Corona-News am Donnerstag Tausende Coronatests nach Delta-Infektionen bei EM-Spiel in Dänemark

Die Delta-Mutation gilt als besonders ansteckend – nun haben sich drei Fans beim EM-Spiel Dänemark gegen Belgien im Stadion infiziert. Und: Ministerpräsident Kretschmann will härtere Eingriffe in Freiheitsrechte. Der Überblick.
Das Parken-Stadion in Kopenhagen am vergangenen Donnerstag: Mindestens drei Fans haben sich hier mit der Delta-Variante infiziert

Das Parken-Stadion in Kopenhagen am vergangenen Donnerstag: Mindestens drei Fans haben sich hier mit der Delta-Variante infiziert

Foto: Martin Meissner / dpa

Das waren die Corona-News am 24. Juni.

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+++ Drei Delta-Infektionen im Fußballstadion bei EM-Spiel in Dänemark +++

In Dänemark müssen sich tausende Zuschauer des EM-Spiels  gegen Belgien am vergangenen Donnerstag testen lassen, nachdem bei den Fans drei Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus entdeckt wurden. »Die drei infizierten Menschen haben unabhängig voneinander darauf hingewiesen, dass der Ort der Infektion das Spiel gewesen ist«, sagte die Chefin der dänischen Behörde für Patientenschutz, Anette Lykke Petri. Deshalb müssten sich nun alle 4000 Zuschauer aus dem Stadion testen lassen.

Nach Angaben der Behörden gibt es in Dänemark inzwischen 29 Infektionsfälle im Zusammenhang mit den drei EM-Spielen auf dänischem Boden. Dänemark empfiehlt wegen der Delta-Variante auch den Kontakten von Kontaktpersonen, sich in Selbstisolation zu begeben.

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Die dänische Nationalmannschaft absolviert ihr nächstes Spiel gegen Wales am Samstag in Amsterdam. Um nach der Heimkehr nicht in Quarantäne zu müssen, dürfen dorthin reisende Fans sich nicht länger als zwölf Stunden in den Niederlanden aufhalten. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Dänemark lag zuletzt bei 26.

England-Tickets nur für deutsche Fans mit Wohnsitz in Großbritannien

23.30 Uhr: Wenn das deutsche Team zum Start in die K.o.-Phase in London auf England trifft, werden keine Fans mit deutschem Wohnsitz im Wembley-Stadion dabei sein. Der Grund sind die Coronamaßnahmen in Großbritannien.

London lockert Corona-Reisebeschränkungen für Malta und Mallorca

22.22 Uhr: Die britische Regierung hat Reisebeschränkungen für populäre Reiseziele wie Malta, die Balearen und Madeira aufgehoben. Die Inseln, einige britische Überseegebiete und karibische Inseln sowie Israel stehen ab dem 30. Juni auf der »grünen Liste«, wie Verkehrsminister Grant Shapps erklärte. Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen sich dann nach Ankunft in England nicht mehr in Quarantäne begeben. Die Testpflicht bleibt bestehen.

Deutschland bleibt im britischen Ampelsystem weiterhin auf der gelben Liste, für die eine zehntägige Quarantäne und zwei Coronatests vorgeschrieben sind. Lediglich für vollständig geimpfte Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien soll künftig die Quarantänepflicht aufgehoben werden. Fußball-Fans aus Deutschland haben damit keine Chance mehr, das EM-Achtelfinalspiel zwischen der deutschen Nationalelf und den englischen Three Lions am kommenden Dienstag im Londoner Wembley-Stadion zu verfolgen. Es sei denn, sie halten sich bereits in Großbritannien auf.

Viele europäische Reiseziele sind auf britische Touristen angewiesen. Die Ausbreitung der hochinfektiösen Delta-Variante des Coronavirus in Großbritannien sorgt allerdings auch für Unbehagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderten ihre EU-Kollegen am Donnerstag zu einer harten Linie gegenüber Reisenden aus Großbritannien auf, um eine Ausbreitung der Variante in der EU zu verlangsamen. Die Ansteckungszahlen waren in Großbritannien zuletzt wieder gestiegen, die Zahl der Todesopfer blieb allerdings niedrig. Insbesondere Risikogruppen sind nahezu vollständig geimpft.

USA spenden drei Millionen Impfdosen an Afghanistan

21.46 Uhr: Der amerikanische Präsident Joe Biden will 3 Millionen Dosen der Vakzine von Johnson & Johnson an Afghanistan spenden. Das teilte die Nachrichtenagentur »Reuters« mit. Das 40-Millionen-Einwohner-Land kämpft aktuell mit der bisher tödlichsten Welle an Coronainfektionen. Seit Ende Mai steigen die Infektionen dort vor allem wegen der Delta-Variante stark an. Weniger als ein Prozent der Afghanen ist bisher vollständig geimpft. Offizielle Zahlen bilden nur einen Bruchteil der Infektionen ab, da vor allem die Landbevölkerung kaum Zugang zu Teststationen hat.

Die Ankündigung Bidens kommt einen Tag vor dem bevorstehenden Treffen des Präsidenten mit dem afghanischen Staatsoberhaupt Ashraf Ghani und Regierungschef Abdullah Abdullah. Bei dem Gespräch soll es um die zukünftige Zusammenarbeit nach dem Abzug der amerikanischen Truppen gehen.

