Corona-News am Dienstag Baden-Württemberg verschärft Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

In Baden-Württtemberg gilt die Corona-Warnstufe – ohne Impfung ist der Zutritt zu Kinos ab Mittwoch nur mit PCR-Test erlaubt. Und: Die Niederlande kehren zur Maskenpflicht zurück. Der Überblick am 2. November.
Ministerpräsident Winfried Kretschmar (Grüne) und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) im Impfzentrum

Ministerpräsident Winfried Kretschmar (Grüne) und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) im Impfzentrum

Foto: Gruber / imago images/vmd-images

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Baden-Württemberg verschärft Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

20.37 Uhr: In Baden-Württemberg tritt am Mittwoch die Corona-Warnstufe in Kraft. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen hat am Dienstag den zweiten Werktag in Folge den Wert von 250 überschritten, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Stuttgart mitteilte. Damit gelten künftig wieder strengere Regeln vor allem für Ungeimpfte: darunter PCR-Tests bei Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen und Kontaktbeschränkungen.

Die erste kritische Marke sei erreicht, die Lage in den Krankenhäusern angespannt, teilte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag mit. »Wir erleben derzeit eine Pandemie der Ungeimpften. Das sehen wir nicht nur an den getrennt ausgewiesenen Inzidenz-Werten, sondern auch auf den Intensivstationen.« Dort lägen fast ausnahmslos nicht-geimpfte Patientinnen und Patienten mit einem schweren Verlauf, so Lucha. Es sei deshalb klar, dass man mit den Einschränkungen bei den Nicht-Geimpften ansetzen müsse. »Sie sind Treiber der Pandemie und sorgen für die Belastung des Gesundheitssystems«, teilte der Gesundheitsminister mit.

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Für Ungeimpfte bedeutet die Warnstufe wieder umfassendere Testpflichten sowie die Rückkehr von Kontaktbeschränkungen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss künftig bei zahlreichen Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen etwa im Restaurant, Kino oder Schwimmbad einen PCR-Test vorweisen. Ein Schnelltest reicht dann nicht mehr aus.

Zudem sehen die strengeren Regeln wieder eine Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt und fünf weitere Personen vor. Geimpfte und Genese sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sind ausgenommen. Auch Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zählen nicht dazu.

USA: Grünes Licht für Biontech-Impfung für Kinder

23.31 Uhr: Nach der Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren in den USA hat auch ein Expertengremium der Gesundheitsbehörde grünes Licht gegeben. Der formale Schritt, von dem US-Medien am Dienstag übereinstimmend berichteten, war erwartet worden. Damit kann die Impfkampagne für die etwa 28 Millionen betroffenen Kinder in den USA nun – wie vom Weißen Haus bereits geplant – wohl noch in dieser Woche starten.

Eine klinische Studie zeigte nach Angaben von Biontech/Pfizer, dass der Impfstoff für Kinder dieser Altersgruppe »gut verträglich« sei und eine »starke Immunantwort« einen Monat nach der zweiten Dosis hervorrufe. Verglichen mit Erwachsenen und Jugendlichen wurde den Fünf- bis Elfjährigen eine deutlich geringere Dosis des Vakzins verabreicht. Die zweite notwendige Injektion erhielten sie nach 21 Tagen. An der Studie nahmen 2268 Kinder in dem Alter teil.

Der Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer ist in den USA bereits für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und für Erwachsene zugelassen. Die Wirkstoffe von Moderna sowie von Johnson & Johnson dürfen bislang nur bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Auch in Europa haben Biontech und Pfizer eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder beantragt, wie sie Mitte Oktober mitteilten. Demnach übermittelten sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten. Eine Entscheidung der EMA ist vor Weihnachten anvisiert.

30 Teilnehmer von Yogazentrum auf Mallorca müssen in Quarantäne

22.19 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Yogazentrum auf Mallorca sind 30 Menschen in ein Quarantäne-Hotel gebracht worden. Die meisten Betroffenen seien Ausländer ohne Wohnsitz auf der spanischen Insel, sagte die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez am Dienstag vor Journalisten bei der Präsentation eines Impf-Busses in Palma.

Sie seien allerdings nicht alle positiv getestet worden, betonte sie. Konkrete Zahlen nannte Gómez nicht. Auch weitere Details, etwa zur Nationalität der Betroffenen und zu dem Ort des Ausbruchs, verriet die Regionalministerin nicht.

Anders als in Deutschland und anderen Ländern bleiben die Corona-Zahlen auf Mallorca und in ganz Spanien seit Wochen auf relativ niedrigem Niveau stabil. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde am Dienstag in Spanien mit 23 angegeben, auf den Balearen lag der Wert bei 43. In Deutschland betrug die Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts 153.

Argentinien lockert Reisebeschränkungen für Touristen

21.53 Uhr: Nach mehr als anderthalb Jahren Schließung hat Argentinien seine Grenzen wieder für den internationalen Reiseverkehr geöffnet. »Wir kehren zur Normalität zurück«, erklärte Verkehrsminister Alexis Guerrera am Dienstag. Ab sofort könnten Touristen auf dem Luft- und Seeweg wieder regulär nach Argentinien einreisen.

Bereits Anfang Oktober hatte Argentinien seine Landgrenzen zu den Nachbarländern wieder geöffnet. Ausländische Touristen, die nach Argentinien einreisen, müssen vollständig geimpft sein, wobei die letzte Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegen muss. Zudem benötigen Reisende einen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist sowie eine spezielle Corona-Versicherung.

