Corona-News am Donnerstag Risikogruppen ohne Symptome sollen offenbar häufiger getestet werden

Das Gesundheitsministerium plant offenbar, Schnelltests häufiger bei symptomfreien Mitgliedern von Risikogruppen einzusetzen. Und: Hessen, NRW und Berlin wollen Hotelübernachtungen an Weihnachten zulassen. Der Überblick am 26. November.
Corona-Schnelltest

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Foto: Bodo Schackow / picture alliance/dpa

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+++ Corona-Schnelltests für besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen +++

22.01 Uhr: Corona-Schnelltests sollen nach einem Bericht bei besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, die bislang keine Symptome zeigen, verstärkt zum Einsatz kommen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem Nachrichtenportal "ThePioneer" vorliegt.

"Testungen sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung von Corona- Infektionsketten und damit für die Verhinderung unkontrollierter Ausbruchsgeschehen", heißt es in dem Dokument, das derzeit zwischen den Ressorts der Bundesregierung abgestimmt wird und am 1. Dezember in Kraft treten soll. Ziel sei es, umfassender und einfacher als bisher, insbesondere Personen zu testen, bei denen es noch keine Symptome gebe, "bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint oder bei denen eine hohe Gefahr besteht, dass sie oder andere Personen in ihrem Umfeld bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet wären".

Anspruch auf Testung sollen nach ärztlicher Anordnung Kontaktpersonen haben. Dabei geht es um Personen, "die in den letzten zehn Tagen insbesondere in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten ununterbrochen oder durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten". Wer mit einer infizierten Person in einem Haushalt lebe oder in den letzten zehn Tagen gelebt hat, zählt ebenfalls zu dieser Kategorie.

Scholz: Länder bei Covid-Hilfen für 2021 gefordert

22.44 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht die Länder ab dem nächsten Jahr bei der Finanzierung der Corona-Hilfen für Unternehmen stärker in der Pflicht. Das sei eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der der Bund bislang den größten Teil schultere, sagt der SPD-Politiker im ZDF. Zuletzt gab es immer mehr Forderungen an die Länder, sich finanziell stärker einzubringen.

Hessen, NRW und Berlin wollen Hotelübernachtungen an Weihnachten zulassen

20.32 Uhr: In Hessen, Nordrhein-Westfalen und Berlin sollen bei Verwandtenbesuchen über Weihnachten auch Übernachtungen in Hotels möglich sein – entgegen dem Willen von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). Wer eine Verwandtenreise mache, »der muss ja auch die Chance haben, irgendwo übernachten zu können«, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Ähnlich äußerten sich NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

Kanzleramtschef Braun sagte in der RTL-Sendung »Guten Morgen Deutschland« am Donnerstag, bei der Beratung der Landesregierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei überlegt worden, ob man im Rahmen des Verwandtenbesuchs im Hotel übernachten könne, »damit das nicht auf der Couch zu Hause stattfindet«. »Aber wir sind dann zu der Überzeugung gekommen: Das kann man nicht kontrollieren. Und eben touristische Reisen dürfen auf keinen Fall stattfinden«, sagte er.

Laschet sagte dagegen im Landtag in Düsseldorf, touristische Reisen seien zwar derzeit untersagt, wenn aber Familien sich besuchten und keine Übernachtungsmöglichkeit bei den Verwandten hätten, seien über die Weihnachtstage auch Übernachtungen in einem Hotel möglich: »Das wird nicht unter touristischer Reise verstanden.« Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga NRW begrüßte diese Pläne Laschets.

Kriminelle Clans durch Pandemie unter Druck

20.24 Uhr: Die kriminellen Clans sind nach den Worten von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) durch die Corona-Pandemie unter Druck geraten – durch die Schließung der Lokale, der Bordelle oder durch geringeren Drogenverkauf. »Sie versuchen sich neue Geschäftsfelder zu erschließen«, sagte Geisel der »Welt« (Freitag). »Das wird dann auch mal brutaler.«

Es gebe Verletzte und Revierkämpfe. »Die tschetschenische organisierte Kriminalität ist äußerst brutal und versucht verstärkt auf den Markt zu dringen. Wir sehen aber noch keine komplett neue Qualität.«

Clan- und organisierte Kriminalität ist seit Längerem in Berlin und in anderen Bundesländern ein Thema – zuletzt machten die Festnahmen nach dem Juwelendiebstahl in Dresden Schlagzeilen.

Deutschland überschreitet Millionen-Marke

20.06 Uhr: In Deutschland gibt es Daten von US-Forschern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehr als eine Million bestätigte Infektionen mit dem Virus. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor.

Die Daten der Universität werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Das Robert Koch-Institut (RKI) zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 983 588 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 389 auf insgesamt 15 160.

Bereits 17.000 Anträge auf Novemberhilfen

18.35 Uhr: Nur einen Tag nach Freischaltung der entsprechenden Internetplattform sind bereits fast 17.000 Anträge auf Novemberhilfe gestellt worden. Bis 14.30 Uhr seien 9638 Direktanträge und 7159 Anträge über Steuerberater eingegangen, teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit. Zusätzlich seien im System knapp 49.000 Steuerberater-Anträge angelegt, aber noch nicht abgesendet worden.