Coronakrise in Portugal spitzt sich zu: Lockerungen ausgesetzt

20.28 Uhr: Wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante und einer Zunahme der Infektionsfälle hat die Regierung Portugals die für Montag vorgesehenen Lockerungen der Corona-Einschränkungen für weite Teile des Landes ausgesetzt. »Wir befinden uns in einer kritischen Phase«, so Staatsministerin Mariana Vieira da Silva.

Mit 1556 neuen Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde am Donnerstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC hat Portugal inzwischen mit einer 14-Tage-Inzidenz von gut 124 den höchsten Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: Deutschland weist 25 auf.

Besonders schlecht ist die Lage im Großraum Lissabon sowie in Sesimbra und Albufeira, die alle 14-Tage-Inzidenzen von mehr als 240 aufweisen. Dort werden die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie deshalb sogar verschärft. Gastronomiebetriebe und Einzelhandel (Lebensmittelläden ausgenommen) müssen dort etwa an den Wochenenden und Feiertagen wieder bereits um 15.30 schließen. Lissabon  – wo die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller Fälle ausmacht – wird wieder zwischen Freitagnachmittag und dem frühen Montagmorgen abgeriegelt.

EU: Ende der Einreisebeschränkungen für Corona-Geimpfte aus den meisten Drittstaaten

20.18 Uhr: Ab Freitag fallen die Einreisebeschränkungen für Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz aus den meisten Nicht-EU-Staaten weg. Sowohl Besuchsreisen als auch touristische Einreisen sind für sie damit wieder ohne Einschränkungen möglich. Voraussetzung ist eine vollständige Impfung mit einem der Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen sind. Eine Ausweitung auf andere Vakzine ist laut Bundesregierung geplant.

Reisende aus sogenannten Virusvariantengebieten sind von den Lockerungen aber ausgenommen. Nicht unbedingt notwendige Einreisen nach Deutschland beispielsweise aus Großbritannien, Brasilien und Indien sind demnach auch für vollständig Geimpfte weiterhin nicht erlaubt.

Hunderte Schülerinnen und Schüler infizieren sich während Mallorca-Abschlussfahrten mit Corona

19.23 Uhr: Hunderte spanische Schülerinnen und Schüler haben sich offenbar bei Abschlussfahrten nach Mallorca mit dem Coronavirus angesteckt. Die Infektionen wurden größtenteils nach der Rückkehr der Schülerinnen und Schüler bemerkt, allein in Madrid sind nach Angaben der Behörden 245 Schülerinnen und Schüler erkrankt und mehr als 400 in Quarantäne. Das berichten spanische Medien übereinstimmend .

Man verfolge den Ausbruch sehr genau, sagte die spanische Gesundheitsministerin Carolina Darias auf einer Pressekonferenz. In spanischen Medien wird spekuliert, dass sich das Virus auch bei der Rückkehr der Schüler aufs Festland stark verbreitet haben könnte, einige fuhren mit einer Fähre nach Valencia. Sämtliche Schüler hätten sich mit der britischen Variante des Virus angesteckt.

Bereits im vergangenen Jahr war es in Spanien nach dem Ende des harten Lockdowns auf Abschlussfahrten zu einigen Ansteckungen gekommen. Derzeit befinden sich Hunderte Teenager auf Mallorca, um ihren Schulabschluss zu feiern; sie sind größtenteils an der Playa de Palma und in Magaluf untergebracht.

Wie in den meisten Ländern Europas sinken in Spanien derzeit die Fallzahlen. Das Land öffnet sich auch für Touristen, gerade erst wurde die strenge Maskenpflicht im Freien gelockert. Auf Mallorca lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei knapp über 20.

Altmaier will sich in USA für Reiseerleichterungen einsetzen

19.13 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will sich in den USA für Reiseerleichterungen für Bürger und Unternehmen aus der EU einsetzen. »Es ist für uns selbstverständlich keine ganz leichte Situation, dass die Europäische Union Beschränkungen in der Visapolitik aufgehoben hat, die wegen Corona erlassen worden sind, und dies nicht in gleichem Umfang von unseren amerikanischen Freunden und Partnern wiederholt worden ist«, sagte Altmaier in Washington nach einem Treffen mit dem US-Sonderbeauftragten für Klima, John Kerry. Dies sei ein Problem für die Europäische Union insgesamt.

Die USA haben zwar kürzlich bereits ihre Corona-Reisewarnung für amerikanische Staatsbürger für Ziele wie Deutschland und einige andere EU-Länder geändert. Die Neubewertung änderte aber nichts an dem wegen der Pandemie verhängten Einreisestopp für Ausländer aus dem europäischen Schengen-Raum und mehreren anderen Regionen. Eine Einreise in die USA ist deswegen in der Regel weiterhin nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich.

Grünen-Ministerpräsident Kretschmann will härtere Eingriffe in Freiheitsrechte

18.38 Uhr: Im Kampf gegen Pandemien sollte der Staat nach Meinung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drastischer als bisher in Freiheitsrechte der Bürger eingreifen dürfen. Der Grünen-Politiker sagte im Interview mit »Stuttgarter Zeitung« und »Stuttgarter Nachrichten«: »Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen.« Dann müsse man nicht monatelang und in Wellen Grundrechtseinschränkungen machen, mit erheblichen negativen Folgen für die ganze Gesellschaft. »Wir sollten also einmal grundsätzlich erwägen, ob wir nicht das Regime ändern müssen, so dass harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten möglich werden, um die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen.«

Kretschmann zeigte sich überzeugt, dass ein solcher Pandemie-Notstand mehrheitsfähig wäre. »Ich glaube schon. Denn jeder muss sich die Frage stellen, was auf Dauer mehr Einschränkungen und Schäden verursacht: ein kurzer harter Einschnitt, der schnell wieder vorbei ist, oder ein immer wiederkehrender Lockdown.« Im November 2020 habe die Politik »den sanfteren Weg gewählt, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, doch leider führte der pandemisch nicht zum Ziel«. Möglicherweise müsse man dafür das Grundgesetz ändern, damit müsse sich eine Enquetekommission des Bundestags beschäftigen.