Zehn Prozent des argentinischen Bruttoinlandsprodukts gehen nach Angaben der argentinischen Tourismuskammer von 2018 auf den Tourismussektor zurück. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 hatte das Land offiziellen Angaben zufolge mit 4,3 Millionen ausländischen Besuchern einen Rekord verzeichnet.

Die Corona-Fallzahlen gehen in Argentinien seit Wochen zurück. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem südamerikanischen Land mehr als 5,2 Millionen Infektionsfälle verzeichnet, 116.000 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. 57,7 Prozent der Bevölkerung sind vollständig gegen die Krankheit geimpft.

Medienberichte: Bund-Länder-Treffen soll weiteres Vorgehen gegen Corona festlegen

20.55 Uhr: Seit Tagen steigt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland deutlich an. Immer mehr Corona-Patienten müssen in Krankenhäusern behandelt werden. Nach Informationen der Bild-Zeitung  ist deshalb am 10. November ein Bund-Länder-Treffen geplant, das die weitere Strategie gegen die Corona-Pandemie festlegen soll. Merkel hatte in den vergangenen Tagen bereits verschärfte Maßnahmen angekündigt, einen erneuten Lockdown aber ausgeschlossen. Das Bundesland Sachsen plant ab dem 8. November eine neue Corona-Schutzverordnung, die vor allem für Ungeimpfte harte Einschnitte vorsieht. SPD, Grüne und FDP hatten zuvor angekündigt, die »epidemische Lage von nationaler Tragweite« zum 25. November auslaufen zu lassen. Eine Übergangsregelung solle aber bis zum 22. März 2022 weiterhin Corona-Maßnahmen wie etwa die Maskenpflicht ermöglichen.

Niederlande führen Maskenpflicht wieder ein

20.16 Uhr: Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verschärfen die Niederlande erneut die Corona-Maßnahmen. Die Maskenpflicht wird wieder für alle öffentlich zugängliche Orte wie Geschäfte oder Friseure eingeführt, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Auch der Corona-Pass wird für mehr Orte verpflichtend. Bürger sollen auch wieder den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter wahren.

Erst vor gut einem Monat hatte das Land viele Maßnahmen aufgehoben und etwa die 1,5 Meter-Regel abgeschafft. Daraufhin waren die Infektionszahlen schnell gestiegen. Die Lage gilt nun als ernsthaft, es gilt die höchste Warnstufe. Rutte appellierte an die Bürger, sich an die Regeln zu halten. »Alles hängt von unserem eigenen Verhalten ab«.

Menschen müssen nicht mehr nur in Gaststätten, Kinos und Theatern nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Der Corona-Pass gilt dann auch etwa für Sportclubs, Fitnesscenter und Zoos. Masken müssen künftig auch wieder in Bibliotheken, auf Bahnhöfen, in Krankenhäusern und an Hochschulen getragen werden.

In den vergangenen sieben Tagen war die Zahl der Infektionen um 39 Prozent im Vergleich zur Vorwoche auf fast 54.000 gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 313. In den Krankenhäusern wurden in den vergangenen sieben Tage etwa 50 Prozent mehr Covid-Patienten eingeliefert, so viel hatte es seit Mitte Mai nicht gegeben, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mit. Inzwischen ist die Lage an vielen Krankenhäusern so prekär, dass erneut hunderte Operationen abgesagt wurden.

Auch die Zahl der Todesopfer nimmt den Angaben zufolge zu. In der vergangenen Woche starben 102 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Etwa 20 Prozent der Niederländer über 12 Jahre sind nicht geimpft.

Nach 29 Positiv-Tests: »Sansibar« auf Sylt geschlossen

20.12 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch im Kult-Lokal »Sansibar« auf der Nordseeinsel Sylt hat Promi-Wirt Herbert Seckler sein Restaurant geschlossen. »Alle sind doppelt geimpft, ich kann es mir nicht erklären. Aber ich kann es nicht verantworten, weiter geöffnet zu haben«, sagte Seckler der »Bild»-Zeitung  am Dienstag. Aus Fürsorge für Gäste und Angestellte werde er sein Restaurant in den Rantumer Dünen bis auf Weiteres schließen. 29 von rund 100 Angestellten waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Mittwoch sollte die komplette Belegschaft erneut einen PCR-Test machen. Wann das Kult-Lokal wieder öffnen wird, konnte ein Mitarbeiter am Dienstagabend auf Anfrage nicht sagen.

Griechenland verschärft Regeln für Ungeimpfte

17.56 Uhr: In Griechenland dürfen ungeimpfte Bürger ab Samstag Einrichtungen wie Behörden, Banken, Geschäfte und Friseure nur noch mit einem aktuellen negativen Corona-Test betreten. Das teilte am Dienstagabend der griechische Gesundheitsminister Thanos Plevris im Staatsfernsehen mit. Ohne Test zugänglich bleiben lebensnotwendige Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken. Zudem können sich ab Freitag dem Minister zufolge alle vollständig geimpften Bürger ab 18 Jahre eine Auffrischungsimpfung verabreichen lassen. Ungeimpfte Berufstätige müssen bei der Arbeit künftig zweimal pro Woche und auf eigene Kosten einen negativen Test vorlegen.

