Corona-News am Donnerstag Mehr als hundert Schüler nach Delta-Ausbruch in Quarantäne

Im Umfeld zweier Schüler in NRW wurden Infektionen mit der Delta-Variante festgestellt – das hat Folgen für den kompletten Abschlussjahrgang. Und: Höchster Infektionsanstieg in Großbritannien seit fast vier Monaten. Der Überblick.
Foto: Fabian Strauch/ dpa

Das waren die Corona-News am 17. Juni.

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+++ Mehr als Hundert Schüler nach Delta-Ausbruch in Quarantäne +++

20.45 Uhr: Das Gesundheitsamt im westfälischen Werl hat die Abschlussklassen einer Sekundarschule in Quarantäne geschickt. Im familiären Umfeld und Freundeskreis zweier Schüler seien vier Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, teilte der Kreis Soest  am Donnerstag mit. Man habe für alle 123 Schüler der zehnten Klassen vorsorglich Isolation angeordnet.

Bereits am Dienstag waren einzelne positive Coronafälle an Werler Schulen bekannt geworden. Unter den Infizierten waren auch die beiden Schüler der Sekundarschule. Mittwochnachmittag erfuhr das Gesundheitsamt dann von den Delta-Nachweisen aus ihrem Umfeld. Ob die beiden Schüler selbst auch mit dieser Mutante infiziert sind, ist noch unklar. Ihre Sequenzierungsergebnisse lägen noch nicht vor, teilte der Kreis mit.

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USA lockern Embargos für medizinische Produkte

23.43 Uhr: Die USA haben ihre Vorschriften für die Lieferung von medizinischen Gütern in Staaten wie Iran, Venezuela und Syrien gelockert, die sie mit Sanktionen belegt haben. Das Finanzministerium erteilte mit Hinweis auf die Pandemie allgemeine Lizenzen etwa für Gesichtsmasken, Beatmungsmaschinen und Impfstoffe.

Zwar habe es bereits Ausnahmen von den Sanktionen bei humanitären Gütern gegeben, sagt ein Ministeriumsvertreter Reuters. Allerdings habe bislang über jeden Fall einzeln entschieden werden müssen. Präsident Joe Biden ordnete nach seiner Amtsübernahme im Januar eine Prüfung der US-Sanktionen mit Blick auf die Pandemie an.

Drei weitere Coronafälle bei Copa América

Bolivien hat sein Auftaktsspiel gegen Paraguay 1:3 verloren

Bolivien hat sein Auftaktsspiel gegen Paraguay 1:3 verloren

Foto: NELSON ALMEIDA / AFP

23.19 Uhr: Das Corona-Chaos bei der Copa América in Brasilien hält weiter an. Die bolivianische Fußball-Nationalmannschaft gab einen Tag vor ihrem zweiten Gruppenspiel gegen Chile zwei weitere Coronafälle bekannt, nachdem sich Anfang der Woche bereits drei Spieler sowie ein Mitglied der Delegation mit dem Virus infiziert hatten. Auch Gegner Chile vermeldete am Donnerstag einen Coronafall.

Die Identität der drei betroffenen Personen wurde nicht bekannt gegeben. Am Dienstag hatte das brasilianische Gesundheitsamt bekannt gegeben, dass bis zu diesem Zeitpunkt 53 Personen im Zusammenhang mit der Copa América positiv auf das Virus getestet worden sind. 27 Fälle wurden bei Spielern und Mitgliedern von Delegationen festgestellt, 26 bei für die Veranstaltung angeheuerten Dienstleistern.

Lauterbach: Rückfall bei Curevac keine Gefahr für Impfversprechen

22.55 Uhr: Der Rückschlag beim Markteinstieg eines Coronaimpfstoffs des Unternehmens Curevac wird nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach das Impfversprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Erwachsenen ein Impfangebot zu machen, nicht gefährden.

»Wir werden die Herdenimmunität Mitte September erreichen«, sagte Lauterbach am Donnerstagabend in den ARD-»Tagesthemen«. Er verwies auf die stabilen Lieferungen anderer Hersteller und die niedrigen Reproduktionswerte für das Virus im Sommer. Mitte, spätestens Ende September dürften alle Erwachsenen, die dies wollen, vollständig geimpft sein. Das seien schätzungsweise 80 Prozent. Die Kinder fehlten allerdings.

Bundesregierung erlaubt Einreise aus Drittstaaten ab 25. Juni

21.40 Uhr: Die Bundesregierung will ab dem 25. Juni Einreisen aus Drittstaaten für vollständig geimpfte Personen ermöglichen. Entsprechende Staatsangehörige dürften dann 14 Tage nach Erhalt der letzten notwendigen Impfdosis »zu jedem zulässigen Zweck einreisen«, teilt das Bundesinnenministerium mit. Damit würden insbesondere Besuchsreisen und touristische Einreisen für geimpfte Personen wieder möglich.

Lissabonner dürfen am Wochenende Region nicht verlassen

Lissabon wird wegen Ausbreitung der Delta-Variante abgeriegelt

Lissabon wird wegen Ausbreitung der Delta-Variante abgeriegelt

Foto: Edson de Souza / imago images/TheNews2

19.15 Uhr: Wegen eines starken Anstiegs der Fälle in Lissabon dürfen die Bewohner der portugiesischen Hauptstadt am Wochenende die Region nicht verlassen. Auch eine Einreise sei in der Zeit von Freitag 15.00 Uhr bis 06.00 Uhr Samstag untersagt, erklärt Ministerin Mariana Vieira da Silva. Die Maßnahme sei getroffen worden, um eine Verbreitung im übrigen Land zu verhindern. Ausländische Touristen seien von der Regelung ausgenommen. Vieira da Silva nennt als mögliche Ursache für die schlimmere Lage in Lissabon eine Verbreitung der Delta-Variante.

Moskauer Bürgermeister vermutet offenbar neue Coronavarianten

19.30 Uhr: Neue Virusvarianten könnten nach Einschätzung der Moskauer Behörden für den starken Anstieg der Coronafallzahlen in der russischen Hauptstadt verantwortlich sein. »Höchstwahrscheinlich haben wir es mit neuen Varianten zu tun, die aggressiver sind und sich schneller verbreiten«, sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Donnerstag.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sei innerhalb weniger Tage von 3000 auf 7000 gestiegen, sagte Sobjanin. »Laut vorläufigen Daten könnten es morgen (Freitag) mehr als 9000 sein.« Eine solche Verdreifachung wäre eine »enorme Dynamik, die wir während der vorherigen Wellen nicht beobachtet haben«.

Bürgermeister Sobjanin hatte am Dienstag eine Impfpflicht für Beschäftigte des Dienstleistungssektors angeordnet. Zuvor hatte er bereits diese Woche per Dekret für arbeitsfrei erklärt; lediglich systemrelevante Berufe sind davon ausgenommen. Auch ließ er alle öffentlichen Spielplätze bis Sonntag sperren. Als Motivation für eine Impfung rief er zudem eine Auto-Tombola ins Leben.