Positiv-Tests nach EM-Spielen in München marginal

17.55 Uhr: Bei den drei bisherigen Spielen in München sind dem Gesundheitsreferat insgesamt zwölf positive Schnelltests mit Bezug zur EM gemeldet worden. Das teilte die Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Aus »mehreren Tausend Testungen« seien sechs am Stadion und sechs bei Public-Viewing-Teststationen entnommen worden, sagte ein Sprecher. Weil am Mittwoch viele ungarische Fans zur Partie gegen Deutschland nach München gekommen waren, hatte es Befürchtungen gegeben, die Zahl der positiven Tests könnte ansteigen. »Nein, ein solcher Ausschlag hat nicht stattgefunden«, teilte der Sprecher mit.

Bald 60 Prozent der Erwachsenen in der EU einmal geimpft

17.32 Uhr: Bis Sonntag sollen 220 Millionen Europäer mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft sein – rund 60 Prozent der Erwachsenen in der EU. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag beim EU-Gipfel. Für Juli erwartet die Kommission dann noch einmal die Lieferung von mindestens 90 Millionen Impfdosen von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson. Hinzu kommen könnten mehr als 30 Millionen Dosen von AstraZeneca, was aber nicht bestätigt sei.

Spanien lässt wieder Zuschauer in allen Fußball-Stadien zu

17.08 Uhr: Zum Start der neuen Fußball-Saison werden in allen Stadien der spanischen Profiligen wieder die Zuschauerzahlen erlaubt sein, die vor Ausbruch der Pandemie galten. »Wir kehren zur Normalität zurück, was den Zuschauerbesuch in den Fußball- und auch in den Basketball-Ligen angeht«, sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias nach der Kabinettssitzung, auf der dieser Beschluss gefasst wurde. Dem Dekret zufolge dürfen die Regionen des Landes allerdings je nach Lage entscheiden, ob sie die Fanzahlen begrenzen und bestimmte Sicherheitsauflagen anordnen.

WHO rechnet mit jährlicher Impfauffrischung für gefährdete Menschen

16.53 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von jährlichen Impfauffrischungen für die am meisten gefährdete Personen, etwa ältere Menschen, aus. Bei der Allgemeinbevölkerung sei dies alle zwei Jahre nötig, geht aus einem internen Papier hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Es sei mit neuen Varianten des Coronavirus zu rechnen und die Impfstoffe müssten regelmäßig angepasst werden. Im schlimmsten Fall müssten sich alle Geimpften auf eine jährliche Auffrischung einstellen.

Finnland: Nach Rückkehr von Fußballfans aus Russland verdoppeln sich Infektionszahlen im Land

16.10 Uhr: Finnische Fußballfans haben nach ihrer Rückkehr von einem EM-Spiel in Russland für einen Anstieg der Corona-Infektionen in ihrem Heimatland gesorgt. Wie die finnischen Gesundheitsbehörden mitteilten, seien fast 100 Neuinfektionen an den Grenzübergängen festgestellt worden, vor allem bei Fußballfans, die vorher in St. Petersburg gewesen seien. Die Gesamtzahl der täglich neu auftretenden Fälle sei seither von rund 50 auf über 100 gestiegen. Man gehe davon aus, dass die Zahl noch steige.

Finnland bleibt jedoch eines der Länder, die am wenigsten von der Pandemie betroffen sind. Das 5,5-Millionen-Einwohner-Land hat 969 Todesfälle zu verzeichnen und 33 Menschen sind aufgrund von Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert worden

Seeschlacht ums Impfen

16.07 Uhr: In dieser Sommersaison wollte die amerikanische Kreuzfahrtindustrie mit voller Kraft zurück ins Geschäft. Manche Unternehmen erhofften sich, nach dem großen Corona-Einbruch, Rekordjahre. Doch eine Schlüsselfrage blockiert die großen Pläne: Dürfen nur Geimpfte an Bord? Lesen Sie hier den Bericht .

Sorge wegen Delta: Merkel für einheitlichere EU-Corona-Reiseregeln

15.23 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel will gemeinsame EU-Regeln für die Einreise von Personen aus Virusvariantengebieten. Die Ausbreitung der Delta-Variante mache ihr Sorgen. »Ich werde dafür werben, dass wir noch koordinierter vorgehen, auch gerade bei der Einreise aus Virus-Varianten-Gebieten«, sagt sie vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Hintergrund sind etwa die starke Ausbreitung der Delta-Variante und die steigende Zahl der Positiv-Tests in Großbritannien.

Dort tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu einem Spiel bei der Europameisterschaft an. Bis auf wenige Ausnahmen gilt in Deutschland eine zweiwöchige Quarantänepflicht für alle Personen, die aus Großbritannien einreisen. In etlichen anderen EU-Staaten ist die Einreise dagegen nicht beschränkt.