Mit der Novemberhilfe bekommen Betriebe bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes im November 2019 erstattet, wenn sie in diesem Jahr aufgrund von Corona-Verordnungen schließen mussten. Soloselbstständige, die direkt Anträge stellen können, erhalten bis zu 5000 Euro.

Allianz will Gastronomen nicht voll entschädigen – trotz Betriebsschließungspolice

18.30 Uhr: Gastronomen, die sich bei der Allianz gegen die Schließung ihres Betriebs versichert haben, können im Shutdown nicht mit einer vollen Entschädigung rechnen. »Wir haben mehrere Tausend Policen in Deutschland verkauft, fast die Hälfte davon zu einem Mindestbeitrag von 50 Euro im Jahr. Dafür kann man keinen Schutz in einer globalen Pandemie erwarten«, sagte Allianz-Deutschland-Chef Klaus-Peter Röhler der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Als Schutz gegen große Pandemierisiken seien die bestehenden Betriebsschließungsversicherungen nie verkauft worden.

Diese Auffassung vertreten viele Versicherer. Allerdings gehen derzeit auch Tausende Gastwirte mit einer Betriebsschließungspolice gerichtlich gegen die Konzerne vor – und haben dabei bereits Erfolge erzielt.

Frankreich öffnet Skigebiete – Lifte bleiben aber geschlossen

17.52 Uhr: Die französischen Skigebiete können in den Weihnachtsferien öffnen, die Skilifte bleiben allerdings geschlossen: Das hat Frankreichs Regierungschef Jean Castex bei einer Pressekonferenz zur geplanten Lockerung der Corona-Auflagen klargestellt. Die französischen Liftbetreiber sprachen von einer »wahnwitzigen« Entscheidung. Österreich wirbt dagegen offensiv um Ski-Touristen.

Virologe Kekulé will Schnelltest für Weihnachten

17.43 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé blickt wenig optimistisch auf Weihnachten. »Wenn wir jetzt an Weihnachten die Infektionen über die Familie an die ältere Generation weitergeben, könnte das eine Katastrophe geben«, sagte der Professor der Universität Halle-Wittenberg der »Abendzeitung«. Er sei deshalb für Schnelltests, die jedem zur Verfügung gestellt werden sollten.

Keine Corona-Lockerungen in Berlin über Weihnachten

17.19 Uhr: Die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über Weihnachten und Silvester sollen in Berlin nicht gelten. Darauf verständigte sich der Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Im Corona-Hotspot Berlin könne es keine derartigen Lockerungen geben, hieß es aus Senatskreisen. Demnach sollen sich in Berlin über die Feiertage maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen dürfen, hinzu kommen Kinder.

Ärztevereinigung in Türkei zweifelt weiter an offiziellen Zahlen

17.15 Uhr: Trotz der Änderungen, die das Gesundheitsministerium verkündet hat, zweifelt die Ärztevereinigung in der Türkei weiterhin die offiziellen Corona-Fallzahlen an. Die von der Regierung veröffentlichten täglichen Fälle spiegelten nicht die Wahrheit wider, sagte Sebnen Korur Fincanci, Vorsitzende der Türkischen Ärztevereinigung (TTB), nach einem Bericht des Online-Portals Gazete Duvar. Basierend auf Erhebungen der TTB von vergangener Woche gehe sie von täglich mindestens 50.000 neuen Fällen aus. Nehme man die falsch-negativ Getesteten hinzu, komme man auf eine noch deutlich höhere Zahl.

Nach monatelanger Kritik hatte die türkische Regierung entgegen der bisherigen Praxis am Mittwochabend die täglichen Fallzahlen der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Land bekannt gegeben.  

Slowakei verschiebt landesweite Corona-Massentests

16.35 Uhr: Die Slowakei rückt schrittweise von ihrer Strategie landesweiter Corona-Massentests ab. Am Mittwochabend kündigte Ministerpräsident Igor Matovic nach regierungsinternen Unstimmigkeiten an, die für das erste Dezember-Wochenende geplanten erneuten landesweiten Massentests an fast der gesamten Bevölkerung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Der Städte- und Gemeindebund ZMOS forderte, überhaupt keine solchen flächendeckenden Tests mehr durchzuführen. Stattdessen sollten sich künftige Testaktionen auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen konzentrieren.

Erste Corona-Fälle auf Nerzfarm in Litauen gemeldet

16.31 Uhr: Nach der Notschlachtung von Millionen Nerzen in Dänemark sind nun auch in Litauen erste Corona-Fälle auf einer Nerzfarm festgestellt worden. Ein Angestellter der Farm wurde ebenfalls positiv auf das neuartige Virus getestet und könnte die Nerze infiziert haben, teilte der Leiter der Veterinärbehörde, Darius Remeika, mit. Dutzende Nerze werden demnach nun gekeult, jedoch ist zurzeit noch keine Massenschlachtung nach dänischem Vorbild geplant.