Wie sich Jens Spahn aus der Affäre um fragwürdige Masken trickste

Gesundheitsminister Jens Spahn

Gesundheitsminister Jens Spahn

Foto:

Peter Kneffel / dpa

19.22 Uhr: Der Gesundheitsminister geriet in Not, als bekannt wurde, dass sein Ressort umstrittene Masken an Obdachlose und Menschen mit Behinderung verteilen wollte. Dann holte das Ministerium zu einem Ablenkungsmanöver aus.

Sternekoch Troisgros fordert wegen Corona-Verlusten 1,6 Millionen Euro

18.57 Uhr: Der französische Sternekoch Michel Troisgros fordert wegen Einnahmeausfällen während der Coronakrise knapp 1,6 Millionen Euro vom deutschen Versicherer Allianz. Den größten Teil der Summe, 1,5 Millionen Euro, verlange er für die Schließung seines Dreisterne-Restaurants Maison Troisgros in Ouches nicht weit von Lyon, an das auch ein Hotel angeschlossen ist, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus informierten Kreisen erfuhr. Die restliche Forderung bezieht sich demnach auf Troisgros' Restaurant Le Central in Roanne.

Nach Angaben des zuständigen Gerichts in Roanne soll Mitte September über den Fall entschieden werden. Die Anwälte der Allianz wollten sich auf AFP-Anfrage nicht äußern. Troisgros nannte es »unverständlich«, dass die deutsche Versicherung von vornherein jegliche Diskussion über seine Forderungen abgelehnt habe.

Geimpfte Nicht-EU-Bürger dürfen demnächst nach Deutschland einreisen

18.35 Uhr: Für Menschen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union soll die Einreise nach Deutschland ab dem 25. Juni grundsätzlich wieder möglich sein, wenn sie vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Das soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zwar unabhängig davon sein, ob sie als Geschäftsreisende, Touristen, Studenten oder für einen Besuch kommen wollen. Aktuell dürfen Bürger aus sogenannten Drittstaaten nur in eng umrissenen Ausnahmefällen einreisen.

Um Fälschung und Betrug zu vermeiden, legt die neue Regelung genau fest, wie der Impfnachweis aussehen muss. Neben der Bundespolizei sollen auch Fluggesellschaften diesen Nachweis prüfen. Außerdem werden nicht alle weltweit verfügbaren Impfstoffe anerkannt. Ausschlaggebend sind jene Substanzen, die das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Internetseite aufzählt, derzeit die Produkte von Biontech, Moderna, AstraZeneca und Janssen.

USA wollen Anti-Corona-Pille bis Jahresende ausliefern

18.27 Uhr: Die USA wollen mehr als drei Milliarden Dollar in die beschleunigte Entwicklung einer Pille gegen Covid-19 investieren. Dies teilte ein mit der Angelegenheit vertrautes Regierungsmitglied am Donnerstag mit. Die Pille soll demnach eine antivirale Wirkung haben und nach einer Infektion die Symptome mindern.

Sie werde noch entwickelt und könnte zum Jahresende ausgeliefert werden. Voraussetzung sei ein erfolgreicher Abschluss klinischer Studien, teilte die Gewährsperson weiter mit. Das Weisse Haus wollte gemeinsam mit Anthony Fauci, dem Berater und renommierten US-Immunologen, über die Pläne informieren. Über die geplante Investition hatte am Donnerstag zunächst die »New York Times« berichtet.

Der 47-Prozent-Rückschlag

18.25 Uhr: Es hat lange gedauert, nun liegen die Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffs der Tübinger Firma Curevac vor. Was bedeutet die ernüchternde Wirkung von 47 Prozent, und woran liegt sie?

Höchster Infektionsanstieg in Großbritannien seit fast vier Monaten

18.17 Uhr: In Großbritannien sind am Donnerstag erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag verzeichnet worden. Die Behörden meldeten 11.007 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Delta-Variante des Virus lässt derzeit im Vereinigten Königreich die Fallzahlen wieder in die Höhe schnellen – trotz der Impffortschritte in dem Land. Die Zahl der Todesfälle bleibt hingegen niedrig. Am Donnerstag wurden 19 Coronatote verzeichnet.

Delta-Variante verbreitet sich Russland

17.48 Uhr: In Russland grassiert den Behörden zufolge die aggressivere Delta-Variante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle steige signifikant, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

In Moskau verschlechtere sich die Situation rapide und unerwartet vermutlich wegen ansteckenderer Virus-Varianten, sagte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergei Sobjanin. Die Behörden seien dabei, rasch die Anzahl der Krankenhausbetten zu erhöhen, um mehr Covid-19-Patienten aufnehmen zu können. Derzeit gebe es aber ausreichend Kapazität.

Höchster Infektionsanstieg in Großbritannien seit knapp vier Monaten

17.37 Uhr: Großbritannien verzeichnet den höchsten Anstieg an Neuinfektionen innerhalb eines Tages seit dem 19. Februar. Die Behörden registrierten 11.007 nachgewiesene Ansteckungsfälle, am Tag zuvor waren es noch 9055.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 19, am Mittwoch waren es neun weitere Tote.

EMA: Vorerst keine Folgen für Zulassungsverfahren von Curevac

17.11 Uhr: Die enttäuschenden Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffes des Tübinger Herstellers Curevac haben vorerst keine Folgen für das Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde. Es gebe keine harte Mindestgrenze bei der Wirksamkeit, erklärte die EMA in Amsterdam. Vor einer Bewertung müssten alle Ergebnisse vorliegen.

Curevac hatte zuvor mitgeteilt, dass der Impfstoff des Unternehmens einer Zwischenanalyse zufolge eine Wirksamkeit von nur 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung »jeglichen Schweregrades« zeige. Das ist niedriger als bei anderen Impfstoffen.

Bei klinischen Studien werde zwar von einer Mindestgrenze von 50 Prozent Wirksamkeit ausgegangen, sagte die EMA. Aber vor allem im Zusammenhang mit den neuen Virusvarianten müsse man die Daten sehr gut prüfen und Vorzüge gegen Nachteile abwägen.

Die Experten der EMA prüfen zurzeit vier Impfstoff-Kandidaten. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, sei noch nicht abzusehen. Die Hersteller müssen nach Angaben der Behörde noch zusätzliche Daten liefern.

Maskenpflicht für Hamburgs Schüler auch nach Sommerferien

17.06 Uhr: Schülerinnen und Schüler in Hamburg müssen zumindest zum Start des kommenden Schuljahrs in den Klassenzimmern weiter Maske tragen. Zudem sollen sie auch nach den in der kommenden Woche beginnenden Sommerferien zweimal pro Woche getestet werden, kündigte die Schulbehörde an. Auch die Lüftungs- und Hygieneregeln bleiben demnach vorerst in Kraft.

»Immer neue Virusvarianten und die Probleme bei der Beschaffung des Impfstoffes bleiben ein Risiko. Deshalb gilt: Lieber testen und lüften als Schulen schließen«, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Es solle nach den Ferien ab dem 5. August an allen Schulen der Hansestadt vollen Präsenzunterricht unter Beibehaltung der geltenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen geben.