Nordrhein-Westfalen will Ende September Impfzentren schließen

15.15: Nordrhein-Westfalen will die Impfzentren Ende September schließen. Diese würden in ihrer jetzigen Form dann nicht mehr benötigt, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. »Die Impfzentren kosten jeden Monat 90/91 Millionen Euro.« Die eine Hälfte trage das Land, die andere der Bund. Wenn alle geimpft seien, brauche man diese nicht mehr. In Nordrhein-Westfalen solle es dann noch kommunale, regionale Impfteams geben. Hierfür werde derzeit an einem Konzept gearbeitet. Die Teams könnten dann etwa in Behindertenwerkstätten, Altenheimen oder Dorfgemeinschaftshäusern impfen.

Kinderkommission rügt Coronapolitik in Deutschland

13.25 Uhr: Mangelnder Kontakt zu Gleichaltrigen, wenig Platz und Bewegung, fehlende Tagesstruktur und technische Ausstattung: Die Kinderkommission des Bundestages hat den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Pandemie kritisiert und mehr Rücksichtnahme auf ihre Interessen gefordert. Kinder und Jugendliche seien in der öffentlichen Debatte vor allem zu Beginn der Pandemie »leider des Öfteren als ›Virenschleudern‹ einerseits und ›Coronaparty-Feiernde‹ andererseits« dargestellt worden, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums, und: »Die entwicklungsspezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen traten dahin gehend weitgehend in den Hintergrund«.

Schülerinnen und Schüler der 3c an einer Schweriner Grundschule: Laut der Kinderkommission sei Kindern in der Krise viel abverlangt worden

Schülerinnen und Schüler der 3c an einer Schweriner Grundschule: Laut der Kinderkommission sei Kindern in der Krise viel abverlangt worden

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Jens Büttner/ dpa

»Uneinheitliche und kurzfristige Öffnungen bzw. Schließungen von Kitas und Schulen haben Kindern und Eltern viel abverlangt und Unsicherheit geschaffen«, heißt es. Sachverständige hätten der Kommission von erhöhten Fallzahlen der Kinder- und Jugendpsychiatrie berichtet. »Die Rechte von Kindern, insbesondere auf Bildung, Beteiligung und Freizeit müssen in zukünftigen Pandemieplänen eine zentrale Rolle spielen«, sagte der Linkenabgeordnete Norbert Müller, unter dessen Vorsitz die Stellungnahme entstand.

Jeder zehnte Deutsche investierte in Pandemie erstmals in Aktien

13.21 Uhr: Jede und jeder zehnte Deutsche wagte seit Beginn der Krise erstmals den Schritt an die Börse. Laut einer Postbank-Analyse seien die Hauptgründe die Aussicht auf starke Gewinne und fehlende Konsummöglichkeiten gewesen. Elf Prozent der Deutschen investierten demnach verstärkt in Wertpapiere, weitere 14 Prozent hielten ihre Anteile einfach weiter oder zahlten unverändert in bereits bestehende Wertpapiersparpläne ein.

Dem Institut zufolge trauten sich insbesondere viele junge Menschen in der Coronazeit zum ersten Mal an die Börse: Postbank-Experte Karsten Rusch erklärte dies so: »Durch Corona fehlte schlicht die Möglichkeit zum Konsum.« Insbesondere junge Menschen hätten in der Krise auf beliebte Aktivitäten wie Konzert-, Kino- und Klubbesuche verzichten müssen und am Monatsende Geld übrig gehabt. Einen Teil davon hätten sie in Wertpapiere gesteckt.

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43 positive Tests, siebenmal Krankenhaus: Brite über offenbar längste Coronainfektion weltweit

13.18 Uhr: Ein 72-jähriger Brite, der offenbar unter der längsten Corona-Erkrankung weltweit gelitten hatte, schilderte in einem Fernsehinterview mit der BBC seinen Leidensweg. »Ich habe immer gebetet: ›Der nächste Test ist negativ, der nächste ist negativ‹, aber er war es nie«, sagte Dave Smith, ein Fahrlehrer im Ruhestand aus Bristol. Smith, dessen Immunsystem demnach durch eine Leukämieerkrankung geschwächt war, steckte sich im März 2020 mit dem Virus an. Und sei dann, wie BBC und Guardian berichte n, mehr als 290 Tage lang Corona-positiv gewesen.

»Sie können sich nicht vorstellen, wie anstrengend es ist, seinen Körper zu tragen«, berichtete der 72-Jährige weiter. Er habe durch die Krankheit sein Gewicht von 117 Kilogramm um mehr als 60 Kilogramm reduziert. Zwei bis drei Monate lang habe er nur im Bett gelegen und sich von seiner Frau pflegen lassen. Der BBC erzählte er, er habe völlig entmutigt schon seine eigene Beerdigung geplant. Smiths Frau Linda, die mit ihrem Mann in Quarantäne blieb, sagte, hinter ihnen liege ein »höllisches Jahr«.

Smiths Fall beschäftigt inzwischen auch die Wissenschaft. Der Bristoler Infektiologe Ed Moran erläuterte, Smith habe während seiner gesamten zehnmonatigen Coronainfektion »aktive Viren in seinem Körper« gehabt. Der genesene Smith sagte, er habe, als der Test schließlich negativ war, eine Flasche Champagner geleert. »Ich war am Boden und jetzt ist alles großartig«, sagt er.

Delta-Variante des Coronavirus verbreitet sich weiter in Russland

13.04 Uhr: Im Zusammenhang mit der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante hat Russland am Donnerstag mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Nach Angaben der Regierung starben 568 Menschen innerhalb eines Tages, so viele wie zuletzt im Januar. Der starke Anstieg der Fallzahlen ist auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus zurückzuführen, die zuerst in Indien festgestellt worden war.