Anfang November hatte Dänemark die Keulung aller bis zu 17 Millionen Nerze im Land angeordnet, nachdem auf einigen Zuchtfarmen eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form von Sars-CoV-2 entdeckt worden war.

In Altenheimen entstehen 20.000 Stellen für Pflegehilfskräfte

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

16.21 Uhr: In den Altenheimen entstehen künftig 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte. Das sieht ein Gesetz vor, das der Bundestag beschlossen hat. Das zusätzliche Personal soll aus Mitteln der Pflegekassen finanziert werden, die Eigenanteile der Heimbewohner sollen dadurch nicht steigen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Bundestag sagte. Das Gesetz sieht zudem eine Finanzspritze von fünf Milliarden Euro für die gesetzlichen Krankenkassen zur Bewältigung der Coronakrise vor.

Polens Agrarminister: Doch keine Corona-Infektion bei Nerzen

15.37 Uhr: Erste Befunde von Wissenschaftlern, die erstmals in Polen einen Corona-Ausbruch bei Nerzen auf einer Pelztierfarm nachgewiesen hatten, haben sich nach Angaben des Agrarministeriums nicht bestätigt. Untersuchungen des Veterinärinstituts in Pulawy hätten keine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen, sagte Landwirtschaftsminister Grzegorz Puda in Warschau. Nur die Ergebnisse von Untersuchungen in Labors dieser Behörde seien anerkannt.

Am Dienstag hatte die Medizinische Universität in Danzig mitgeteilt, dass bei acht Tieren eines Zuchtbetriebs in der Wojwodschaft Pommern im Westen des Landes eine Infektion mit Sars-CoV-2 festgestellt worden sei. Insgesamt habe man 91 Nerze untersucht. Eine Sprecherin der Universität wollte die Äußerungen des Landwirtschaftsministers nicht kommentieren.

Ischgl: Prozessbeginn bis Februar erwartet

15.27 Uhr: Österreichische Verbraucherschützer rechnen im Justizstreit um Corona-Ansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl mit einem Prozessbeginn im Januar oder Februar. Bisher seien sechs oder sieben Amtshaftungs-Musterklagen gegen die Republik Österreich eingereicht worden, sagte Verbraucherschutzverein-Chef Peter Kolba in einer Pressekonferenz. Etwa dreißig weitere seien in Vorbereitung oder würden derzeit eingebracht.

Bei dem Verein hatten sich nach dessen Angaben 6000 Menschen gemeldet, davon rund 4000 Deutsche, die sich Anfang des Jahres bei Aufenthalten in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Auch die Familie eines Verstorbenen war unter den ersten Klägern. Im Frühjahr will der Verein zudem eine Sammelklage organisieren.

Thüringen will Weihnachtsferien nicht verlängern

14.34 Uhr: Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern will Thüringen die Weihnachtsferien nicht wegen der Pandemie verlängern. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) plant aber Homeschooling für ältere Schüler, wie er in Erfurt mitteilte. Schüler der Klassenstufen eins bis sechs werden weiter im Präsenzunterricht betreut.

In Thüringen dauern die Weihnachtsferien von 23. Dezember bis zum 2. Januar. Auf Vorschlag von Holter sollen alle Schüler in Thüringen ab der siebten Klassenstufe die zwei Tage vor Ferienbeginn und die Woche nach Ferienende zu Hause lernen. Das Kabinett muss das noch beschließen.

Auch Bremen plant nach wie vor keine Verlängerung der Weihnachtsferien. In allen anderen Bundesländern beginnen die Ferien am 19. Dezember.

Söder: Krankenhäuser in Bayern laufen mit Corona-Patienten voll

14.18 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat auf die schweren Folgen der derzeit hohen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie hingewiesen. »Die Krankenhäuser laufen voll«, sagte Söder, erste Kliniken sendeten Notsignale. Wenn sich die Zahl von derzeit 83 Todesfällen pro Tag bis Weihnachten fortsetze, würden bis dahin allein in Bayern 2500 Menschen sterben. »Das ist ein schweres Schicksal für die Menschen«, sagte Söder.

Den derzeit geltenden Teil-Lockdown bezeichnete Söder als Teilerfolg. Härtere Maßnahmen würden zu schnellerer Entlastung führen, sagte der Ministerpräsident in München nach einer Sitzung seines Kabinetts. Derzeit herrsche das höchste Infektionsniveau in der gesamten bisherigen Pandemie.

Quarantänepflicht für Auslandsausflüge in Bayern

14.15 Uhr: Bayern führt eine Quarantänepflicht für Tagesausflüge etwa zum Skifahren nach Österreich ein. »Touristische Tagesausflüge oder Freizeitvergnügungen im Ausland, etwa zum Skifahren, sind vermeidbare Risikoquellen«, teilt die Staatsregierung nach einer Kabinettssitzung mit. Die bisherige Möglichkeit, sich im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs für bis zu 24 Stunden quarantänefrei ins Ausland zu begeben, werde auf triftige Gründe beschränkt. Dazu zählten nicht touristische und sportliche Zwecke.

