Corona-News am Donnerstag »Die Allgemeinheit muss hier für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner zahlen«

Ein Leopoldina-Forscher kritisiert das Nein zur Corona-Impfung ungewöhnlich scharf. Und: RKI meldet wachsende Zahl von Coronafällen bei Reiserückkehrern. Der Überblick am 29. Juli.
Impfgegner in Essen (Archivbild): Skepsis aus Eigennutz?

Impfgegner in Essen (Archivbild): Skepsis aus Eigennutz?

Foto: Gottfried Czepluch / imago images/Gottfried Czepluch

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+++ Leopoldina-Forscher: »Die Allgemeinheit muss hier für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner zahlen« +++

18:59 Uhr: Der Verhaltensforscher Armin Falk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat das Nein zu einer Corona-Schutzimpfungen in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. »Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner«, sagte Falk der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf dem Wissenschaftler wegen seiner Äußerungen »Stammtischniveau« vor. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sprach sich dafür aus, Corona-Einschränkungen künftig nur noch für Ungeimpfte gelten zu lassen.

»Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz«, sagte Falk, der Ökonom an der Bonner Universität und Mitglied der Leopoldina ist. Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, forderte er eine »Impfverpflichtung«. Zumindest solle aber der Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte erschwert werden. Sonst laufe es darauf hinaus, dass »die Kooperativen die Dummen sind«. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, nahm der Wissenschaftler von seiner Kritik aus.

Auch bei Krankenhausbehandlungen will Falk den Impfstatus berücksichtigen. »Wenn Beatmungsgeräte knapp werden oder wir noch mal in eine Triage-Situation kämen, was ich nicht hoffe, und wir dann vor der Wahl stehen, ob ein Geimpfter oder ein Nicht-Geimpfter die Behandlung bekommt, dann würde ich sagen, dass der Impfstatus mit in die Abwägung einfließen sollte«, sagte er der »FAZ«.

Scharfe Kritik übte Falk am Vorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger. Dieser hatte sich skeptisch zu Corona-Impfungen geäußert und will sich auch selbst nicht impfen lassen. »Klappe halten, impfen lassen«, empfahl der Wissenschaftler dem bayerischen Vize-Ministerpräsidenten. Er äußerte sich fassungslos über Argumente von Impfgegnern.

Biden drängt Mitarbeiter mit neuen Regeln zur Corona-Impfung

22.54 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Einführung neuer Regeln angekündigt, mit denen Millionen Angestellte der Regierung zu einer Impfung gegen das Coronavirus bewegt werden sollen. Mitarbeiter, die keinen Impfnachweis vorlegen können, sollen künftig stets eine Maske tragen müssen und ein- bis zweimal pro Woche auf eine mögliche Corona-Infektion getestet werden, wie das Weiße Haus mitteilte. Zudem sollen sie in Bezug auf Dienstreisen Beschränkungen unterliegen.

Die Regelung für die mehr als zwei Millionen zivilen Angestellten der Regierung gilt demnach auch für Mitarbeiter von Vertragspartnern, die in Einrichtungen der Regierung arbeiten. Zudem weise der Präsident das Verteidigungsministerium an, zu prüfen, ab wann die Streitkräfte eine Corona-Impfpflicht verhängen können.

US-Regierung: Neugeimpfte sollen 100 Dollar erhalten

22.06 Uhr: Jeder neu geimpfte US-Bürger soll nach dem Willen von Präsident Joe Biden 100 Dollar erhalten. Die Bundesstaaten und Kommunen sollten den Betrag zahlen, um das Impfprogramm voranzutreiben, erklärt das Finanzministerium in Washington unter Berufung auf Biden. Das Geld könne dabei aus den Covid-Hilfsgeldern des Bundes in Höhe von 350 Milliarden Dollar genommen werden.

Impfgegner blockieren Verkehr in Bratislava

21.39 Uhr: Aus Protest gegen die Corona-Politik der slowakischen Regierung haben Demonstranten am Donnerstag den Verkehr in einem Teil des Stadtzentrums von Bratislava lahmgelegt. Die nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen forderten vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova die Rücknahme eines umstrittenen Impfgesetzes und blockierten ab Mittag einen der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsknoten. Am Abend kündigte ein Teil der Protestierenden an, die Blockade auch während der Nacht und der nächsten Tage fortzuführen.

Das am Sonntag vom Parlament abgesegnete und am Montag von der Präsidentin unterschriebene Impfgesetz erlaubt den Gesundheitsbehörden im Falle einer Verschlechterung der Corona-Pandemiesituation weitreichende Einschränkungen für all jene Menschen, die nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Unter anderem könnte ihnen dann der Zutritt zu Geschäften oder der Weg zur Arbeit nur mit regelmäßigen Corona-Tests erlaubt sein.

»kleine Anzahl positiver Corona-Verdachtsfälle« bei Manchester United

21.32 Uhr: Der englische Fußball-Rekordmeister Manchester United hat als Vorsichtsmaßnahme das Testspiel gegen Preston North End an diesem Samstag abgesagt. Wie der Premier-League-Club mitteilte , seien bei Routinetests der ersten Mannschaft eine »kleine Anzahl positiver Corona-Verdachtsfälle« identifiziert worden. Die betroffenen Personen wurden isoliert, bis weitere Tests anstehen, hieß es in der Vereinsmitteilung.

Zum jetzigen Zeitpunkt erwarte Manchester keine weiteren »Störungen bei unseren bevorstehenden Spielen, aber wir werden diesbezüglich weiterhin die Protokolle der Premier League befolgen«, hieß es.