In Athen tragen viele Menschen auch draußen wieder Maske

In Athen tragen viele Menschen auch draußen wieder Maske

Foto: Thanassis Stavrakis / AP

Ungeimpfte Bürger seien anfälliger für eine Corona-Infektion und müssten deshalb auch mehr Vorsicht walten lassen, sagte Plevris zu den neuen Maßnahmen. Auch sei es nicht möglich, erneut etwa einen flächendeckenden Lockdown zu verhängen. Die Impfung sei die beste Waffe gegen die Pandemie.

Patientenschützer fordern tägliche Tests für Gesundheitspersonal

16.44 Uhr: Im Land Brandenburg war es kürzlich zu einem schweren Corona-Ausbruch gekommen, mittlerweile sind dort 14 Menschen gestorben. Nach solchen jüngsten Corona-Ausbrüchen in Altenheimen fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz tägliche Tests für alle dortigen Fachkräfte. »Die tägliche Testpflicht für geimpftes und ungeimpftes medizinisch-pflegerische Personal muss sofort kommen«, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Er verwies darauf, dass im vergangenen Jahr noch ein Impfangebot für hochbetagte Menschen über die mobilen Teams organisiert werden konnte.

Deren Rückgrat seien die Impfzentren gewesen, sagte Brysch. »Es waren die Kassenärztliche Vereinigungen, die mit aller Macht eine Fortsetzung dieses Angebotes verhindert haben.« Nunmehr sei es »unmöglich, diese politische Fehlentscheidung kurzfristig zu revidieren.« Deshalb müsse jetzt die tägliche Testpflicht für das Personal kommen.

Die Brandenburger Landesregierung fasste am Dienstag einen Beschluss, demzufolge sich nicht immunisierte Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen künftig häufiger testen lassen müssen. In Rheinland-Pfalz gilt ab dem kommenden Montag eine tägliche Corona-Testpflicht für ungeimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern und Heimen.

Sechs Corona-Patienten aus Rumänien nach Hamburg geflogen

15.17 Uhr: Sechs schwer erkrankte Corona-Patienten aus Rumänien sind am Dienstag zur Behandlung nach Hamburg geflogen worden. Sie würden zu Krankenhaus-Standorten in Hamburg, Kiel und Lübeck gebracht, sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde. In dieser Woche gebe es weitere solcher Flüge aus Rumänien in andere deutsche Städte, um dem Land zu helfen.

Nur knapp ein Drittel der Rumänen ist laut der EU-Gesundheitsbehörde (ECDC) vollständig geimpft. Die 14-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen stieg zuletzt über 1000 pro 100.000 Einwohner und blieb eine der höchsten in der EU. Angesichts der sich zuspitzenden Notlage hatte die EU-Kommission bereits zusätzliche Ärzte und medizinische Ausrüstung in das südosteuropäische Land geschickt.

Spürhunde aus Österreich erschnüffeln Coronavirus – Kooperation mit Leipzig geplant

15.08 Uhr: Zwei vom österreichischen Militär ausgebildete Spürhunde könnten bald in Leipzig zum Einsatz kommen. Die Tiere haben nach sechs Monaten ihre Ausbildung zu Corona-Schnüfflern erfolgreich abgeschlossen. Von 3000 beschnüffelten Proben hätten sie 80 Prozent richtig erkannt, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner am Dienstag. Die Hundetrainer arbeiteten mit inaktivierten Proben von Gesichtsmasken von Covid-Patienten. Jetzt wolle das Land seine guten Erfahrungen international teilen, so die Ministerin.

Erste Anfragen gebe es aus Deutschland. Mit Leipzig werde eine Kooperation angestrebt, hieß es. Dort solle die hochgradige Empfindlichkeit der Hunde-Spürnasen auch für das Auffinden eines anderen unter kleinen Kindern grassierenden Virus eingesetzt werden, sagte Oberst Otto Koppitsch.

Ein Einsatz der Hunde sei vor allem in Altenheimen und Kliniken denkbar, hieß es weiter. Ein Erschnüffeln gerade bei kühlen Temperaturen auf offener Straße sei schwierig. Dass Hundenasen feinste Stoffe in der Luft bemerken, ist nicht neu. Sie werden unter anderem zur Suche nach Kampfmitteln, Drogen oder Bargeld eingesetzt.

Vor wenigen Wochen hatte die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit eines Einsatzes von Corona-Spürhunden bei einem Konzert gezogen. Die Hunde hatten erfolgreich nach inaktivierten positiven Schweißproben gesucht.

Sachsen führt landesweite 2G-Regeln ein

14.56 Uhr: Aufgrund schnell steigender Infektionszahlen soll in Sachsen schon ab dem 8. November eine neue Corona-Schutzverordnung gelten. Das Papier definiert neue Maskenregeln – und harte Einschnitte für Ungeimpfte. Hier geht es zu unserer Meldung.

Spahn dringt weiter für Auffrischungsimpfungen auf breiterer Front

13.29 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt weiter auf Auffrischungsimpfungen auf möglichst breiter Front zum Schutz vor dem Coronavirus im Winter. Darüber sollten die Länder nun alle Über-60-Jährigen informieren, heißt es in einem Beschlussentwurf des Bundes für die Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern Ende der Woche. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor. Ergänzend könnten Auffrischungsimpfungen demnach auch »grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen«. Zuerst berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt solche Verstärker (»Booster«) für länger zurückliegende Impfungen vorerst in engerem Rahmen – unter anderem für Menschen ab 70 und Risikogruppen. Spahn bekräftigt laut den Beschlussvorschlägen nun außerdem, dass auch die Länder ihre regionalen Impfzentren aus dem Stand-by-Modus »wieder aktivieren und dort Auffrischungsimpfungen anbieten« sollen.