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Frankreich stellt sich auf Lockerungen ein

13.52 Uhr: Frankreichs Premier Jean Castex hat die Menschen im Land auf etappenweise Lockerungen eingeschworen und weitere finanzielle Hilfen zugesagt. Es sei zu früh, um von einem Ende des Lockdowns zu sprechen, sagte Castex in einer Pressekonferenz. »Die winterlichen Wetterbedingungen und das Herannahen der Feiertage zum Jahresende sind zwei Hauptrisikofaktoren, die es im Frühjahr nicht gab.«

Präsident Emmanuel Macron  hatte in einer TV-Ansprache am Dienstag schrittweise Lockerungen angekündigt. Seit Ende Oktober gelten im ganzen Land strenge Ausgangsbeschränkungen – diese sollen am 15. Dezember aufgehoben werden und durch nächtliche Ausgangssperren ersetzt werden.

Bis zu 2000 Fans in Liverpool: England lässt wieder Zuschauer zu

Der FC Liverpool könnte an der Anfield Road am 5. Dezember gegen die Wolverhampton Wanderers wieder Fans begrüßen

Der FC Liverpool könnte an der Anfield Road am 5. Dezember gegen die Wolverhampton Wanderers wieder Fans begrüßen

Foto: PAUL ELLIS / AFP

13.36 Uhr: Premier-League-Klubs aus der Hauptstadt London und aus Liverpool, wo auch der FC Everton beheimatet ist, dürfen mit Ende des zweiten Lockdowns (2. Dezember) wieder vor bis zu 2000 Anhängern spielen.

Die Region Merseyside wurde von der Regierung wie London auf Stufe 2 der Risikoskala eingeordnet. Der Großraum Manchester mit Rekordmeister United und Spitzenklub City muss wegen der Pandemie weiter ohne Fans planen. Auf Stufe 1 sind sogar 4000 Anhänger möglich. Die Einteilung der Regionen nach Risikogebieten soll am 16. Dezember überprüft werden. Neben den beiden genannten Teams dürfen auch Aston Villa (Birmingham), Newcastle United, Leeds United, Leicester City und die Wolves zu Hause noch keine Zuschauer zulassen.

Hessen will Hotelbesuche über Weihnachten erlauben

13.35 Uhr: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat eine Verordnung angekündigt, mit der Hotelübernachtungen für Verwandtschaftsbesuche über Weihnachten ermöglicht werden sollen. »Wer eine Verwandtenreise macht, muss irgendwo übernachten können«, sagte Bouffier nach einer Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts in Wiesbaden.

Diese Verordnung solle aber nur für die Weihnachtsfeiertage gelten. Derzeit sehe er keine Veranlassung, die Regel auch anschließend fortzuführen, sagte Bouffier. Eine entsprechende Verordnung solle um den 15. Dezember herum beschlossen werden. Auch in anderen Bundesländern ist diese Regelung geplant.

Derzeit sind Hotels nur für Geschäftsreisen offen, touristische Reisen sind verboten. Grundsätzlich sollen die Maßnahmen laut der am Mittwoch gefassten Beschlüsse von Bund und Ländern bis zum 20. Dezember beibehalten werden, es wird aber eine Verlängerung bis ins neue Jahr angestrebt.

EMA erwartet ersten Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff in Kürze

12.35 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur EMA erwartet »in den kommenden Tagen« den ersten Antrag für eine bedingte Marktzulassung eines Corona-Impfstoffs. Die EMA gibt nicht bekannt, von welchem Impfstoffhersteller sie den Antrag erwartet. Die Partner Biontech und Pfizer sind aber die Unternehmen, die im Zulassungsverfahren mit ihrem Covid-19-Impfstoff am fortgeschrittensten sind. Bei der US-Gesundheitsbehörde FDA haben sie Ende vergangener Woche den Antrag auf Notfallgenehmigung gestellt.

USA: Oberstes Gericht kippt Besucherlimit in New Yorks Gotteshäusern

12.30 Uhr: Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Besucherbegrenzung in religiösen Einrichtungen im Bundesstaat New York aufgehoben. Die Anordnung verstoße gegen das im ersten Verfassungszusatz festgehaltene Recht auf Religionsfreiheit, heißt es in der Entscheidung. Mit fünf zu vier Stimmen gab damit das Gericht jeweils einem Eilantrag der katholischen Kirche und einer jüdisch-orthodoxen Organisation statt. Ausschlaggebend war dabei die von Präsident Donald Trump ernannte konservative Richterin Amy Coney Barrett.

Der demokratische Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, hatte die Zahl der Anwesenden in religiösen Einrichtungen je nach Infektionsrate auf 10 oder 25 beschränkt. Vor Barretts Ernennung hatte das Gericht ähnliche Eilanträge von Kirchen in Nevada und Kalifornien abgelehnt. Der konservative Vorsitzende Richter John Roberts hatte sich in der Entscheidung für eine Beibehaltung der Maßnahmen ausgesprochen und sich damit der Meinung der liberalen Richter angeschlossen.