Obwohl verschiedene Impfstoffe in Russland zum Einsatz kommen, ist die Impfkampagne ins Stocken geraten. Bis Donnerstag hatten nur 20,7 Millionen der 146 Millionen Einwohner mindestens eine Impfdosis erhalten, wie die Webseite Gogow schrieb, die die Covid-Zahlen aus den Regionen und den Medien zusammenfasst. Mit 131.463 Todesfällen ist Russland das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Die Statistik-Agentur Rosstat gab die Zahl der Verstorbenen mit etwa 270.000 an.

Nachfrage nach Cannabis und Sedativa in der Pandemie gestiegen

12.54 Uhr: Während der Coronapandemie sind nach Uno-Angaben mehr Cannabis und Beruhigungsmittel konsumiert worden als zuvor. In einer Umfrage unter Gesundheitsexperten in 77 Ländern sei aus 66 Prozent der Länder eine häufigere Nutzung gemeldet worden, berichtete das Uno-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Donnerstag in Wien. Die Behörde geht in ihrem jährlichen Weltdrogenbericht davon aus, dass die Pandemie langfristige Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage von verbotenen Substanzen haben wird. Unabhängig von Covid-19 warnte das UNODC vor immer mehr und immer billigerem Kokain in Europa.

Studie: Isolation während Coronapandemie macht Menschen egoistischer

12.23 Uhr: Die soziale Isolation während der Coronapandemie erhöht offenbar die Bereitschaft zu egoistischem Verhalten. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Für die Online-Experimente der Forscher aus Halle wurden rund 500 Studierende in zwei Gruppen geteilt.

Eine davon wurde mit gezielten Fragen an den Lockdown erinnert. Danach wurden beide Gruppen vor eine moralische Entscheidung gestellt: In einem fiktiven Szenario erhielten eine Wohltätigkeitsorganisation und ein einzelner Mensch jeweils den gleichen Geldbetrag. Letzterer konnte sich entweder aus dem Budget der Organisation bedienen oder dieses durch eine Spende aus dem eigenen Budget erhöhen. Die Gruppe mit besonders lebendigen Erinnerungen an den Lockdown nahm der Wohltätigkeitsorganisation in der Rolle des einzelnen Menschen in dem Szenario deutlich mehr Geld ab als die Kontrollgruppe. »Die Erfahrung der sozialen Isolierung führte dazu, dass die Teilnehmenden unserer Studie eher egoistische Entscheidungen treffen«, erklärte die Studienautorin Sabrina Jeworrek.

Jede und jeder Dritte in Deutschland vollständig geimpft

12.04 Uhr: Jeder Dritte ist in Deutschland nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind 27,8 Millionen Menschen, ihre Quote hat damit die Drittelmarke knapp überschritten (33,5 Prozent). Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 11.42 Uhr). Mehr als 43,4 Millionen Menschen (52,2 Prozent) haben demnach bisher mindestens eine Impfung bekommen. Allein am Mittwoch wurden 1 267 717 Impfdosen verabreicht.

Laut RKI werden jeden Tag mehr als 800 000 Corona-Schutzimpfungen deutschlandweit verabreicht. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 59,2 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Zwölf weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Nur Hamburg (49,5 Prozent), Bayern (49,3 Prozent) und Sachsen (46,4 Prozent) haben diese Marke noch nicht überschritten. Das Saarland zählt mit 40,0 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 30,9 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen; sie läuft seit 181 Tagen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

Indonesien meldet Rekordwert an Neuinfektionen

11.39 Uhr: Indonesien verzeichnete am Donnerstag mit 20.574 Infektionen den größten Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der Fälle stieg laut Gesundheitsministerium auf 2.053.995. Indonesien kämpft aktuell mit der höchsten Anzahl von Coronavirus-Fällen und Todesfällen in Südostasien.

Pfizer-Vertreter: Impfstoff »hocheffektiv« gegen Delta-Variante

11.13 Uhr: Der Coronaimpfstoff von Pfizer und Biontech verfügt nach Angaben eines Unternehmensvertreters über eine sehr hohe Wirksamkeit gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus. Die bislang vorliegenden Daten deuteten darauf hin, dass das Mittel zu rund 90 Prozent eine Ansteckung verhindern könne, sagt Pfizers medizinischer Direktor in Israel, Alon Rappaport, dem dortigen Armee-Rundfunk.

Badegäste im April 2021 an einem Strand nahe der israelischen Stadt Aschkalon

Badegäste im April 2021 an einem Strand nahe der israelischen Stadt Aschkalon

Foto: AMIR COHEN / REUTERS

Sharon Alroy-Preis, die Leiterin der Abteilung für öffentliche Gesundheit im israelischen Gesundheitsministerium jedoch sagte, Israel verfüge noch nicht über genügend Daten, um einen Einblick in die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die Delta-Variante zu geben. Israels Impfkampagne basiert größtenteils auf dem Pfizer-Biontech-Impfstoff. In Israel steigt die Zahl an Neuinfektionen. Daher verschiebt das Land die geplante pauschale Einreiseerlaubnis für geimpfte Individualtouristen um einen Monat. Erst ab 1. August sollen Urlauber ohne vorherige Genehmigung ins Land kommen dürfen.