Portugal will Beschränkungen schrittweise aufheben

21.28 Uhr: Portugal will ab Sonntag seine Corona-Beschränkungen lockern. »Es ist an der Zeit, die Pandemie nach dem entscheidenden Kriterium der Impfungen zu handhaben«, sagte Regierungschef António Costa in Lissabon. Geplant ist eine Lockerung in drei Stufen, die sich am Fortschritt der Impfkampagne orientiert. Bis Sonntag soll eine Impfquote von 57 Prozent erreicht werden.

Dann dürfen Geschäfte, Restaurants und Theater wieder bis 2.00 Uhr morgens öffnen. Die Homeoffice-Pflicht entfällt, und die nächtliche Ausgangssperre in den am meisten betroffenen Gebieten wird aufgehoben. Bis September will die Regierung 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Dann soll auch die Maskenpflicht im Freien entfallen. Wird bis Oktober eine Impfquote von 85 Prozent erreicht, sollen auch Bars und Nachtklubs wieder für Geimpfte und negativ Getestete geöffnet werden.

Zunehmend Coronafälle nach Reisen

20.28 Uhr: Eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland spielen laut dem Robert Koch-Institut  (RKI) Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland.

Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI – die Rede ist von mindestens 81 Prozent.

Karlsruher SC gegen Darmstadt 98 findet statt

20.25 Uhr: Das Fußball-Zweitligaspiel zwischen dem Karlsruher SC und Darmstadt 98 kann an diesem Freitag wie geplant stattfinden. Wie die Darmstädter mitteilten, ist kein weiterer Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Somit können die Lilien genügend Spieler für die Partie aufbieten.

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Nach drei Corona- und zusätzlich fünf Quarantänefällen in der vergangenen Woche wurden am Mittwoch erneut vier Darmstädter Spieler positiv auf das Virus getestet. Deshalb hatten die Hessen zunächst eine Absetzung des Zweitligaspiels angestrebt, da sie die Wettbewerbsgleichheit infrage stellen.

Britische Uno-Botschafterin warnt: Halb Myanmar könnte sich mit Covid-19 infizieren

20.02 Uhr: Angesichts der verheerenden Lage in Myanmar warnt die britische Uno-Botschafterin vor einer massiven Corona-Infektionswelle: Die Hälfte der rund 54 Millionen Einwohner des Landes könne sich in den kommenden beiden Wochen mit Covid-19 anstecken, sagte Botschafterin Barbara Woodward bei einer informellen Debatte im Uno-Sicherheitsrat.

Im Februar hat das Militär in Myanmar die Macht an sich gerissen und damit massive Proteste im Land ausgelöst. Vor Kurzem hatte die Militärjunta das Ergebnis der Parlamentswahl vom November 2020 offiziell für ungültig erklärt. »Der Coup führte zu einem fast vollständigen Zusammenbruch des Gesundheitssystems«, sagte Woodward. Gesundheitspersonal werde angegriffen und verhaftet, das Virus verbreite sich rasend schnell: »Manchen Schätzungen zufolge könnte in den kommenden zwei Wochen die Hälfte der Bevölkerung mit Covid infiziert sein«. Attwood sprach sich für die Entsendung von Uno-Beobachtern aus, um Impfstofflieferungen zu sichern.

Erste Apotheken stellen wieder Impfzertifikate aus

18.10 Uhr: Nach einer Unterbrechung wegen einer Sicherheitslücke stellen die ersten Apotheken in Deutschland wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite www.mein-apothekenmanager.de  informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann.

Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

Vor gut einer Woche hatte der Deutsche Apothekerverband (DAV) das Ausstellen der digitalen Zertifikate nach Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt.

Berlin untersagt Querdenker-Demonstrationen am Wochenende

17.52 Uhr: Die Berliner Polizei hat zwölf für Samstag und Sonntag geplante Kundgebungen und Demonstrationen verboten. Das teilte sie am Donnerstagabend mit. Dazu zählt eine »Querdenken«-Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, für die die Organisatoren von der Initiative »Querdenken 711« für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet hatten.

Eine weitere »Querdenken«-Veranstaltung unter dem Motto »Die Wiedererlangung unserer Grundrechte«, für die bereits für Samstagnachmittag 10.000 Teilnehmer angemeldet waren, hat die Versammlungsbehörde der Polizei ebenfalls verboten. Die Verbotsbescheide seien in diesen beiden Fällen bereits am Mittwochnachmittag zugestellt worden, so die Polizei.

Unter anderem wurden außerdem weitere Kundgebungen von Gegnern der aktuellen Corona-Politik wie »Deutschland hat die Wahl« und der »Demonstrations-Umzug für die vollständige Öffnung von Kultur, Clubs und Veranstaltungen aller Art« untersagt.

Die Verbote betreffen der Polizei zufolge Versammlungen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig gesetzliche Regelungen, etwa zum Infektionsschutz nicht akzeptierten und in einer Vielzahl von Versammlungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten, dass Infektionsschutzregeln nahezu ausnahmslos nicht eingehalten würden.

Papierfabriken produzieren weniger Toilettenpapier

17.26 Uhr: Die deutschen Papierfabriken haben im ersten Halbjahr zwar insgesamt mehr Pappe und Papier produziert – die Hersteller von Toilettenpapier und anderen Hygienepapieren mussten das dagegen die Produktion um 4,8 Prozent auf 737.000 Tonnen herunterfahren. Nach den Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Pandemie gebe es wohl Lagerbestände in Handel und Haushalten, vermutet der Verband deutscher Papierfabriken .

Auch der Altpapierhandel sei von der Pandemie beeinflusst worden: So habe der Lockdown zu einem »sichtbar geringeren Aufkommen aus Handel und Gewerbe geführt«, teilte der Verband mit. Dieses habe auch nicht durch den verstärkten Verbrauch an Verpackungen beim E-Commerce mit Privathaushalten ausgeglichen werden können.

Insgesamt steigerten die deutschen Papierfabriken ihre Produktion im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber – um 6,3 Prozent auf 11,3 Millionen Tonnen.