In mehreren Bundesländern wie dem Saarland oder Rheinland-Pfalz haben die Landesregierungen hingegen beschlossen, dass die Schülerinnen und Schüler keine Maske im Unterricht mehr tragen müssen.

Kuwait macht auf

16.31 Uhr: Kuwait lässt ab 1. August wieder Ausländer ins Land, vorausgesetzt sie sind durchgeimpft mit einem Impfstoff, den der Golfstaat akzeptiert. Weiterhin Pflicht sind außerdem ein PCR-Test vor dem Abflug und ein weiterer innerhalb der siebentägigen Quarantäne nach der Ankunft. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Kuna weiter meldet, dürfen ab dem 1. August auch voll geimpfte Kuwaiter wieder ausreisen. Bereits ab dem 27. Juni dürfen sie wieder Restaurants, Cafés sowie Einkaufszentren und Fitnessstudios besuchen.

Sicherheitscheck an einer kuwaitischen Schule

Sicherheitscheck an einer kuwaitischen Schule

Foto: YASSER AL-ZAYYAT / AFP

Weltgesundheitsorganisation fordert mehr Impfstoff für Afrika

16.02 Uhr: Die dritte Corona-Welle mit neuen Virus-Varianten wird in Afrika immer stärker. Die Zahl der Neuinfektionen steige dort jede Woche um 22 Prozent, erklärte die Regional-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation WHO für Afrika, Matshidiso Moeti, am Donnerstag. Sie fordert daher mehr Impfstofflieferungen: »Afrika braucht diese Impfdosen hier und jetzt, um die dritte Welle einzudämmen.«

In Afrika sind bisher lediglich knapp zwölf Millionen Menschen vollständig geimpft. Das entspricht laut WHO weniger als einem Prozent der Bevölkerung des Kontinents. Die Organisation verzeichnet aber eine Beschleunigung der Impfkampagne in Afrika: In den vergangen fünf Tagen wurden mehr als fünf Millionen Dosen verimpft. Während der vergangenen drei Wochen waren es lediglich 3,5 Millionen Dosen pro Woche gewesen.

In der Demokratischen Republik Kongo, Namibia und Uganda gab es laut WHO zuletzt die höchsten wöchentlichen Fallzahlen seit Beginn der Pandemie. Der Anstieg ist demnach vor allem auf das kühlere Wetter im südlichen Afrika und die Verbreitung ansteckenderer Varianten zurückzuführen. Die Deltavariante sei bereits in 14 afrikanischen Ländern nachgewiesen worden, die Alpha- und Betavarianten in 25 Ländern.

Telefonische Krankschreibung weiterhin möglich

15.47 Uhr: Bei leichten Atemwegserkrankungen können sich Versicherte auch weiterhin telefonisch krankschreiben lassen. Der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss hat die entsprechende »Sonderregelung zur Feststellung der Arbeitsunfähigkeit« bis 30. September verlängert. Das verkündete das Gremium von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag in Berlin. Grund sei ein nach wie vor »relevantes COVID-19-Infektionsgeschehen«. Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung seien daher weiter notwendig. Mit der Sonderregelung können Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können auch eine Folgebescheinigung telefonisch ausstellen. Sie gilt dann für weitere sieben Kalendertage.

Trotz Impfung mit Sinovac: 300 Gesundheitsmitarbeiter Corona-positiv

15.17 Uhr: In Indonesien haben sich Hunderte Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitswesens trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Die Betroffenen arbeiteten alle in der Region Kudus in Zentral-Java und seien mit dem Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac geimpft worden, sagte eine Sprecherin des indonesischen Impfprogramms am Donnerstag. Alle zeigten jedoch nur milde Symptome.

Indonesien verzeichnet seit einigen Tagen wieder steigende Zahlen. Am Donnerstag meldeten die Behörden des viertbevölkerungsreichsten Landes der Erde mehr als 12.600 Neuinfektionen – so viele wie seit Januar nicht mehr. Vor allem in Kudus hätten die Krankenhäuser kaum noch Platz für neue Patienten, hieß es.

Die Behörden hoffen, bis Anfang 2023 rund 181 Millionen Bürger zu impfen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Bislang erhielten nur 22 Millionen Menschen zumindest eine Erstimpfung. Insgesamt wurden bislang 1,9 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 53.000 Todesfälle wurden in Verbindung mit Covid-19 erfasst.

Fast ein Drittel der Bundesbürger ist vollständig geimpft

14.59 Uhr: Bald ist jeder zweite Bundesbürger mindestens einfach geimpft: Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag erhielten inzwischen 41,2 Millionen Menschen eine erste Dosis. Das entspricht 49,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 23,9 Millionen Menschen (28,8 Prozent).

Bei den Erstimpfungen haben den Angaben zufolge inzwischen 7 der 16 Bundesländer die Schwelle von 50 Prozent der Bevölkerung erreicht oder liegen darüber: An der Spitze liegt Bremen mit 55,6 Prozent gefolgt von Schleswig-Holstein (53,1), dem Saarland (53,0), Nordrhein-Westfalen (52,1), Mecklenburg-Vorpommern (50,9), Niedersachsen (50,6) und Berlin (50,0).

Laut Bundesgesundheitsminister Spahn sei es allein mit den zugesagten Impfstofflieferungen von Biontech/Pfizer und Moderna möglich, bis Ende Juli/Anfang August allen Erwachsenen, eine Impfung anzubieten.

Bayer kooperiert weiter mit Curevac

14.29 Uhr: Erst das Monsanto-Fiasko und nun der Rückschlag bei Curevac: Für den Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer läuft es nicht optimal zurzeit. Das Unternehmen setzt seine Kooperation mit dem Tübinger Biotechnologieunternehmen aber trotzdem fort. Curevac hatte zuvor in einer Börsenpflichtmitteilung eingeräumt, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung habe. Die Studie wird allerdings fortgesetzt. »Mit der Fortführung der Studie wird auch unsere Unterstützung fortgesetzt, während wir die Situation genauer bewerten«, sagte ein Bayer-Sprecher der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Die beiden Unternehmen schlossen Anfang des Jahres einen Kooperations- und Servicevertrag. Bayer unterstützt Curevac mit Leistungen im Bereich Entwicklung und Logistik. Eigentlich will Bayer ab Dezember soweit sein, den Impfstoff in Wuppertal produzieren zu können. 2022 sind dann 160 Millionen Impfdosen geplant. Der Aktienkurs von Curevac dümpelt indes weiter in der Nähe des Ausgabepreises von rund 40 Euro im Juni 2020. Infolge der schlechten Nachrichten ist der Kurs um knapp die Hälfte eingebrochen.

Infektionszahlen in Afghanistan explodieren

14.23 Uhr: In Afghanistan hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen und Toten den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Am Donnerstag meldete das Gesundheitsministerium 2313 neue Fälle und 101 Tote. In dem Land mit geschätzt rund 37 Millionen Einwohnern erhöhte sich die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen damit auf knapp 99.000, mehr als 3900 Menschen starben mit dem Virus.