Pflegeeinrichtungen sollen nach den Vorschlägen des Bundes zu Testkonzepten für den Herbst und Winter verpflichtet werden. Diese sollten »unabhängig vom Impfstatus mindestens zweimal wöchentlich obligatorische Tests für das Personal vorsehen«, heißt es in dem Entwurf. Alle Besucher von Pflegeheimen sollten ebenfalls ein frisches negatives Testergebnis vorweisen müssen – alternativ sollen die Einrichtungen Schnelltests anbieten müssen. Die Länder könnten für Besucher auch Zugang nur für Geimpfte oder Genesene (2G) vorsehen.

Impfkommission: Auffrischung für besonders gefährdete Gruppen

12.27 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) dringt auf Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus zunächst nur für ausgewählte Gruppen. Es komme darauf an, die Menschen zuerst zu schützen, die die Impfung am dringendsten benötigen, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Dienstag in Berlin. Gesunde Menschen mittleren Alters mit Grundimmunisierung könnten davon ausgehen, dass sie noch ausreichend Schutz vor einer schweren Covid-19-Erkrankung haben. Zwar lasse der Schutz vor Ansteckung mit der Zeit nach, nicht aber der Schutz vor einer schweren Erkrankung. Mertens betonte, es gelte auch die noch klaffenden Impflücken bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 59 Jahren zu schließen. Die Impfquoten seien hier unzureichend.

Impf-Verstärkungen (Booster) sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Angeboten werden sie Älteren ab 60 Jahre, Corona-Risikogruppen, aber auch Geimpften mit AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die Stiko empfiehlt Auffrischungsimpfungen vorerst unter anderem für Menschen ab 70, für immunsupprimierte Patienten und für Pflegepersonal. Grundsätzlich sind sie laut Impfverordnung aber auch für alle anderen Menschen möglich.

Nur Spanische Grippe und Aids tödlicher als Corona

12.02 Uhr: Die Zahl der offiziell registrierten Todesfälle durch Covid-19 hat die Marke von fünf Millionen überschritten. Die tatsächliche Zahl der Opfer schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf das Zwei- bis Dreifache. Damit ist Corona weit verheerender als die meisten anderen Virus-Epidemien und -Pandemien des 20. und 21. Jahrhunderts. Nur die Spanische Grippe und Aids töteten noch mehr Menschen.

2009 grassierte die sogenannte Schweinegrippe, verursacht vom Virus H1N1. Zunächst wurden offiziell 18.500 Todesopfer dieser Pandemie gemeldet. Laut der Fachzeitschrift »The Lancet« starben aber tatsächlich weit mehr Menschen – zwischen 151.700 und 575.400. Das SARS-Virus verbreitete sich 2002 und 2003 von China aus und war das erste Coronavirus, das weltweit Ängste auslöste. 774 Menschen starben an der Infektion.

Etwa fünf Millionen Menschen erkranken jedes Jahr schwer an der Grippe, zwischen 290.000 und 650.000 sterben nach Angaben der WHO daran. Weit mehr Menschen starben durch Grippe-Pandemien, die von neuen, nicht-saisonalen Influenzaviren ausgelöst wurden. Die Asiatische Grippe von 1957 bis 1958 und die Hongkong-Grippe von 1968 bis 1970 hatten jeweils etwa eine Million Todesopfer zur Folge.

Am verheerendsten war die sogenannte Spanische Grippe in den Jahren 1918 bis 1919. In drei aufeinanderfolgenden Wellen starben laut neueren Berechnungen 50 bis 100 Millionen Menschen. Das sind weit mehr Todesopfer als die zehn Millionen des Ersten Weltkriegs.

Eine Infektion mit Ebola-Viren ist viel gefährlicher als mit Sars-CoV-2: 50 Prozent der Erkrankten sterben. Dennoch ist die Zahl der Todesopfer durch den 1976 entdeckten Erreger weit geringer als bei Corona. Denn Ebola ist weniger ansteckend, weil das Virus nicht über die Luft übertragen wird, sondern nur durch direkten engen Kontakt. Bei mehreren Ebola-Ausbrüchen in Afrika starben bisher rund 15.300 Menschen.

Auch andere tropische Viren können tödlich sein. Das Dengue-Fieber, das von Mücken übertragen wird, ist seit zwei Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Einige tausend Menschen sterben laut WHO jedes Jahr daran.

Aids ist die mit Abstand tödlichste Pandemie in jüngerer Zeit: Seit 1980 starben weltweit fast 36,3 Millionen Menschen an der unheilbaren Krankheit, die das Immunsystem angreift. Noch gibt es keinen wirksamen Impfstoff, aber antiretrovirale Medikamente können die Krankheit stoppen und das Übertragungsrisiko stark verringern. Dank dieser Therapie ist laut der Uno-Organisation UNAids die Zahl der Todesfälle von ihrem Höchststand von 1,7 Millionen im Jahr 2004 auf 680.000 im Jahr 2020 gesunken.

Vor allem in ärmeren Ländern sterben jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an Infektionen mit Hepatitis-B- und -C-Viren, die vor allem über das Blut übertragen werden.