Mehr als 200 Corona-Fälle in Österreich nach Festival in Kroatien

16.53 Uhr: In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung »Austria goes Zrce« hatte vorige Woche auf der Insel Pag stattgefunden. Knapp 8.000 Menschen im Alter von 19 bis 27 waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter am Donnerstag sagte.

Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zweimal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von Covid-19 genesen waren. Er wies Vorwürfe einer Besucherin zurück, die im Gespräch mit der Zeitung »Der Standard« über teils laxe Kontrollen berichtete. Rund 60 Prozent der Gäste waren laut einer von den Veranstaltern vorgenommenen Umfrage zumindest einmal geimpft. »Was uns am allermeisten schreckt: Dass es so viele Geimpfte unter den positiv Getesteten gibt«, sagte Reitstätter.

Rund ein Drittel der Neuinfektionen in Österreich sind laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) derzeit auf Auslandsreisen zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 32.

SPD-Fraktion für Kostenübernahme von PCR-Tests von Reiserückkehrern

16.46 Uhr: Der Staat muss nach Ansicht der SPD-Fraktion die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten bei Einreise aus einem solchen Land Schnelltests zur Abkürzung der Quarantäne bald nicht mehr ausreichen, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der dpa.

Die dann geforderten PCR-Tests seien aber erheblich teurer. »Für eine Familie kann das schnell mehrere Hundert Euro betragen«, sagte Schneider. »Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden.« Der Urlaub dürfe nicht zur Kostenfalle werden.

Wer aus einem Hochrisikogebiet kommt und nicht geimpft oder genesen ist, muss nach den Plänen des Gesundheitsministeriums für zehn Tage in Quarantäne gehen. Diese könnte frühestens ab dem fünften Tag mit einem negativen PCR-Test beendet werden.

Lehrerverband lehnt Impfpflicht ab

16.34 Uhr: Der Lehrerverband lehnt eine Impfpflicht ab. Die Impfquote bei Lehrkräften sei mit knapp 90 Prozent bereits eine der höchsten aller Berufsgruppen in Deutschland, sagt Verbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger dem »Handelsblatt«. Eine Impfpflicht bei einem Impfstoff, über den – anders als beim Masernimpfstoff – keine jahrzehntelangen Erfahrungen vorlägen, werde für falsch gehalten.

Katalonien verlängert nächtliche Ausgangssperre

16.21 Uhr: Die Ausgangssperre in Barcelona und weiten Teilen der Urlaubsregion Katalonien ist bis 6. August verlängert worden. Ein Gericht habe grünes Licht für die zweite Verlängerung der Mitte Juli beschlossenen Corona-Maßnahme gegeben, erklärte eine Sprecherin der Regionalregierung am Donnerstag. Die nächtliche Ausgangssperre von 1 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens gilt für alle Ortschaften mit mehr als 5.000 Einwohnern.

Katalonien ist die am stärksten von der neuen Corona-Welle betroffene Region Spaniens. Der seit einigen Wochen andauernde Anstieg der Infektionszahlen hat die Krankenhäuser in der nordöstlichen Region unter Druck gesetzt. 45 Prozent der Intensivbetten sind dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit Corona-Patienten belegt, während es landesweit nur 17 Prozent sind.

Auf Landesebene hatten sich die Fallzahlen am Mittwoch erstmals seit Wochen wieder stabilisiert. In den vergangenen zwei Wochen wurden knapp 700 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In Katalonien liegt die Inzidenz noch immer bei mehr als 1.000. Spanien ist im europaweiten Vergleich relativ weit mit seiner Impfkampagne: Knapp 56 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, 66 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Expertenteam in Israel empfiehlt dritte Impfung für Ältere

16.12 Uhr: In Israel hat ein Expertenteam eine Auffrischungsimpfung für Erwachsene empfohlen. Das teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Die Experten wiesen die Krankenkassen nach Medienberichten dazu an, von Sonntag an über 60-Jährigen eine dritte Impfung anzubieten. Dies gelte jedoch nur für Patienten, die schon vor mindestens fünf Monaten die zweite Dosis erhalten hätten, berichtete die Nachrichtenseite ynet.

Hintergrund sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

Nordrhein-Westfalen setzt Regel für härtere Auflagen aus

15.34 Uhr: Nordrhein-Westfalen legt eine Regelung der Coronaschutzverordnung auf Eis, die härtere Auflagen in Kommunen vorsieht, in denen die Corona-Inzidenz dauerhaft über 50 liegt. Die sogenannte Inzidenzstufe 3 werde bis zum 19. August ausgesetzt, teilt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mit. »Wir haben derzeit eine vergleichsweise niedrige Landesinzidenz«, sagte er. Zudem gebe es die Möglichkeit, »auf lokaler Ebene strengere Coronaschutzmaßnahmen durchzusetzen«.

Die Stufe 3 sieht unter anderem vor, dass Gäste in der Außengastronomie wieder negative Corona-Tests haben müssen. Statt der Stufe 3 gelten in den betroffenen Gebieten die Regeln der Stufe 2 – dann kann etwa die Außengastronomie ohne Test besucht werden.

Indischer Bundesstaat geht in den Lockdown

15.13 Uhr: Der indische Bundesstaat Kerala mit mehr als 30 Millionen Einwohnern hat angesichts steigender Corona-Zahlen einen Lockdown fürs Wochenende verhängt. Derzeit meldet Kerala nach Behördenangaben 37 Prozent der aktiven Corona-Fälle in dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land. Am Wochenende dürfen nur unverzichtbare Dienstleistungen angeboten werden, so können etwa Lebensmittelläden öffnen und Essenslieferdienste arbeiten, wie die Regierung Keralas am Donnerstag mitteilte.