Französischer Regierungsberater: Rückkehr zur Normalität bis Herbst 2021

12.10 Uhr: In Frankreich rechnet ein Regierungsberater bei einem Erfolg der Impfstoffprogramme mit einer Rückkehr zu einer gewissen Normalität bis zum Herbst kommenden Jahres. Dazu müssen aber 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, sagte der führende Epidemiologe Arnaud Fontanet dem TV-Sender BFM. Nach den jüngsten Erfolgsmeldungen bei der Entwicklung eines Impfstoffes hatte die britische Regierung kürzlich die Hoffnung auf eine allmähliche Rückkehr zur Normalität nach Ostern geäußert.

Hildburghausens Landrat hält Corona-Protest für unverantwortlich

12.00 Uhr: Der Landrat von Hildburghausen, Thomas Müller, hat die Proteste gegen die Corona-Beschränkungen am Mittwochabend als unverantwortlich kritisiert. Hunderte Menschen, die durch die Südthüringer Stadt gezogen seien, hätten nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet, sagte der CDU-Politiker.

Die Protestteilnehmer seien organisiert gewesen und formiert durch Hildburghausen gezogen. »Die sind untereinander alle vernetzt, das ist dasselbe Strickmuster wie in Leipzig und Berlin – nur kleiner«, sagte Müller. Es habe eine aggressive Stimmung geherrscht, Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Polizeibeamte seien beschimpft worden. Lesen Sie hier mehr.

Mehr als 600 Neuinfektionen pro Woche in Hildburghausen

10.49 Uhr: Der Corona-Hotspot Hildburghausen in Thüringen hat erneut den deutschlandweiten Höchstwert an Neuinfektionen verzeichnet. Mit 602,9 wurde erstmals ein Wert von mehr als 600 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Innerhalb der letzten 24 Stunden kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Erfurt allein im Landkreis Hildburghausen 70 neue Fälle hinzu, landesweit waren es 628. Damit liegt die Gesamtzahl der seit Beginn der Corona-Pandemie in Thüringen nachgewiesenen Infektionen bei 15.248.

Gegen die verschärften Corona-Beschränkungen wurde protestiert – die Polizei setzte Pfefferspray ein. Rund 400 Menschen versammelten sich am Mittwochabend auf dem Marktplatz der südthüringischen Stadt und verstießen damit gegen die vom Landkreis wegen der hohen Infektionsrate verhängten Maßnahmen, wie die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Moskau: Senioren dürfen bis Mitte Januar nicht aus dem Haus

10.29 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Zahlen dürfen ältere Moskauer ihr Zuhause weiter nicht verlassen. Die bereits Ende September verhängte Maßnahme, die Menschen über 65 Jahre und chronisch Kranke in der russischen Hauptstadt betrifft, wurde bis zum 15. Januar verlängert, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin mitteilte. Auch Freizeiteinrichtungen für Kinder bleiben geschlossen. Unternehmen sind angewiesen, mindestens 30 Prozent ihres Personals im Homeoffice zu beschäftigen. Auch Silvester werde in diesem Jahr nur als »Familienfeier« stattfinden können.

Mit mehr als 25.400 bestätigten Fällen binnen eines Tages meldeten die Behörden erneut einen Höchstwert. Auch die Zahl der Todesfälle war mit 524 so hoch wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Allein in Moskau wurden 6075 Neuinfektionen gemeldet, die Totenzahl stieg um 73 auf 8603.

Merkel fordert Schließung aller europäischen Skigebiete

10.08 Uhr: Die Skisaison naht. Bundeskanzlerin Merkel will sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie dafür einsetzen, dass alle Skigebiete geschlossen werden. Touristische Reisen sollten nicht stattfinden. Lesen Sie hier mehr.

Schwedisches Prinzenpaar mit Corona infiziert

Prinz Carl Philip und seine Frau Prinzessin Sofia (l.) sind mit Covid-19 infiziert

Prinz Carl Philip und seine Frau Prinzessin Sofia (l.) sind mit Covid-19 infiziert

Foto: Jonas Ekstromer/ dpa

09.57 Uhr: Der schwedische Prinz Carl Philip und seine Frau Prinzessin Sofia sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das schwedische Königshaus mit. Der jüngere Bruder von Kronprinzessin Victoria und seine Gattin hätten sich bereits am Mittwoch mit leichteren Krankheitssymptomen gemeinsam mit ihren Kindern in häusliche Quarantäne begeben. Im Anschluss sei ihre Infektion festgestellt worden. Lesen Sie hier mehr.

Ärztegewerkschaft wirft Regierung Versäumnisse im Gesundheitswesen vor

09.00 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat Bund und Ländern schwere Versäumnisse bei der Ausstattung des Gesundheitswesens gegen die Corona-Pandemie vorgeworfen. »Es ist ein absolutes Unding, dass für das Klinikpersonal immer noch nicht genügend Antigen-Schnelltests zur Verfügung stehen«, sagte Verbandschefin Susanne Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

»Wir brauchen eine engmaschige, flächendeckende Testung des Personals in den Kliniken, damit wir wissen, welche Risiken bestehen«, forderte sie. »Dieses Versprechen müssen Bund und Länder durch Bereitstellung der Tests endlich einlösen.«

Johna sagte, das Personal insbesondere auf den Intensivstationen, den Infektionsstationen und in den Notaufnahmen der Krankenhäuser sei seit Wochen massiv belastet. Inzwischen würden Beschäftigte in den Kliniken vermehrt dazu angehalten, auch dann weiterzuarbeiten, wenn sie Kontaktpersonen ersten Grades sind, also engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten.