Rund 67 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft

11.25 Uhr: Mehr als 55 Millionen Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervor. Demnach wurden am Montag rund 58 000 Impfdosen verabreicht. 57,7 Millionen Menschen (69,4 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 55,5 Millionen (66,7 Prozent) sind vollständig geimpft.

Beim Stand der Covid-19-Impfungen gibt es weiterhin erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 81,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 14 weitere Bundesländer haben die 60-Prozent-Marke geschafft, lediglich Sachsen steht mit 59 Prozent unter dieser Marke. Bremen zählt mit 78,3 Prozent ebenfalls den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen ist hier mit 56,8 Prozent am Ende der Rangliste.

Rumänien meldet mit 591 Todesfällen Höchstwert

10.50 Uhr: In Rumänien sind binnen 24 Stunden 591 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Das ist ein Rekordwert, wie offizielle Daten zeigen. Bislang starben 48.664 Menschen nachgewiesenermaßen mit oder an dem Coronavirus. Mehr als 11.000 Neuinfektionen wurden an einem Tag registriert, das sind etwas weniger als der im Oktober erreichte Höchstwert. In Rumänien sind nur rund 37 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft, damit bekleidet das Land den vorletzten Platz in der EU.

In Russland grassiert das Virus weiter

10.45 Uhr: In Russland registrieren die Gesundheitsbehörden 1178 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus – so viele wie noch nie binnen eines Tages. Mit weit über 470.000 Toten verzeichnet Russland nach den USA und Brasilien die höchsten Todeszahlen weltweit. Außerdem wurden 39.008 Neuinfektionen nachgewiesen, knapp 5800 allein in Moskau.

Corona-Inzidenz in Bayern auf Rekordwert

10.33 Uhr: Die Corona-Zahlen in Bayern steigen weiter. Am Dienstag gab das Berliner Robert Koch-Institut die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner mit dem neuen Rekordwert von 248,9 an – leicht über der Inzidenz vom Vortag in Höhe von 248,1. Die bundesweit höchste Inzidenz wies den RKI-Zahlen zufolge weiterhin der Landkreis Mühldorf am Inn mit 650,7 auf. Dies ist etwas weniger als der Rekordwert von 654,2 vom Vortag.

Allerdings können die Zahlen des RKI vom Dienstag nach dem langen Feiertagswochenende verzerrt sein. Meldungen einzelner Gesundheitsämter könnten feiertagsbedingt verspätet eingegangen sein und erst in den Folgetagen in die Statistik einfließen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist allerdings bei der Bemessung der Infektionslage nicht mehr die entscheidende Größe. Bei einer Impfquote von mehr als 64 Prozent in Bayern wird inzwischen mehr auf die Krankenhausbelegung geschaut – dargestellt mit der sogenannten Krankenhaus-Ampel. Diese steht bayernweit noch auf Grün.

Allerdings zeigt sie in einigen Gegenden Südbayerns regional bereits Rotlicht. Das heißt, dass den Krankenhäusern eine Überlastung droht. Besonders schwer betroffene Regionen in Südbayern hatten deswegen schon in der vergangenen Woche die Regeln etwa bei der Maskenpflicht und für den Besuch öffentlicher Veranstaltungen verschärft.

Bayernweit kamen von Montag auf Dienstag binnen 24 Stunden 2327 neue Corona-Infektionen und sieben Todesfälle neu hinzu, wie aus den Zahlen des RKI weiter hervorgeht.

Hausärzte-Chef pocht auf Impfpflicht bei Pflegekräften

10.11 Uhr: Mit Blick auf neuerliche Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen spricht sich Hausärztechef Ulrich Weigeldt für eine Impfpflicht bei den dortigen Fachkräften aus. »Wer nicht geimpft ist, kann und sollte nicht in Alten- und Pflegeheimen arbeiten«, sagte der Verbandschef der »Wirtschaftswoche« nach Angaben vom Dienstag. »Das sollte eigentlich vom Berufsbild her bereits eine Selbstverständlichkeit sein, wenn ich mich um schwerstkranke und besonders gefährdete Menschen kümmere.«

»Aber die Regierung hat eine Impfpflicht kategorisch ausgeschlossen«, sagte Weigeldt weiter. »Das halte ich für ihren größten Fehler in der Coronapolitik neben den mangelnden Tests in den Heimen zu Beginn der Pandemie.«

Der Hausärztechef fordert Bund und Länder auf, beim angedachten Impfgipfel konkrete Ideen für Impfanreize zu entwickeln. »Die Rechnung in diesem Herbst und Winter ist relativ einfach: Entweder man lässt sich impfen – oder man wird an Corona erkranken mit dem Risiko für einen schweren Verlauf.« Deshalb solle die Politik alles daran setzen, die bisher Ungeimpften doch von einer Impfung zu überzeugen.

Von einer Wiedereröffnung der Impfzentren hält Weigeldt nichts. Die Hausärzte seien die richtige Adresse für die Booster-Impfungen. "Wir wissen, wer von unseren Patienten dran ist und bei wem eine Auffrischung Sinn macht«, betonte er. »Dazu ist das Hausarzt-Modell mit Kosten von 20 Euro pro Impfung deutlich günstiger als ein Impfzentrum.«

Tschechien vermeldet meisten Neuinfektionen seit März

9.42 Uhr: In Tschechien steigen die Infektionszahlen weiter an. Die Behörden melden mit 7591 Corona-Neuinfektionen den höchsten Wert binnen eines Tages seit Ende März, wie der Sender Czech Radio am Dienstag berichtet. Vor einer Woche waren es gut 3300 weniger.