Die Zahlen sind landesweit zuletzt massiv angestiegen. In etwas mehr als einem Monat haben sich die Infektionen mehr als verzehnfacht: Anfang Mai wurden noch weniger als 200 neue Fälle binnen eines Tages gemeldet. Es wird angenommen, dass die tatsächliche Anzahl der Infektionen und Toten viel höher ist. In offiziellen Statistiken sind nur Menschen geführt, die in Krankenhäusern sterben, nicht aber zu Hause. Zudem lassen sich viele Menschen mit Symptomen nicht testen. Bislang hat das Land mehr als 1,6 Millionen Impfdosen erhalten.

Eine Frau wartet vor einem Kabuler Krankenhaus auf Sauerstoffnachschub

Eine Frau wartet vor einem Kabuler Krankenhaus auf Sauerstoffnachschub

Foto: STRINGER / REUTERS

Vakzin von Curevac konnte laut Experten nicht hoch genug dosiert werden

14.10 Uhr: Die niedrige Wirksamkeit des Coronaimpfstoffs von Curevac ergibt sich laut dem Virenexperten Peter Kremsner daraus, dass die Vakzine nicht hoch genug dosiert werden konnte. Das wiederum habe daran gelegen, dass die einzelnen Bestandteile nicht chemisch modifiziert worden seien, sagte der Leiter der Impfstoff-Studie des Tübinger Biotech-Unternehmens dem SWR.

Eigentlich sei dies immer als Vorteil gepriesen worden, so Kremsner. Wahrscheinlich sei es nun aber der Hauptnachteil: »Das heißt, wir konnten nicht hoch genug dosieren wie das die anderen gemacht haben.« Die anderen Impfstoffhersteller hätten 30 und 100 Mikrogramm verabreicht. »Mit der Curevac-Impfung konnten wir nur 12 Mikrogramm geben. Dann wurde es zu unverträglich, wenn man weiter höher dosiert hat.«

Das Unternehmen hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass seine Vakzine nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung »jeglichen Schweregrades« zeigt. Damit habe es die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Zwei positive Coronatests bei der Fußballmannschaft der Slowakei

13.45 Uhr: Zwei Mitglieder der slowakischen Fußball-Nationalmannschaft sind vor dem zweiten Gruppenspiel am Freitag in Sankt Petersburg gegen Schweden positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trainer Štefan Tarkovič bestätigte bei einer Pressekonferenz, dass sich der Spieler Denis Vavro und ein Mitglied des Trainerstabs mit dem Virus angesteckt haben.

Beide würden sich in Selbstisolation befinden, und der Verband arbeite eng mit den russischen Gesundheitsbehörden und der Uefa zusammen, sagte Tarkovič. Abwehrspieler Vavro zeige keinerlei Symptome. »Es geht ihm gut«, sagte der slowakische Trainer, »es tut mir sehr leid, dass der Spieler wegen Covid in den nächsten Spielen nicht mitspielen kann.«

Dänemark will nach Erwachsenen auch Jugendlichen ein Impfangebot machen

13.23 Uhr: Dänemark will nach den Erwachsenen Mitte September dann auch Jugendlichen ein Impfangebot machen. »Eine Ausweitung der Zielgruppe auf die 12- bis 15-Jährigen ist notwendig, um eine noch stärkere Immunität in der Bevölkerung und damit die Kontrolle der Epidemie in Dänemark zu gewährleisten«, sagte der Chef der dänischen Gesundheitsbehörde, Søren Brostrøm. »Wir brauchen eine Immunität in der Bevölkerung, vor allem vor Beginn der Winter-Saison.« Verabreicht werde der Biontech-Impfstoff, da dies der einzige von der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) für Jugendliche genehmigte Impfstoff sei. Knapp die Hälfte der Dänen ist erstmals, mehr als ein Viertel vollständig geimpft.

Apotheker lehnen geringere Vergütung für Coronazertifikate ab

13.15 Uhr: Die Apotheker protestieren gegen eine mögliche Absenkung der Vergütung für die Ausstellung digitaler Corona-Impfzertifikate. »Die Apothekerinnen und Apotheker sind verärgert und verlieren ihr Vertrauen in die Berliner Politik«, erklärte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Regina Overwiening. Hintergrund sind Berichte, wonach das Bundesgesundheitsministerium plant, die Vergütung von derzeit 18 Euro ab Juli auf nur noch sechs Euro zu senken.

Overwiening warnte deswegen vor einer geringeren Bereitschaft der Apotheken in Deutschland, sich an dieser oder anderen Aktionen zu beteiligen. »Wenn die Apotheken keine belastbare Kalkulationsgrundlage und damit keine Planungssicherheit haben, sinkt die Bereitschaft, auch in Zukunft zusätzliche problemlösende Aufgaben zu übernehmen«, erklärte die ABDA-Präsidentin. Sie bezeichnete eine Absenkung des Honorars als »nicht nachvollziehbar«.

Die Apotheken stellen seit Montag digitale Impfzertifikate für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Coronaimpfung bekommen haben. »Die Berufsorganisationen haben dafür in den Aufbau einer IT-Infrastruktur investiert, die Apotheken vor Ort haben Personal abgestellt und zusätzliche Hardware eingesetzt«, erklärte dazu Overwiening.

Sie verwies auch auf den damit verbundenen Aufwand: »Die Ausstellung eines Zertifikates bedeutet zum einen, die Daten zu prüfen, einzugeben und auszudrucken. Zum anderen geben die Apotheken den Menschen viel zusätzliche Unterstützung zur Nutzung der CovPass-App.« Das digitale Zertifikat ist zwar nicht als Impfnachweis erforderlich, es soll aber beispielsweise das grenzüberschreitende Reisen in der EU erleichtern.

Coronaregeln für Unternehmen gelten auch im Sommer

13.04 Uhr: Für Unternehmen in Deutschland sollen trotz sinkender Ansteckungszahlen auch über den Sommer einige Coronaregeln weiter gelten: Die Betriebe müssten weiterhin mindestens zweimal in der Woche ihren Beschäftigten Coronatests anbieten und nach wie vor auch bestimmte Hygieneregeln einhalten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Eine entsprechende Neufassung der Ende Juni auslaufenden Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Vorgaben für Flächen, Abstände und Masken am Arbeitsplatz macht, soll nach Heils Angaben am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Man könne die Arbeitsschutzregeln mit Blick auf Corona ein Stück lockern, weil die Inzidenzen dies hergäben. Die Regeln schützten Beschäftigte und würden helfen, Betriebe offen zu halten. Durch Tests am Arbeitsplatz behalte man das Infektionsgeschehen im Blick und im Griff.

Die in der Bundes-Notbremse verankerte Homeoffice-Pflicht läuft dagegen am 30. Juni gemeinsam mit der Notbremse aus. Hier ist keine Verlängerung geplant. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte das. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel bezeichnete es in der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten« (Freitagausgaben) als »absolut unverständlich«, »dass die Union einer Verlängerung der Homeoffice-Regelungen nicht zugestimmt hat«.