Kerala wurde in Indien lange dafür gelobt, die Pandemie relativ gut im Griff zu haben. Nun sehen Experten mehrere Gründe für den Anstieg – etwa eine Lockerung von Corona-Maßnahmen während des muslimischen Opferfestes Eid-al-Adha. Auch berichten indische Medien, dass Untersuchungen zufolge in Kerala nur 44 Prozent der Menschen, die älter als sechs Jahre sind, nach einer Corona-Infektion oder durch den Impfstoff Antikörper gebildet hätten. Im landesweiten Durchschnitt seien es 67 Prozent.

Insgesamt hat sich die Corona-Lage in Indien nach einer heftigen Welle im April und Mai wieder deutlich beruhigt. Damals gab es an einigen Tagen mehr als 400.000 bekannte Fälle am Tag, Krankenhäusern ging der medizinische Sauerstoff aus und Angehörige mussten selbst vor Krematorien warten. Inzwischen werden täglich rund 40.000 Fälle erfasst.

Habeck: Stiko soll bei Impfempfehlung für Jugendliche »in die Gänge kommen«

Grünen-Parteichef Robert Habeck (Archivbild)

Grünen-Parteichef Robert Habeck (Archivbild)

Foto: GREGOR FISCHER / AFP

15.07 Uhr: Grünen-Parteichef Robert Habeck hat der Ständigen Impfkommission vorgeworfen, eine Empfehlung zum Umgang mit den Impfungen bei Jugendlichen zu verschleppen. »Die sollen mal ein bisschen in die Gänge kommen«, sagte Habeck. Nur zu sagen, die Kommission habe nicht genug Daten und könne sich daher nicht äußern, sei angesichts der Dringlichkeit nicht gut genug. »Das Liegenlassen der Überprüfung, ob der Impfstoff für Jugendliche empfohlen werden kann, ist nicht angemessen für die Zeit.«

690.000 Menschen in England und Wales von Warn-App in Quarantäne geschickt

14.54 Uhr: Wegen hoher Corona-Fallzahlen sind in England und Wales erneut so viele Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden wie nie zuvor. In der Woche bis zum 21. Juli wurde laut Zahlen, die der Gesundheitsdienst am Donnerstag veröffentlichte, eine Rekordzahl von 689.313 Kontakten »gepingt«, die sich daraufhin in Quarantäne begeben mussten. In der Woche zuvor waren es 618.903 Kontakte. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

Die »Pingdemic«, wie das Phänomen von britischen Medien genannt wird, hat in Großbritannien in den vergangenen Tagen und Wochen für erhebliche Störungen gesorgt. Weil so viele Arbeitskräfte ausfielen, blieben Supermarktregale leer, Mülltonnen voll, und Züge fielen aus. Mittlerweile sind für eine Reihe von Berufsgruppen Ausnahmeregelungen beschlossen worden. Von Mitte August an sollen für alle Geimpften gelockerte Quarantäne-Regeln eingeführt werden.

Olympioniken stecken Tokios Bürger nicht an - sagt das IOC

14.46 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlenim Umfeld der Olympischen Spiele und in Japan insgesamt haben die Olympia-Organisatoren ihre Schutzmaßnahmen verteidigt. Nichts deute darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen den Olympischen Spielen und der Zunahme der Neuinfektionen in der Bevölkerung gebe, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Donnerstag. Nach seinen Informationen gebe es bislang keinen einzigen Fall, in dem das Virus von Athleten oder durch olympisches Personal auf Einwohner Tokios übertragen wurde.

Nach Angaben des Organisationskomitees wurden bislang 193 Sportler, Medienvertreter und Helfer der Sommerspiele positiv auf das Coronavirus getestet, mehrere positive Tests am Flughafen oder in Trainingslagern nicht mit eingerechnet. Mit 24 positiven Tests wurde am Donnerstag die bisher höchste Zahl im Umfeld der Spiele gemeldet.

Landesweit wurden am selben Tag laut Medienberichten mehr als 10.000 Neuinfektionen verzeichnet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Allein mehr als 3.800 Fälle davon wurden in Tokio registriert.

Berliner Hochschulen planen mit Präsenzlehre im Wintersemester

14.22 Uhr: Die Berliner Hochschulen planen eigenen Angaben zufolge für das anstehende Wintersemester 2021/2022 mit einer Rückkehr der Studierenden in die Hörsäle. »Im Wintersemester werden an den staatlichen, konfessionellen und privaten Hochschulen in Berlin wieder rund 200 000 Studierende erwartet«, teilten die Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung sowie die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen am Donnerstag mit. Mit so vielen Eingeschriebenen rechnen die Institute für das Semester.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) appellierte indes eindringlich in einem Brief an die Studierenden, sich impfen zu lassen. »Mit drei Semestern nahezu gänzlich im Online-Studium und mit dem Verzicht auf Vieles, was das Studierendenleben ausmacht, haben Sie seit dem Ausbruch der Pandemie unter schwierigen Bedingungen einen großen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise geleistet«, heißt es darin. »Das verdient großen Respekt und dafür möchte ich Ihnen heute nochmals herzlich danken.«

Gewerkschaft Verdi lehnt allgemeine Impfpflicht ab

13.19 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi ist gegen eine Impfpflicht am Arbeitsplatz und setzt stattdessen auf eine verbesserte Impfkampagne. »Wir lehnen eine Impfpflicht ab, auch für bestimmte Berufsgruppen«, sagte Grit Genster, Leiterin des Bereichs Gesundheitspolitik bei Verdi, der Nachrichtenagentur AFP. »Stattdessen setzen wir sehr darauf, dass gut informiert wird und niederschwellige Angebote gemacht werden.«

In den USA verhängten zuletzt die US-Internetkonzerne Google und Facebook für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht. Die Regelung soll in den kommenden Wochen in den USA eingeführt und später auch auf andere Regionen ausgeweitet werden. Hierzulande forderte etwa der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Bildungswesen.