Erstmals seit einem Monat mehr als tausend Corona-Neuinfektionen in Israel

08.40 Uhr: In Israel steigen die Corona-Fälle wieder an. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen hat erstmals seit mehr als vier Wochen wieder die Marke von 1000 überstiegen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1069 neue Fälle registriert. Mehr Neuinfektionen an einem Tag waren zuletzt am 21. Oktober mit 1172 vermeldet worden. Die Zahl der in dem Mittelmeerland gemachten Tests war mit knapp 60.000 allerdings sehr hoch, die Quote der positiven Tests lag mit 1,8 Prozent weiter auf dem Niveau der vorherigen Tage.

In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land verlief die Pandemie im Frühjahr vergleichsweise milde, auch wegen strikter Maßnahmen der Regierung. Nach umstrittenen Lockerungen nahmen die Zahlen im Sommer jedoch massiv zu. Die Regierung verhängte Mitte September einen zweiten landesweiten Lockdown. Ab Mitte Oktober begann die Regierung damit, schrittweise Lockerungen umzusetzen.

Zweite Welle dämpft Kauflaune der Verbraucher weiter

08.36 Uhr: Die Verbraucherstimmung hat sich angesichts des Teil-Shutdowns im November weiter eingetrübt. Für Dezember prognostizierte das Marktforschungsinstitut GfK einen Wert von minus 6,7 Punkten und damit 3,5 Punkte weniger als im Vormonat. Rückläufig sind nach Einschätzung des Instituts sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung.

»Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer«, erklärte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. »Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen.« Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung habe ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.

US-Konzern Walt Disney entlässt 32.000 Mitarbeiter

Zwar kann Disney inzwischen wieder einige Vergnügungsparks betreiben, erreicht damit aber nur einen Bruchteil der möglichen Kapazitäten

Zwar kann Disney inzwischen wieder einige Vergnügungsparks betreiben, erreicht damit aber nur einen Bruchteil der möglichen Kapazitäten

Foto: Aly Song / REUTERS

08.32 Uhr: Mitten in der Coronakrise entlässt der Unterhaltungskonzern Walt Disney 32.000 Mitarbeiter. Betroffen seien vor allem Angestellte in den Freizeitparks, teilte das US-Unternehmen mit. Das sind rund 14 Prozent der rund 223.000 Mitarbeiter, die Ende 2019 noch für den US-Konzern gearbeitet haben. Lesen Sie hier mehr.

Weltärztepräsident: Weihnachten wird für manche zum Todesrisiko

08.29 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes kritisiert die von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen an den Weihnachtstagen. »Medizinisch-epidemiologisch ist es Wahnsinn, an Weihnachten wieder aufzumachen«, sagte Verbandschef Frank Ulrich Montgomery im SWR Radio. »Das Virus kennt kein Weihnachten und kein Ramadan. Das sucht sich seine Opfer täglich da, wo es sie findet.« Er verstehe allerdings, dass die Menschen an Weihnachten Kontakte brauchten. Hier müsse eine »saubere Balance« gefunden werden.

Montgomery geht davon aus, dass die Infektions- und Todeszahlen nach den Feiertagen wieder steigen werden. »Zwei bis drei Wochen nach Weihnachten werden die Todeszahlen hochgehen. Weihnachten wird damit zu einem Fest mit einem Todesrisiko für manche Menschen«, sagte der Weltärztepräsident. Allerdings könne man das Risiko in Kauf nehmen, wenn sich die Bevölkerung danach von selbst an die Distanzregeln halte.

Kein Verständnis äußerte Montgomery für die Entscheidung, die Lockerungen bis Silvester auszudehnen. Er begründete seine Kritik damit, »weil eine ganze Menge Alkohol mit im Spiel ist und dass man sich in der Silvesternacht in den Armen liegt. Das sind wunderbare Infektionsquellen. Da freut sich das Virus und jubelt.«

Bodo Ramelow hält deutsche Corona-Maßnahmen für moderat

08.25 Uhr: Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat betont, dass die deutschen Corona-Maßnahmen im europäischen Vergleich moderat seien. Man mute der Bevölkerung zwar auch hier einiges zu, sagte Ramelow im ARD-»Morgenmagazin«. In anderen Ländern gebe es zum Teil strenge Ausgangssperren. »Ich will das aber auch einordnen. Wenn wir es europäisch im Maßstab vergleichen, ist das, was wir an Infektionszahlen haben, nur ein Drittel.« Man hoffe, dass man mit den Maßnahmen in Deutschland einen weiteren Anstieg der Zahlen verhindern könne.