Das Risiko sich zu infizieren, sei in geschlossenen Räumen deutlich höher als draußen. Daher mache es Sinn, in den nächsten Monaten nach wie vor an der Pflicht zum Homeoffice festzuhalten, sagte Piel. Erst »wenn nahezu alle Beschäftigten ein Angebot für eine vollständige Impfung gegen Covid-19 erhalten haben, muss neu diskutiert werden«.

Justizminister für Strafverschärfung bei gefälschten Impfpässen

12.46 Uhr: Angesichts der Fälle von gefälschten Impfpässen und Testzertifikaten dringen die Justizminister der Länder auf eine rasche Verschärfung des Strafrechts für solche Taten. Die Fälschung von Gesundheitszeugnissen sollte nach Auffassung der Länderminister der Urkundenfälschung bei anderen Dokumenten gleichgestellt werden, für die härtere Strafen gelten, wie sie nach einem Onlinetreffen bekannt gaben. Die Bundesjustizministerin wird in einem Beschluss gebeten, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu erarbeiten.

»Gefälschte Impfpässe, aber auch falsche Testzertifikate sind so problematisch, weil wir natürlich jetzt gerade in dieser Pandemie alle darauf angewiesen sind, dass die Dokumente auch echt sind und dass das, was dahintersteht, tatsächlich stattgefunden hat, um sozusagen auch die Ansteckungsgefahr in unserer Gesellschaft möglichst gering zu halten«, sagte die Hamburger Senatorin für Justiz, Anna Gallina (Grüne), in einer Online-Pressekonferenz nach dem Treffen. Immer häufiger werden nach ihren Worten gefälschte Impfpässe im Internet oder auch in Chatgruppen zum Kauf angeboten.

»Klar müsste sein, Fälscher von solchen Gesundheitszeugnissen dürfen nicht geringer bestraft werden als die Fälscher anderer Urkunden«, betonte Gallina. Die bisherige rechtliche Ungleichbehandlung müsse aufgebrochen werden. Die Justizminister der Länder hätten bei diesem Thema eine sehr große Geschlossenheit an den Tag gelegt und »dem Bund auch noch mal sehr nachdrücklich mit auf den Weg gegeben, dass es ein zeitlich drängendes Thema ist und dass wir hier zügige Aktivitäten in diese Richtung brauchen«, unterstrich die Grünenpolitikerin.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) kritisierte in der Online-Pressekonferenz, dass das wichtige Thema der gefälschten Gesundheitszeugnisse nicht schnellstmöglich gelöst werde. Es wäre ganz einfach, diese Unwucht im Strafrecht zwischen den Fälschungen von Gesundheitszeugnissen und anderen Urkunden zu ändern. Es würden im Moment so viele Gesetze durch den Bundestag »gejagt« in kürzester Frist. Dieses Thema sei aber in eine Arbeitsgruppe verschoben worden.

Im Beschluss heißt es, vor dem Hintergrund der von Fälschungen ausgehenden Gefahren für das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung sowie für die Funktionsfähigkeit der medizinischen Notfallversorgung sei die bisherige rechtliche Einordnung nicht mehr zeitgemäß. Der Strafrahmen für die Fälschung von Gesundheitszeugnissen (§ 277 Var. 2 und 3 StGB) sei gegenüber der Fälschung anderer Urkunden (§ 267 StGB) weitaus geringer. Für die Fälschung von Gesundheitszeugnissen drohen nach Angaben des NRW-Justizministeriums bis zu einem Jahr Haftstrafe. Bei Urkundenfälschung drohen hingegen bis zu fünf Jahre Haftstrafe.

Heil macht sich keine großen Sorgen wegen Delta-Variante

12.20 Uhr: Die Bundesregierung hat nach Angaben von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zurzeit keine großen Bedenken wegen der Delta-Variante des Coronavirus. Auf die Frage, ob die Sorge in der Regierung deswegen groß sei, sagte der SPD-Politiker: »Im Moment nicht. (...) Ich glaube, dass wir den Sommer gut hinbekommen in Deutschland.« Man müsse aber über den Herbst reden, wachsam und vorbereitet sein.

Momentan arbeiteten die Impfungen »für uns«. Diese würden helfen, in diesem Herbst besser vorbereitet zu sein als im Herbst 2020, »wo wir nach dem Sommer, der uns auch alle fröhlich gemacht hat, (...) ein bisschen arglos in eine zweite und dritte Welle gestolpert sind«. Man müsse wachsam bleiben und aufpassen, die bisherigen Erfolge nicht durch Leichtsinnigkeit wieder zu verspielen.

Spahn verteidigt »unkonventionelles Handeln« bei Maskenbeschaffung

11.50 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Vorgehen seines Ressorts beim Beschaffen damals knapper Corona-Schutzmasken im Frühjahr 2020 gerechtfertigt. »Ja, es stimmt: In dieser Notlage haben wir tatsächlich unkonventionell handeln müssen«, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einer Tagung des Verbands der Privaten Krankenversicherung in Berlin. Er könne sich erinnern, wie Unikliniken wegen fehlender Masken fürchteten, den Betrieb einstellen zu müssen. Dann könne man sagen, man habe gerade keine Struktur für eine Lösung. Stattdessen habe das Ministerium aber auf verschiedenen Wegen alles versucht »und auch viel bezahlt, das ist wahr.«

Als Lehre daraus gelte es jetzt zu schauen, dass es nicht noch einmal so komme, sagte Spahn. So werde auch mit dem Bundesinnenministerium beraten, mehr operative Einheiten für solche Fragen zu bekommen. Ein weiterer Punkt sei die geplante nationale Reserve, für die es auch »rollierende« Konzepte gebe, die das Haltbarkeitsdatum von Schutzgütern berücksichtigen. Ausgeschrieben werden solle zudem nun eine Impfstoff-Produktionskapazität von 500 Millionen bis 700 Millionen Dosen pro Jahr, auf die gegen eine Vorhaltegebühr im Fall der Fälle rasch ein Zugriff möglich sei. »Lücken stopfen ist teurer«, sagte Spahn.

Der Bundesrechnungshof hatte die zentrale Beschaffung von Masken durch das Gesundheitsministerium im Frühjahr 2020 kritisiert. (Mehr dazu lesen Sie hier). Gerügt wird das »Fehlen einer systematischen Mengensteuerung«. Die zu den Beschaffungsausgaben von 6,3 Milliarden Euro hinzukommenden Kosten von bislang 320 Millionen Euro etwa für Transport, Lagerung, Qualitätsprüfungen und externe Beratung könnten durch Rechtsstreitigkeiten und Entsorgungskosten weiter ansteigen.