Zahl der Corona-Fälle in Afrika sinkt leicht

12.58 Uhr: Obwohl in Afrika erst 1,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft sind, beginnt die Zahl der Fälle leicht zu sinken. Im Wochenvergleich gingen die Neuinfektionen laut John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um 15 Prozent auf insgesamt 239.000 Fälle zurück. Allerdings warnte am Donnerstag die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti: »Der Kontinent befindet sich noch immer im Griff der dritten Infektionswelle, wir sind definitiv noch nicht aus dem Gröbsten raus.«

Die Anfang Mai erstmals registrierte Infektionswelle wird von der hochansteckenden Delta-Variante getrieben und führt nun im Westen des Kontinents zu steigenden Fallzahlen. Bisher hat Afrika 82 Millionen Impfdosen beschafft. »Wenn wir eine zweimalige Impfung ansetzen, benötigen wir 820 Millionen Dosen Impfstoff, um bis zum Jahresende das Ziel einer zu 30 Prozent komplett durchgeimpften Bevölkerung auf dem Kontinent zu erreichen«, sagte Moeti. Als einer der letzten Staaten in Afrika hat Tansania nun eine landesweite Corona-Impfaktion ausgerollt. Damit hat neben Eritrea nur noch Burundi keine landesweiten Impfaktionen gestartet. Es plane aber entsprechende Schritte, so Nkengasong.

Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 6,5 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 167.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch höher liegen.

Seehofer gegen Kostenpflicht für Corona-Tests

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Foto: Jens Schicke / imago images/Jens Schicke

12.48 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dagegen, Corona-Tests für Nicht-Geimpfte bald kostenpflichtig zu machen. »Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt«, sagte Seehofer der »Mittelbayerischen Zeitung«. »Was glauben Sie, wie viele Leute den Test nicht mehr machen oder machen können, wenn er nicht kostenfrei ist? Damit könnte ein verstecktes Infektionsgeschehen stattfinden«, warnte er.

Seehofer stellte sich damit gegen jüngste Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und auch von CSU-Chef und Bayerns Regierungschef Markus Söder. Diese hatten zuletzt dafür plädiert, Corona-Tests auf Dauer nicht mehr öffentlich zu bezahlen – wenn alle, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot erhalten haben.

Sorge vor Überlastung des Gesundheitssystems in Japan

12.45 Uhr: Japan beklagt einen drastischen Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Am Donnerstag stieg die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Tokio am dritten Tag in Serie auf einen Höchststand von 3.865 Fällen. Am Vortag waren es binnen 24 Stunden 31.77 Fälle gewesen. Auch landesweit verzeichnete Japan einen neuen Höchststand von erstmals mehr als 10 000 Fällen. Der wichtigste Coronavirus-Berater der Regierung, der Mediziner Shigeru Omi, warnte vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.

»Wenn das Krisenbewusstsein nicht geteilt wird, wird der Druck auf das Gesundheitssystem früher oder später noch gravierender«, warnte Omi am Donnerstag bei einer Ausschusssitzung im Parlament. »Außer Impfungen gibt es nicht viele andere Faktoren, die Infektionen zu senken«, sagte Omi. Viele Bürger hätten sich inzwischen an die Corona-Lage gewöhnt, was zum Anstieg der Infektionen beitrage.

Borussia Mönchengladbach ruft Fans zum Impfen auf

12.32 Uhr: Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat in einer konzertierten Aktion mit der AOK Rheinland/Hamburg und dem Impfzentrum Mönchengladbach dazu aufgerufen, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen.

So nimmt jeder, der sich ab dem 30. Juli bis zum 13. August im Impfzentrum Mönchengladbach gegen das Coronavirus impfen lässt, an einer Verlosung teil : Borussia und ihr Gesundheitspartner stellen gemeinsam insgesamt 50 aktuelle Borussia-Trikots sowie eine Einladung für zwei Personen in die Vereinsloge zum Heimspiel gegen Arminia Bielefeld zur Verfügung.

Außerdem stellt die Krankenkasse zum Vorbereitungsspiel gegen den FC Groningen am Samstag sowie zum Bundesliga-Auftakt gegen Bayern München am 13. August Impfmobile am Borussia-Park auf, sodass man sich auch direkt am Stadion impfen lassen kann. »Jede Corona-Impfung zählt«, sagte Borussia-Geschäftsführer Stephan Schippers.

RKI revidiert Angaben zu Neuinfektionen und Todesfällen

12.16 Uhr Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine aktuellen Zahlen zur Corona-Verbreitung in Deutschland revidiert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg demnach in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Sie lag am nach den Angaben vom Donnerstag bei 16,0 – am Vortag hatte der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9 betragen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3.142 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 11.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.890 Ansteckungen gelegen, wahrscheinlich fehlten damals jedoch 19 Neuinfektionen aus Brandenburg.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 42 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.764.311 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.650.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.607.

Am Morgen hatte das RKI noch von 3.520 Neuinfektionen und zehn Todesfällen gesprochen. Diese Angaben wurden am Mittag aktualisiert.

Militär soll Lockdown in Sydney durchsetzen

Eine leere Straße in Sydney. Trotz eines Lockdowns breitet sich das Coronavirus in der Stadt aus

Eine leere Straße in Sydney. Trotz eines Lockdowns breitet sich das Coronavirus in der Stadt aus

Foto: DAN HIMBRECHTS / imago images/AAP

11.36 Uhr: Die Polizei in Sydney hat angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen die Unterstützung des Militärs angefordert. 300 Soldaten sollen bei der Überwachung des Lockdowns in der australischen Millionenmetropole helfen, wie der Polizeichef des Bundesstaats New South Wales, Mick Fuller, am Donnerstag mitteilte. Der Lockdown gilt seit fünf Wochen.