Weltärztebund-Chef warnt vor Reisen zu EM-Spielen nach London

10.48 Uhr: Neben dem Stiko-Vorsitzenden Mertens warnt auch der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, vor Reisen zu EM-Spielen nach London. »Ich halte das für Populismus und kann nur von Reisen zu den Spielen abraten«, sagte er der »Passauer Neuen Presse « angesichts der Verbreitung der Delta-Variante in Großbritannien. »Ich verstehe nicht, warum Premierminister Boris Johnson das zulässt«, so Montgomery. Im Londoner Wembley-Stadion sollen ab dem EM-Halbfinale Spiele mit bis zu 60.000 Zuschauern möglich sein. Am Dienstag spielt Deutschland dort gegen die englische Nationalmannschaft.

»Ich verstehe nicht, warum Premierminister Boris Johnson das zulässt.«

Der Vorsitzende des Weltärztebunds Montgomery über die EM-Spiele mit Zuschauern in Großbritannien

»Schon ein Geimpfter, der die Abstandsregeln einhält und dort ins Stadion pilgert, geht ein begrenztes Risiko ein.« Das gelte nicht in erster Linie für den Stadionbesucher selbst, aber er könne das Virus mitbringen und andere anstecken. »Wer ungeimpft ist, handelt verantwortungslos angesichts der in Großbritannien vorherrschenden Delta-Variante und ihrer Ansteckungsgefahr.«

30 Millionen digitale Impfpässe in Deutschland ausgestellt

10.38 Uhr: »Deutschland hat seine Hausaufgaben gemacht«, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag. Und meinte die digitalen Impfnachweise. »Rechtzeitig zur Sommerzeit« werde der Digitalnachweis in allen EU-Ländern verbindlich anerkannt. Dies sei ein »wichtiges Signal«, so Merkel. Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland können inzwischen ihre Corona-Impfung durch ein digitales Immunitätszertifikat nachweisen. Bis Mittwochabend seien 29,2 Millionen solcher Impfpässe für das Handy ausgestellt worden, sagte sie.

Bis Ende Juni soll das digitale Impfzertifikat allen, die es wollen, über Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken zur Verfügung stehen. Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen. Dazu muss eine entsprechende App heruntergeladen werden. Eine elektronische Plattform der EU für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit starten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Israel verschiebt Einreiseerlaubnis für geimpfte Touristinnen und Touristen

10.23 Uhr: In Israel steigt die Zahl an Neuinfektionen. Daher verschiebt das Land die geplante pauschale Einreiseerlaubnis für geimpfte Individualtouristen um einen Monat. Erst ab 1. August sollen Urlauber ohne vorherige Genehmigung ins Land kommen dürfen, sagte eine Sprecherin des Tourismusministeriums. Noch am Sonntagabend hatte Innenministerin Ajelet Schaked von der ultrarechten Jamina-Partei auf Facebook geschrieben, geimpfte Individualtouristen dürften ab 1. Juli einreisen.

Am Montag stieg allerdings die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen auf mehr als 100 innerhalb von 24 Stunden – das erste Mal seit zwei Monaten. Die meisten davon stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen. Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einem »neuen Ausbruch« des Coronavirus im Land.

Laschet bezeichnet Grenzschließungen während der Pandemie als Fehler

10.05 Uhr: Armin Laschet, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und CDU/CSU-Kanzlerkandidat, hat die zeitweisen Grenzschließungen in der Coronapandemie als Fehler bezeichnet. »Wir dürfen diesen Binnenmarkt nicht wieder durch Grenzschließungen zerstören«, sagte er im Bundestag. Es sei ein falscher, alter »nationalstaatlicher Reflex«, zu glauben, man könne mit Grenzschließungen ein Virus bekämpfen. Laschet hatte in der Vergangenheit immer wieder argumentiert , Grenzschließungen seien kein gutes Mittel im Kampf gegen das Virus. Nötig sei eine bessere Abstimmung innerhalb der EU.

Moderna will Impfstoff schneller als geplant nach Deutschland liefern

10.05 Uhr: Das US-Unternehmen Moderna will seine Impfstofflieferungen nach Deutschland vorziehen. »Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können«, sagte Europa-Chef Dan Staner der »WirtschaftsWoche «. Die vom Bundesgesundheitsministerium genannte Liefermenge von insgesamt rund 80 Millionen Dosen für 2021 werde Moderna »auf jeden Fall« bereitstellen.

Staner rechnet damit, dass der Impfstoff in einigen Wochen auch in deutschen Hausarztpraxen zu erhalten ist. Bisher wird er wegen seiner Transport- und Lagerungsanforderungen nur in den Impfzentren verabreicht. Ab Herbst wolle der Konzern zudem seine neue Auffrischimpfung anbieten. Darüber hinaus zieht Staner auch eine Produktion in Deutschland in Betracht. Neben anderen europäischen Ländern sei man auch in ersten Gesprächen über mögliche Produktionskapazitäten für mRNA-Impfstoffe in Deutschland.

Virenexperte Mertens: Zuschauer beim EM-Finale keine gute Idee

09.15 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, betrachtet die Zuschauermassen bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft als großes Risiko für die Ausbreitung des Coronavirus. »Das halte ich aus epidemiologischer Sicht für nicht gut«, sagte der Ulmer Virologe der »Schwäbischen Zeitung «.

Auch die Finalspiele der EM ausgerechnet in London seien wegen der gefährlichen Delta-Variante »keine gute Idee«, so Mertens. Er rät, den Reiseverkehr nach London zum Spiel stark zurückzufahren und zu kontrollieren. Das gelte insbesondere auch bei einer Rückkehr nach Deutschland. Auch der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor Reisen zu EM-Spielen nach London. »Ich halte das für Populismus und kann nur von Reisen zu den Spielen abraten«, sagte er der »Passauer Neuen Presse «

Ab dem EM-Halbfinale am 6. und 7. Juli sind im Wembley-Stadion 60.000 Zuschauer erlaubt. Bislang war die Zahl auf 40.000 begrenzt. In den Gruppenspielen waren nur rund 20.000 Fans zugelassen. Weil die Coronazahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt umstritten. Das DFB-Team spielt bereits am kommenden Dienstag im Achtelfinale in London gegen die englische Nationalmannschaft.