Lauterbach sieht in Curevac-Panne Dämpfer für Impfkampagne

11.39 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schreibt den Impfstoff von Curevac ab, nachdem Studien lediglich eine Wirksamkeit von 47 Prozent belegen. »Mit der zu erwartenden geringen Wirksamkeit, selbst wenn sie sich bei der Endauswertung noch leicht verbessert, ist der Curevac-Impfstoff nicht einsetzbar in Deutschland«, sagte der Politiker der »Rheinischen Post.« »Curevac wird bei der Delta-Variante wahrscheinlich noch schwächer sein, somit keine Rolle mehr spielen.« Der Wegfall der Vakzine wie auch die geringeren Liefermengen von Biontech seien für die Impfkampagne in Deutschland allerdings ein Dämpfer. So werde jetzt wohl erst Mitte September eine Herdenimmunität erreicht.

Dem SPIEGEL  hatte Lauterbach zuvor schon gesagt: »Es ist weniger Impfstoff da, als viele Menschen denken; zugleich zeigt sich, dass die Delta-Variante hochinfektiös ist und zum Teil schwere Verläufe verursacht. Das ist beängstigend«

Japan lockert Coronanotstand für Olympia-Stadt Tokio

11.21 Uhr: Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio hebt Japan den Coronanotstand für die Millionenhauptstadt auf. Nach Ende des wochenlangen Notstands an diesem Sonntag werde man jedoch manche Restriktion aufrechterhalten, beschloss die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga am Donnerstag. Der Quasi-Notstand soll vorläufig bis zum 11. Juli gelten. So darf zwar Alkohol wieder ausgeschenkt werden, aber nur bis 19.00 Uhr. Zudem sind Restaurants weiter aufgerufen, schon um 20.00 Uhr zu schließen.

Angesichts landesweit gesunkener Infektionszahlen will die Regierung eine begrenzte Zahl an heimischen Zuschauern in den Olympia-Wettkampfstätten zulassen. Wie lokale Medien berichteten, erwägt die Regierung in Tokio eine Obergrenze von 10.000 Zuschauern. Olympia-Fans aus dem Ausland sind bereits ausgeschlossen worden.

Eine offizielle Entscheidung darüber, wie viele heimische Zuschauer zugelassen werden, solle bei einem Treffen der Regierung mit der Stadtverwaltung von Tokio, mit dem Organisationskomitee und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) getroffen werden. Das Treffen werde voraussichtlich am kommenden Montag stattfinden, hieß es. Am Tag zuvor endet der Notstand nicht nur in Tokio, sondern auch in den Präfekturen Hokkaido, Aichi, Kyoto, Osaka, Hyogo, Okayama, Hiroshima und Fukuoka. Lediglich im südlichen Urlauberparadies Okinawa bleibt der Coronanotstand noch bis zum 11. Juli in Kraft.

Die Regierung plane nun, keine weiteren Eintrittskarten für die in gut einem Monat beginnenden Spiele zu verkaufen, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Ungeachtet breiter Ablehnung in der japanischen Bevölkerung und Sorgen von Experten im Hinblick auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen setzen Japans Olympia-Macher und das IOC ihre Vorbereitungen für die Spiele fort. Das Megaevent war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden.

Die Olympischen Spiele in Japans Hauptstadt sollen nun vom 23. Juli bis 8. August unter strengen Hygiene- und Coronaregeln abgehalten werden. Laut dem IOC werden 80 Prozent der Athleten im Olympischen Dorf mit Beginn der Olympischen Spiele geimpft sein. Auch in Japan selbst hat der anfangs schleppende Impfprozess inzwischen an Fahrt aufgenommen.

Curevac-Rückschlag laut BMG ohne Auswirkungen auf Tempo der Impfkampagne

11.19 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat sich nach den negativen Studienergebnissen für den Impfstoff des Herstellers Curevac gelassen gezeigt. »Eine Auswirkung auf das Tempo unserer Impfkampagne hat diese Mitteilung nicht«, erklärte das Ministerium in Berlin in einer Mitteilung. »Die Nachrichten über vorläufige Studienergebnisse können wir vonseiten des Ministeriums nicht kommentieren.«

Der Impfstoff des Tübinger Unternehmens war in der entscheidenden Zulassungsstudie gefloppt. Die Wirksamkeit lag demnach bei den Probanden nur bei 47 Prozent.

Bauwirtschaft warnt vor Hitzereaktionen bei Bauarbeiten mit Maske

10.55 Uhr: Bei Hitze sind Beschäftigte auf dem Bau besonders belastet. Die Arbeit bei hohen Temperaturen strapaziert den Kreislauf. Dieser Effekt kann sich noch verstärken, wenn Beschäftigte zum Schutz gegen Coronainfektionen eine Maske tragen müssen. Darauf weist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) hin.

Bei starker Hitze entstehe unter der Maske ein feuchtes Luftpolster. Das Atmen fällt unter Umständen schwerer, der Kreislauf wird zusätzlich belastet. Beschäftigte sollten zusätzliche Pausen ohne Maske einlegen. Wichtig sei auch, durchfeuchtete Masken regelmäßig zu wechseln, da sie sonst keinen ausreichenden Schutz mehr bieten.

Beschäftigte sollten zudem auf ihre Kolleginnen und Kollegen achten, um auf Hitzereaktionen oder Anzeichen von Hitzeerkrankungen schnell reagieren zu können. Dazu zählen etwa Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag.

Zahl der Coronainfektionen in England steigt wieder stark

10.10 Uhr: Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in England wieder stark an. Einer Datenanalyse im Auftrag der Regierung zufolge lag das Wachstum zwischen dem 3. Mai und dem 7. Juni bei 50 Prozent. Der Zeitraum stimme mit der Verbreitung von Delta überein, teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Treiber seien junge und meist ungeimpfte Menschen.

Daten von 110.000 Schnelltests zwischen 20. Mai und 7. Juni hätten ergeben, dass die Zahl der Fälle sich alle elf Tage verdoppelt, hieß es weiter. Schwerpunkt ist Nordwestengland. Experten setzen allerdings darauf, dass wegen der Impfkampagne die Ausbreitung des Virus wieder verlangsamt wird. Mittlerweile haben mehr als 30 Millionen Erwachsene – gut die Hälfte – die für den vollen Schutz notwendigen zwei Dosen erhalten. Schon in wenigen Tagen dürfen alle über 18-Jährigen sich für eine Impfung anmelden.

Wegen der Delta-Variante, die mittlerweile für mehr als 90 Prozent der Fälle im Land verantwortlich ist, hat die Regierung von Premierminister Boris Johnson die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Coronamaßnahmen in England um vier Wochen verschoben. Am Mittwochabend stimmte das Parlament in London dieser »Pause« mit deutlicher Mehrheit zu. Allerdings stimmten mehr als 50 Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei gegen die Regierung. Sie fordern, dass der bisherige Fahrplan eingehalten wird.