Die Restriktionen haben die Ausbreitung des Coronavirus bislang nicht bremsen können. Mit 239 Ansteckungsfällen wurde in Sydney zuletzt ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen während der aktuellen Corona-Welle in Sydney, die im Juni begonnen hatte, stieg demnach auf 2.810.

Unter den Lockdown-Regeln dürfen die Einwohner von Sydney ihre Häuser und Wohnungen nur verlassen, um sich zur Arbeit oder zum Arzt zu begeben, Lebensmittel und andere essenzielle Güter einzukaufen und Fitnesstraining zu machen. Viele Einwohner halten sich jedoch nicht an die Vorschriften. Parks und Strände sind weiterhin viel besucht. Die Polizei werde nun vermehrt Geldstrafen bei Verstößen verhängen, kündigte Fuller an. Der Lockdown soll nach den bisherigen Planungen bis Ende August gelten.

Krankenhausbehandlungen auch in dritter Welle zurückgegangen

11.34 Uhr: Auch in der dritten Corona-Welle im Frühjahr hat es starke Einbrüche bei Krankenhausbehandlungen etwa von Herzschwäche, Darmkrebs und Schlaganfällen gegeben. Laut einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) lagen die Fallzahlen bei den Krankenhausbehandlungen zwischen März und Mai um 16 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2019. Der Einbruch war allerdings nicht so stark wie in den ersten beiden Pandemiewellen.

So gab es in der dritten Welle 13 Prozent weniger Darmkrebsoperationen als vor der Pandemie. In den ersten beiden Wellen waren die Einbrüche höher ausgefallen.

Auch die Fallzahlen für die Behandlung von Notfällen wie Schlaganfällen und Herzinfarkten lagen in der dritten Pandemiewelle um acht beziehungsweise elf Prozent weiterhin unter dem Niveau der Vorpandemiezeit. Bei Krankheitsbildern wie Diabetes, Herzschwäche oder der chronischen Lungenerkrankung COPD, die auch von niedergelassenen Ärzten behandelt werden können, gab es indes sehr starke Einbrüche von bis zu 50 Prozent.

Bei den planbaren Operationen gab es in der dritten Welle deutlich geringere Rückgänge als noch in den beiden ersten Pandemiewellen. Bei den Hüftimplantationen beispielsweise gab es zuletzt nur noch einen Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Frühjahr 2019. In der ersten Pandemiewelle waren es noch minus 44 Prozent, in der zweiten Welle minus 22 Prozent.

Testpflicht: Spahn hält am 1. August als Starttermin fest.

11.25 Uhr: In der Debatte über neue Regeln für Reiserückkehrer setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) weiter auf eine schnelle Lösung. Im Entwurf für eine neue Einreiseverordnung, die dem SPIEGEL vorliegt, spricht das Gesundheitsministerium von einem Starttermin am 1. August. Lesen Sie dazu mehr in unserem Artikel .

50,9 Prozent der Menschen in Deutschland komplett geimpft

11.15 Uhr: Die Corona-Impfquote steigt in Deutschland weiter leicht an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag sind inzwischen 50,9 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 9.45 Uhr). Das entspricht 42,36 Millionen Menschen. Am Vortag war ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: Erstmals war mehr als die Hälfte der Bevölkerung zweimal gegen die Viruskrankheit immunisiert. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge inzwischen 61,3 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 51,01 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Im Schnitt werden fünf Menschen pro Sekunde geimpft.

Bei den Bundesländern liegt Bremen mit 59,2 Prozent Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften weiterhin an der Spitze, das Schlusslicht bildet Sachsen mit 46,5 Prozent. Die meisten Impfdosen wurden bislang mit 20,5 Millionen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verabreicht.

Sloterdijk fordert Aussteigerprogramme für Querdenker

Peter Sloterdijk

Peter Sloterdijk

Foto: Georg Wendt / dpa

11.13 Uhr: Kritikern von Corona-Maßnahmen sollte aus Sicht des Philosophen Peter Sloterdijk bei der Abkehr von ihren Positionen geholfen werden. »Ich glaube, man muss heute über Aussteigerprogramme für Anhänger der Querdenker und anderer Regressionssysteme nachdenken«, sagte der 74-Jährige in der August-Ausgabe des in Hamburg erscheinenden Magazins »Brand eins«.

Sloterdijk, auch als Kritiker staatlicher Einschränkungen bekannt, bezeichnete »die sogenannten Querdenker« als »Figuren wie aus dem Spätmittelalter, die den Weg in die Moderne und damit zu naturwissenschaftlicher Evidenz und zum Staatsbürgertum innerlich nicht mitgegangen sind. Das hat im Verwechseln der eigenen Wünsche mit der Welt etwas Kleinkindliches.«

Aus Sicht von Sloterdijk gibt es »sektenähnliche Meinungsgenossenschaften« in solchen Gruppen. »Man macht miteinander euphorische Erfahrungen in der Annahme des gemeinsamen privilegierten Zugangs zur Wahrheit«, sagte der in Berlin lebende Denker. »Es gibt für den Selbstgenuss nichts Schöneres als solche Räusche des Irrsinns.«

Virologe Schmidt-Chanasit für Pooltestung bei Reiserückkehrern

Jonas Schmidt-Chanasit

Jonas Schmidt-Chanasit

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10.22 Uhr: Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat dafür plädiert, Reiserückkehrer im Falle einer Testpflicht nach ihrem Urlaub mit einer sogenannten Pooltestung auf das Coronavirus zu kontrollieren. Dabei werden mehrere Abstriche zusammengefasst und geprüft. »Wir kennen die ganzen Nachteile auch der Schnelltests, und sie kosten ja auch nicht unerheblich. Insofern wäre hier sicherlich eine Pooltestung mittels PCR-Verfahren durchaus überlegenswert« , sagte Schmidt-Chanasit dem Radiosender »Bayern 2«.