In dem Land mit rund 10,7 Millionen Einwohnern wurden zuletzt 1813 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern behandelt, 284 davon auf Intensivstationen. Knapp 6,1 Millionen Bürger und damit rund 57 Prozent der Bevölkerung waren am Montag vollständig geimpft.

Japan will Einreise wieder erleichtern

8.54 Uhr: Japan wird Medienberichten zufolge demnächst seine Einreisevorschriften lockern. So soll womöglich ab kommenden Montag die Quarantänezeit für Geschäftsreisende auf drei von bislang zehn Tagen verkürzt werden. Ebenfalls noch im November sei zudem angedacht, mehr Menschen ins Land zu lassen. Das Einreiselimit solle heraufgesetzt werden auf täglich bis zu 5000 Menschen von bislang 3500. Die Regierung bestätigt lediglich, die Einreisbeschränkungen schrittweise lockern zu wollen.

Irans Außenminister an Corona erkrankt

8.41 Uhr: Der iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian ist trotz Impfung an Corona erkrankt. Das gab das Außenministerium am Dienstag bekannt. Der Minister musste in Quarantäne, aber es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh der Nachrichtenagentur Isna.

Im Iran wurden seit dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 mehr als 126.000 Corona-Todesfälle und fast 6 Millionen Infektionen registriert. In den letzten Wochen gab es eine leichte Entspannung, da der bis dahin schleppende Fortgang der Impfungen kräftig beschleunigt wurde. Bislang sind fast 45 Prozent der über 83 Millionen Iraner doppelt geimpft.

Inzidenz leicht auf 153,7 gesunken – Allerheiligen-Effekt?

8.12 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat am Dienstag 10.813 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Da sind 340 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Ansteckungen pro 100.000 Einwohner ging leicht auf 153,7 zurück von 154,8 am Vortag, vor einer Woche lag sie bei 113. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar, weil am Montag in vielen Teilen Deutschlands Feiertag war. Über das verlängerte Wochenende wird erfahrungsgemäß weniger getestet und es werden weniger Daten von den Gesundheitsämtern an das RKI gemeldet.

Innerhalb eines Tages wurden zudem 81 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 95.833. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,61 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Die regionale Entwicklung ist weiter sehr unterschiedlich. Thüringen (306,5), Sachsen (284,4) und Bayern (248,9) weisen sehr hohe Inzidenzen aus – in Schleswig-Holstein liegt der Wert dagegen mit 70,6 deutlich niedriger. In Bayern gibt es allein drei Landkreise mit einer Inzidenz von über 600. Am Montag war die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäuser deutschlandweit über die Marke von 2000 gestiegen.

Sozialverband will Testpflicht für alle in Kliniken

7.34 Uhr: Nach dem Anstieg der Corona-Infektionszahlen fordert der Sozialverband VdK eine Testpflicht für alle Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. »Eine solche Pflicht ist unabhängig vom Impfstatus dringend notwendig«, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele einer Mitteilung zufolge am Dienstag in Berlin. »Die Zahl der Infizierten steigt gerade deutschlandweit wieder, gleichzeitig können auch Geimpfte und Genesene das Virus übertragen. Es muss darum jetzt schnell gehandelt werden.« Es stünden Menschenleben auf dem Spiel.

Die jüngste Zunahme der Corona-Zahlen wird begleitet von Warnungen vor einer Überlastung der Kliniken, zudem bereiten Infektionen in Pflegeeinrichtungen Sorgen. Die Zahl der Toten nach einem Ausbruch in einem Seniorenheim in Brandenburg hatte sich zuletzt auf 14 erhöht.

Zahlreiche Krankmeldungen bei New Yorks Feuerwehr nach Corona-Impfpflicht

6.46 Uhr: Nach dem Inkrafttreten einer Corona-Impfpflicht häufen sich die Krankmeldungen bei der New Yorker Feuerwehr. Stadtweit meldeten sich rund 2300 Feuerwehrleute krank, wie New Yorks Feuerwehrbeauftragter Daniel Nigro am Montag berichtete. Es handele sich ganz offensichtlich um einen Protest gegen die Impfpflicht.

Laut Nigro melden sich normalerweise pro Tag rund 200 Mitglieder der Feuerwehr krank. Jetzt seien es täglich plötzlich 700. »Das ist vollkommen inakzeptabel«, kritisierte er. Der Großteil derjenigen, die Krankengeld beantragten, sei ungeimpft.

Seit Montag gilt für die rund 378.000 New Yorker Stadtbediensteten eine Corona-Impfpflicht. Verweigerern droht die unbezahlte Freistellung. Seit Mitte Oktober stieg der Anteil der geimpften Feuerwehrleute von 60 auf inzwischen 80 Prozent. Damit gehört die Feuerwehr jedoch immer noch zu den Schlusslichtern bei den Stadtbediensteten – 96 Prozent der Lehrer und 84 Prozent der Polizisten sind bereits geimpft.