Für sein Bundesland Thüringen könne er keine Entwarnung geben, sagte Ramelow. Der Landkreis Hildburghausen sei aktuell der mit den höchsten Infektionszahlen in Deutschland. »Das Infektionsgeschehen ist so diffus, dass es in der ganzen Bevölkerung drin ist.«

In dem Landkreis solle es ab der kommenden Woche einen Massentest unter Kindern und Jugendlichen geben, kündigte Ramelow an. Dieser solle zeigen, ob Schulen überhaupt ein Infektionstreiber seien. »Wir müssen aufpassen, dass wir die Schulen öffentlich nicht kaputtreden und den Lehrerinnen und Lehrern und den Eltern ständig das Gefühl geben, dass dort die Angst um sich geht«, sagte der Ministerpräsident.

Polizei setzt bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Hildburghausen Pfefferspray ein

07.40 Uhr: Bei den Protesten gegen die neuen Infektionsschutzregeln im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen hat die Polizei am Mittwochabend Pfefferspray eingesetzt. Mehrfache kommunikative Versuche, die Teilnehmer zum Verlassen der Demonstration zu bewegen, seien fehlgeschlagen, teilte die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mit. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht. Gegen 20.45 Uhr seien die Proteste beendet gewesen.

Rund 400 Personen hatten sich auf dem Marktplatz in Hildburghausen entgegen der geltenden Thüringer Infektionsschutzverordnung und der Allgemeinverfügung des Landkreises Hildburghausen versammelt, teilte die Polizei mit.  Die Beamten stellten zahlreiche Verstöße gegen die geltenden Infektionsschutzregelungen fest. So wurden laut Mitteilung Mindestabstände nicht eingehalten, Masken nicht getragen und die eigene Wohnung ohne triftigen Grund verlassen, hieß es.

22.268 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

07.00 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3600 Fälle mehr als am Mittwoch (18.633). Am Donnerstag vor einer Woche waren 22.609 Fälle gemeldet worden. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 983.588 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 389 auf insgesamt 15.160. Am Mittwoch war mit 410 Todesfällen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Das RKI schätzt, dass rund 676.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend  bei 0,87 (Vortag: 0,90). Rechnerisch stecken 100 Infizierte 87 weitere Menschen an. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Mehr als 2200 Corona-Tote in den USA binnen 24 Stunden

06.20 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden mehr als 2200 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das berichten die »New York Times « und die »Washington Post «. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge meldet die Johns-Hopkins-Universität sogar 2439 Todesfälle. Dies sei der höchste Anstieg seit Monaten. Bereits am Vortag hatte die Totenzahl, kurz vor dem wichtigen Feiertag Thanksgiving, über 2000 gelegen.

Insgesamt seien bis Mittwoch, 20.30 Uhr Ortszeit, 262.080 Todesfälle verzeichnet worden, teilte die Universität mit. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei fast 200.000. Insgesamt haben sich mehr als 12,7 Millionen US-Bürger mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Am Donnerstag wird in den USA mit Thanksgiving eine Art Erntedankfest gefeiert. Vor dem Fest hatte die Gesundheitsbehörde CDC den Bürgern wegen der Corona-Pandemie dringend von den sonst üblichen Reisen quer durch die USA zu Angehörigen abgeraten. Es wird befürchtet, dass sich bei den Feierlichkeiten zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus anstecken.

Lehrerverband: Beschlüsse von Bund und Ländern nicht weitgehend genug

04.45 Uhr: Der Chef des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern als nicht weitgehend genug kritisiert und eine strengere Maskenpflicht gefordert. Grundsätzlich sei es begrüßenswert, »dass wenigstens ein Mindestkonsens bei einer Verschärfung von Hygieneschutzmaßnahmen« erzielt worden sei, sagte Meidinger der »Rheinischen Post«.

Allerdings hätte der Verband die Maskenpflicht im Klassenzimmer schon ab der 5. Klasse und bei hohen Inzidenzen auch für Grundschüler befürwortet, sagte Meidinger. »Auch dass man jetzt in Hotspotgebieten ab der 8. Klasse Wechselunterricht organisieren kann und damit die Abstandsregel wieder einführen kann, begrüßen wir.« Problematisch sei aber, dass die Umsetzung nur eine Kann-Regelung sei und der Inzidenzwert von 200 um das Vierfache über der Empfehlung des Robert Koch-Instituts liege.

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Der Bundesverband der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst zeigte sich zufrieden mit den Regelungen zur Quarantäne von Klassenverbänden. »Ich begrüße es sehr, dass es klare und nachvollziehbare Regelungen zum Umgang mit der Quarantäne in Schulen gibt«, sagte Verbandschefin Ute Teichert der »Rheinischen Post«. Es sei ein pragmatischer Ansatz, alle Mitschüler für mindestens fünf Tage in Isolation zu schicken, wenn ein Infektionsfall in einer Klasse auftrete.