Eine Testpflicht für Reiserückkehrer sei dabei »nicht prinzipiell schlecht«. Man müsse den Nutzen allerdings genau abwägen und die Details – wo und wie wird getestet – genau klären. Aus Praktikabilitätsgründen sollte eine Testpflicht dann so einfach wie möglich gestaltet sein, auch wenn dadurch einige Reisende benachteiligt würden. Der Test aller sei aber erst mal besser, »als ein sehr kompliziertes Regelwerk, das vielleicht dann wenig Effekt hat«.

Hintergrund sei auch, dass die Qualität der Tests in den Urlaubsländern unterschiedlich sei, so der Tropenmediziner des Bernhard-Nocht-Instituts. »Da wird viel Schindluder getrieben.«

Kretschmann macht Druck bei Testpflicht für Reiserückkehrer

Winfried Kretschmann

Winfried Kretschmann

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10.08 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert mehr Tempo bei der geplanten Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. Kretschmann sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse schauen, dass sie das möglichst schnell auf die Reihe bringe. Das im September zu machen, sei zu spät. Die Bundesregierung hätte sich darauf besser vorbereiten können.

Die Einhaltung müsse der Bund sicherstellen. Kretschmann sagte, die Kontrolle der Testpflicht bei Einreisen mit dem Zug oder mit dem Auto sei schwierig. Überprüfungen könnten nur stichprobenartig erfolgen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Dienstagabend mit Blick auf eine erweiterte Testpflicht den 1. August als Datum genannt und sich auf eine Zusicherung des Bundes berufen. Die Bundesregierung hatte den Starttermin am Mittwoch aber noch offen gelassen.

Mehr Polizei auf stark betroffenen griechischen Inseln

10.01 Uhr: Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen auf mehreren griechischen Inseln will die Regierung die Zahl der Polizisten vor Ort erhöhen. Die Beamten sollen dafür sorgen, dass im Nachtleben die vorgegebenen Corona-Maßnahmen eingehalten werden, wie die griechische Zeitung »Kathimerini« am Donnerstag unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Betroffen sind vor allem die Kykladen-Inseln Paros und Ios. Auch auf Kreta stiegen die Coronafälle in den vergangenen Wochen an. Es gelte dringend, auf den bei Touristen beliebten Inseln einen Lockdown zu vermeiden, hieß es.

Griechische Medien berichten immer wieder über ausufernde Partys auf den Urlaubsinseln, obwohl Clubs und Bars bei Verstößen mit hohen Strafen und vorübergehenden Schließungen rechnen müssen.

Israel führt Grünen Pass wieder ein

09.53 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Israel seit Donnerstag wieder der sogenannte Grüne Pass. Bei Versammlungen von mehr als 100 Menschen müssen Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies gilt unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser.

Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel hatte zuletzt wieder die 2.000er-Marke überschritten. Am Donnerstagmorgen meldete das Gesundheitsministerium 2.165 neue Infektionen für den Vortag. 159 Corona-Patienten sind schwer erkrankt. Mehr als 57 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

Berlins Regierender Bürgermeister drängt auf Stiko-Impfempfehlung für Jugendliche

09.20 Uhr Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller dringt auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für das Impfen von Zwölf- bis 16-Jährigen. »Das wäre wahnsinnig wichtig«, sagt der SPD-Politiker im ZDF.

Vor dem bevorstehenden Schulbeginn hatten unter anderem Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke für Impfungen auch von Kindern ab zwölf Jahren plädiert. »Eine Impfpflicht wollen wir ja bundesweit nicht«, sagte Müller dazu. Es sei eine ständige Diskussion mit der Ständigen Impfkommission (Stiko), wann die Datenlage so groß ist, dass sie eine Empfehlung geben kann. Bislang ist die Stiko bei Corona-Impfungen von Minderjährigen zurückhaltend.

24 neue Corona-Fälle im Umfeld der Olympischen Spiele

9.15 Uhr: Parallel zu den stark steigenden Corona-Zahlen in Tokio ist auch bei den Olympischen Spielen ein neuer Tages-Höchstwert an positiven Fällen registriert worden. Insgesamt 24 weitere Personen sind im Umfeld der Spiele positiv getestet worden. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Donnerstag bekannt. So viele Fälle sind seit Beginn der Erfassung am 1. Juli nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht.

Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 193. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 20 Athletinnen oder Athleten mit dem Coronavirus. Im deutschen Team hatte es am vergangenen Freitag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben. Die Hauptstadt Tokio hatte am Vortag mit 3177 Neuinfektionen einen Höchstwert in der Corona-Pandemie vermeldet.

Intensivmediziner: Befürchten Erstarken viraler Erreger neben Corona

9.10 Uhr Intensivmediziner in Deutschland rechnen für Herbst und Winter wieder verstärkt mit Menschen mit diversen Atemwegserkrankungen. »Durch das Tragen von Masken und die anderen Regeln war die Zahl der Patienten mit Grippe und anderen viralen Krankheitserregern während der Corona-Zeit verschwindend gering«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx. »Wir befürchten, dass dieser positive Effekt nun verschwinden wird und wir zu den potenziellen Corona-Patienten zwischen Oktober und März auch die anderen Patienten mit viralen Erkrankungen betreuen werden.«

Die Patientenzahlen seien schwer einzuschätzen, auch vor der Corona-Zeit schwankten die Werte von Saison zu Saison. »Aber klar ist, dass Grippe- und Covid-19-Patienten unter Umständen die gleichen Therapien brauchen, zum Beispiel die künstliche Lunge. Die ECMO-Kapazität in Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr gut, aber jede Kapazität hat ihre Grenzen.«

Nur noch ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet im Homeoffice

08.26 Uhr: Nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie ist eine stetig wachsende Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer wieder in der Firma tätig. Im Juli arbeitete nach einer neuen Schätzung des Münchner ifo-Instituts nur noch ein Viertel der Beschäftigten (25,5 Prozent) zumindest zeitweise zu Hause, eine Fortsetzung des rückläufigen Trends der vergangenen Monate. Im Juni waren es noch 28,4 Prozent gewesen.

