08.34 Uhr: Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe haben im Juni vom Ende vieler Corona-Auflagen profitiert. Die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Gäste nahm um 6,1 Prozent zum Vorjahresmonat auf 30,9 Millionen zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg um 5,5 Prozent auf 29,0 Millionen, die von ausländischen Gästen erhöhten sich um 17,3 Prozent auf 1,9 Millionen. »Die Betriebe profitierten dabei von der schrittweisen Lockerung des Corona-bedingten Beherbergungsverbots für privatreisende Gäste«, hieß es. Allerdings blieben die Übernachtungszahlen um 39 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Juni 2019.

Im gesamten ersten Halbjahr verbuchten die Beherbergungsbetriebe 76,4 Millionen Übernachtungen. Das waren 34,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 70,2 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste wurden von Januar bis Juni verzeichnet – ein Minus von 30,8 Prozent. Noch deutlicher war der Einbruch bei den ausländischen Gästen: Hier gab es einen Rückgang von 60,1 Prozent auf 6,2 Millionen Übernachtungen.

Nur wenige Firmen wollen globale Lieferketten ersetzen

08.19 Uhr: Trotz massiver Probleme mit den Lieferketten wollen einer Studie zufolge nur wenige Unternehmen in Deutschland die globale Beschaffung ersetzen. Von 5000 befragten Firmen will nur jede zehnte in Zukunft vermehrt auf heimische Lieferketten setzen, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Ifo-Instituts für die Konrad-Adenauer-Stiftung hervorgeht. »Viele Firmen planen stattdessen, ihre Lagerhaltung auszubauen und die Anzahl ihrer Zulieferer zu erhöhen«, sagte die Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, Lisandra Flach. Die Coronapandemie hatte eine Debatte über die Rückholung von Produktion nach Deutschland ausgelöst, nachdem medizinische Güter wie Masken oder Schutzanzüge im Ausland kaum zu beschaffen waren.  Aktuell beklagt die Wirtschaft einen massiven Mangel an wichtigen Vorprodukten wie Mikrochips.

Australien: Arbeitgeber dürfen Impfstatus der Beschäftigten abfragen

06.41 Uhr: Arbeitgeber in Australien können ihre Beschäftigten ab sofort nach ihrem Corona-Impfstatus fragen. Premierminister Scott Morrison gab die neuen Leitlinien für Unternehmen am Dienstag bekannt – trotz einer Debatte darüber, ob das Datenschutzrecht dies erlaubt. Arbeitgeber hätten durch die neuen Regeln die Möglichkeit, »Angestellte von ihren Aufgaben fernzuhalten, wenn diese mit Kunden zu tun haben oder mit anderen interagieren, und so das Risiko zu verringern, dass diejenigen, die nicht geimpft sind, Covid-19 am Arbeitsplatz verbreiten«, so die Zeitung »Sydney Morning Herald«.

Eine Impfpflicht soll es aber weiter nicht geben, so Morrison. »Das Impfprogramm in Australien ist kostenlos und nicht obligatorisch. Das ist ein sehr wichtiger Grundsatz«, betonte der Premier.

Trotz steigender Corona-Zahlen in vielen Landesteilen herrscht eine große Impfskepsis. Laut »Our World in Data« sind bislang 18 Prozent der 25 Millionen Australier vollständig geimpft. Das Land lebt seit März 2020 weitgehend abgeschottet. Die Grenzen sind geschlossen.

In Deutschland dürfen Arbeitgeber den Impfstatus nur für einige Berufsgruppen aus dem medizinischen Bereich abfragen und verarbeiten. Ob die Leitlinie auch großzügiger ausgelegt werden kann, ist noch strittig.

Sportpolitiker fordern Gleichbehandlung bei 3G-Öffnung von Stadien

05.54 Uhr: Sportpolitiker aus Regierung und Opposition haben sich für eine Öffnung der Fußballstadien und zugleich für die Gleichbehandlung der Besucher nach den 3G-Bedingungen ausgesprochen. »Eine Unterscheidung zwischen geimpften, genesenen oder negativ getesteten Zuschauern halte ich aus verfassungsrechtlichen Gründen für problematisch«, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eberhard Gienger, der »Augsburger Allgemeinen«. Seiner Meinung nach »müssen geimpfte, genesene oder negativ getestete Zuschauer beim Zutritt ins Stadion gleich behandelt werden«, forderte der CDU-Politiker und plädierte für bundesweit einheitliche Regeln zum Bundesliga-Start.

Ähnlich wie der frühere Turn-Weltmeister Gienger äußerte sich die Sportpolitische Sprecherin und Obfrau der FDP-Bundestagsfraktion im Sportausschuss, Britta Dassler. Da man im Fall von Fußballstadien über den Außenbereich spreche, lasse sich »eine Zugangsreduzierung auf Geimpfte und Genesene (2G) kaum rechtfertigen«, sagte Dassler der Zeitung: »Daher sollte grundsätzlich der Zugang für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) möglich sein.« Das Hausrecht der Vereine bleibe davon aber natürlich unberührt, meinte die FDP-Abgeordnete.