Die Ausnahmen für Weihnachten sieht Teichert kritischer. »Aus medizinischer Sicht machen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen an den Festtagen keinen Sinn«, sagte sie. »Das Virus nimmt keine Rücksicht auf Weihnachten.« Sie verstehe aber die politische Entscheidung, »damit die Menschen wenigstens im Ansatz ein Familienfest haben können«.

Krankenhausgesellschaft: Ausweitung der Beschränkungen notwendig

04.25 Uhr: Die Ausweitung von Beschränkungen in der Coronakrise ist aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft ein notwendiger Schritt, damit die Kliniken nicht überlastet werden. »Wir werden im Laufe des Dezembers voraussichtlich 5000 bis 6000 Intensivpatienten haben, die Situation ist angespannt, aber noch beherrschbar. Deshalb begrüßen wir sehr, dass nicht vorzeitig und voreilig gelockert wird«, sagte Präsident Gerald Gaß der dpa. Der Lockdown habe zwar den rasanten Anstieg der Infektionszahlen gebrochen. »Wir sind aber weiterhin auf hohem Niveau«, so Gaß.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Mittwoch das weitere Vorgehen in der Coronakrise beschlossen.

Mit Blick auf die Festtage Ende Dezember sagte Gaß: »Die Lockerungen zu Weihnachten sind sicherlich ein gutes Zeichen, um die breite Akzeptanz der Einschränkungen zu erhalten.« Er glaube auch, »dass die Menschen so verantwortungsvoll handeln, dass die Feiertage nicht völlig unkontrolliert verlaufen und damit all das, was wir durch den Lockdown erreicht haben, wieder konterkarieren«.

US-Reisewelle trotz Coronawelle

04.05 Uhr: Um das Erntedankfest mit der Familie zu feiern, touren Millionen Amerikaner durchs Land – obwohl die Infektionszahlen hochschnellen. Ein Vorgeschmack auf Weihnachten in Deutschland? Lesen Sie hier mehr.

Altmaier: Erhalt des stationären Handels ist »patriotische Aufgabe«

03.35 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den Erhalt des stationären Einzelhandels in Deutschland als eine »nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe« bezeichnet. »Unsere Innenstädte sind das Ergebnis eines historischen Prozesses«, sagte Altmaier der »Bild«-Zeitung. »Bäckereien, kleine Lebensmittelgeschäfte, Buchläden, Antiquitätengeschäfte haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt und machen unsere Innenstädte zu Orten der Begegnung und attraktiv für viele Menschen.«

Er wolle nicht in einer Stadt leben, in der es nur noch Filialen großer Ketten gebe, sagte Altmaier. »Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig, den stationären Handel und kleinere Geschäfte zu unterstützen.« Der Einzelhandel und die FDP hatten angesichts der Einschränkungen in der Coronakrise vor einer Verödung der Innenstädte gewarnt.

Wie man Unternehmen rettet

02.55 Uhr: Zwei Insolvenzverwalter erzählen, wie sie bei der Sanierung von Firmen vorgehen und was Geschäftsführer gerade in Corona-Zeiten bedenken müssen. Lesen Sie hier  mehr.

Sudans Ex-Premierminister Mahdi an Coronavirus-Infektion gestorben

02.35 Uhr: Der ehemalige sudanesische Premierminister Sadek el Mahdi ist drei Wochen nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies gaben die Familie und die Partei des Verstorbenen bekannt. Der 84-jährige Mahdi war Sudans letzter demokratisch gewählter Premierminister und wurde 1989 durch einen Militärputsch gestürzt.

Intensivmediziner besorgt über Lockerungen zu Weihnachten

0.50 Uhr: Der Intensivmediziner Uwe Janssens hat sich besorgt über die Lockerung der Kontaktbeschränkungen geäußert, auf die sich Bund und Länder für Weihnachten verständigt haben. »Bei allem Verständnis für Weihnachten und Familienfeiern müssen wir leider befürchten, dass in der Folge der partiellen Aufhebung der Einschränkungen um Weihnachten im Januar die Infektionszahlen wieder ansteigen«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs hatten sich am Mittwoch zur Bekämpfung des Coronavirus zwar auf eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen im Dezember geeinigt – mit einer Begrenzung von Treffen auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten, Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet. Weihnachten soll aber gefeiert werden können – im engsten Familien- und Freundeskreise mit maximal zehn Menschen, Kinder bis 14 Jahre ebenfalls nicht eingerechnet. Schleswig-Holstein hält an seinen eigenen Kontaktregelungen fest.

Janssens kritisierte »das ewige Auf und Ab der politisch getroffenen Entscheidungen«. In der Intensivmedizin stehe man mittlerweile in einigen Regionen mit dem Rücken zur Wand.

Merkel und die Ministerpräsidenten verabschieden neue Corona-Maßnahmen

0.05 Uhr: Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten verschärfen den Teil-Shutdown – über Weihnachten und Silvester wird wieder gelockert, um den Corona-geplagten Bürgern Gutes zu tun. Aber auch Merkel und Co. geht so langsam die Kraft aus. Lesen Sie hier mehr.

bah/bbr/cop/mjm/fdi/dpa/Reuters/AFP
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