NRW-Regierungschef Wüst fordert rasche Bund-Länder-Runde zu Corona

6.00 Uhr: NRW-Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) hat sich als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz angesichts steigender Corona-Zahlen für eine rasche Bund-Länder-Runde ausgesprochen. »Ein Treffen in der kommenden Woche erscheint sachgerecht was Tempo und Gründlichkeit der Vorbereitung betrifft«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. »Der starke Anstieg der Infektionen erfordert konzentrierte Wachsamkeit und entschlossenes Handeln Aller bei der Impf-Strategie«, ergänzte Wüst. »Die Pandemie der Ungeimpften kann schnell zu mehr und mehr Impfdurchbrüchen führen.«

Es sei auch in Deutschland ein klares Muster erkennbar, sagte Wüst. »Wo weniger geimpft wurde, kann das Virus leichter um sich greifen. Daher braucht es nun eine gemeinsam abgestimmte Booster-Strategie.« Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sollten sich zeitnah mit dem Bund über Beschlüsse zu Auffrischungsimpfungen beraten. »Auch der Kurs für den Winter muss in den Grundregeln abgesteckt werden.« Die Gesundheitsminister könnten bei ihren Beratungen am Donnerstag und Freitag wichtige Vorarbeit leisten.

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Zwischen Bund und mehreren Ländern gibt es Streit über Wege zu mehr Auffrischungsimpfungen als Schutz im Winter. Die Länder hatten teils reserviert auf Vorstöße des geschäftsführenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) reagiert, dafür regionale Impfzentren rasch wieder hochzufahren und das Vorgehen bei einem Bund-Länder-Gipfel abzustimmen. Zurückhaltend hatten mehrere Länder auch auf Angebote der noch amtierenden Bundesregierung für ein Abstimmungstreffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert.

Montgomery fordert zügige Booster-Impfungen für alle

5.26 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat eine möglichst breite Nutzung der Auffrischungsimpfungen gegen Corona gefordert. »Jeder, dessen vollständige Impfung sechs Monate zurückliegt, sollte sich bald eine Auffrischungsimpfung holen«, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nötig sei in diesem Herbst eine neue, zentrale Impfkampagne, die sich nicht nur an die Ungeimpften richte, sondern auch für allgemeine Booster-Impfungen werbe.

Montgomery erklärte: »Weil der Immunschutz nach einem halben Jahr abnimmt, müssen wir als Gesellschaft ein Interesse daran haben, dass der Schutz stabil bleibt.« Er forderte, die Booster-Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten zu machen. Sie hätten dafür die Erfahrung und Kapazitäten. »Falsch dagegen wäre es, jetzt wieder auf Impfzentren zu setzen: Impfzentren waren am Anfang nötig, weil es zu wenig Impfstoff gab und die Lagerung der Dosen kompliziert war.« Impfzentren seien zehnmal so teuer wie das Impfen in den Arztpraxen. Außerdem sei die Hemmschwelle für viele Menschen beim Hausarzt viel niedriger.

Spahn hatte der »Rheinischen Post« gesagt: »Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, nun wieder startbereit machen.« Er riet den Ländern erneut dazu, in einem ersten Schritt alle Über-60-Jährigen schriftlich einzuladen. Auffrischungen sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Angeboten wird dies unter anderem Älteren, Corona-Risikogruppen und Geimpften mit AstraZeneca und Johnson & Johnson. Für alle anderen sind sie aber auch möglich.

Impfkommission prüft Empfehlung für Booster-Impfungen für alle

5.17 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) will kurzfristig entscheiden, ob Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus in Deutschland für alle empfohlen werden. »Die Ständige Impfkommission prüft im Moment sehr intensiv, ob sie Auffrischungsimpfungen für alle Bevölkerungsgruppen empfehlen wird«, sagte der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es gebe Daten aus internationalen Studien, die dafür sprächen, wobei geprüft werden müsse, inwieweit diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar seien. »Eine Entscheidung darüber wird in wenigen Wochen fallen«, sagte Mertens. Bei einer solchen allgemeinen Empfehlung für Booster-Impfungen sei die Frage entscheidend, ob damit die Weiterverbreitung des Virus gebremst werden könne, so Mertens.

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Impf-Verstärkungen (»Booster«) sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Angeboten werden sie Älteren ab 60 Jahre, Corona-Risikogruppen, aber auch Geimpften mit AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die Stiko empfiehlt Auffrischungen vorerst unter anderem für Menschen ab 70. Grundsätzlich sind sie laut Impfverordnung für alle anderen Menschen ebenfalls möglich.

Mittelstand: Arbeitgeber sollen Impfstatus abfragen dürfen

4.46 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat angesichts steigender Corona-Zahlen gefordert, dass Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Nachrichtenagentur dpa, in vielen Firmen sei die 3G-Regel bereits Realität. »Noch herrscht aber Unsicherheit, ob Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen. Ein gesetzlich geregelter Abfrageanspruch der Arbeitgeber würde hier die dringend gebotene Rechtssicherheit schaffen.«

Die Bundesregierung müsse schnell für Klarheit sorgen. »Entscheidend ist, dass die Geschäftsabläufe in den Betrieben, die unter den Folgen von Pandemie und Lockdown leiden, nicht gestört werden oder gar zum Erliegen zu kommen«, so Jerger. »Ich appelliere daher dringend an die Beschäftigten, sich impfen oder regelmäßig testen zu lassen. Ein weiterer Lockdown, selbst wenn dieser auch nur regional begrenzt wäre, könnte für die betroffenen Unternehmen das Ende bedeuten.«

Städte gegen vorschnelle Reaktivierung von Impfzentren

3.30 Uhr: Die Städte haben die Debatte über eine kurzfristige Reaktivierung von Impfzentren für Corona-Auffrischungsimpfungen kritisiert. Ein Impfzentrum sei »keine Taschenlampe«, die je nach Stimmungslage aus- und wieder angeknipst werden könne, heißt es in einem Schreiben des Deutschen Städtetags an die Gesundheitsminister der Länder, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Strukturen seien verändert, Flächen anderweitig genutzt, Personal umgeschichtet worden. Ein derartiger Richtungsumschwung sei nicht nachvollziehbar.