Die Münchner Ökonomen führten das am Donnerstag nicht nur auf das Ende der Homeoffice-Pflicht für Unternehmen zurück: »Die Menschen suchen wieder häufiger den persönlichen Kontakt im Büro«, sagte ifo-Wissenschaftler Jean-Victor Alipour am Donnerstag.

Überdurchschnittlich häufig in den eigenen vier Wänden arbeiten nach wie vor Beschäftigte in Dienstleistungsberufen. Besonders deutlich sichtbar war die Entwicklung laut ifo-Einschätzung in Fernsehen und Rundfunk: Der Anteil der Heimwerker fiel demnach von 60,9 Prozent im Juni auf 36,9 Prozent im Juli.

RKI registriert 3520 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 16,0

04.33 Uhr Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3520 Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.19 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei rund 1900 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Coroneinschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 10 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 42 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.769.608 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.655.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.702.

Anmerkung: Inzwischen hat das RKI seine Angaben revidiert. Wir haben den neuen Stand um 12.16 Uhr gemeldet.

Australien: New South Wales meldet 239 Neuinfektionen

Australiens Ministerpräsident Scott Morrison

Australiens Ministerpräsident Scott Morrison

Foto: MICK TSIKAS / EPA

04.32 Uhr: Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat New South Wales registriert 239 neue Coronafälle – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Sydney, die Hauptstadt von New South Wales, befindet sich in der fünften Woche eines neunwöchigen Lockdowns. Planmäßig soll der Lockdown am 28. August enden, aber die hochansteckende Delta-Variante verbreitet sich vor allem in der Millionenstadt weiter.

Nur 17 Prozent der über 16-Jährigen in New South Wales sind vollständig gegen Corona geimpft. Die australische Regierung steht wegen des verzögerten Impfstarts in der Kritik .

Ministerpräsident Scott Morrison sagte dem australischen Nachrichtensender »9News« am Donnerstag, mit Impfungen allein sei der Lockdown in Sydney nicht zu beenden. »Ich meine, es wird sicherlich helfen…die niedrigen (Impf-)Zahlen, die wir hatten, müssen steigen und das wird sicherlich den Bemühungen mit dem Lockdown helfen, aber nur das allein wir den Lockdown nicht stoppen.«

Schäuble und Söder verurteilen Impf-Müdigkeit in Deutschland

Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble

Foto: Kay Nietfeld / dpa

04.00 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ist nach eigenen Angaben »maßlos traurig«, CSU-Chef Markus Söder ärgert sich: Beide beklagen im Kampf gegen das Coronavirus die sinkende Impfquote – und nennen Vorschläge, um dem entgegenzusteuern. Lesen Sie hier mehr dazu.

Spahn widerspricht RKI-Chef Wieler in Debatte über Inzidenzwert

02.44 Uhr: In der Debatte über die Inzidenz als Hauptrichtwert in der Pandemie hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, widersprochen. »Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft«, sagte Spahn der »Bild«. Daher brauche es »zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten«, etwa die Zahl der neu aufgenommenen Covid-Patienten im Krankenhaus.

Ganz auf die Inzidenz verzichten will Spahn jedoch nicht: Es seien bei Weitem nicht ausreichend Menschen in Deutschland geimpft, »um ganz auf den Blick auf die Inzidenz verzichten zu können«. RKI-Chef Wieler hatte am Montag in einer Bund-Länder-Schalte eine Niedrig-Inzidenz-Strategie gefordert und vor einer vierten Welle gewarnt.

Google und Facebook verhängen Impfpflicht für Mitarbeiter

01.20 Uhr: Die Mitarbeiter der Internetriesen Google und Facebook in den USA müssen sich vor einer Rückkehr in die Büros gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilten die Unternehmen unabhängig voneinander am Mittwoch (Ortszeit) mit. Google-Chef Sundar Pichai erklärte, die Regelung betreffe zunächst die USA, werde in den kommenden Monaten aber auch für andere Regionen gelten, sobald dort Impfungen weithin verfügbar seien. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ministerpräsidenten unterstützen Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

00.01 Uhr: Die geplante generelle Coronatestpflicht für Urlaubsheimkehrer, die keinen Nachweis einer vollständigen Impfung oder Genesung haben, wird von den Regierungschefs mehrerer Bundesländer unterstützt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) »Die Tests sind der zentrale Baustein, um das Infektionsgeschehen in der ungeimpften Bevölkerung einzudämmen.« Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte, aus dem vergangenen Jahr wisse man, dass Reiserückkehrer viel zum Anstieg des Infektionsgeschehens beigetragen hätten. »Es ist ein kleiner Mehraufwand für jeden von uns, schafft aber viel Sicherheit«, sagte der CDU-Politiker dem RND über eine Corona-Testpflicht.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, Ziel sei es, keine Infektionen ins Land zu tragen, um die Inzidenzen so niedrig wie möglich zu halten und Kindern und Jugendlichen einen möglichst normalen Schul- und Kitabesuch zu ermöglichen. Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke hatte sich am Mittwochabend im TV-Sender Phoenix ebenfalls für eine Testpflicht für jene ausgesprochen, »die aus Regionen zurückkehren, die eine höhere Inzidenz haben als wir in Deutschland«.

tfb/sol/jok/AFP/dpa/Reuters
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