Vor dem Start der 59. Spielzeit gibt es in der Bundesliga eine emotionale Debatte über die Zugangsrechte von Ungeimpften in Stadien und steigende Inzidenzen an den Spielorten. Anstoß der Debatte ist eine Neuerung beim 1. FC Köln, der ab Ende August nur noch geimpfte oder genesene Zuschauer in sein Stadion lassen möchte. Bund und Länder werden am Dienstag grundsätzlich über das weitere Vorgehen in der Coronapandemie beraten.

Australien: Corona-Rekordzahlen in New South Wales trotz Lockdowns

05.27 Uhr: Der australische Bundesstaat New South Wales mit der Millionenmetropole Sydney bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle trotz strenger Regeln nicht in den Griff. Innerhalb von 24 Stunden seien in der Region 356 Neuinfektionen verzeichnet worden, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit. Vier ältere Menschen starben in Verbindung mit Covid-19. Alle waren nicht gegen das Virus geimpft.

»Wir wissen, dass New South Wales schwierige Zeiten durchmacht, aber wir wissen auch, dass Impfungen ein wichtiges Instrument sind, um die Ausbreitung zu reduzieren und Krankenhausaufenthalte zu verhindern«, sagte Regionalpremierministerin Gladys Berejiklian. »Es ist so traurig, wenn man von Todesfällen vor allem von älteren Menschen hört, die aus welchen Gründen auch immer nicht geimpft wurden.«

Große Teile der Region, darunter auch Sydney, befinden sich bereits seit Ende Juni in einem strikten Lockdown. Die Maßnahmen sollen bis mindestens Ende August gelten.

Merz vor Corona-Beratungen: »Es darf keinen weiteren Lockdown geben«

04.05 Uhr: In der Debatte um die künftige Corona-Strategie fordert der CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz den Verzicht auf einen weiteren Lockdown auch bei steigenden Infektionszahlen im Herbst. »Es darf keinen weiteren Lockdown geben«, sagte Merz der Nachrichtenagentur dpa vor Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Dienstag. Es gebe »keinen Grund für erneute Schließungen von Schulen und Geschäften, denn der Inzidenzwert hat wegen den Fortschritten beim Impfen keine Aussagekraft mehr«. Auch eine Überlastung der Intensivstationen sei dank der Impfungen sehr unwahrscheinlich geworden. »Für Geimpfte, Genesene und Getestete muss deshalb auch im Herbst bei höheren Inzidenzen ein normales Leben möglich sein.«

Texas bittet Krankenhäuser um Aufschub von Eingriffen

Impfzentrum in Houston, Texas

Impfzentrum in Houston, Texas

Foto: Mark Mulligan / dpa

02.15 Uhr: Angesichts der jüngsten Corona-Welle hat der US-Bundesstaat Texas alle Krankenhäuser gebeten, nicht absolut notwendige medizinische Eingriffe zu verschieben. Damit solle sichergestellt werden, dass alle Covid-Patienten adäquat versorgt werden könnten, erklärte Gouverneur Greg Abbott am Montag in einem Schreiben an den Krankenhausverband. Das Gesundheitsministerium werde sich zudem bemühen, für die Versorgung der Corona-Patienten medizinisches Personal aus anderen Bundesstaaten zu gewinnen, hieß es. Auch soll der Katastrophenschutz wieder Infusionszentren eröffnen, in denen Patienten Blutplasma-Behandlungen bekommen können.

Die Lage in Texas hat sich aufgrund der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus deutlich zugespitzt. In dem Bundesstaat mit 29 Millionen Einwohnern wurden zuletzt im Schnitt pro Tag rund 12.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie Daten der Behörden zeigen. Derzeit werden demnach rund 9000 Covid-Patienten in Krankenhäusern behandelt. Der Republikaner Abbott hat Auflagen wie eine Maskenpflicht in dem Staat per Verfügung für illegal erklärt. In Texas sind rund 44 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, landesweit liegt die Impfquote bei 50 Prozent.

Urlauber zum Verlassen des französischen Überseegebiets Martinique aufgefordert

Corona-Patient auf Martinique (im Juli 2021)

Corona-Patient auf Martinique (im Juli 2021)

Foto: LIONEL CHAMOISEAU / AFP

00.50 Uhr: Wegen stark ansteigender Infektionenszahlen haben die Behörden im französischen Überseegebiet Martinique Urlauber aufgefordert, die Karibik-Insel zu verlassen. Wie der Präfekt des Übersee-Départements, Stanislas Cazelles, am Montag verkündete, sollen alle »gefährdeten Touristen« die Urlaubsinsel verlassen. In einer Verschärfung des Lockdowns sollen alle Strände gesperrt und Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Geschäfte mit Ausnahme von Apotheken und Lebensmittelläden geschlossen werden.

Hotels und Ferienunterkünfte würden für Urlauber geschlossen und stünden nur noch Geschäftsreisenden und Einheimischen offen. Die Inselbewohner dürfen sich demnach nicht mehr weiter als einen Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Die Maßnahmen sollen in 15 Tagen überprüft werden, kündigte Cazelles an. Die strengen Regeln würden aufgehoben, »sobald es die gesundheitliche Situation erlaubt«, sagte er.

jok/mwo/mjm/apr/nek/AFP/dpa/Reuters
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