Kanzleramtsminister lehnt kürzere Impfintervalle ab

08.30 Uhr: Ein kürzerer Abstand zwischen Coronaimpfung eins und zwei? Lehnt Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) ab: In der ARD sagte Braun, bei der Zweitimpfung habe sich gezeigt, dass ein gewisser Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung nötig sei, um die volle Wirksamkeit zu entfalten. »Wir wollen eine möglichst hohe Immunität in der Bevölkerung haben, das entscheidet über unseren Herbst.« Um der wachsenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zu begegnen, sagte Braun, er setze auf die steigende Anzahl Geimpfter: »Angesichts der Liefermengen, die wir haben, je nachdem wie hoch die Impfbereitschaft ist, kann man damit rechnen, dass bis Ende Juli/Anfang August wirklich jeder, der möchte, auch seine erste Impfung bekommen hat.«

Lena Meyer-Landrut muss sich erst wieder an normales Leben gewöhnen

06.05 Uhr: Volle Straßen und Cafés, davon fühlt sich die Sängerin Lena Meyer-Landrut nach eineinhalb Jahren Pandemie »etwas überfordert«. »Ich fühle mich wie jemand, der zum ersten Mal in einen Freizeitpark kommt«, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. »Ich bin in den letzten eineinhalb Jahren ein bisschen zur Sozialphobikerin geworden und muss mich wirklich wieder an das normale Leben gewöhnen.«

Meyer-Landrut bei einem Livekonzert, das sie vor Kurzem in einer Kiesgrube in Brandenburg gab

Meyer-Landrut bei einem Livekonzert, das sie vor Kurzem in einer Kiesgrube in Brandenburg gab

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Jens Kalaene / dpa

In der Coronakrise war es um Meyer-Landrut, 30, musikalisch ruhig geworden. Sie habe die Zeit genutzt, um eine echte Pause einzulegen. »Mir ist in dieser Zeit bewusst geworden, wie sehr ich mich im Job unter Druck setze, abzuliefern und immer da zu sein«, sagte sie nun. »Ich habe dadurch einen inneren Stress verspürt, aber auch eine Geltungsangst. Dass ich irgendwann nicht mehr gewollt bin, mich keiner mehr hören will und ich irrelevant werde, wenn ich nicht verfügbar bin. Das ist eigentlich totaler Quatsch, aber das hat sich bei mir festgesetzt.«

Spahn warnt vor »Sorgenherbst« nach Urlaubssommer

05.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, auch beim Reisen die Coronapandemie weiter im Blick zu behalten. »Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen«, sagte Spahn dem »Handelsblatt«. So führe »der Urlaubssommer nicht zu einem Sorgenherbst«.

Auf die Frage, ob die Menschen trotz Delta-Variante sorglos ihren Urlaub buchen könnten, sagte er: »Grundsätzlich ja. Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus.« Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, deutlich höher.

Corona macht Gebrauchtwagen teuer

Die Bestände an Gebrauchtwagen waren noch nie so niedrig (Symbolbild)

Die Bestände an Gebrauchtwagen waren noch nie so niedrig (Symbolbild)

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Sebastian Kahnert/ DPA

04.41 Uhr: Gebrauchte Autos sind derzeit teuer. Insbesondere Diesel kosteten im Mai mehr als vor einem Jahr, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand zeigen. Und auch der Autohandel berichtet von höheren Preisen. Das hat viel mit der Coronakrise zu tun. »Die Autos werden teurer, weil es eine Verknappung gibt«, sagt Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, die jedes Jahr mehrere Zehntausend Gebrauchtwagen verkauft. Auf fünf bis sieben Prozent schätzt er den Anstieg. »Unsere Bestände waren noch nie so niedrig« und es sei noch nie so schnell gegangen, die Autos zu verkaufen.

Normalerweise kommen viele der relativ jungen Gebrauchten, die in den markengebundenen Autohäusern verkauft werden, aus Dienstwagen- und Vermieterflotten. Doch die Vermieter, die die Autos meist nur wenige Monate halten, hatten ihre Flotten in der Coronakrise stark reduziert und bauen sie erst seit Kurzem wieder aus.

Delta-Variante: Kommunen fordern mehr Geld für Schutz der Schüler

04.34 Uhr: Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante fordern die Kommunen mehr finanzielle Unterstützung, um die Schulen auf eine neue Coronawelle im Herbst vorzubereiten. »Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine weitere Ertüchtigung der Schulen, um einen möglichen weiteren Schul-Lockdown im Herbst zu vermeiden«, sagte der Städtebund-Geschäftsführer Gerd Landsberg der »Augsburger Allgemeinen«. Da diese Kosten durch die Coronapandemie bedingt seien, erwarteten die Kommunen als Schulträger eine finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern.

Der Deutsche Städtetag warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen an die Ausrüstung der Schulen mit Luftfiltern. »Die Idee, umfangreiche Luftfilteranlagen während der Sommerferien einzubauen, ist eine Illusion«, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der »Augsburger Allgemeinen«. Solche Bauvorhaben dauerten lange. Luftfilteranlagen seien auch kein Patentrezept gegen die Ausbreitung des Coronavirus, so Dedy. »Die Luftfilteranlagen können das regelmäßige Lüften von Klassenzimmern, die Abstandsregeln und das Tragen von Schutzmasken nicht ersetzen«, sagte er.