Bund und Länder hatten vereinbart, die zum Impfstart eingerichteten zeitweise mehr als 400 regionalen Impfzentren zum 30. September zu schließen oder die Kapazitäten zurückzufahren. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) brachte nun ins Gespräch, dass die Länder die Impfzentren wieder startbereit machen, um mehr Impf-Auffrischungen als Schutz im Winter zu ermöglichen. Mehrere Länder reagierten bereits reserviert auf den Vorstoß. Kritik gibt es aber weiterhin auch an stockendem Impftempo im Netz der Arztpraxen.

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»Auch in der Pandemie braucht es ein Mindestmaß an Kalkulierbarkeit von Entscheidungen«, mahnte der Städtetag. Dabei sei es angesichts dynamisch steigender Infektionszahlen richtig, die Frage von Auffrischungsimpfungen rechtzeitig zu thematisieren. Zunächst seien die Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Organisation gefordert. Diese hätten »stets signalisiert, ein Massenimpfgeschäft im Herbst und Winter ohne die kommunalen Impfzentren leisten zu können«. Die Städte stünden selbstverständlich bereit, ihre niedrigschwelligen Impfangebote aufrechtzuerhalten und bei Bedarf auch zu erweitern.

Zum Vorgehen in der Corona-Krise im Winter wollen sich am Dienstag unter anderem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, in Berlin äußern.

Dehoga kritisiert Wirrwar von Corona-Kontrollvorschriften

2.27 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) das Wirrwarr an Kontrollvorschriften in Deutschland kritisiert. »Wie und was von den Hotels und Restaurants kontrolliert werden muss, ergibt sich aus 16 Corona-Verordnungen der Bundesländer«, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagausgaben).

In fast allen Bundesländern seien die gastgewerblichen Betriebe zur Kontrolle der entsprechenden Nachweise verpflichtet, ohne dass immer explizit ausgeführt werde, wie dies zu erfolgen habe. Nicht wenige Unternehmer berichteten von kontrovers und auch aggressiv geführten Diskussionen vor dem Restauranteingang mit Gästen, die nicht geimpft seien und kein Verständnis zeigten. »Das ist im Moment extrem schwierig. Es gibt auch Anfeindungen über die sozialen Medien. Das ist nicht hinnehmbar«, sagte Hartges.

Die Dehoga-Chefin betonte, dass die Corona-Schutzmaßnahmen »ohne Wenn und Aber« einzuhalten seien. »Dazu gehört insbesondere die Kontrolle des Zugangs. Wenn alle es praktizieren, wird die Akzeptanz bei den Gästen steigen. Bei Verstößen drohen im Übrigen empfindliche Bußgelder.«

Schulleitungsverband sieht ernste Probleme bei Erstklässlern wegen Corona

0.20 Uhr: Die langen Kita-Schließungen wegen der Corona-Krise haben nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Schulleitungsverbands zu ernsten Problemen bei den in diesem Jahr neu eingeschulten Erstklässlern geführt. Dadurch, dass viele Kinder monatelang nur unregelmäßig oder gar nicht in den Kindergarten gegangen seien, seien sie weniger gruppenfähig, sagte die Verbandsvorsitzende Gudrun Wolters-Vogeler der Zeitung »Welt«: »Sich einordnen, eigene Bedürfnisse zurückstellen, abwarten, bis man dran ist: Solche Grundkompetenzen werden in Familien weniger vermittelt als in der Kita. Diese Gruppenprozesse sind aber enorm wichtig.«

Schon in normalen Jahren rechne man bei Erstklässlern in der Regel mit einer Spanne von bis zu drei Entwicklungsjahren, sagte Wolters-Vogeler. »Inzwischen sind wir bei mindestens vier Jahren.« Einige Kinder machten erst jetzt erstmals einen Gruppenprozess durch. »Die Kinder müssen zum Teil eine Eingewöhnung durchlaufen, wie es sonst in der Kita üblich ist, und das unter den Hygiene-Bedingungen von Corona. Dies stellt Schulen vor eine ähnliche Herausforderung wie die Integration von Kindern ohne Schulerfahrung in der Flüchtlingskrise 2015.«

Auch Schülerinnen und Schüler, die vorher schon im Schulbetrieb waren, hätte plötzlich Probleme mit Regeln, sagte Wolters-Vogeler. »Wir haben derzeit an vielen Schulen Probleme mit unangepasstem Verhalten. Viele Kinder sind emotional nicht mehr in der Lage anzuschließen, auch die Lernmotivation hat zum Teil nachgelassen.«

Notwendig seien jetzt vor allem Gemeinschaftserlebnisse wie Klassenreisen und Ausflüge, »bei denen sich die Gemeinschaft neu finden kann« Das heiße, »Erlebnispädagogik statt das reine Pauken von Deutsch, Mathe und Englisch«.

mrc/mkl/mwo/svs/muk/ime/dpa/AFP/Reuters
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