Post rechnet wieder mit mehr Postkarten

10.05 Uhr: Nachdem die Pandemie die Zahl der verschickten Postkarten hat einbrechen lassen, rechnet die Deutsche Post in diesem Jahr wieder mit einem stärkeren Aufkommen. Da viele Menschen den im vergangenen Jahr abgesagten Urlaub nachholen wollen, würden in diesem Sommer wohl deutlich mehr Karten geschrieben, teilte die Deutsche Post am Donnerstag in Bonn mit. »Unserem Eindruck nach ist zudem durch Corona das Bedürfnis nach persönlicher, bleibender Kommunikation gewachsen«, sagte der Marketingleiter der Deutschen Post, Ole Nordhoff.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Post nach eigenen Angaben 120 Millionen Postkarten befördert, das waren 27 Millionen weniger als 2019. Eine Prognose des Kartenvolumens für dieses Jahr macht die Deutsche Post nicht.

Immunologen fordern Vorbereitungen auf Ausbreitung von Delta-Variante

10.01 Uhr: Immunologen haben angesichts der zunehmenden Ausbreitung der sogenannten Delta-Variante des Coronavirus auch in Deutschland die Politik aufgerufen, sich intensiv auf eine neue Coronawelle im Herbst vorzubereiten. »Es ist fest davon auszugehen, dass spätestens im Herbst die Delta-Variante die dominierende Variante in Deutschland sein wird«, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), Carsten Watzl, der »Augsburger Allgemeinen« vom Donnerstag.

Zur Vorsicht mahnte er wegen der zuerst in Indien nachgewiesenen Virusvariante besonders an Schulen. »Wenn man die Infektion nicht einfach unter den Schulkindern durchlaufen lassen will, muss man sich spätestens jetzt an Konzepte wie Luftfilter machen, um nicht im Herbst wieder die Schulen zumachen zu müssen«, mahnte Watzl.

Vor allem »wenn sehr viele Kinder nicht geimpft sind und die Delta-Variante im Herbst kommt, droht in den Schulen wieder ein stärkeres Ausbruchsgeschehen«, warnte der Immunologe weiter. Allerdings wäre es auch »blauäugig, nur auf die Impfungen von Kindern zu setzen« – schon allein deswegen, weil es für die meisten von ihnen noch gar keine Impfstoffe gebe.

Derzeit ist nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Impfungen in dieser Altersgruppe aber bislang nur bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren und rät zu ärztlichen Einzelfallentscheidungen.

Umso mehr rief Watzl alle noch nicht geimpften Erwachsenen auf, jetzt nicht wegen der niedrigen Inzidenzzahlen mit dem Impfen zu zögern. »Wenn die Zahlen im Herbst ansteigen, kann es zu spät für die Impfung sein, da die Erstimpfung noch nicht einen starken Schutz gegen das Virus bietet und es bis zum vollen Schutz rund eineinhalb Monate dauert«, sagte der Immunologe. Zahlen aus Großbritannien belegten klar, dass erst nach der zweiten Impfung ein ausreichender Immunschutz gegen die Delta-Variante bestehe.

Für den Sommer gibt Watzl allerdings in Deutschland Entwarnung. Momentan könne sich das Virus dank der niedrigen Infektionszahlen nicht schnell ausbreiten. »Deswegen kann man aktuell davon ausgehen, dass uns die Delta-Variante im Sommer noch keine großen Probleme machen wird, wenn wir bei den Lockerungen nicht unvorsichtig werden.« Besonders bei Urlauben im Ausland und bei Reiserückkehrern sei erhöhte Vorsicht angebracht.

Laut den jüngsten Daten, die das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch veröffentlicht hatte, lag der Anteil der Delta-Variante an allen genauer untersuchten Coronainfektionen in Deutschland in der 22. Kalenderwoche (ab 31. Mai) bei 6,2 Prozent. In der vorangegangenen Woche waren es lediglich 3,7 Prozent gewesen. Laut RKI wurde die Delta-Variante bereits in allen Bundesländern nachgewiesen. Lediglich in zehn Prozent der Fälle sei die Ansteckung mit dieser Virusmutante mutmaßlich im Ausland erfolgt.

Erstes Kreuzfahrtschiff auf Mallorca seit 15 Monaten

09.40 Uhr: Erstmals seit Ausbruch der Coronapandemie ist wieder ein Kreuzfahrtschiff in Palma auf Mallorca vor Anker gegangen. Die »Mein Schiff 2« der deutschen Reederei TUI Cruises kam am frühen Donnerstagmorgen auf Mallorca an. Für die meisten der hauptsächlich deutschen Passagiere war die beliebte Urlauberinsel Endpunkt ihrer Kreuzfahrt. Die Fahrt führte über Málaga nach Palma.

Bis Ende August sollen mehr als 20 Kreuzfahrtschiffe den Hafen von Palma ansteuern. Wie Flugreisende müssen auch Kreuzfahrtpassagiere bei der Ankunft in Palma einen negativen Coronatest, ein Impfzertifikat oder den Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung vorlegen. Die Coronalage auf Mallorca ist trotz weitgehender Lockerungen der Auflagen ruhig. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 19.

Hunderte Ärzte in Indonesien infiziert – sie waren mit Sinovac geimpft

09.09 Uhr: In Indonesien haben sich den Behörden zufolge mehr als 350 Ärzte angesteckt, obwohl sie mit dem chinesischen Impfstoff Sinovac geimpft worden waren. Die meisten der Betroffenen hätten keine Symptome, Dutzende der Mediziner müssten allerdings im Krankenhaus behandelt werden, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörden auf Java. Dort gibt es in einem Bezirk einen Coronaausbruch, der von der ansteckenderen Virusvariante Delta dominiert wird.

Österreich hebt Coronasperre für Bars, Klubs und Discos auf

08.36 Uhr: Angesichts der niedrigen Neuinfektionszahlen wird in Österreich ab Juli die Nachtgastronomie wieder geöffnet. Die Sperrstunde wird aufgehoben. »Es kann wieder getanzt, gefeiert und geheiratet werden«, sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz. Als Voraussetzung gilt die sogenannte »3-G-Regel«: Nur wer getestet, genesen oder geimpft ist, bekommt Zutritt. Bars, Klubs und Discos waren seit Mitte März 2020 geschlossen.

Urlaubsreise mit dem Auto wieder im Trend

07.10 Uhr: Nach einem Winter mit vielen Coronabeschränkungen wollen die Deutschen in den Sommerferien wieder reisen. »Wir gehen davon aus, dass Urlaub in Deutschland weiter Konjunktur hat. Die Nachfrage ist groß an Nord- und Ostsee, aber auch in den Mittelgebirgen«, heißt es beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). »Das gute Wetter jetzt im Juni dürfte die ein oder andere Entscheidung für Urlaub in Deutschland positiv beeinflussen«, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Nächste Woche beginnen die Schulferien in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin, als letzte starten dann Ende Juli Baden-Württemberg und die Bayern. »Autoreisen sind im Aufschwung, und der Trend zum Urlaub im eigenen Land setzt sich in diesem Sommer massiv fort«, meldete Europas größter Touristikkonzern TUI. Bei den Autoreisezielen in Deutschland, Österreich, Südtirol und Istrien seien die begehrten Familienzimmer teilweise schon ausgebucht, sagte TUI-Deutschlandmanager Stefan Baumert. Ferienhäuser und Camper hätten deutlich Zulauf.