Tourismusverband: An der Küste und Richtung Alpen wird es voll

Ferien im Freien sind derzeit beliebt, Städtereisen nicht (Symbolbild)

Ferien im Freien sind derzeit beliebt, Städtereisen nicht (Symbolbild)

Foto: Chris Emil Janssen / imago images/Chris Emil Janßen

04.13 Uhr: Die Nachfrage nach Sommerurlaub zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen ist hoch. »An der Küste und Richtung Alpen wird es voll werden«, sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer, der Deutschen Presse-Agentur nach dem Start der Sommerferien in den ersten Bundesländern. Aber auch andere Regionen profitierten. »Beliebt ist insbesondere alles, was mit Natur zu tun hat, zum Beispiel Wandern oder Fahrradfahren.«

»Die Nachfrage nach Städtetourismus ist dagegen eher noch verhalten, denn er profitiert in der Regel besonders stark von Gästen aus dem Ausland«, berichtete der DTV-Präsident. Zwar gebe es in Europa angesichts sinkender Coronainfektionszahlen und steigender Impfquoten relativ viel Freiheit beim Reisen. Das gelte aber nicht unbedingt für andere Regionen. »Die Menschen fürchten vor allem, dass sie bei der Rückkehr nach Hause in Quarantäne müssen.« Zudem sei das Geschäft mit Geschäftsreisenden noch nicht in Schwung gekommen. »Das dürfte sich aber ändern, wenn die ersten Messen wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden.«

Brasilien verzeichnet Tagesrekord an Neuinfektionen, USA schickt drei Millionen Impfdosen

03.32 Uhr: Brasiliens Gesundheitsministerium meldet mit 115.228 Neuinfektionen so viele wie nie zuvor binnen einem Tag. Die Zahl der Coronatoten stieg um 2392. Seit Beginn der Pandemie verzeichnet Brasilien demnach mehr als 18 Millionen Ansteckungen, die offizielle Zahl der Todesfälle klettert nach Angaben des Ministeriums auf 507.109. Einer Reuters-Zählung zufolge ist Brasiliens Sieben-Tage-Durchschnitt für bestätigte Infektionen und Todesfälle nun vor Indien der höchste weltweit.

Die USA schicken Brasilien drei Millionen Dosen vom Coronaimpfstoff des Herstellers Johnson & Johnson (J&J), sagte ein Vertreter des Weißen Hauses. Die Lieferung sei Teil einer geplanten Spendenaktion der USA von insgesamt 80 Millionen Impfstoffdosen. Nur rund elf Prozent der Bevölkerung Brasiliens sind bereits vollständig geimpft und die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro wehrt sich weiterhin gegen strengere Beschränkungsmaßnahmen.

Ärzteverbände fordern mehr Tempo bei Impfungen wegen Delta-Variante

02.14 Uhr: Angesichts der wachsenden Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus dringen Ärzteverbände auf eine Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland mit mehr Impfstoffen für niedergelassene Ärzte. »Wir dürfen beim Durchimpfen nicht nachlassen, je mehr Menschen geschützt sind, desto geringer sind auch die Chancen für die Delta-Variante«, sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem »Redaktionsnetzwerk Deutschland«.

Auch der Verband der Kinder- und Jugendmediziner fordert, »das Impftempo deutlich zu erhöhen«, erklärt Bundessprecher und Kinderarzt Jakob Maske. Besonders gefährdet sei die Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren. »Diese Menschen haben oft keine oder nur die erste Impfung erhalten und sind so einem erhöhten Risiko ausgesetzt.«

Anti-Corona-Maßnahmen im Stadion: Bayerns Gesundheitsminister sieht Fortschritte

Die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen bei EM-Spielen in München hat sich verbessert

Die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen bei EM-Spielen in München hat sich verbessert

Foto: ULMER / imago images

00.46 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sieht bei der Umsetzung der Anti-Corona-Maßnahmen im Münchner EM-Stadion Fortschritte – hat aber zugleich die ungarischen Fans nach dem Spiel vom Mittwochabend harsch kritisiert. Er habe persönlich im Stadion sehen können, dass sich viele Fans um die Einhaltung der Regeln bemüht hätten, sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur nach dem Spiel Deutschland gegen Ungarn (2:2). Auch, wenn nicht jeder die Maske durchgehend getragen habe.

Holetschek ergänzte: »Bedauerlich ist, dass sich die ungarischen Fans so gut wie gar nicht an die Regeln gehalten haben. Die Hygieneregeln gelten auch für Fans mit langen Anreisen aus dem Ausland, denn die Pandemie kennt keine Grenzen.«

Holetschek dankte den Organisatoren, die alle Register gezogen hätten, um die Fans zum Tragen der Maske zu bewegen. »Es gab Durchsagen und Anzeigen im Stadion, Ordner haben die Zuschauer verstärkt darauf hingewiesen, der DFB hat kostenlose FFP2-Masken verteilt und auch Spieler haben an die Fans appelliert. (...) Den letzten Schritt müssen die Fans aber selbst gehen und die Maske aufsetzen.« Nach den vorangegangenen beiden EM-Spielen in München hatte es teils scharfe Kritik am laxen Umgang mit Anti-Corona-Maßnahmen gegeben.

mst/jok/aar/mrc/mjm/AFP/dpa/Reuters
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