Droht auf den deutschen Autobahnen ein »Super-Stau-Sommer«? Nein, sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel in München. Auf den Autobahnen und Ferienrouten in Deutschland sei aber mit beträchtlichem Reiseverkehr zu rechnen. Der intensive Reiseverkehr beginne erst Mitte Juli. Bis Mitte August dann »war bisher immer die Zeit, wo auf den Staukarten alles rot war. Das wird dieses Jahr nicht groß anders sein.«

Ziele der Autourlauber seien Nord- und Ostsee, Alpen und Mittelgebirge sowie Österreich, Italien und Kroatien, vielleicht noch Holland und Frankreich, sagte Hölzel.

In einigen Bundesländern gibt es für Hotels auch noch coronabedingte Belegungsquoten. Die Testpflicht ist nur in der Außengastronomie überall aufgehoben. »Ob es in Frühstücksräumen und Wellnessbereichen weiter Zugangszeiten mit Anmeldung braucht, hängt auch vom Fortschritt beim Impfen und den Inzidenzzahlen ab«, sagte Hartges.

Viele wollen auch gar nicht mit dem Auto in den Urlaub fahren, sondern mit dem Flugzeug weiter weg. Bei TUI übersteigen die Buchungen seit Mai das Vor-Corona-Niveau von 2019. Lieblingsziele seien Mallorca, Kreta, Antalya, die Kanaren und Griechenland.

Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

06.01 Uhr: Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Coronapandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich: »Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen«, so Killelea. »Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten.« Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko für eine weitere Vertiefung der Gräben bergen.

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April dieses Jahres weltweit mehr als 5000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. 25 Länder verschlechterten sich in der Kategorie gewaltsame Demonstrationen, während sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

In den USA nahm im untersuchten Zeitraum besonders stark die Zahl der zivilen Unruhen zu – allerdings nicht nur bedingt durch die Pandemie, sondern auch etwa im Rahmen der Black-Lives-Matter-Proteste oder bei der Erstürmung des Kapitols in Washington – Letzteres allerdings erst im Januar 2021.

Europa als Region bleibt nach diesem Index die friedlichste der Welt. Allerdings hält der Bericht fest, dass auch hier die politische Instabilität zugenommen hat.

1330 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz bei 11,6

05.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards  von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3187 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.718.955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.594.700 an.

Mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage in dritter Coronawelle

04.30 Uhr: Zahlreiche Eltern haben sich in der dritten Coronawelle wegen geschlossener Kitas und Schulen krankschreiben lassen. Aktuelle Zahlen der größten deutschen Krankenkassen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, zeigen, dass zwischen Januar und Mai dieses Jahres mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage von Eltern genommen wurden, weil die Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt in Betrieb waren.

Mehr als 600.000 Mal wurde pandemiebedingtes Kinderkrankengeld in dieser Zeit beantragt, wie der AOK-Bundesverband, die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer und die DAK-Gesundheit auf dpa-Anfrage mitteilten. Den Daten der Kassen zufolge nutzten Eltern das Angebot besonders stark im Februar. Die Zahlen sanken dann in den Folgemonaten mit zunehmender Öffnung des Schul- und Kitabetriebs immer weiter. Laut Barmer nahmen Eltern im Schnitt zwei bis drei Kinderkrankentage im Monat.

Wegen der Coronamaßnahmen hatte die Politik die Zahl der Kinderkrankentage im laufenden Jahr verdreifacht und erlaubt, dass diese nicht nur bei Krankheit eines Kindes genommen werden können, sondern auch bei Schul- und Kitaschließungen oder Notbetrieb. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Virusvariante Delta nimmt in Deutschland weiter zu

03.40 Uhr: Die Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). In der Woche zuvor hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben samt Nachmeldungen noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit jedoch weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle. Mehr zum jüngsten RKI-Bericht über die Verbreitung der Delta-Variante in Deutschland erfahren Sie hier.

Uno: Deutsches Bremsen bei Impfstoffpatenten behindert Pandemiebekämpfung

01.55 Uhr: Nach Einschätzung der Uno-Entwicklungsorganisation UNDP  bremsen Deutschland und andere Länder die Bekämpfung der Coronapandemie, indem sie eine Freigabe von Patenten für Impfstoffe blockieren. »Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen«, sagte UNDP-Chef Achim Steiner der Deutschen Presse-Agentur.

Es gebe bei Vorstößen wie jenem zur Patentfreigabe zwar immer Bedenken, doch »Risiko ist kein Grund, jetzt nicht zu handeln«. Die Freigabe von Patenten müsse als eine von mehreren Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um der eklatanten Ungleichheit beim Verteilen der Vakzinen zu begegnen.

Deutschland hatte sich zuletzt beim G7-Gipfel in Cornwall zusammen mit Großbritannien erneut gegen die Patentfreigabe gestemmt, die eine lizenzfreie Impfstoffproduktion in Entwicklungsländern ermöglichen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Mai gesagt, dass dies keine Lösung sei, um mehr Menschen Impfstoff zur Verfügung zu stellen – es bedürfe der Kreativität und der Innovationskraft von Unternehmen, der Schutz von Patenten sei eine Voraussetzung dafür.

Politiker und Experten kritisieren Maskenpflicht in Schulen

01.10 Uhr: Angesichts sinkender Inzidenzzahlen und der Hitzewelle in Deutschland sprechen sich Politiker und Experten für ein Ende der Maskenpflicht in Schulen aus.

  • »Bei der momentanen Talfahrt der Infektionsrate sollte die Maskenpflicht inzidenzabhängig fallen«, sagt Thomas Fischbach, Chef des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte der »Bild«-Zeitung.

  • »Masken haben eine Schutzfunktion, schränken aber auch ein. Schüler können Mimik und Gestik nicht komplett erkennen, schwitzen und bekommen schlechter Luft«, sagt auch CDU-Familienpolitiker Marcus Weinberg.

  • Infektologe Peter Kremsner, Leiter der Curevac-Studie, regt ebenfalls an, die Masken »angesichts der derzeit niedrigen Inzidenzen« wegzulassen. »Vor allem, wenn die Durchimpfungsrate weiter so rapide ansteigt, dass die Eltern und Älteren geschützt sind.« Kinder selbst hätten praktisch nichts zu befürchten, da sie seltener und weniger schwer an Corona erkranken würden. Das regelmäßige Testen gebe zudem zusätzliche Sicherheit.

  • »Eine pauschale Maskenpflicht in Schulen muss fallen. Unsere Kinder haben schon genug gelitten in dieser Pandemie«, sagt FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus.

Coronaimpfstoff von Curevac verfehlt Wirksamkeitsziele

00.01 Uhr: Im Bemühen um die Markteinführung eines hochwirksamen Coronaimpfstoffs hat das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac einen schweren Rückschlag erlitten. Der Impfstoffkandidat CVnCoV habe einer Zwischenanalyse zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Coronaerkrankung »jeglichen Schweregrades« erzielt und damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien erreicht, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung mit. Mehr dazu erfahren Sie hier.

aar/mfh/asa/wit/mjm/dpa/Reuters/AFP
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